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Schnipsel veröffentlichen – eine Methode, um bekannt zu werden

Der Teufel bringt sie - die erotische Literatur heute können wir sie im Laden kaufen
Eine Methode, Ihr erotisches Buch, ihre Novelle oder ihr E-Book bekannt zu machen besteht darin, „Schnipsel“ zu veröffentlichen. Das hat den Vorteil, dass Sie die „harmloseren“, aber wortgewaltigen und sinnlichen Stellen zeigen können, auch wann der Inhalt Ihrer Werke sonst viel „schärfer“ ist. Ich habe noch einen anderen Grund, Ihnen zu empfehlen, nicht die „schärfsten“ Stellen zu veröffentlichen – es sind leider oft die peinlichsten.

Auch, wenn sie noch nie ein Buch geschrieben haben, aber dies gerne tun wollen, helfen Ihnen „Schnipsel“ (zum Beispiel aus Kurzgeschichten), Interessenten für Ihre Arbeit zu finden. Ob ihre Werke zum Lachen, zum Weinen, ausbaufähig oder genial sind - Sie werden durch diese Methode Interessentinnen für Ihre Arbeit finden. Hier einige Beispiele, die wir ziemlich willkürlich ausgewählt haben (und die nicht unbedingt Meisterwerke sind):

Schnipsel 1: Nö, die Unterlippe?

Ich küsste ihn intensiv und sog dabei seine Unterlippe so weit ein, dass ich sie mit den Zähnen fassen konnte. Im Augenblick war es sein einziger Körperteil, das ich in mich hineinbrachte.

Schnipsel 2: Lesbische Verführung mit klischees

„Komm, Karin, ich will dich!“ Angelikas grau Augen lagen auf mir, mit dieser wundersamen Eigenschaft, zugleich heiß und kalt zu blicken. Sie brachten meine Haut zum Erschauern und mein Inneres schmolz dahin. „Du bist verrückt. Dieser Aufzug ist aus Glas, jeder kann uns sehen“ . “Das macht es ja so aufregend.“

Schnipsel 3: Schnell zur Sache

Hans drückte seien Lippen auf meine, und er musste mich festhalten, weil ich zurücktaumelte. Dann begann eine Parforcejagd – Hans warf die Tür ins Schloss und riss mich an sich, während seien Hände meinen Hintern umschlagen.

Schnipsel 4: Voyeur und Verführerin

Ich schloss meine Augen und überlegte, was ich da eigentlich tat. Jemanden zu reizen macht einfach Spaß und ich wusste, dass er nur vom Zuschauen einen Steifen bekommen würde. Er hatte bestimmt noch nie eine reale, halb nackte Frau gesehen. Für ihn würde ich der Traum seines Lebens sein, auch wenn es für eine Qual sein musste, mich nicht berühren zu dürfen.

Schnipsel 5: Der Fotograf / die Fotografin (geschlechtsneutral)

„Du bist nicht hier, um dich fotografieren zu lassen“. Ich hatte es geahnt. So, wie sie sich vor mir auszog, mit spitzen Fingern und leichtem Erröten, dem flackernden Blick und den sinnlichen Lippen, die sie immer wieder benetzte. Nein, so kam keine Frau ins Studio, die ein Aktfoto für ihren Verlobten oder Ehemann wollte. Sie antwortete nicht auf meine Frage. „Welche Pose soll ich einnehmen?“ Es war Zeit, eine Gegenfrage zu stellen: „In welcher Pose sieht dein Mann dich denn am liebsten?“ Sie errötete nun stärker, bevor sie leise sagte: „Ich weiß es nicht.“ Mir wurde klar, dass er sie noch nie so gesehen hatte, wie ich sie jetzt sah. Sie blickte verlegen an ihrem Körper herab und strich sich das Schamhaar zurecht …

Die verwendeten Schnipsel sind keine Zitate aus Büchern oder Texten, die Sie im Internet finden werden, sondern Bearbeitungen, die hier nur als Beispiele für sehr unterschiedliche Erzählungen gelten sollen.

Falls Sie vorhaben, Schnipsel zu veröffentlichen, nehmen Sie ausdrucksstarke Stellen. Vermeiden Sie schnelle, nur von Sex getragene Episoden oder Kussszenen, weil sie damit sehr schnell als wenig ausdrucksstark entlarvt werden können. Versuchen Sie, eine sinnliche Szene auszuwählen, die zum Weiterlesen anregt.

In dem Gemälde von Antoine Wiertz sieht man, wie der Teufel einer lesenden, offenbar stark erregten Frau Alexandre Dumas Buch "Anthony" vorlegt.

Was interessiert Frauen am meisten in der Erotik?

Im Traum auch gerne oral - und auch in der Literatur sinnvoll
Nach relativ verlässlichen Forschungen interessiert Frauen die mit Romantik verbundene sexuelle Lust am meisten – das hatten wir und alle anderen auch nicht anders erwartet. Doch bereits an zweiter Stelle steht der Hand- und Mundverkehr, gefolgt vom erotischen Abenteuer, das oftmals auch mit sehr romantischen Vorstellungen verbunden ist. Dann folgen Gruppenaktivitäten, und schließlich finden wir in bevorzugter Position noch Rollenspiele aus dem BDSM-Bereich.

Mit der Hand und durch den Mund

Überraschend ist dabei vor allen die Betonung von Hand- und Mundverkehr. Fellatio und Cunnilingus abwechselnd oder zugleich zu praktizieren, interessierte mindestens drei Viertel der Befragten einer groß angelegten Studie. Noch etwa zwei Drittel der Frauen interessierte sich für Handverkehr (an ihr und an ihm) und ungefähr die Hälfte war an Submission (sexuell dominiert werden) interessiert, gefolgt von ähnlichen Aktivitäten. Gruppen waren erstaunlicherweise dann besonders interessant für Frauen, wenn daran viele Frauen und Männer daran teilhatten, also beispielsweise bei Orgien.

Atmosphäre und Geilheit

Die Romantik, also das bevorzugte Thema muss allerdings entweder in einer besonders schönen Atmosphäre wachsen, wie man aus den Aussagen von fast annähernd 85 Prozent der Frauen entnehmen kann. Diese Atmosphäre kann aber durchaus auch abenteuerlich sein und an Gefahren heranreichen – davon träumen immer noch zwischen 58 und 82 Prozent der Frauen (Sex an ungewöhnlichen Orten oder in der Öffentlichkeit). Man darf annehmen, dass sogar die passiven BDSM-Tendenzen der Frauen mit gegen 52 - 65 Prozent noch in den Bereich romantischer Traumvorstellungen fallen, also nicht von der Lust am Schmerz oder von Schmerzgeilheit geprägt sind. Das würde auch erklären, warum Bücher nach der Art der „50 Shades of Grey“ so populär sind: In diesen Büchern wird in der Regel eine geheimnisvoll-romatische Umgebung gewählt, um einen Rahmen für die Unterwerfung zu schaffen.


Das Fazit - Romantik erotisch ausbauen

Frauen interessiert neben der Entwicklung einer Beziehung, die ja die Handlung erotischer Romane bildet, vor allem das Umfeld, also die Kulisse der Erzählung. Dabei lohnt es sich, sehr viel Wert auf Gefühle zu legen, selbst dann, wenn sie etwas „überzogen“ sein sollten. Was die sexuellen Handlungen betrifft, sollte Cunnilingus und Handverkehr (auch „Fingern“) deutlich stärker betont werden als der eigentliche Geschlechtsverkehr (Piv). Das Interesse an Orgien kann als retardierendes Element eingebaut werden – normalerweise hemmt es die romantische Entwicklung von Zweierbeziehungen. Erotische Submission (Unterwerfung) kann im Wechselspiel mit praktizierter alltäglicher Dominanz effektiver sein als die reine „Unterwerfungshaltung“ einer Cinderella. Hier sollten Sie sich freimachen von dem aktuellen Cinderellaboom (SoG) und sich Wege suchen, die nicht nur die mittleren Jahre („Mütterleinpornos“) ansprechen, sondern auch die jüngere, aktivere Generation.

Stimmen Sie überein? Wenn nicht: ihr Widerspruch, bitte!

Erklärungen: SoG - Abkürzung für "Shades of Grey", PiV Vaginalverkehr, eigenltihc "Penis in Vagina")

Körperteile in den Hintergrund – Gefühle in den Vordergrund

Alle Gefühle zulassen -und heraus damit ...
In einem Blog für erotisches Schreiben fand ich diesen Satz (sinngemäß übersetzt):

Die Figuren, die Situationen, aus denen heraus sie agieren und der Handlungsrahmen kann in jeder unserer Geschichten unterschiedlich sein, aber Körperteile stehen nur beschränkt zur Verfügung. Und was mit ihnen passieren kann, fällt in wenige Kategorien.


Ich musste nicht lange nachdenken, um herauszufinden, was das Problem der Autorin ist – und falls es auch Ihr Problem sein sollte, sage ich Ihnen heute, warum Sie möglicherweise so denken.

Wenn Sie also ein ähnliches Problem haben sollten, dann beruht es auf dreierlei:

1. Sie stellen Handlungen in den Vordergrund.
2. Sie schildern sehr viel Äußerlichkeiten.
3. Sie denken in Kategorien.

Wenn Sie dies ändern wollen, dann können Sie einfach dies tun:

1. Stellen Sie Gefühle in den Vordergrund.
2. Schildern Sie, wie die Nervenenden auf Berührungen reagieren und was damit im Kopf ihrer Heldin passiert.
3. Denken Sie an alles, was Ihre Heldin sehen, fühlen, hören, riechen und über die Haut aufnehmen kann.
4. Lassen Sie Ihre Figur leben - sie darf wesentlich geiler und unvorsichtiger sein als Sie selbst.
5. Überschreiten Sie sämtliche Grenzen, die man Ihnen als Schülerin beim „Aufsatzschreiben“ beigebracht hat.

Wenn Sie über „Vanille-Beziehungen“ schreiben, haben Sie ja tatsächlich oft nur wenige Optionen, welche Körperteile in welche ander eindringen könnten. Aber wenn Sie nun einmal die Fingerkuppe ihres rechten Zeigefingers nehmen und langsam über ihren eigenen Körper fahren, ohne Ihre Vagina zu berühren, was spüren Sie dann? Was passiert, wenn Sie sich vorstellen, dabei komplett bekleidet am Schreibtisch zu sitzen? Oder in mit einem leichten Seidennachthemd im Bett oder nackt am Strand?
Das war die Kuppe eines Fingers – und noch nicht einmal intim. Und ich habe noch gar nicht damit angefangen, über Dialoge zu sprechen – richtig schmutzige Dialoge.

Nun, ich will Sie nicht verführen … aber probieren sie Berührungen auch einmal vor dem Spiegel und beschreiben Sie dabei, was sie sehen.

Wird Ihnen schon ganz „kribbelig“? Dann ist es gut. Und jetzt – schreiben Sie es auf.

Die Liebe und der Sex – ganz normal drüber schreiben?

Märchenhaft oder realistisch - mit sexueller Lust würzen Sie jeden Liebesroman
Eine Frage, die uns immer wieder gestellt wird, ist die: «Ich möchte schon Erotik in meine Geschichte integrieren, aber es sollte eher etwas „Normales“ sein. Wie geht das?»

Warum das Besondere etwas spektakulärer ist

Nun – es ist so: Wir (die Redaktion) schreiben oft über das „Ungewöhnliche“, weil wir glauben, dass es Ihnen unbekannter ist. Auf der anderen Seite ist das „Ungewöhnliche“ aber auch Spektakulärer, und damit erreichen Sie dann mehr lustvolle, neugierige Leserinnen.

Und wie schreibt man über das „Normale?“

Grundsätzlich geht es im Liebesroman um einen Konflikt. Es kann sich um einen inneren Konflikt handeln („soll ich oder soll ich nicht?“) oder um einen, der äußere Auswirkungen hat („Liebe oder Karriere?“). Meist kommt, wenigstens zeitweilig, ein nach außen erkennbarer Konflikt hinzu, etwa wenn sich die Heldin zwischen zwei Personen entscheiden muss.

Der "übliche Plot": etwas angejahrt

Wir denken, dass der sogenannte „immer wiederkehrende Plot“ in seiner Grundform heute verbraucht ist: „Sie trifft ihn - sie verliert ihn - sie bekommt ihn.“ Dieses Schema ist immer ein bisschen an „Herz und Schmerz“ angelehnt, und es stammt aus einer Zeit, in der Frauen überwiegend passiv waren und vor Liebeschmerz ins Sofakissen hineingeweint haben.

Aktuell erotisch schreiben: Liebeswahn im Alltag

Der heutige aktuelle Liebesroman wird in der Regel von mindestens fünf Komponenten beflügelt:

1. Einer schwierigen Zeit, in der Veränderung häufiger sind als der Bestand der Werte.
2. Den Gefühlen der Heldin, die sich nicht dagegen wehren kann, einem Menschen (Mann, aber auch Frau) sozusagen mit „Haut und Haar“ zu verfallen.
3. Innerliche Konflikte Ihrer Heldin, also Zweifel am eigenen Wollen und an den Gefühlen, die ihr „den Verstand rauben“.
4. Konflikte zwischen beiden – dazu ist es nötig, Personen zusammenzubringen, die verschieden sind.
5. Sexuelle Wünsche und Begierden, die durchaus schockierend sein können, ohne „pervers“ zu sein.

Je länger ihr Werk werden soll und je differenzierter die Handlung sein darf, umso mehr Personen können involviert werden, und umso mehr unterschiedliche Arten von Liebesbeziehung können beschrieben werden.

Normalerweise (falls Sie es überlesen haben sollten) Leben Liebesromane von der Verschiedenheit der Liebenden, nicht von ihrer Gleichheit. Es mag sein, dass Liebe, Lust oder Sex manchmal in der Harmonie gedeihen – doch das interessiert kaum, sondern langweilt eher.

Wenn etwas Herz und Schmerz triefen darf

Ich habe vergessen, Ihnen etwas zu der Aufstellung zu sagen, denn es geht paradoxerweise auch umgekehrt: Wenn Liebeskitsch und kitschiger Sex gefragt ist, können Sie auch so vorgehen:

1. In einer schwierigen Zeit fliehen die Menschen der Realität. Also verlegen Sie ihre Geschichte in ein Märchenreich, das auf anderen Grundlagen fußt.
2. Ihre Heldin verfällt den unbekannten Verlockungen, die das Märchenreich bietet („Cinderella-Effekt“).
3. Neben die Faszination tritt das Gefühl, der Situation niemals vollständig gewachsen zu sein – da haben Sie den „inneren Konflikt“.
4. Naturgemäß sind die Liebenden höchst unterschiedlich, aber auch in der Umgebung gibt es merkwürdige Personen und Umstände. Daraus ergeben sich die Konflikte fast zwangsläufig.
5. Die sexuellen Vorstellungen sind „in diesen Kreisen“ (Adel, Geldadel, Künstler) wesentlich lockerer, was zur Verwirrung der Heldin beiträgt.

Und ganz generell?

Hier darf ich ausnahmsweise einmal eine Kollegin zitieren:

Die Heldin, ihre Art zu denken und zu fühlen, zu handeln und Entscheidungen zu treffen, ist der Dreh- und Angelpunkt des Romans. Was sie fühlt, fühlt auch die Leserin. Was sie sieht, sieht die Leserin. Was sie denkt, denkt die Leserin. Wie sie Menschen beurteilt, so beurteilt auch die Leserin das Umfeld des Romans und dessen Figuren.


Eine kleine Ergänzung noch: Ihre Leserin durchlebt auch die Höhen und Tiefen der Gefühle, die Sie in ihrem Buch schildern – sie wird sich in die Liebe, die Lust und auch den Sex hineinfühlen, die Sie Ihrer Heldin zukommen lassen. Sie darf also Tränen weinen, vom Liebesschmerz geschüttelt werden und – sie darf durchaus auch geil werden.

Hinweis: Der im Text verlinkte Artikel aus "elles" ist ausgesprochen lesenswert für alle, die zum "erstes Mal" einen erotischen Liebesroman schreiben wollen.

Bild: historische Illustration (Teilansicht)

Machen Sie sich schuldig, wenn Sie Romane mit BDSM-Anteilen schreiben?

Machen Sie sich schuldig, wenn Sie Romane mit BDSM schreiben? manche meinen, es sei Gift für die Frauen, die es lesen. Andere meinen, Männer würden durch diese Literatur dazu verleitet, Frauen mies zu behandeln. Und was meinen Sie?

Die „50 Shades of Grey“ haben die Diskussion einmal mehr belebt, seit ein zweiter Teil in die Kinos gekommen ist – und sie haben wieder neue Kritiker auf den Plan gerufen. Die Frage ist: Bereiten Sie mit BDSM-Themen oder mit jeder anderen Art von „absonderlichen“ Liebespraktiken den Weg zur menschlichen oder überirdischen Hölle vor?

Wir fanden kürzlich einen Beitrag zum Thema, in dem dieser Satz vorkommt:

Seit 50 Shades of Grey ist es schwer in Mode, ein bisschen BDSM zu spielen. Dass diese Bücher und auch die Filme mit BDSM eigentlich wenig zu tun haben, wird immer wieder wiederholt … (aber) mit dem, was wirklich in den Clubs und Dungeons (1) abgeht, hat das sehr wenig zu tun.


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Trotz alledem bliebe natürlich die Frage: Wie viel Verantwortung haben Autorinnen, wenn es um das Thema physischer Gewalt in der erotischen Literatur geht? Und damit gar nicht erst Missverständnisse auftauchen: Eines der berühmtesten Werke der erotischen BDSM-Literatur stammt unzweifelhaft von einer Frau: Die „Histoire d’O“.

Ihre Antwort, bitte.

(1) Dungeons: Die „Spielplätze“, an denen BDSM aktiv praktiziert wird – meist von Menschen, die sich als „Bekenner“ ausweisen.