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Männer - Erotik zwischen knallhart und eiweich

Männliche Klischees in der Erotik: Dominant, herrisch, frauenverachtend

Wenn Männer mutig sind, sagt man wohl: Die haben Eier. Möglichst harte Eier, die Papageien nicht fressen. Fehlen ihnen die harten Eier, so sind sie Weicheier. Auch die Erotik, der sich Männer zuwenden, liegt zwischen knallhart und eiweich.

Wer die männliche Erotik verstehen will, sollte wissen, dass sich die Männer mit erotischen Fantasien ganz grob in drei Gruppen teilen lassen:

- Solche, die Frauen lieben, aber selten die Gelegenheit bekommen.
- Solche, die Frauen einfach als „vorhanden“ ansehen.
- Solche, die Frauen als Objekte zur Lusterfüllung betrachten.

Für welche dieser Gruppen wird Erotik produziert? In erster Linie wohl für die Männer, die Frauen im Prinzip lieben, die aber nicht so geliebt werden, wie sie es sich wünschen. Sie trauen sich auch nicht, von „anständigen“ Frauen mehr zu fordern. Wirkliche Lust erleben sie nur bei Huren und was ihnen gleichkommt – oder eben in der Fantasie.

Dann – selbstverständlich – für solche Männer, die Frauen als „Objekte der Begierde ansehen. Da es „sozial inkorrekt“ ist, etwas „Frauenverachtendes“ zu sagen, ist die harte Art der Erotik das, auf was sie abfahren. Dabei ist ihre Realität kaum anders als bei den Männern, die Frauen lieben.

Kaum an Erotik interessiert ist die Gruppe, die bekommt, was sie will und die jederzeit Frauen findet, die Vergnügen am Sex haben.

Was sagt uns das nun?

Männer und in Liebesromane „eingebettete“ Erotik

Vor alle, dass die meisten Männer nicht daran interessiert sind, „gewöhnliche Liebesgeschichten“ zu lesen. Wie sie unschwer feststellen können, ist „Liebesromantik“ für die meisten Männer kein Thema, und das auch dann nicht, wenn sie gelegentlich romantischen Ideen folgen. Aus genau diesem Grund ist es sinnlos, für Männer erotische Romane zu schreiben, in denen die Romanze im Mittelpunkt steht.

Weiche und harte Männererotik

Weiche Sinnlichkeit: Feminisierter Mann
Ja, aber was dann? Die „weichen“ Männer, die Frauen lieben, sehen sich mehrheitlich danach, die Lust intensiver zu erleben, häufiger „in einer Frau zu kommen“, sinnlich verführt zu werden und – nicht zuletzt – von lustvollen Mündern verwöhnt zu werden. In einem Satz: Sie erwarten von erotischem Schrifttum, dass die Frau lustvoll und begeistert Wünsche erfüllt.

Die „harten“ Männer, die sich Ihre Lust erfüllen lassen wollen, gieren hingegen nach „hartem Sex“, wollen Frauen mit allen Mitteln verführen, wünschen sich aktiven Analverkehr mit Frauen und sind bereit, Abenteuer einzugehen und „gewagte“ Rollenspiele anzuregen und durchzuführen. Mit einem Satz: Sie erwarten, dass sich die Frau widerspruchslos den männlichen Lüsten fügt.

Im Allgemeinen sagt man, dass Männer dabei nicht besonders wählerisch wären und ziemlich einseitig immer wieder die gleichen Handlungsabläufe sehen und lesen wollten.

Ist dies der Fall?

Männerfantasien sind nicht das, was Vorurteile aussagen

Kaum. Lediglich beim lustvollen Saugen sind die Männer auf der gleichen Seite wie die Vorurteile über sie, denn nahezu 88 Prozent der Männer fanatisieren über das, was in den Edel-Aufklärungswerken als „Fellatio“ bezeichnet wird und im Huremilieu als „einen Blasen“ genannt wird. Auf den nächsten Rängen aber werden durchaus literaturfähige Fantasien genannt. Dazu gehören etwa „Dreier“, Sex mit geheimnisvollen oder unbekannten Frauen oder gefahrvolle Begegnungen. Über die 50-Prozent-Hürde in den männlichen Wunschvorstellungen kommen immerhin 25 unterschiedlichste Fantasien, unter anderem auch die, zu dominieren oder dominiert zu werden.

Was ist mit den „heftigen“ Fantasien beim Mann?

Zunächst einmal: Es ist ein Irrtum, anzunehmen, Männer würden wesentlich mehr „Perversionen“ nachhängen als Frauen. Sexuelle „Abweichungen“ im Sinne des konservativen bürgerlichen (1) Selbstverständnisses sind bei Frauen und Männer zwar nicht gleich, aber immerhin ähnlich verteilt. So hängen wesentlich mehr Frauen als Männer bi- und homosexuellen Fantasien nach, während sexuelle Unterwerfungs- und Herrschaftswünsche sich zwischen Frau und Mann nahezu ausgleichen. Lediglich beim Thema „jemanden aktiv zu peitschen“ trauen sich Frauen nicht so recht an die Fantasie heran.

Was könnte dies für Sie als Autor(in) bedeuten?

Wenn Sie für Männer schreiben, sollten Sie alle feministischen, sozial korrekten oder andere moralisierenden oder ideologisierenden Aspekte der Sexualität außer Acht lassen. Lustvolle Männer suchen in der erotischen Literatur die Erfüllung ihrer Lüste. Selbstverständlich dürfen diese nicht „separat“ stehen, oder wie auf einer Perlenkette aneinandergereiht werden: Eine spannende, erregende Story muss schon dahinterstehen. Nur eben keine Romanze.

Betont „harte Männer“ sind – entgegen allen Annahmen – nicht von „knallharten Fantasien“ getrieben, die Macht und Gewalt beinhalten. Eine Frau zu dominieren, ist das „Härteste“, was sie sich mehrheitlich in ihrer Fantasie vorstellen können, während körperliche Gewalt in der Skala der Fantasien weit unter die Zweidrittelmarke fällt.

(1) gemeint das "bügerliche" Selbstverständnis des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, nach dem alles "pervers" war, was nicht zur Zeugung führte.
Hinweis: Die Zahlen liegen dem Autor vor. Sie sind das Ergebnis einer der wenigen seriösen Studien zum Thema.
Illustrationen, historisch, koloriert, oben Topfer zugeschrieben, unten unbekannt

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