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Argumente für weibliche Erotik-Autoren (2): Fantasien freilassen

Mal sind es Demutsfantasien ...

Noch Ende des 19. Jahrhunderts wurde angenommen, Frauen mit einem gut entwickelten sexuellen Verlangen seien „krank“ oder „schlecht erzogen“. (1) Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nahmen Mediziner und Psychologen an, die sexuelle Lust der Frauen sei wesentlich schwächer entwickelt als die der Männer. Und bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde angenommen, Frauen hätten so gut wie keine sexuellen Fantasien.

Zwar gab es immer wieder seriöse Befragungen, die in Statistiken mündete und dabei das Gegenteil bewiesen – doch sie wurden niemals ernst genommen. Bis heute gilt in manchen Kreisen: Frauen haben keine sexuellen Fantasien. Und falls doch, denn bewegten sie sich im Rahmen von ekstatischen Orgasmen während des einvernehmlichen Vaginalverkehrs.

Das alles ist ausgemachter Blödsinn. Der Mensch ist in der Lage, mithilfe seines Gehirns lustvolle Situationen zu produzieren, die ihn zugleich körperlich aufgeilen. Das ist bei Frauen nicht anders als bei Männern, denn die Gehirne sind in ihren Basisfunktionen nicht wirklich unterschiedlich, wie es einige vorlaute Autorinnen angeblicher „Sachbücher“ über das Gehirn behaupten.

Autorinnen sollten also alles tun, um zu sagen: Jawohl, Frauen haben erotische Fantasien – und eine Short Story, eine Novelle oder ein Roman sind gute Möglichkeiten, die auch auszudrücken.

... und mal Herrschaftsfantasien ...

Und was können Sie tun, um weibliche Fantasien darzustellen?

Autorinnen haben die Möglichkeit, Fantasien in inneren Dialogen oder tatsächlichen Dialogen unter Frauen unterzubringen. Ihre Heldin kann beim Betrachten des eigenen Körpers oder beim Masturbieren Fantasien entwickeln, während des Geschlechtsverkehrs mit einem Mann oder mit einer Frau, bei der zufälligen Betrachtung eines Liebespaars und in zahllosen anderen Situationen. Da ich über das Gehirn sprach: Menschen denken assoziativ, das heißt, die erotische Fantasie kann durchaus auch von einem völlig anderen Umstand ausgelöst werden als von sexuellen Versuchungen. Beispiele wären Düfte, Farben oder erotische anmutende Gegenstände. Wenn Sie Autorin sind, können Sie ihre eigenen Fantasien vollständig auf Ihre Heldin übertragen und sie dann in ihr weiterentwickeln. Alternativ können Sie auch eine fremde, beliebige Fantasie in ihre Heldin stecken und diese dort „bebrüten“. Denken Sie dabei bitte daran, dass Ihre Heldin Abenteuer bestehen kann, zu denen Sie selbst nicht bereit wären, denn die Fantasie soll, kann und darf über die Realität hinausgehen.


(1) Nach "Psychopathia Sexualis" - volkstümlich wurde das weibliche Sexualverlangen auch als "Mannstollheit" oder pseudowissenschaftlich als "Nymphomanie" bezeichnet.

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