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Sag, wie es ist – nicht, wie es eine naive Leserin gerne hätte

Die Regeln sind wirklich zu langweilig, nicht wahr?
Sie suchen eine ungewöhnliche Idee für eine erotische Geschichte? Ich habe einen Vorschlag für Sie, wenn Sie schon etwas Erfahrung mit erotischen Kurzgeschichten haben. Das gesamte Konzept befindet sich in den ersten drei Sätzen.

Ein Dreistufenkonzept für eine erregende erotische Geschichte

Der Grundgedanke: Es gibt Regeln

In der Sexualität gibt es bestimmte soziale Regeln, die schwer zu erlernen sind, weil sich ständig wandeln. Zudem ist es langweilig, sich ständig an die Regeln zu halten.

Interessanter ist, die Regeln zu durchbrechen

Sinnliche, abenteuerlustige Menschen überfällt bisweilen der Wunsch, die überkommenen Regeln zu durchbrechen. In der Fantasie ist dies leichter als im Lebensalltag, und den endgültigen Entschluss behindern auch noch innere Konflikte.

Die Regeln werden gebrochen – aber ohne eigene Verantwortung

Weil der aktive Regelbruch das „innere Gleichgewicht“ der abenteuerlustigen Person stören würde, beschließt sie, nicht für den Regelbruch verantwortlich zu sein, sondern den Partner oder die Partnerin dafür verantwortlich zu machen.

Ein kurzer Blick in die Beratungspraxis

Beraterinnen und Berater kennen Sätze, wie: „Ich wusste, dass es so etwas gibt, aber ich hätte nie gedacht, dass es mir passieren würde.“ Dahinter steht nahezu immer ein rauschhaftes erotisches Erlebnis, bei dem etwas „Verbotenes“ getan wurde: außerehelicher Sex, Analsex, gleichgeschlechtlicher Sex, SM-Erfahrungen und einfach eine spontane Liebesnacht.

Für eine erotisch motivierte Autorin bietet jedes dieser Themen vielfältige Variationsmöglichkeiten, die alle unter dem Motto zusammengefasst werden könnten:
Die Heldin hat den latenten Wunsch, die Regeln zu durchbrechen, traut sich aber nicht, dies von sich aus anzuregen.
Nun muss ein Mann her, der über eine sichere, konsequente Methode verfügt, die Reste des Widerstands zu brechen.

Soweit die „klassische“ Situation. Sie ist aber erweiterungsfähig: Jeder machtvolle und konsequente Mensch kann die sexuellen Schranken eines anderen niederwalzen, wenn dieser selbst den Traum hat, sich sexuell zu unterwerfen. Ein konsequenter Mann kann auf diese Art also Frauen und Männer „knacken“, und eine konsequente Frau kann sowohl Männer als auch Frauen vom Pfad der Tugend abbringen. Die Bandbreite ist dabei ungeheuer groß, je nachdem, wie glaubwürdig, bewusst oder ernsthaft die Partner dem Regelbruch zugestimmt haben – oder eben auch nicht. Dabei sollte deutlich werden, wann der „Punkt ohne Umkehr“ erreicht wahr, also jeder Punkt, in dem ihre Heldin oder ihr Held „alles einfach geschehen ließ“.

Szenen dieser Art werden umso realistischer, je ehrlicher und intensiver sie geschildert werden. Dabei sollte klar werden, worin der Widerstand bestand, wie er gebrochen wurde und welche Konsequenzen sich daraus ergaben.

Samtpfoten unerwünscht -die Realität lässt grüßen

Solche Szenen lassen sich nicht mit „Samtpfoten“ schreiben. Es gibt im Grund nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie bringen die Macht und Brutalität solcher Szenen zu Papier, oder sie verwenden die brutalste aller Schreibstile: Die distanzierte, sachbezogene, beinahe “kaltschnäuzige“ Schilderung, so als wären die Protagonisten nichts als Sexualobjekte.

Ursprünglich wollte ich diesem Text einige Beispiele beifügen. Doch dann habe ich mir überlegt, Sie allein zu lassen, um sich selbst eine Szene mit einem derartigen Regelbruch auszudenken.

Denken Sie dabei auch daran: Je strenger die Regeln, und je größer die Bindung ihres Helden an Religion, Moral, Ansehen, Ehe, Amt oder Stellung, umso intensiver wird der Regelbruch empfunden.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Lust bei der Entwicklung einer solchen Geschichte.

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Puff - und weg ist der Artikel, der hier stand. In einem neuen Blog, "Sinnlich Schreiben" bekommen Sie ihn zurück (siehe Link) aber noch viel mehr: - Ideen in Hülle und Fülle. - Themen, die Ihre Fantasie anregen. - Innovative Möglichkeiten, erotisch

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