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Vielversprechende erotische Themen (43): Dienstmädchen

Das Dienstmädchen ist – aus heutiger Sicht – ein Relikt der bürgerlichen Blütezeit. Damals gingen viele unverheiratete junge Frauen vom Lande in die Stadt, um dort „in Stellung“ zu gehen. Wer ernsthaft über die Dienstmägde jener Zeit schreiben will, tut gut daran, einige historische Quellen nachzulesen. Doch worin lag die Erotik, die den Dienstmädchen zugesprochen wurde? Das lässt sich in zehn Punkten zusammenfassen:

1. Nahezu alle Mädchen kamen vom Lande, waren naiv und nicht vertraut mit den städtischen Gegebenheiten.
2. So gut wie alle Dienstmädchen waren im medizinischen und psychischen Sinne Jungfrauen.
3. Dienstmädchen trugen Uniformen – diese haben insbesondere bei britischen Gentlemen eine unglaubliche erotische Wirkung.
4. In die Dienstverträge konnte theoretisch jede Pflicht hineingeschrieben werden – aber Rechte hatten die Dienstmägde so gut wie gar keine.
5. Die Drohung mit Entlassung oder schlechten Zeugnissen machte viele der Frauen zu willfährigen, von Angst getriebenen Objekten für sexuelle Handlungen des Dienstherrn oder anderer männlicher Personen im „großen Haus“.
6. Die Züchtigung gehörte zum „guten Recht“ der Herrschaft, konnte aber auch von höher gestellten Bediensteten ausgeführt werden. Einen konkreten Anlass benötigte man nicht, und auch das Strafmaß blieb der Herrschaft überlassen.
7. Es ist nicht verbürgt, aber sehr wahrscheinlich, dass die Dienstmägde auch genötigt wurden, gelegentlich Gästen „zu Diensten“ zu sein.
8. Nicht nur der Hausherr, auch die Dame des Hauses nutzten gelegentlich die Dienstmägde zu erotischen Dienstleistungen.
9. Die Gefahr, bei Entlassungen in die Prostitution abzugleiten, war außerordentlich groß. Sie hinderte die Dienstmägde auch daran, einfach „wegzulaufen“.
10. Niemand von ihnen hatte zuvor Zugang zu „schmutzigen“ Büchern – in der Bibliothek der Herrschaft und in Leihbibliotheken waren sie jedoch zu finden.

Die erotische Dienstmagd – Lustbringerin und Prügelfleisch
In der erotischen Literatur der Vergangenheit sind Dienstmägde so gut wie immer verführbare, meist zunächst störrische, später aber durchaus willfährige Objekte männlicher und weiblicher Lüste. Besonders ausgeprägt kommt dies in dem „klassischen“ erotischen Episodenroman „Die Wonnen der Rute“ zur Geltung, in der eine Gruppe von vornehmen Damen ihre Dienstmägde in schamverletzender Weise vorführt, um ihnen dann gehörig die Rute zu geben. Wenn ich hier „schamverletzend“ schreibe, so sollten Sie die Epoche beachten, in der Damen öffentlich noch Handschuhe trugen, um die Hände nicht nackt erscheinen zu lassen.

Vorschlag: Historisierend schreiben, ein wenig über die Epoche wissen

Es ist nicht nötig, jedes Detail der bürgerlichen (hier hauptsächlich der englischen, viktorianischen) Epoche zu kennen. Stellen Sie ich eine brodelnde, schlecht organisierte Großstadt mit Klassengesellschaft vor. Jeder macht hinten verschlossenen Türen seine eigenen Verträge und handelt nach Gutdünken. Das Dienstpersonal ist in jeder Hinsicht abhängig von der Herrschaft. Die vor dem gesamten Gesinde vollzogene „offizielle“ Züchtigung ist ebenso populär und legal wie die „private“ Züchtigung auf den nackten Leib. „Ausgang“ ist im brodelnden Moloch der Stadt höchst gefährlich – Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Also bleibt man unter sich – trifft sich bestenfalls mit Dienstmägden der unmittelbaren Umgebung. Falls Sie darüber schreiben, bauen Sie am besten eine naive Heldin auf, die nach und nach durch Schläue einerseits und Nachgiebigkeit andererseits das Vertrauen der Herrschaft gewinnt – und die dadurch gewonnen Macht auch ausspielen kann. Besonders interessant sind dabei Dreiecksverhältnisse: Sowohl die Hausherrin wie auch der Hausherr verlangen und erhalten erotische Dienste. Solange keine unvorhergesehenen Ereignisse „dazwischenkommen“ wächst die Macht der Dienstmagd mit jedem Tag.

Übrigens sind auch Dienerinnen oder Zofen der Damen ein ähnlich interessantes Thema.

Moderne Dienstmädchen und andere Bedienstete

In der heutigen Zeit und der heutigen Welt ist eine entsprechende Konstellation nicht nur schwer vorstellbar, sondern sie ist auch ein krimineller Akt. Dennoch sind die erotischen Komponenten (Uniform, Abhängigkeit, Schamverletzung und sinnliche Schläge) nicht einfach fortgelaufen – sie halten sich nur in den Büschen der Fantasie versteckt. So sind Zofen, Küchenhilfen, Dienerinnen und Sklavinnen immer noch Gegenstand männlicher Fantasien. Parallel dazu haben sich weibliche Fantasien ähnlicher Art entwickelt, sowohl aktiv wie auch passiv. In der Regel – und hier liegt nun die Chance moderner Autorinnen – werden diese in Rollenspielen verwirklicht, die recht umfassend sein können. Sobald weibliche Erotik betroffen ist, wird das „Zofenthema“ immer populärer: Die erfolgreichere und mächtigere Frau hält sich ein armes, aber williges „Kätzchen“, mit dem sie nach Gutsherrinnenart verfährt.

Wir geben Ihnen heute keine Empfehlungen zur Popularität des des Themas. Sie sollten es aber nur dann aufgreifen, wenn Sie sensibel genug sind, um die Nuancen derartiger Beziehungen zu erkennen und zu beschreiben.

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