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Basiswissen über die Peitsche – für Autorinnen

Historische Zeichnung: Dame mit Peitsche

Wer über „SM“ schreibt oder jedenfalls über Paare, die im Repertoire ihrer Rollenspiele Elemente der körperlichen Züchtigung (Codewort: „Disziplin“) eingebaut haben, sollte die wesentlichen Züchtigungsinstrumente und ihre Wirkung kennen. Im Wesentlichen sind dies:

Die 10 üblichsten Züchtigungsinstrumente

1. Der Klassiker: die nackte Hand auf dem ebenfalls nackten Po. Fragt sich, wessen Schmerz größer ist. Zugleich die sinnlichste Art der erotischen Strafe.
2. Unterschiedliche, eigens für die erotische Züchtigung hergestellte Peitschen. Diese sind in erster Linie dazu geeignet, die Lust zu steigern.
3. Spezielle, stark schmerzende Peitschen für extreme SM-Adepten aus ungewöhnlichen Materialien.
4. Historische, ehemals für Seeleute und Zuchthäusler vorgesehen Peitschen.
5. Für die Disziplinierung von Tieren mit dichtem Fell vorgesehen Peitschen mit starker Durchschlagwirkung.
6. Für Schulen, Internate, Besserungsanstalten und die häusliche Züchtigung vorgesehene Rohrstöcke, aber auch Lineale.
7. Die allgegenwärtige Rute, die dem Rohstock vorausging und im Wesentlichen als Element der häuslichen Züchtigung galt (auch der Domestiken).
8. Der lederne Hosengürtel - namentlich das Züchtigungsmittel, das Männer in der häuslichen Züchtigung verwendeten.
9. Der Ausklopfer – das beliebte Züchtigungsmittel der Hausfrau.
10. Allerlei Haushalts- und Küchengeräte, z. B. Kochlöffel und Haarbürsten.

Die Peitsche – weitgehend unbekannt in Aussehen und Wirkung

Das Problem bei der Beschreibung der „strengen“ oder auch „erotischen“ Züchtigungen besteht darin, dass ihre Wirkungen und Auswirkungen heute so gut wie unbekannt sind. Das beginnt schon bei der Peitsche. Die meisten Menschen kennen nur Reitpeitschen, die einen langen Schaft und ebenso lange Riemen haben. Dabei ist bezeichnend für die meisten Menschen, dass sie weder um die Schlagkraft noch um den Schmerz wissen, die eine Peitsche auslösen, kann. Daher kommen dann so skurrile Textstellen wie die bekannte Stelle aus den „50 Shades of Grey“. Ähnliches gilt für Schläge mit Rohstöcken.

Jede Peitsche wirkt anders

Zunächst ein Hinweis: Jede Peitsche erzeugt andere Geräusche und verursacht unterschiedliche Schmerzen. Zudem kommt es sehr darauf an, wie die jeweilige Peitsche geführt wird.

Beginnen wir deshalb mit einer der üblichen Peitschen: An einem stabilen Griff, dem Peitschestil, ist ein Riemen befestigt. Der Riemen erreicht bei entsprechend konsequenter Handhabung eine enorm hohe Geschwindigkeit, die an der Spitze am Ende die doppelte Schallgeschwindigkeit erreichen kann.

Fünf Fakten über "harte" Peitschenhiebe

Die Peitsche erzeugt also in jedem Fall deutlich wahrnehmbare Geräusche. Hinzu kommen bei den üblichen bekannten Peitschen erhebliche, als „schneidend“ empfundene Schmerzen. Nicht selten wird die Haut dabei verletzt. Dies sollte jeder wissen, der leichtfertig über Peitschenhiebe schreibt. So viel sollte man als Autor(in) wissen:

1. Beim Schlagen (auch ohne „Treffer“) entsteht ein „Zischen“. Es ist deutlich hörbar, weil die Peitschenschnur gegen den Luftwiderstand mit hoher Geschwindigkeit geführt wird.
2. Manchmal (vor allem bei Luftschlägen) entsteht ein lauter Knall. Nach neuesten Computersimulationen entsteht er aus einer Schlaufe, die hinter dem Peitschengriff erzeugt wird und sich dann bis zur Spitze fortsetzt, wo sie die Schallmauer durchbricht.
3. Ansonsten entsteht das Schlaggeräusch erst dann, wenn die Peitsche auf einen Körper oder Gegenstand auftrifft. Dieser muss nun die gesamte Bewegungsenergie aufnehmen. Dabei werden die besonders viele der empfindlichen Nerven aktiviert, die den Schmerzimpuls ans Gehirn weiterleiten. Das Gehirn meldet dann den Schmerz an der Stelle, an der die Nerven getroffenen wurden.
4. Da der Schmerz zeitversetzt gegenüber dem Knall beim Auftreffen auf die Haut wahrgenommen wird, zuckt der Körper nach Art des pawlowschen Effekts auch dann zusammen, wenn die Peitsche in die Luft geschlagen wird.
5. Das Schlagen mit „scharfen“ Peitschen auf die nackte Haut ist wesentlich gefährlicher als allgemein angenommen wird. Tatsächlich wurden Peitschen in Europa und Nordamerika nur bei buchstäblichen „Rossnaturen“ sowie Seeleuten, Zuchthäuslern und leider auch Sklaven angewendet.

Autorinnen und Autoren kann nur empfohlen werden, auf Tier- und Seemannspeitschen in ihren Schilderungen zu verzichten, da sie die Wirkung nicht ermessen können.

Wichtige Hinweise für Autorinnen und Autoren


Welche Möglichkeiten haben Sie sonst noch, um erotische Züchtigungsszenen zu beschreiben? Wir bei „Sinnlich Schreiben“ glauben, dafür Lösungen gefunden zu haben:

1. Beschreiben Sie das Züchtigungsinstrument genau, zum Beispiel, indem sie es spielerisch durch die Hand ihrer Heldin gleiten lassen und dabei dem Leser ein Bild davon vermittelt.
2. Lassen Sie die schlagende Heldin zuerst auf den eignen Unterarm, den Schenkel oder auch auf einen Gegenstand schlagen, um die Wirkung zu demonstrieren.
3. Beginnen Sie bei einer zu schlagenden Heldin zuerst mit Berührungen durch das Instrument.
4. Gehen Sie nach der Schichtenmethode vor: Erst auf den Rock/die Hose, dann auf die Unterhose und erst danach „auf den Blanken“ schlagen lassen. Das eröffnet ihnen eiern völlig andere Dimension Ihrer Erzählung.
5. Schildern Sie die Reaktionen minutiös, zum Beispiel, in dem sie die Wellen des Schmerzes beschreiben. Auch das Warten auf den nächsten Schlag ist eine emotional aufgeladene und beschreibbare Situation.

Den wichtigsten Tipp haben wir schon mehrfach gegeben: Isolieren Sie die Schläge nicht von der übrigen Handlung. Es gibt ein „Davor“ und ein „Danach“, und für beide Perioden sollten Sie sich bei Ihren Schilderungen Zeit nehmen.

Wenn Sie über „Lust und Schmerz“ schreiben, vergessen Sie nicht die beiden Komponenten auch gefühlsmäßig zusammenzuführen. Es ist für den „Normalbürger“ ohnehin schwer verständlich, warum sich eine Person freiwillig der Züchtigung unterwirft. Noch unverständlich erscheint es den meisten Menschen, warum damit Lustgefühle (erotische Erregung) verbunden sein könnte.

Empfohlen und Kultbuch zugleich:Lob der Peitsche, München 2001

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