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Das erotische Date – Wahrheit oder Fantasie?

Unsicherer Ausgang zwischen Wollust und Gefahr: das Date

Dieser Artikel erschien zuvor etwas gekürzt unter dem Titel "Das erotische Date – Wahrheit oder Dichtung?"

Das erotische Date kommt in den meisten Sammlungen erotischer Kurzgeschichten nicht vor. Ob die „üblichen“ Verdächtigen das Thema verschlafen haben oder ob es ihnen möglicherweise peinlich ist? Ich weiß es nicht. Doch was ich Ihnen mit Sicherheit sagen kann: Dieses Thema ist einfach zu behandeln, denn „die zweite Person“ im Spiel eines ersten Dates, auch „Blind Date“ genannt, ist Ihnen als Autor(in) ebenso fremd wie Ihren Leserinnen und Lesern. Sie können sich also voll und ganz auf das Wichtigste konzentrieren:

Stellen Sie Ihre Gefühle in den Vordergrund und zeigen Sie das Geschehen in dem erotischen Licht, das Sie selbst bevorzugen.


Ich fühle mich in diesem Moment genötigt, Ihnen ein Geheimnis anzuvertrauen, das ich aus meiner langjähriger Beratungspraxis im Umfeld der amourösen „Begegnungen“ gewonnen habe:

Versuchen Sie gar nicht erst, Ihre „wahre Geschichte“ zu schreiben. In der Realität sind viele der sogenannten „Blind Dates“ ziemlich langweilig.


Der Schlüssel: Etwas Erotisches erleben mit einem völlig Fremden

Sehen Sie, nahezu jede Frau setzt beim "Blind Date" auf Sicherheit und versucht, sich trotz der Erregung, die von der Situation ausgeht, „cool“ zu geben. Doch ist dies wirklich interessant? Haben wir nicht gehört, Blind Dates würden prickelnde Elemente der Gefahr beinhalten? Und wissen wir nicht aus Erzählungen, wie erregend diese Gefahren sein können – jedenfalls, wenn wir sie nicht selber erlebt haben? Bei den erotischen Träumen der Frauen steht „Sex mit einem (völlig) Fremden“ an der Spitze - und genau dort sollten Sie ansetzten, wenn Sie ihre Geschichte schreiben.

Zu erotischen Geschichten bei Blind Dates verrate ich Ihnen noch etwas „Geheimwissen“.

Der Moment ohne Rückkehr

In jedem Date, ob es als erotisches Date geplant war oder nicht, gibt es einen „Punkt der Entscheidung“. Dieser Punkt kann geheim angedacht oder offen ausgesprochen werden und sein Tenor ist „wie geht es weiter“. Das ist genau der Punkt, an dem die Spannung entsteht. Denn gleichgültig, wofür was sich Ihre Heldin (oder ihr Held) sich über den Verlauf der kommenden Nacht entscheidet: Es beinhaltet ein gewisses Risiko. Sie könnten dies als eine „Sackgasse ohne Wendemöglichkeit“ darstellen. Folgt Ihre Heldin dem Fremden, so liefert sie sich ihm aus. Möglicherweise ist es noch prickelnder, wenn sich ein Mann in die Wohnung einer Frau begibt. Üblicherweise fühlt ers sich sicher, nun seinen Honig zu bekommen. Doch bisweilen zeigt sich: Auch Frauen haben ihre geheimen Wünsche, die sie erst dann offenbaren, wenn der Mann in die Falle gegangen ist. Über ein erotisches Date ganz ohne Intimhandlungen zu schreiben, ist beinahe unmöglich – aber es muss nicht immer ein „komplett vollzogener“ Geschlechtsakt sein.

Realität als Aufhänger, dann in die Fantasie abtauchen

Die Geschichten, die Sie schreiben, können in Ansätzen durchaus der Realität entnommen sein – aber sie sollten dann darüber hinaus wachsen. Vor der intimen erotischen Begegnung, vor dem ekstatischen Sex oder dem raffinierten Rollenspiel sollte ein innerer Zwiespalt zwischen Wollust und Furcht aufgebaut werden, der durch Dialoge noch weiter aufbereitet werden kann.

Mit der Gefahr spielen

Sie könnten den Übergang vom sicheren Hafen in die wogende See durchaus plausibel gestalten. Typisch wäre eine gemeinsame Autofahrt zu einem abgelegenen Liebesnest oder eine plötzliche Änderung im Verhalten des Partners, eine andere, raue und unverschämte Wortwahl oder eine plötzliche Verhärtung des Gesichtsausdrucks.

Ich verlasse Sie jetzt in Ihrem Bemühen, eine erotische Geschichte über ein „Date“ zu schreiben. Wenn Sie der Meinung sind, dass ihre Geschichte wirklich sinnlich ist, dann geben sie mir diese einfach, um sie zu lesen.