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Vielversprechende erotische Themen (2) - Entführungen

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Erotische Entführungen sind deshalb so erregend, weil der/die Entführte zwar weiß, dass Lust das Ziel ist, aber nicht, wie, wann, wo und in welcher Weise diese Lust vollzogen wird. Sie können dabei das gesamte Repertoire an Spannungselementen nutzen, das Sie erlernt haben, denn bis zum Zeil der Entführung schwankt die entführte Heldin (oder der Held) zwischen Furcht und Wunscherfüllung.

Themenvarianten: Entführungen an geheimnisvolle Orte, Entführungen durch Paare, Entführungen, deren endgültige Absicht unklar ist. Das Thema kann mit Dominierung, Triolen und Bisexualität gekoppelt werden.

Interessierte Frauen: zwischen 64 und 81 Prozent, je nach Ausgang (1).
Interessierte Männer: zwischen 72 und 82 Prozent, relativ unabhängig vom Ausgang (1).

Einschätzung:

Schreib-Erfahrung:
Das Thema ist für Anfängerinnen geeignet. Es lebt von der Spannung.
Form:
Überwiegend als Kurzgeschichte oder Episode.
Recherche, Kenntnisse:
Mischung aus Recherche und Fantasie.
Erotische Wahrnehmung:
Zumeist heftig.

(1) Nach Erhebungen der „Université du Québec à Montréal an vergleichbaren Themen“


Ich spürte, wie sie mich spürte … wie Sie eleganter formulieren können

Fühlen und Spüren -wenn die Sinne eingeschränkt wurden ...

Wir alle haben vermutlich gelernt, dass wir nicht ständig "tun" und "machen" schreiben sollen. Beim "Fühlen" haben wir offenbar nicht aufgepasst. Und so ist es gekommen, wie es kommen musste: die erotische Literatur ist voll von Heldinnen und Helden, die etwas "fühlen" oder "spüren", statt es mit allen Sinnen wahrzunehmen. Ich schrieb diesen Artikel schon vor einiger Zeit anhand eines negativen Beispiels. Ich habe ihn hier ergänzt, sodass Sie beim Schreiben nicht mehr fühlen müssen, wie jemand Sie befühlt und spüren, wie Sie jemand spürt.


Heute möchte ich Sie auf das kleine Wort „spüren“ aufmerksam machen. Es bezeichnet die Fähigkeit vieler Lebewesen, aufgrund ihrer Nervenenden etwas wahrzunehmen, was für sie im Moment nicht auf andere Weise erkennbar ist. Es ist verwandt mit dem Wort „fühlen“ und wird ähnlich benutzt.

In einem anderen Zusammenhang wird das Wort auch im Sinne von „aufspüren“ benutzt. Empfindungen der Psyche kann man nicht sofort „spüren“, sondern es ist nötig, ihrer Spur zufolgen, sie also zu erspüren oder ihrer Spur nachzugehen. Schiller hat es in der Glocke auf den Punkt gebracht:

Das ists ja, was den menschen zieret,
und dazu ward ihm der verstand,
dasz er im innern herzen spüret,
was er erschafft mit seiner hand.

(Rechtschreibung wie im "Grimm" zitiert)

Spürt jemand etwas körperlich, so ist anzunehmen, dass er dies nicht erwartet hat – sonst würde er nicht behaupten, es zu spüren. Erotik-Autorinnen und Autoren begehen häufiger als andere den Fehler, alles, was sich fühlen lässt, mit „fühlen“ einzuleiten, und alles, was sich spüren lässt, mit „spüren“. Doch „spüren“ sollte auf die Momente reduziert werden, in denen keine andere Wahrnehmung möglich ist.

Ich gebe Ihnen ein Beispiel, das gleich mehrere unsinnige Formulierungen enthält:

Ihre Hand wanderte an den Knöpfen meines Oberhemds herunter herunter und öffneten mir die Hose. Ich spürte ihre Hand, die meinen Penis mit feuchten Händen umfasste.


Wie immer in meinen Beispielen habe ich das Original-Zitat, das tatsächlich so geschrieben wurde, leicht abgewandelt.

Der Autor führt sich selbst in die Irre, indem er die Hand von der Person abkoppelt, die dann irgendwelche „Dinge tut“. Denken Sie bitte stets daran: Eine Hand wandert nicht von selbst. Zwar kann man das Stilmittel „selbstständiger Körperteile“ gelegentlich einsetzen, hier wirkt es aber völlig deplatziert. Nachdem der Autor einen falschen Ansatz verfolgt, ist muss er zwangsläufig weitere Fehler machen: Eine wandernde Hand öffnet keine Hose. Dazu sind Finger nötig, und eine Hose zu öffnen, ist ein vergleichsweise komplizierter, sehr intimer Prozess, den der Autor in seiner Ausdrucksweise nicht nicht einmal im Ansatz bildhaft beschreiben kann. Hier ist alles „Hose wie Dose“. Auch ein drittes Mal greift der Autor daneben, diesmal etwas peinlicher. Weil er sich zu lange an der „selbst bewegten“ Hand festgehalten hat, fällt ihm gar nicht, auf dass plötzlich beide Hände am Penis liegen, nachdem er „ihre Hand spürte“. Was hatte er eigentlich vorher wahrgenommen?

Ich habe im Internet einige Textstellen gesammelt, ihren Ursprung unkenntlich gemacht und präsentiere Ihnen hier die Stilblüten:

Ich spürte …
… ihre Zunge.
… Ihren Schweiß.
… ihren Atem.
… ihren Körper.
… sie an meinem Körper.
… ihre Brust an meinem Körper.
… ihr Herz schlagen.
… ihr Blut pochen.
… ihre Lusthöhle.
… ihre nackte Haut.
… ihre spitzen Fingernägel.

Jedes dieser Zitate ist einer Textstellen entnommen, in der sich die Person mit dem Erzähler in direktem Kontakt befand. Er war also nicht auf das passive „Erfühlen“ angewiesen. Sie hätte ihre Zunge zwischen seine Lippen zwängen können. Ihr Schweiß hätte Perlen bilden können, ihr Atem hätte seine Haut streifen können … bis hin zu den spitzen Fingernägeln, die sie schmerzhaft in seine Haut drückt.

Also: Setzen Sie das körperliche „Spüren“ nur dann ein, wenn der Umstand, etwas zu „spüren“, Ihren Helden überrascht.

Ganz anders verhält es sich mit dem emotionalen Spüren. Damit ist ein eher „unbestimmtes“ Gefühl gemeint, das nach einer Beschreibung verlangt, etwa, wenn die Heldin plötzlich Angst verspürt, sei seine Verachtung verspürt oder wenn sich ein Gefühl der Liebe oder der Lust, das lange verschüttet war, wieder bemerkbar macht.

Also:

… ihre Zunge umspielte …
… Ihr Schweiß bildete Perlen, die bald zu kleinen Bächen verschmolzen …
… ihr Atem kam heiß und stoßweise …
… ihr Körper wand sich unter mir …
… Ihr halb nackter Körper rieb sich an meinem neuen Anzug …
… Sie presste ihre Brust an meinen Körper …
… ihr Herz schlug wild, hart und hörbar …
… Ihr Blut pochte so wild in den Adern, das sich es hören konnte.
… sie drängte ihre Lusthöhle gegen meinen Penis.
… Ihre nackte Haut roch wild und fordernd.
… ihre spitzen Fingernägel gruben sich in meinen Nacken.

Aber:

Sie hatte mir die Augen verbunden und die Hände am Bettpfosten gefesselt. Dann war sie fortgegangen. Ich wusste nicht wohin, ja nicht einmal, ob sie zurückkommen würde. Ich spürte jeden Windhauch und …


Sehen Sie: Wenn einzelne Sinne ausgeschaltet sind, konzentrieren wir uns auf das „Erspüren“. Dann ist es richtig, von „spüren“ zu schreiben. Aber bitte nicht das, was man hören, sehen und schmecken kann. Ihre Leserinnen und Leser würden nämlich gerne mithören, mitsehen und mitschmecken.