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Fragment der Lust ZWEI – der Jüngling und die Töpferin

Ein schüchterner Jüngling wird nackt verführt

Die „Lustfetzen“ sind eine neu Kategorie bei "Sinnlich Schreiben". Es sind kleine Gesprächsfetzen und Splitter aus Kurzgeschichten, die du beliebig verwenden kannst, wenn du auf die Quelle „gefunden bei SinnlichSchreiben“ verweist. Die Situation: Henner ist total in die schöne Künstlerin Rebecca verknallt. Sie amüsiert sich weil er wirklich verliebt ist. Sie lädt ihn zu einer Ausfahrt mit dem Fahrrad ein. Es ist heiß, und beide springen nackt in den See, nachdem Rebekka ihren Freund provoziert hat. Nun liegen sie nebeneinander auf der Wiese, immer noch nackt. Das Besondere an der Geschichte ist die Umkehrung: Der Mann ist völlig jungfräulich, und er schämt sich, nackt zu sein.

Da liegen wir nun beide. Einsame Wiese, sanfter Wind. Nackt. Nebeneinander. In Liebesfilmen werden die Leute immer ganz verrückt, wenn sie sich zum ersten Mal nackt sehen. Ich schäme mich. Untypisch für einen jungen Mann, sicher. Ich liege nur da. Sie wird mich vielleicht verführen wollen. Ich ahne es. Ich will es. Nein, ich will es eigentlich nicht. Sie wird bald merken, dass ich noch keine Frau hatte. Niemals.

Ich warte, traue mich nicht, etwas zu tun. Liege einfach so da. Rebekka spricht im Plauderton mit mir, fragt, ob ich mag, wenn der Wind meinen Körper umspielt. Ich weiche aus. Schließlich hebt sie den Kopf.

„Wenn wir schon hier liegen, können wir es auch machen.“

„Was machen?“

„Was du die ganze Zeit denkst.“

Ich erschrecke. Nun hat sie es gesagt. Wahrscheinlich wird gleich etwas passieren. Ich wehre ab.

„Ich bin nicht mal geil, sieh doch …“ Ich deute auf meinen Penis. Er ist nicht gerade eingeschrumpelt ist, aber auch nicht richtig steif.

Rebekka lacht, „Kann ich ändern, wenn du willst.“

Ich bin verwirrt. Männer haben einen Steifen. Und wenn sie einen haben, dann machen sie Frauen an. Nicht umgekehrt.
„Du sagst gar nichts mehr?“

Ich fasse mir ein Herz.

„Heißt das, dass du es willst?“

„Ja, warum nicht? Es ist schön, wenn man es tut.“

„Das heißt, du tust es - … öfter mal?“

Sie sagte nichts, sondern legte ihre flache Hand auf meinen Penis.„Vertrau einer Expertin“, sagt sie lachend, „er eignet sich prima. Und ich gehe auch ganz zärtlich mit ihm um. Versprochen.“

Ihre erste, sanfte Berührung reicht, um meinen Penis zum Zucken zu bringen.

„Sieh mal, er wird richtig wild auf mich, hab es doch gewusst.“

Ich hatte beobachtet, wie sie an der Töpferscheibe arbeitete. Sie konnte mit Ton umgehen, ihn streicheln und in Form bringen. Sie würde nicht lange brauchen, um das Gleiche mit meinem Penis zu tun. Ich beschließe, ihn ihr zu überlassen, zu guten Händen.


Von hier aus kannst du die Geschichte weiterentwickeln. Ich habe die typischen Sätze verwendet, die wir hier propagieren. Kurz, nicht zu emotional.

Erotik-Geschichten für absolute Anfänger: Was machen die da?

Erotik-Geschichten schreiben - für absolute Anfänger, Teil ZWEI

2. Teil: Was machen die denn da?

Nichts in der Erotik ist so langweilig wie eine Vagina, in der sich ein Penis befindet. Dabei ist völlig gleich, ob er sich heftig und wild bewegt oder genießerisch immer wieder seinen Weg hinein- und herausfindet. Klar, die Beschauer von Videos sehen sich das eine Weile mit an, sind wohl auch fasziniert, und denken dann: „Na ja, und … das gibt doch nicht viel her, oder?“

Ihr habt absolut recht. Der Geschlechtsakt als solcher ist langweilig.

Wesentlich interessanter ist, wie es dazu kam. Ihr könnt zehn und mehr Seiten darüber schreiben, wie sich eure Heldin gesträubt hat, überhaupt ein sexuelles Erlebnis mit DIESEM Mann zu haben. Wie sie sich dann gegen ihre Gefühle gewehrt hat, zuerst gegen die Verliebtheit. Und als diese mit Blitz und Donner durchbrach, gegen die Geilheit, den Wunsch ihm zu sagen, dass er sie doch bitte endlich verführen möge. Die Unfähigkeit, dies in Worte zu fassen. Und als er es endlich versucht? Da bekommt sie Angst, flieht aus dem Hotelbett, viel zu leicht bekleidet für die Nacht im Vergnügungsviertel der Großstadt.

Ähnliche Beispiele kannst du in vielen Romanen lesen. All diese Szenerien spielen damit, dass ETWAS passiert, aber nicht das, was du am Anfang denkst. Das ist völlig in Ordnung. Nicht nur, weil die Methode Spannung und Verzögerungen oder gar einen Glückswandel in die Geschichte bringt, sondern auch, weil es sich viel auf diese Weise viel besser erzählen lässt.

Wenn du das beherzigst, kommst du gar nicht erst in Verlegenheit, nur zu beschreiben, wie der Penis in die Vagina kommt. Selbst in einer sehr einfachen Szene kannst du alles sinnlich beschreiben, was deine Helden tun und was sie dabei empfinden.

Einfachste Formen: Hineingehen, Ausziehen, Vögeln

Nehmen wir mal so eine Situation: Sie betreten einen Raum, sie ziehen sich (einander) aus, sie vögeln.

Stell dir einfach mal die Frage, was das für ein Zimmer sein kann. Ist es ein Hotelzimmer oder ein Heuschober? Das elterliche Schlafzimmer (während diese in Urlaub sind) oder der Nebenraum einer Gaststätte, in dem sie niemanden vermuten? Wie sieht dieser Raum aus? Lädt er zur Liebe ein? Wonach riecht er? Gibt es ein Bett oder muss der nackte Dielenboden herhalten?

Was stellst du dir vor, wie sich ein Liebespaar auszieht? Zieht er sie aus? Sie ihn? Beide einander? Beide getrennt, er im Schlafzimmer, sie im Badezimmer? Ziehen sie sich überhaupt ganz aus? Was sehen sie voneinander, während sie sich ausziehen? Schämen sie sich dabei? Sprechen sie miteinander?

Die meisten Paare vögeln nicht sofort, wenn sie sich soweit ausgezogen haben, dass es möglich ist. Sie berühren einander, sie streichlen Brüste und Genitalien, sie Küssen einander, und dies wahrscheinlich nicht nur auf den Mund. Manchmal vöglen sie gar nicht, sondern lassen es bei Berührungen, die ihnen den Atem verschlagen.

Rat für sehr junge Autorinnen

Falls du sehr jung (unter 25) sein solltest, wenn du zu schreiben beginnst, noch ein Tipp: Schreib über eines deiner „ersten Male“ aber NICHT über „das erste Mal“. Schreib einfach über „das erste Mal mit einem neuen Partner“ und hübsche die Situation ein bisschen auf, sodass sie am Ende als romantisch gelesen werden kann. Geh dabei immer einen Schritt über deine eigenen Erfahrungen hinaus. Denn der Schritt, den du gerne getan hättest, und den du nun deine Heldin machen lässt, ist der Schlüssel zum Interesse deiner Leserinnen. Gehe ruhig davon aus, dass sie mit ihren Lovern gerne noch ein bisschen weitergegangen wären, wenn der Mut ausgereicht hätte.

Solltest DU, liebe Leserin, erst in späteren Jahren erotisch schreiben wollen, empfehle ich, die Fantasie noch wesentlich weiter schweifen zu lassen – aber dabei immer im Auge zu behalten: Deine Leserin muss davon träumen, es selber zu tun.

Sinnliche Woche – für euch unterwegs in der Welt der Erotik

Über die Liebe ist genug geschrieben worden – außer über die Wahrheit, die der Liebe innewohnt. Weil wir jedes Mal, wenn wir von der Liebe sprechen, eigentlich schon wieder über die Liebe sprechen. Und das kann ich euch hier und anderwärts verraten: Die Liebe hat gar nicht gerne, wenn man über sie spricht.

Am ehrlichsten ist sicherlich, die Liebe zu erfinden und dazu zu stehen, dass man es tut. Schriftsteller sind Leute, die Luftschlösser erfinden, damit ihre Leser(innen) daran wohnen können. Das kann lustvoll oder furchterregend sein oder sogar das Eine wie das Andere.

Wer die Liebe erfindet, muss sie nicht durchleben. Wer nicht homosexuell, lesbisch oder bisexuell ist, kann dennoch die gleichgeschlechtliche Liebe beschreiben. Auch hautnah. Auch mit Transsexuellen. Dabei geht es nicht um die Wahrheit, die auf der Ebene rein erotischer Geschichten völlig unerheblich ist. Es geht darum, ob sich deine Leserin erregt fühlt, wenn sie die Geschichte liest. Je häufiger sie dein Buch verwirrt zur Seite legt, um es dann wieder aufzunehmen und neugierig den Fortgang der Geschichte zu verfolgen, umso besser.

Sine Schriftstellerinnen Meister des Wortes, aber Sklavinnen ihrer Gefühle? Wenn das so sein sollte, haben sie das Credo von „Sinnlich Schreiben“ nicht begriffen: Lass dich von deiner Heldin führen. Deine Gefühle? Die lässt du doch gar nicht zu! Aber deine Heldin, die kann jedes Gefühl haben, das du in ihr zulässt. Das ist der kleine Unterschied. Und wenn du glaubst, du wärest eine Schreibhure, weil du von Sexgeschichten lebst: Lass deine Heldin einmal Geld annehmen. Das hilft.

Ein neues Thema – Sex mit Robotern. So neu ist es nicht. Es regt die Menschen an, so wie Sex mit Transvestiten oder mit Zombies.

Wir kümmern uns um euch, Schreib-Anfängerinnen. Wir haben Isidora, und sie kann nicht nur hübsche Einführungen in die Kunst des erotischen Schreibens geben, sondern auch Text-Schnipsel verfassen. Die kommen in eine neue Kategorie bei uns, „Lustfetzen“ genannt. Vielleicht habt ihr auch Lust, mal bei „Männerwünschen“ zu naschen. Auch die zehn Lieblingsthemen der Männer haben Charme für Autorinnen.

Auch hübsch: Inas Artikel in der Liebepur. Wie fühlt es sich an, wenn deine Heldin sich selbst streichelt? Oder ihr Lover, den sie erst darum bitten muss, zärtlich die gleiche Stelle zu berühren? Und der’s doch nicht so recht kann? Oder eine erregende exotische Frau, die nicht lange fragt? Warum eigentlich nicht alles von allen nehmen, was zu haben ist? Nein, nicht DU - deine Heldin.

Schreibt! Schreibt! Schreibt! Lasst euch nicht beirren. Und sagt uns doch bitte, wenn ihr über etwas geschrieben habt, was ihr hier entdeckt habt.

Fragment der Lust EINS – Hotelbesuch

Die „Lustfetzen“ sind eine neu Kategorie bei "Sinnlich Schreiben". Es sind kleine Gesprächsfetzen und Splitter aus Kurzgeschichten, die du beliebig verwenden kannst, wenn du auf die Quelle „gefunden bei SinnlichSchreiben“ verweist. Heute geht die Studentin Clarissa zu Fuß im Austrag eines Escort—Dienstes zu ihrem Klienten ins Hotel. Sie gerät in einen Regenschauer und geht direkt mit dem Zweitschlüssel in sein Hotelzimmer.

„Oh, ich sehe, du bist ziemlich feucht geworden.“

Ein Anflug von Röte. Es hatte geregnet. „Ich habe meinen Regenschirm vergessen.“

Ein dünnes Lächeln. Er geht auf mich zu, gibt mir höflich die Hand, fasst dann mit der anderen unter mein Kleid.

„Kein Höschen? “fragt er kühl.

„Nein, ich dachte es wäre besser so. Keine Umstände.“

„Ich habe Zeit.“

„Die können wir doch auch anders nutzen.“

„Mit Reden?“ Er grinst frivol.

„Nein, mit Lust. Du wolltest mich, weil du Lust auf mich hast, oder?“

Seine Hände hat er mittlerweile bis zur Hüfte hochgezogen. Betrachtet im Spiegel genüsslich meine Schamlippen.

Wie selbstverständlich fasste er dazwischen. „Wirklich ziemlich feucht. Nicht vom Regen“ sagte er leise.

Er überlegt einen Moment.

„Warum bist du schon jetzt geil?“

„Meine Natur.“

Er kneift die Augen zusammen. Zweifelt an, was ich sage.

„Na schön. Wohlerzogene junge Damen ziehen ihr Kleider aus, wenn sie in den Regen gekommen sind.“

Ich ziehe mein Kleid aus. Praktisches Teil. Kann es ohne Mühe abstreifen. Manchmal haben Männer wenig Zeit. Trage nun nur noch den BH. Sehe ihm in die Augen. Fragend.


Von hier aus kannst du die Geschichte weiterentwickeln. Ich habe die typischen Sätze verwendet, die wir hier propagieren. Kurz, nicht zu emotional.

Sex mit künstlichen Menschen und Frankensteins Bräuten

Roboter-Fantasie von 1950
Die Liebe zu Vampiren, zu den Bewohnern des Zwischenreichs, zu Menschen, deren Gehirn „angezapft“ wurde, zu „Außerirdischen“ und zu Robotern ist nicht gerade neu. In der Regel ist nötig, dass ihre Heldin oder Ihr Held unter Drogen gesetzt, mit teuflischen Mitteln getäuscht oder durch visuelle Tricks getäuscht wird. Dabei sorgt entweder die Magie oder die Vorstellungskraft oder aber auch eine mehr oder wenige ausgefeilte Technologie dafür, die Statue, das Teufelswerk oder den Blechkameraden als Objekt der Begierde wahrzunehmen.

Sie können den aktuellen Trend nutzen, um über „Robotersex“ zu schreiben. In der Regel werden auf „weiblich“ getrimmte Roboter oder Zwischenwesen beschrieben, jedenfalls, soweit männliche Fantasien bedient werden. Doch auch der „männliche“ Roboter hat eine Chance, und Ihre Heldin könnte sich mindestens zeitweilig in ihn verlieben. Ein Beispiel aus unsrer "Versuchsküche":

„Du bist hübsch, höflich gepflegt und dien Penis ist schon ziemlich angeschwollen“, begann ich zögerlich, „und du bist jetzt mir allein. Bringt dich das nicht auf Gedanken? Er schloss seine Augen, und nach einem unendlich lange Nachdenken sagte er, indem er seine strahlend blauen Augen zeigte:„ Du redest von meiner sexuellen Bereitschaft?“ Ich unterdrückte ein Kichern – dies merkwürdige Ausdrucksweise. „Nein, von meiner Lust, jetzt endlich zu vögeln – ich meine – deswegen sind wir doch hier, oder?“ Wieder schloss er die Augen, bis er vorsichtig formulierte: „Wir wollen also beide Sex? Dann sollten wir damit beginnen.“

Ich lachte laut auf. „Bemüh‘ dich mal, was Nettes zu sagen.“ Wieder zögerte er, dann sagte er plötzlich und in schneller Folge: „Du bist schön, du bist begehrenswert, du hast schöne Brüste.“ Er musste nach seiner Statur mindestens 25 Jahre alt sein, aber er plapperte wie ein pubertierender Jüngling. Ich beschloss, aufs Ganze zu gehen. „Ich bin deine erste Frau, stimmt’s? Ich meine, du hattest noch keinen Sex, nicht wahr?“

„Ich bin neu darin“, antwortete er. „Ich habe aber viele andere Fähigkeiten.“ Wieder lachte ich in mich hinein. „Über deine anderen Fähigkeiten werden wir noch reden, aber erst einmal werde ich mich um deinen Penis kümmern.“


Im Beispiel (Textstelle von Isidora Fezekazi) wird die noch nicht ganz gelungene Umsetzung von Dialogen und emotionalen Inhalten beschrieben. Besonders interessant wäre es, wenn Sie ihren Roman mit einem menschlichen „Doppelgänger“ ausstatten würden. Dann wäre Ihre Heldin stets aufs Neue verwirrt wird, mit wem sie gerade zusammen ist. Der Mann aus Fleisch und Blut, sein Doppelgänger, mag hübscher reden können und feinfühliger sein, aber er ist nicht so „ausdauernde“, „willig“ und „allzeit lernfähig“. Nach und nach verschmelzen beide zu einem Bild des perfekten Liebhabers … und nun: Schreiben Sie doch einfach.