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Erotik-Autorinnen: Angst ist nötig – mach sie zu deinem Freund

Manchmal hast du Angst, nicht wahr? Vor deinen Gedanken, vor der Entwicklung deiner Geschichte, vielleicht sogar vor deinen Figuren. Und dann hast du wieder Angst vor der Verwandtschaft. Was wir deine Mutter oder deine Tochter sagen, wenn sie erfährt, was du schreibst? Oh, du hast auch Angst vor den Kritiker, die dich als „Schreibe-Schlampe“ ausweisen werden?

Angst ist ein schlechter Ratgeber, aber ist trotzdem unser ständiger Begleiter. Weißt du, was du tun könntest? Mit deiner Angst reden. Immer, wenn sie hochkommt. Sprich zu ihr. Sag ihr vielleicht: „Du, ich schreib hier nur eine Geschichte. Sie wird viele Frauen erfreuen, auch wenn sie vielleicht manche Leute ärgert.

Ich habe noch einen Supertipp: Du hast Angst vor dir selbst, wenn du über Oralverkehr, Analverkehr, Nippelklemmen oder Züchtigungen schreibst? Dann schenke diese Angst mal deiner Heldin, und lass sie damit umgehen. Und dann guckst du einfach mal zu, wie sie damit zurechtkommt. Und du schreibst, und schreibst und schreibst.

Guter Vorschlag? Lass es mich wissen.

Neugierde ist der Schlüssel zur Kreativität

Manche Berater werden euch sagen: „Folge deiner Leidenschaft“, wenn du sie fragst, wie du einen wirklich guten erotischen Roman schreiben kannst.

Leidenschaft? Meinen diese Leute nun, dass du leidenschaftlich schreiben solltest oder dass du die Leidenschaften, die in dir sind, erotisch darstellen solltest?

Lass das mal mit der Leidenschaft – klar brauchst du sie zum Schreiben – aber du brauchst sie nicht für deine Figuren. Bei denen reicht völlig aus, sie mit Neugierde auszustatten. Du kannst deine Figuren in geheimnisvolle Welten, dunkle Wälder oder auch nur auf ungewöhnliche Dates schicken. Die Neugierde wird sie in Situationen treiben, die ihnen Gänsehäute und Orgasmen bescheren.

Leidenschaft? Ach, liebe Freundinnen, die überlassen wir doch lieber den Schreiberinnen von Romanzen, oder? Beim richtigen Sex wird geschwitzt, gesabbert, gelüstet und vielleicht auch geekelt. Und manchmal schreit sich die Protagonistin vor Schmerz und Wollust die Seele aus dem Leib. Aber das ist dann eigentlich keine Leidenschaft, sondern die pure animalische Geilheit.

Liebesromane zwischen Gefühlskitsch und echten Gefühlen

Wer Liebesromane schreiben will, muss über Gefühle schreiben“ … ich habe diesen Satz irgendwo im Internet gelesen, gestutzt, ihn eine Weile vor mir hergeschoben und ihn schließlich entlarvt.

Da haben wir wieder den Kardinalfehler der Deutschen – sie haben die Lösungen immer schon, wenn sie noch nicht einmal die Grundlagen des Problems erfasst haben. Denn wer behauptet, „über Gefühle zu schreiben“ hat schon eine Definition gebraucht, die so gar nicht zulässig ist – denn zuerst müssten wir fragen: Was sind denn, verdammt noch mal, eigentlich Gefühle?

Die Definition, die mir angeboten wurde, greift viel zu kurz: „Ein Gefühl ist eine spezifische Reaktion auf eine Wahrnehmung“. Für diejenigen, die sich mit dem Satz nicht näher beschäftigen wollen: Der Formulierung liegt ein vereinfachtes Reiz-Reaktions-Schema zugrunde. Irgendetwas geschieht – und Ihre Figur fühlt etwas.

Sie sehen schon: Das ist viel zu wenig. Denn Ihre Heldin soll ja etwas fühlen, bevor etwas geschieht, während etwas geschieht und nachdem etwas geschehen ist. Nach und nach dürfte klar werden: Es geht bei der Liebe nicht um „Gefühltes“, es geht um das Fühlen selbst.

Die Entwicklung des Fühlens zu beschreiben ist nicht einfach. Ich habe anderwärts geschrieben, dass „Gefühle“ in unserem Hirn schichtenweise existieren, wobei sie durchaus miteinander verwoben sein können. Das Problem dabei ist: Sie liegen großenteils völlig „analog“, vor allem, was die Liebe betrifft. Analog heißt, dass diese Gefühle nicht vorgeformt in Zeichen existieren. Und sobald sie tatsächlich als Zeichen vorhanden sind, werden sie plakativ. Darin liegt das Problem aller Schriftsteller, denen es um „wahre Gefühlswelten“ geht. Sie sollte dabei durchaus in bester Gesellschaft. Schon Goethe haderte damit.

Warum Sie mit echten Gefühlen Probleme haben können

Lassen Sie mich die Probleme zusammenfassen:

1. Die Gefühle, die bei der Liebe frei werden, sind zum überwiegenden biochemisch gesteuert – sie entziehen sich also unserem freien Willen. Wir können mit ihnen nur schwer umgehen und haben insbesondere keine Worte für sie. Da ist absolut normal. Man nennt solche Gefühle, die nicht wirklich verbal beschrieben werden können, auch analoge Gefühle.
2. Gefühle überlagern einander und sind teilweise miteinander verwoben. Neben der sprachlosen Verliebtheit steht die etwas holprig zu beschreibende „innigliche“ Liebe, aber auch andere Gefühle werden eingewebt, zum Beispiel der Konflikt zwischen Freiheit und Bindung.
3. Liebesromane, die „Emotionen wachrufen“ sollen, handeln im Grunde gar nicht vom Fühlen, sondernd davon, dass ein einziges Gefühl in den Vordergrund gestellt und verkitscht wird.
4. Wer die tatsächliche Gefühlswelt beschreiben will, wird nicht darum herumkommen, die Vielfalt der Gefühle darzustellen, die mit einer Liebe verbunden sind. Das bedeutet aber auch, sich an einen Leserkreis zu wenden, der dies nachvollziehen kann und will. Ohne den Leserinnen von Liebesromanen zu nahe treten zu wollen: Sie bevorzugen Kitsch, den sie problemlos abheulen können, wofür fälschlicherweise das Wort „Mitfühlen“ verwendet wird.
5. Die Kunst, echte Gefühle so umzuschreiben, dass sie tatsächlich transportabel und nachvollziehbar werden, ist nur wenigen Autorinnen und Autoren gegeben. Es ist wesentlich einfacher, Kitsch zu schreiben. Abgesehen davon gibt es für Kitsch einen größeren Leserkreis.

Zusätzliche Probleme entstehen, wenn Sie sehr bewusst erotisch schreiben wollen. Die grundlegenden erotischen Impulse liegen großenteils außerhalb des unmittelbaren Wahrnehmungsbereichs ihrer Figuren. Dazu gehört beispielsweise der gesamte Bereich nonverbaler Kommunikation (analoger Kommunikation), der sich besonders deutlich im Flirtverhalten zeigt: Frauen senden bestimmte nonverbale Zeichen aus, die sie selbst nicht als Aufforderungen erkennen. Wie wollen Sie das beschreiben? Und falls ihre Figuren nun tatsächlich einen gemeinsamen Raum mit einem Bett betreten sollten: Wie beschreiben Sie die Wollust, die sie bewegt, dass zu tun, was sie tun werden – und wie passt die Liebe dazu? Spielt sie überhaupt eine Rolle? Und wenn ja, wie verknüpfen sich beide ineinander? Welche Hoffnungen und Befürchtungen kommen nun auf?
Selbstverständlich geht das alles – aber es erfordert schon eine gewisse Schreib- und Lebenserfahrung, um es zu Papier zu bringen.

Über Gefühle schreiben? Ja, tun Sie es, bitte … aber versuchen Sie dabei doch auch, ehrlich zu schreiben, was ihre Heldin wirklich fühlte – und nicht, was Aschenputtel 2015 fühlen soll, damit ihr Schicksal allen zu herzen geht.

Mütter, Autorinnen und der Schlampenverdacht

Wenn Frauen in einsamen Berghütten auf klapprigen alten Schreibmaschinen mühsam Texte schmieden, ist die Welt voller Bewunderung. Wenn sie gar noch Erfolg haben, stehen sie im Feuilleton.

Für Erotik-Autorinnen gilt dies nicht. Sie haben weder Zeit noch Geld, um ihre Bücher in Berghütten zu schreiben, benutzen moderne Textsysteme zum Schreiben, werden selten berühmt - aber dafür angefeindet.

Insbesondere, wenn sie Kinder haben. Mag es schon dem eigenen pubertierenden Nachwuchs schwer zu erklären sein, warum die Mutter Erotik schreibt, so ist es fast unmöglich, dies den Eltern der Mitschüler zu erklären. Erotik schreiben wird in die Nähe von Prostitution, Bumsfotos, Porno-Videos und Schmutzliteratur gestellt.

Besonders problematisch wird’s in der Schule: Eine Erotik-Fotografin sagte mir einmal: Mit den Mitschülern meiner Kinder geht es ja noch – die sehen das „cool“. Aber die Eltern sind scheußlich. Sie tun das, was Menschen seit Jahrhunderten tun: Sich reinwaschen auf Kosten anderer.

Ja, ja. Das liebenswerte Mütterlein aus der Nachbarschaft kann den ganzen Nachtschrank voller Liebesspielzeuge haben, kann davon träumen, vom bösen Räuber gefesselt zu werden. Und sie kann chinesische Liebeskugeln bei der Hausarbeit in der Vagina tragen, ihren Ehemann zuliebe die Rosette hinhalten und … ich wage gar keine komplette Aufzählung. Und wenn sie all das erleidet oder genießt, kann sie immer noch sagen: „Guck mal die Schlampe dort an, die schreibt Erotik – haltet euch ja fern von der!“

Dies alles könnte man ja auch so sehen: Die meisten Autorinnen/Autoren tun nicht alles selbst, was sie erotisch beschreiben. Und selbst wenn sie’s tun: Es waren schließlich tolle Gefühle, die sich auch manche andere Frau wünschen würde – sogar diejenigen, die sich darüber aufregen.

Und was sagt die Psychologin dazu, wenn die Schilderungen wirklich alle auf eigenen Erfahrungen beruhen, wie dies gelegentlich in Blogs der Fall ist? Sie haben Verständnis – denn sexueller Hunger ist menschlich und unabhängig vom Familienstand. „Es gibt nichts, dessen Sie sich schämen müssen (1).“

Es gibt nichts, dessen ihr schämen müsst – nicht für euer Fantasien, nicht für eure Eskapaden, und vor allem nicht für das, was ihr zu Papier bringt. Wirklich nicht.

Und die Gesellschaft? Die gute Gesellschaft? Die ist so verlogen, dass alle erröten müssten – außer dir. Du sagst ja, was gut für dich ist. Und dafür muss sich niemand schämen.

(1) Aus dem Blog von Erica Jagger.

Gefahr für alle: Wie Ideologen versuchen, die Gender Theorie durchzusetzen

Menschen haben eine natürliche, immerwährende Sehnsucht nach Gerechtigkeit. Das macht sie verwundbar – und treibt sie den ideologischen Verführern in die Arme.

Die Gender Theorie sagt aus, dass die Unterschiede zwischen Frau und Mann soziale Konstruktionen seien. Jeder Biologe oder Mediziner wird darüber höhnisch lachen. Aber wir befinden uns nicht auf dem Gebiet der biologischen oder medizinischen Fakten – sondern auf dem der Ideologien. Und sobald wir dieses Gebiet betreten, wird die Wahrheit nach Belieben verbogen: ob in der Religion, im Kommunismus oder im Feminismus. Alle Wahrheiten werden der entsprechenden Ideologie/Religion/Weltanschauung untergeordnet. Die Gender Theorie ist so eine Ideologie.

Frauen sind vielen Ländern sozial benachteiligt, und in manchen Ländern gilt für sie ein schwächerer Rechtsanspruch als für Männer. Jeder wird verstehen können, dass dies Frauen wütend macht. In Deutschland ist dies aber nicht der Fall. Wenn sich Frauen in Deutschland nicht „gerecht behandelt“ fühlen, „weil sie Frauen sind“ so liegt dies in erster Linie am „Fühlen“ und nicht an der „Behandlung“.

Gender-Ideologie: Das Geschlecht ist allein sozial bestimmt

Die Gender Theorie behauptet nun, man könne Gerechtigkeit herstellen. Man müsse sich dazu nur von der biologischen Geschlechtszugehörigkeit befreien. Da funktioniert so: Wenn alle geschlechtlichen Unterschiede nur soziale Konstruktionen sind, dann müssten ich dies durch Erziehung oder Umerziehung auch ändern lassen. Das ist übrigens einer der Gründe, warum die Gender Theorie versucht, den Erziehungsbereich zu infiltrieren.

Gender-Verwirrung: Ursprünge im Feminismus

Obgleich die Gender Theorie objektiv nichts mehr ist als eine Variante des Feminismus, haben sich durch die Verschwisterung der Gender Theorie und der Schwul-Lesbischen-Bewegung Perspektiven für eine gemeinsame Strategie ergeben. Ob die eine wie die andere Gruppe dabei gut beraten ist, wage ich infrage zu stellen.

Eine problematische Allianz: Feminismus und LGBT

Die gemeinsame Position von gewöhnlichen Frauenrechtlerinnen, extremen Feministinnen und den LGBT-Organisationen erschwert die Diskussion ungemein, denn über das „soziale Geschlecht“ nachzudenken könnte durchaus sinnvoll sein – aber eben nicht, wenn man es zur Ideologie macht. Denn weiterhin existiert das biologische Geschlecht und das emotionale Geschlecht, die beide über Botenstoffe und Rückkoppelungen eng miteinander zusammenhängen. Zudem haben sie in der Praxis eine erheblich größere Bedeutung als das „soziale Geschlecht“, das lediglich ein Denkmodell ist.

Nein zur Gender Ideologie

Ich hab beschlossen, mich gegen die Gender Theorie und das Gender Mainstreaming zu wehren, denn ich möchte nicht, dass die Freiheit durch zweifelhafte Vordenker aus einer dubiosen Wissenschaftsrichtung behindert wird. Und ich rate jeder Frau und jedem Mann, sich gegen die Bevormundung, die von der Gender Theorie ausgeht, zu wehren, solange dies noch möglich ist. Mir fiel dieser Schritt keinesfalls leicht, da auch sich unter den Gegnern des Genderismus auch Menschen befinden, die ultra-konservativ, religiös-verblendet oder moralinsauer sind. Ich will nach wie vor nicht in einem Atemzug mit diesen Menschen genannt werden. Aber die Freiheit, über Sexualität, Geschlechteridentitäten und Beziehungen so schreiben zu können, wie ich will – das war mir Wert, jetzt eine Petition zu unterzeichnen, die das Ziel hat, dem Genderísmus den Geldhahn abzudrehen.