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Werde ich meine Geschichte jemals zu Ende schreiben?

Manchen Autorinnen fehlen Ideen – Ihnen kann diese Webpräsenz helfen. Anderen fehlen Fähigkeiten – und bei ihnen frage ich mich, ob sie überhaupt schreiben sollten. Aber manchmal fehlt einfach die Ausdauer, etwas zu Ende zu bringen – sehr schade. Und so verfallen einige Tausend erotische Geschichten (und nicht nur Sie) dem Papierkorb. Das geht dann so:

1. Sie haben eine tolle Idee.
2. Sie sind fasziniert davon.
3. Sie hacken wie verrückt auf die Tastatur ein.
4. Sie werden unterbrochen. Der Paketbote. Der Ehemann/die Ehefrau. Die Zeugen Jehovas.
5. Irgendwann juckt Sie’s dann doch, die Geschichte zu Ende zu schreiben. Wo hatten Sie die noch abgelegt?
6. Sie finden sie wieder, lese sie. Mein Gott, was für einen Blödsinn habe ich geschrieben, denken Sie.
7. Sie beginnen, das Geschriebenen zu korrigieren, und je weiter sie damit kommen, umso unsicherer werden Sie.
8. Sie fragen sich: „Ist meine Idee wirklich so gut? Und die Story?“
9. Der schleichende Fortschritt nervt Sie. Weg mit dem Scheiß!
10. Sie haben eine neue, brillante Idee. Der reine Wahnsinn!
11. Ihre flinken Finger gleiten nur so über die Tastatur.
12. Weiter mit Punkt vier und Endlosschleife bilden.

Oh, oh, und was machen wir nun dagegen? Jede konservative Schreibschule hätte dafür eine ihrer gloriosen Ideen, das verspreche ich Ihnen. Aber was tun sie, wenn Sie, wenn Sie keine Schreibschule besuchen wollen oder sie misstrauisch gegenüber "schulmäßigem" Handeln sind?

Es gibt einfache Lösungen. Zum Beispiel, die Schreibzeiten in Abschnitte zu verlegen, in denen niemand stört, oder in denen Sie dir Störer (Telefone, Klingeln) einfach abschalten. Und, ganz wichtig ist, kürzer zu schreiben. Reihen sie Episode an Episode, sparen Sie die Teile aus (Gefühlswallungen, Dialoge) die Sie gerade nicht in den Griff Bekommen. Ihre Geschichte im Bereich des kreativen Schreibens lebt davon, dass Ihre Figuren „aus sich selbst heraus“ Leben, Handeln und Fühlen. Das kriegen Sie nur dann hin, wenn Sie an der Figur und deren Wünschen „dran bleiben“.

Mach es einfach - sag es kurz

Hier noch ein paar Tipps zum Thema "Make it Simple"

- Stehen Sie zu Ihrer Idee und lassen Sie sich niemals entmutigen.
- Schreiben Sie kurze, prägnante Episoden oder teilen Sie eine komplexe Handlung in Episoden auf.
- Setzen Sie einen „Füller“ in Textstellen, die Sie später erweitern wollen. Das können Dialoge, nachdenkliche Textstellen, ausführliche Recherchen oder erotische Aktivitäten sein, für deren Beschreibung Sie mehr Zeit benötigen.
- Bilden Sie häufig kurze Sätze, vor allem in Dialogen.

Figuren entwickeln oder Handlungen entwickeln?

In modernen Schreibschulen heißt die von mir favorisierte Methode oftmals „Die Geschichte aus der Figur heraus entwickeln“ – das bedeutet: Sie wissen nicht genau, was Ihre Figur wirklich tun wird, weil Sie sich selbst erst nach und nach emotional (und erotisch!) in sie hineinversetzen. Die bekanntere Alternativmethode besteht ja bekanntlich darin, die Geschichte aus den Handlungssträngen heraus aufzubauen, wie wir es alle in der Schule gelernt haben.

Allerdings bringt die Methode, die Ideen genau zu strukturieren, oftmals langweilige, emotionslose erotische Geschichten hervor. Ein anderes Problem besteht darin, dass „sexuelle Ereignisse“ in solche einem „Plot“ oftmals zu wichtig genommen werden. Dadurch entsteht häufig der Eindruck, Sex würde „abgewickelt“, und die Emotionen würden nur als Beiwerk angehängt.

Ich wünsche Ihnen viel Glück, Geduld und Geschick bei der Umsetzung Ihrer Ideen.

Im erotischen Roman: die süßen Schläge vom geliebten Menschen

Erfühlen und beschreiben: Süße Schläge
„Um Himmels willen! Schläge!“ – sollten Sie das jetzt gerade ausgesprochen haben, dann sind Sie entweder ein sehr moralischer Mensch, der es grundsätzlich ablehnt, sich mit Züchtigungen zu beschäftigen. Oder Sie sind selber eines jener Opfer häuslicher Gewalt, die es auch heute noch gibt.

Was aber ist eigentlich los mit den süßen, sinnlichen, erotischen Schlägen, die manche Menschen voller Sehnsucht erwarten?

Das erste Wort, das sie zum Thema vielleicht schon gehört haben, könnte „Spanking“ sein. Sie sollten sich das Wort merken, und auch eine viel verwendete Abkürzung: OTK.

Spanking heißt sinngemäß „jemanden den Hintern versohlen“, und die Abkürzung OTK heißt soviel, wie „übers Knie legen“. Das Ganze fällt unter den Oberbegriff „häusliche Disziplin“. Ich sage Ihnen dies, weil ein großer Teil der einschlägigen Literatur britischen Ursprungs ist.

Also geht es zunächst einmal darum, den geliebten Menschen auf den Popo zu schlagen. In älteren Romanen können Sie nachlesen, dass dies fast immer mit einer sehr peinlichen Situation verbunden war: dem schrittweisen Entkleiden. Die jungen Herren bekamen die Schläge zuerst auf die Hose, dann auf ihre Unterhosen, schließlich auf den „Blanken“. Die jungen Damen wurden zuerst auf den Rock geschlagen, dann auf die Unterwäsche und schließlich ebenfalls auf den nackten Po. (1) Damit war sozusagen auch ein psychisches „Zwiebelschälen“ verbunden, denn von Mal zu Mal wurde die Situation für den Gezüchtigten peinlicher – und schmerzhafter.

Bei den Schlägen mit der Hand jedoch wird das Spiel mit der Strafe auch von Mal zu Mal intimer, denn am Ende berührt die nackte Haut der Hand die ebenfalls nackte Haut des Gesäßes. Gleich, wie weit Sie in Ihrer Spanking-Szene später noch gehen wollen – die Eröffnung ist fast immer gleich: das peinliche Ausziehen, die leichten Handschläge zur Einstimmung, die dann möglicherweise noch in ein furioseres, schmerzhafteres und weitaus erniedrigenderes Ritual übergehen können.

Die sinnliche Natur der Handschläge auf den nackten Po

Handschläge kommen immer unmittelbar von der Hand der/des Geliebten und haben deshalb eine besondere Qualität.

Wenn Sie einen Roman schreiben, ist die Frage nach dem „Warum“ eine Randerscheinung. Sie sind kein Psychologe (wie ich hoffe) und Sie sollen sich auch gar nicht erst um eine „psychologische“ Erklärung bemühen. In den Romanen, in denen die Frage nach dem „Warum“ ventiliert wurde, verkamen die Gründe zu lächerlichen Klischees. Was zählt, ist bei Ihnen und Ihrem Werk das „gegenwärtige Geschehen“ – also aus der Sicht ihres Helden oder Ihrer Heldin: „Wie fühle ich mich jetzt, wenn ich geschlagen werde.“ Ihre Leserin will wissen, was während der süßen Züchtigung in Ihrer Figur vorgeht. Beispielsweise, wie sich Zorn und Lust mischen, wie die Lust- und Schmerzschreie klingen, wann und wie die Schläge ihre Figur geil werden lassen, und wie sie gegen die Tränen kämpft oder sich ihnen einfach hingibt.

In der Kurzgeschichte geht alles – auch die reine Schilderung der Lust an der strafenden Hand. Sollten Sie einen Roman planen, so denken Sie bitte daran, dass die Erotik einer nackten Hand auf einem glühenden Popo nur für ein paar Seiten taugt. Sonst kommt es unweigerlich zu ermüdenden Wiederholungen – dafür gibt es genügend historische und aktuelle Beispiele.

(1) Gemeint ist ausschließlich: In Romanen. Aus gründen der Sittlichkeit war die völlige Entblößung im viktorianischen England in Schulen verboten, und in der häuslichen Disziplin verpönt.

Lieben Frauen schwule Szenen in erotischen Romanen?

Gleichgeschlechtliche Lüste in Romanen für heterosexuelle Frauen? Aber Ja doch!
Romantische Leidenschaft zwischen Frauen? Manchmal hast du schon damit gespielt, eine Kurzgeschichte darüber zu schreiben. Und wenigstens eine kleine lesbische Affäre gehört doch eigentlich in jeden erotischen Liebesroman, oder etwa nicht? Deine Heldin kann darin aufgehen, daran verzweifeln oder einfach ablehnen – aber die Szene ist ein Muss.

Die meisten spektakulären gleichgeschlechtlichen erotischen Szenen zwischen Frauen laufen auf folgenden Ebenen ab:

Voyeurismus

Ihre Heldin wird zufällig Zeugin einer lesbischen Szene und träumt davon, ebenfalls am Geschehen zu partizipieren. Für die Frauen, die beobachtet wurde, ändert sich nichts. Bei der Heldin jedoch zeigen sich Reaktionen, die von leichter Verwirrung bis zu heftigem Verlangen reichen können.

Verführungen

Das ist der Klassiker. In der Realität mag es auch „zufällige“ erste Bi-Kontakte oder lesbische Kontakte aus Neigung geben. Sie sind aber eher unspektakulär. Im Roman erzeugen Verführerinnen stärkere Emotionen, da sie einen emotionalen Nachdruck auf ihre „Opfer“ ausüben, um den anfänglichen Widerstand zu brechen. Die meisten der so aufgebauten Beziehungen zerbrechen nach kurzer Zeit wieder. Sie hinterlassen psychisch die üblichen Verwirrungen, Wünsche oder Befürchtungen.

Verwicklungen

Die Heldin wird in eine Falle gelockt, zuerst verführt und dann immer mehr in ein Beziehungsgefüge verwicklelt, aus dem sie einen teils nicht entkommen kann, andernteils nicht entkommen will. Das psychische Geflecht des „Opfers“ ist kompliziert und von zahllosen widersprüchlichen Emotionen durchsetzt, die letztendlich in Abhängigkeit münden.

Magie oder Sektierertum

Die Heldin beugt sich zunächst freiwillig, später aber auch durch Drogen, Magie oder Sanktionen umfangreichen lesbischen Ritualen. Dabei werden die Beteiligten entpersönlicht, das heißt, sie unterwerfen sich völlig einer religiösen oder esoterischen Macht, hinter der sich oft geheimnisvolle Göttinnen verbergen.

Und was ist mit dem Mann?

Was geschieht, wenn du eine Szene mit zwei Männern einbaust, die sich zärtlich lieben? Stößt das deine Leserinnen ab? Ich habe mich umgehört.

Anziehen: Deine Heldin beobachtet zwei Männer, die zunächst zärtliche Liebespiele miteinander betreiben, dann aber heftiger werden. Sie ist neugierig, ob die beiden Partner einander anal oder oral befriedigen. Je nach Verlauf träumt sich deine Heldin in die Rolle einer der beteiligten Personen hinein. Sie kann sich auch erträumen, die Dritte im Bunde zu sein.

Abstoßen: Deine Heldin beobachtet, wie ihr Ehemann oder fester Freund von einem Mann verführt wird. Sie schwankt zwischen dem Zorn über die Untreue und dem Entsetzen über die homosexuelle Veranlagung ihres Mannes.

Ähnliche Szenen lassen sich auch mit Ladyboys (schlanke, geschminkte, feminine Männer mit Brustvergrößerung) oder dominanten Frauen ausbauen, die Strap-on-Sex am Mann vollziehen.

Voyeurismus, Neugierde und die Lust daran, einer Verführung unbeteiligt beizuwohnen, sind die Hauptmotive für Frauen, Freude an männlich-gleichgeschlechtlichen Szenen zu haben.

Der Wandel von "pur Hetero" zu "leicht Bi"

In manchen Szenen, wie erotische Partys, Swingertreffen, Paartreffen, Rollenspielen oder Triolen können Glückswandel von heterosexuellen in homosexuellen Aktivitäten eingebaut werden. Am einfachsten ist der Wandel beim Liebespiel der Triolen zu beschreiben, weil sich beim Dreier ohnehin alle Beteiligten körperlich nahekommen.

Erotische Literatur – gut ist, was geil macht?

Beim Lesen sanft erregt werden ...
Eine Leserin und Autorin erotischer Literatur hat geschrieben, was wirklich gut ist. Unser Pech: In Wahrheit sind die drei Sätze, die sie uns als Beispiele gibt, erotischer Kitsch. Aber zu unserem Glück sagte sie uns, dass eine andere Überlegung in der erotischen Literatur alle anderen übertönt: Nämlich geil zu werden. Ob gut oder böse – damit wird ein Teil des Erfolgs eingefahren.

Jeder wird auf andere Art geil. Mal ist es etwas Bekanntes, mal etwas Neues. Und was, wenn es etwas Neues ist?

„Du liest gelegentlich etwas, über das du nie fantasiert hast. Und plötzlich beginnt dien Herz zu rasen, dein Atem geht schneller und dein Höschen wird feucht … dann weißt du, dass es gut ist.


Wir wissen aus den Erfahrungen der letzen Jahre, dass es höchst ungewöhnliche Dinge waren, die plötzlich interessant für Frauen wurden. Die „Shades of Grey“ boten ihren Leserinnen schon nach wenigen Seiten einen schmerzlichen Hieb auf die Schamlippen. Niemand hätte zuvor gedacht, dass derartige Textstellen die Lust der Frauen anregen würden. Man ahnte, dass es andere schreckliche Fantasien gab, die „Lustfurcht“ erzeugten – der Sex mit dem bösen Räuber, verbal getarnt als „der völlig Fremde“. Man vermutete, dass manche Frauen davon träumten, der Mittelpunkt einer Orgien zu sein. Und man wusste, dass auch Hetero-Frauen eine gewisse Lust an sehr sinnlichen lesbischen Verführungen hatten.

Aber die Wollust durch den Schmerz? Nein, das hätte man nicht gedacht.

Die meisten erotischen Werke sind Ausgeburten der Fantasie – erotische Märchen für Erwachsene, sozusagen. Nahezu immer erliegt eine Person der Faszination einer anderen. Schon bald jedoch werden die eigenen Gefühle infrage gestellt und die Motive des anderen bezweifelt. Nach unterschiedlich gestalteten Wandlungen es Glücks kommt es dann am Schluss zum glücklichen oder traurigen Ende.

Weil alles ohnehin nur Fantasie ist, können sich Autorinnen erotischer Literatur erlauben, den Alltag und seien Bedingungen sowie die Moral und ihre Einschränkungen vergessen. Sie können Prinzessinnen und Hexen, Königssöhne und böse Räuber, aber auch Aberglaube und Religiosität in ihre Werke einbauen und somit untergegangene Welten beschwören.

Gelobt sei, was geil macht?

Es gibt zweifellos Kurzgeschichten, die alleine dazu dienen, Geilheit zu erzeugen. Und es gibt Romane, in die wie Flickwerk die Stofffetzen eingenäht sind, die den gleichen Effekt haben.

Doch wer das Sinnliche bevorzugt, benötigt Texte, die langsam dazu führen, die Sinne mit Lust zu füllen, bevor die Wollust einsetzt. Denn die Fantasie folgt dem Text nicht unmittelbar. Leserinnen, die ihrer Heldin emotional folgen wollen, um schließlich den Schwebezustand anfänglicher Geilheit zu erreichen, wollen deshalb mehr über de Gefühle vor dem Sex wissen als über die Gefühle beim Sex.

Und was ist mit jenen, die nur „ein klein wenig“ jenseits der Realität seufzen und stöhnen wollen? Jene, die vielleicht sogar ein Lehrstück in Geilheit suchen? Oh, sie werden allein gelassen. Typische Beispiele sind die Schilderungen von aktivem und passivem, fleischlichem und instrumentellem Analverkehr. „Zack“ setzt er/sie an und „Oh“ ist er/sie drin. Ganz ähnlich ist es bei der Schilderung von Mund- oder Handverkehr. Man blendet das Hirn aus, in dem die Gefühle entstehen, um sich auf die sichtbaren Funktionen zu konzentrieren.

Schade? Ja, Schade. Erotische Literatur sollte nicht nur geschrieben werden, um Geilheit zu erzeugen, sondern auch, um den Weg zu mehr Lust im Alltag zu bereiten.

Ode an den Mann, den ich besitze

Dieser Kurzbeitrag errichte uns von einer anonymen Autorin:

Mein Stolz ist der Mann, der du bist. Es hat eine Weile gedauert, bis ich dich dazu gebracht habe, mir zu gehören – nur mir. Ich wollte wissen, dass deine Seele mir gehört. Und dein Körper, dein Lächeln und auch deine Sorgen und Ängste. Es ist alles meins.

Du zögertest, als ich begann, dich zu beherrschen. Ich sah dein Zittern und deine Furcht, als ich dir die Möglichkeiten meiner Macht zeigte. Ich erlebte deinen Widerstand und deine Tränen, als ich dich herausforderte.

Jetzt gehörst du mir, nur mir allein. Und ich bin stolz auf dich.


Der Beitrag ist im Original © 2015 bei Liebesverlag.de, darf aber als Vorlage und Inspiration für eigene Schreibversuche verwendet werden.



Kategorien: sinnliche ideen | 0 Kommentare
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