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Die Lust an den Extrakilos

Ob Sie einen Lover findet? Ja, wenn Sie IHRE Heldin wird.
Dieser Tage hat sich die Redaktion ein wenig mit den „Extrakilos“ auseinandergesetzt. Eigentlich ging es dabei um die Frage, wie attraktiv die Körperfülle ist – und welche Reaktionen Frauen damit in der Bar, beim Date oder später beim Ausziehen auslösen.

Eine Bloggerin meinte kürzlich, dass sie umso mehr Erfolg hatte, je mehr sie an Gewicht zulegte – aber das geht wahrscheinlich nur sehr wenigen „runden“ Frauen so.

Die Idee, die ich Ihnen heute vermitteln will: Ein großer Teil Ihrer Leserinnen ist – da möchte ich wetten – nicht wirklich schlank. Und statt die nächste Heldin mit jugendlichen 29, einem athletischen Körper und hübschen kleinen Apfelbrüsten auszustatten, könnten Sie doch mal …?

Lassen Sie ihre Heldin gegen 45 sein. 20 bis 30 Kilo „zu viel“ wiegen und ein Single-Leben führen. Ob sie einen Mann will? Die Männer stehen nicht gerade Schlange vor ihrer Tür. Eine Beziehung? Schlechte Aussichten. Und spontaner Sex? Schon lange nicht mehr.

Versuchen Sie nun, ihre Heldin wieder in den Strudel des Lebens zu bringen. Ob sie sich einer Bauchtanzgruppe anschließt? Odre ob sei einfach einmal ihre „fülligen“ Körperteile zeigt, statt sie zu verstecken? Sie besinnt sich auf ihre Teenagerzeit … eigentlich war sie doch ganz gut im … und das verlernt frau ja nicht. Warum sollte es ihr nicht gelingen, einen Mann damit zu ködern?

Geschichten dieser Art haben nicht nur einen enormen sinnlichen Effekt, sondern sie sind – richtig erzählt – auch lehrreich. Denn viele Ihrer Leserinnen wollen mit 35, 40, 45 oder gar 50 noch einmal tief hineintauchen in die Fluten der Lust. Und Sie? Sie verhelfen ihnen dazu. Wie sagen noch die Pfadfinder? Jeden Tag eine gute Tat.

Die Person hinter der Person hinter der Person

In englischsprachigen Ländern gibt es ein Thema, das in Deutschland wenig behandelt wird, und in der erotischen Literatur schon gar nicht. Es ist die „die Puppe in der Puppe“.

Die „Puppe in der Puppe“ ein Spiel mit mehreren Identitäten. Nehmen wir an, Ihre Figur ist Journalistin und recherchiert über das Geheimnis der falschen Vestalinnen, die immer mehr junge Mädchen auf den Dienst an einer geheimnisvollen Göttin vorbereiten. Die Person, die ihre Figur zuerst kennenlernt, ist Hochschullehrerin und sie gibt Ihrer Heldin bereitwillig Auskunft über echte und falsche Vestalinnen. Man verabredet, das Gespräch am nächsten Tag in der Wohnung fortzuführen. Alles verläuft zunächst unspektakulär, doch plötzlich fühlt sich Ihre Heldin wie verwandelt, und bevor sie wirklich weiß, was geschieht, erliegt sie der Verführungskunst der nunmehr dämonisch wirkenden Professorin. Sie versucht, dies Erlebnis zu verdrängen, doch der Sog, der von der Professorin ausgeht, lässt sie nicht los. Sie entdeckt, dass die vermeintliche Professorin in Wahrheit die Hohepriesterin der Sekte ist, deckt dies aber nicht auf, weil sie nun selbst ganz in den Bann der geheimnisvollen Gottheit, ihrer Hohepriesterin und deren Dienerinnen gezogen wird.

Die Geschichte lebt nicht nur von der Puppe in der Puppe, sondern auch davon, dass die lesbische Grundtendenz in einen esoterischen Mantel gekleidet wird – das mögen auch Heterofrauen.

Konnten Sie etwas damit anfangen? Ich hoffe doch sehr.

Warum Sie Ihr „Inneres Kind“ spielen lassen sollten

Psychologie beim Schreiben - ganz einfach
In der Schule lernen wir zumeist, ganz und gar rational zu denken, und so lernen wir auch das „richtige“ Schreiben. Das heißt, wir versuchen, mit unserer Intelligenz kreativ zu sein. Wir schreiben „narrativ“ und denken dabei, dass ein Erwachsener eben so schreiben sollte. Im Internet steht so viel über das narrative Schreiben, dass Sie möglicherweise auf die Idee kommen, es sie die einzige Möglichkeit, eine gute Geschichte (einen guten Roman) zu schreiben.

Man kann, stark vereinfacht, auch sagen, hier schreibe ihr nüchterner Verstand, der mit etwas Kreativität angereichert wurde. Oder mit Eric Berne: Sie schreiben aus dem „Erwachsenen-Ich“ heraus.

Selbstverständlich ist das nicht die einzige Möglichkeit, eine gute Geschichte zu schreiben. Und im Bereich der Gefühle, der Sinnlichkeit oder gar der Erotik ist das narrative Schreiben für den Autor eher hinderlich, während es für die Leser eher öde und starr wirkt.

Eric Berne hat uns gelehrt, dass wir unser „inneres Kind“ spielen lassen sollen, denn je besser unser Kontakt zu diesem „Inneren Kind“ ist, umso eher können wir uns echten Gefühlen nähern. Das frei, wilde, natürliche Kind ist neugierig und liebt es, Situationen herbeizuträumen. Und was will die Leserin von erotischen Büchern? Richtig, sie will, dass ihr neugieriges „inneres Kind“ wieder spielt – diesmal allerdings die „Spiele der Erwachsenen“.

In dem Bereich, der gerade aktuell ist, also Themen, die mit Unterwerfung und Dominanz spielen, ist das „innere Kind“ oft angepasst, kann aber auch trotzig und rebellisch werden.

Wer erotische Geschichten schreibt, wird sofort die Möglichkeiten erkennen, die sich daraus ergeben. Statten Sie Ihre Figur mit Neugierde und intensiven Sehnsüchten aus, gleich, ob es sich um eine junge Studentin oder eine gestandene Managerin handelt.

Der beste Weg, dieses Konzept zu realisieren, sind Dialoge. Sie könnten sowohl interne Dialoge“ zwischen ihrem „inneren Kind“ uns sich selbst wie auch reale Dialoge nutzen, in denen die von Eric Berne gefundene Struktur erkennbar wird.

Fragen Sie mich, wenn Sie wissen wollen, wie es funktioniert, wenn Sie Dialoge überarbeiten lassen wollen oder wenn Sie Fragen haben. Oder lesen Sie bei Eric Berne oder Vera F. Birkenbihl nach, in welcher Weise das Bernsche Prinzip wirkt.

Ebenfallls von mir: Mehr Hintergründe zum "Inneren Kind" für Liebende und Partnersuchende.

Gebhard Roese, Autor, Schriftsteller und langjähriger Dozent für Kommunikation, schrieb dazu auch:

Ein sinnlich philosophischer Gedanke für Autorinnen.
Wer schreibt da eigentlich "in uns"?
Welches ICH setzt der Schriftsteller ein?
Vereinfachte erotische Dialoge nach Eric Berne.

Die Erotik der Haare - für Autorinnen

Der Griff ins Haar - immer erotisch
Was ist an Haaren so sexy? Die meisten Menschen glauben, es sei „das Animalische“ an uns, das uns sexy macht, und der bekannteste äußere Ausdruck des Animalischen sind die Haare, also die tierischen Überbleibsel des Fells. Haare werden – zumindest soweit es das Haupthaar angeht – in westlichen Ländern auch kaum bedeckt.

Der Konflikt beim Haar: Alle Haare, die am Körper dran sind, deuten zwar auf das „Animalische“ hin, bedürfen aber auch einer besonderen Pflege. Ungepflegte Haare wirken abstoßend. Zudem spielt der Zeitgeist eine große Rolle bei der Frage, welche Haartracht als erotisch empfunden wird.

Bei den Haaren gibt es (soweit es Frauen betrifft) drei Bereiche, die erotisch interessant sind:

1. Das Haupthaar. Es ist immer sichtbar und umkränzt das Gesicht. Das Haupthaar wird von Frauen meist ausgesprochen intensiv gepflegt, und es wird in vielfältiger Weise beim Flirt eingesetzt.
2. Achselhaare. Sie werden meist entfernt, weil sie in Verdacht stehen, einen unangenehmen Geruch (Achselschweiß) aufzunehmen, zu halten und wieder abzusondern.
3. Schamhaare. Der Zeitgeist verherrlicht sie bisweilen, dann wieder verdammt er sie. Schamhaare sind, ähnlich den Achselhaaren, erotisch interessant, wenn sie gepflegt werden, und sie haben ähnliche Eigenschaften, was die Aufnahmen dun Abgabe von Duftstoffen betrifft.
Bei Männern sind es die Haupthaare, und – je nach Zeitgeist – Barthaare und Brusthaare, gelegentlich aber durchaus auch die gesamte Körperbehaarung, insbesondere der Arme und Beine.

Ergänzend sollte ich Ihnen sagen: Auch die Kleidung simuliert beim Menschen in manchen Fällen das „Fell“. Besonders Wolle und Naturpelz tragen dazu bei, das „Animalische“ an uns Menschen zu betonen.

Erotisches Schreiben und Haare

In der Erotik gilt, mehr als in allen anderen Bereichen der Literatur: „Show, don’t tell. Das heißt: „Bildhaft darstellen, nicht erzählen.“ Gerade in der Erotik ist der unbewegte Körper, der nur beschrieben wird, ein lebloser Körper – er ist nicht „sexy“, um es modern auszudrücken.

Kommt der Körper in Bewegung, so beginnt Ihre Figur zu leben. Am besten, Sie stellen sich eine Frau mit relativ langen, fülligen, an den Spitzen gelockten Haaren vor, die mit schwingenden Hüften auf Sie zukommt.

Frauen wissen dies und benutzen ihr Haar, um verschiedene Flirtmethoden zu nutzen. Die Bekanntesten sind:

1. Die Haare in den Nacken werfen. Das zeigt einerseits, wie gesund das Haar ist, und andererseits, dass die Frau für den Adressaten des Flirts zugänglich ist.
2. Sich durch die Haare streichen. Diese „Pflegehandlung“ zeigt einerseits, dass diese Frau ihr Haar pflegt, anderseits, dass sie gerne möchte, dass ihr jemand durchs Haar streicht.
3. Träumerisch Haare zwischen den Finger zwirbeln. Diese vermeintliche Unsicherheitsreaktion soll den Partner anregen, sie doch bitte endlich anzusprechen.

Haarfarbe und Wirkung

Unter den Naturhaaren wirken Blondhaare, rote Haare und blauschwarze Haare am besten, lösen jedoch unterschiedliche Reaktion aus. Blond ist in der Erotik weitgehend ein Synonym für naiv und verführbar, rot für lüstern und bereitwillig, und Blauschwarz ein synonym für raffiniert und zugänglich. Die verbreitetste Haarfarbe, brünett, gilt in erotischer Hinsicht als langweilig. Dies alles sind – selbstverständlich – Klischees, aber im erotischen Schrifttum werden diese Klischees tatsächlich vielfältig eingesetzt. Wenn es darum geht, welche Frau die guten und welche die bösen Eigenschaften hat, bevorzugen nahezu alle Autorinnen „blond“ für „gut und edel“, Blauschwarz eher für „durchtrieben und verschlagen“.

Haupthaar und Duft

Der Duft des Haares wird oft unterschätzt. Beschreiben sie, wie ein frisch gewaschenes Haar an einem warmen Frühlingstag riecht, und sie werden Ihre Leser(innen) damit fesseln.

Haupthaar und Berührung

Wird das Haupthaar durch Fremde berührt, entstehen nahezu unmittelbar Gefühle, und falls dieser Mensch empfänglich für Sinnlichkeit ist und die Situation passt, wird diese Berührung als außerordentlich sinnlich empfunden. Nutzen Sie diesen Effekt, durchaus auch mehrfach, und beschreiben Sie, wie die Berührung durch die Haarwurzeln und die Nerverbahnen vom Gehirn umgedeutet wird, sodass es schließlich zu erotischen Reizreaktionen im Unterleib kommt. Sagen sie dies in Ihrer Sprache „poetischer“.Vermeiden Sie aber zwei Klischees: „Schmetterlinge im Bauch bekommen“ und „einen feuchten Fleck im Höschen spüren“.

Haupthaar und S/M-Beziehungen

Das positive Gefühl des Pflegens kann in sein Gegenteil verkehrt werden, wenn an den Haaren gezogen wird, sei es zur Bestrafung oder um den „Haarhang“ zu zelebrieren. Da ist eine Art Mut- und Durchhalte-Probe, bei der eine Frau an ihrem Haarschopf in die Höhe gezogen wird. In S/M-Geschichten kann auch die Erotik eines kahl geschorenen Kopfes genutzt werden.

Schluss des ersten Teils zur Haarerotik

Zunächst bitte ich Sie, mir zu verzeihen, dass ich so sachlich geblieben bin – die Umsetzung in erotische Texte möchte ich gerne Ihnen überlassen. Ich habe mich hier noch kaum damit beschäftigt, wie Haare unter Tages- oder Kunstlicht wirken, wie sich glattes Haar von lockigem Haar unterscheidet und ob Haupthaar und Schamhaar farblich übereinstimmen müssen.

Wenn Sie über das Haar schreiben, können Sie sehr intensive Gefühle wecken, weil nahezu jeder Mensch schon einmal die erotisierende Wirkung von Haaren erleben dufte. Und selbstverständlich sollten Sie nicht nach dem Haupthaar aufhören, falls ihre Heldin auch das Schamhaar sprießen lässt. Und falls Sie an moderner erotischer Fotografie interessiert sind und zum Thema „Haare“ inspiriert werden wollen, sehen Sie sich einmal diesen Beitrag der „Sticks and Stones Agency“ an.

Die Liebeszeitung brachte vor einiger Zeit einen ebenfalls hilfreichen Beitrag zum Thema "Haare".


Sind Frauenfantasien wirklich so krass?

In den 1940er Jahren beliebt: Kriminal-Horror
Sind Frauenfantasien wirklich so krass? Diese Frage erregt manche Gemüter. Manche Feministin ist entsetzt, mache Kolumnistin verwirrt, und manche naive Menschen glauben, Männer hätte solche Fantasien erfunden. Wir versuchen, Ihnen Aufschluss für Ihre Arbeit als Autorin zu geben.

Fantasien, so eine allgemeine Regel aus dem Alltag, sind umso intensiver, je größer die Vorstellungskraft ist und je weniger eine Chance zur Realisierung besteht. Diese Aussage ließe sich noch so ausweiten: Je größer die Gefahr und die eigene Zwiespältigkeit gegenüber dem erotischen Traum, umso stärker und intensiver wird sie zum Kopfkino.

Frauenfantasien sind nicht nur „unerhört“ wie manche Studien belegen, sondern in Wahrheit noch wesentlich schockierender. Männer nehmen dies kaum wahr, sollen es möglichst auch nicht erfahren. Denn Männer, so wird argumentiert, könnten die Fantasien für bare Münze nehmen. Sie vermuten gerne, dass sich Frauen oftmals wünschen, ihre Traumwelten in die Realität umzusetzen. (Zitat).

Es ist so leicht, auf deine Erregung abzuzielen. Du brauchst nur an das letzte Mal zu denken, als du Anzeichen sexueller Erregung von einem Impuls bekamst, den du als unangenehm empfandest.


Es wird sogar behauptet, dass Gewaltszenen (der böse Fremde fackelt nicht lange) zu den Top-Favoriten, wenn nicht gar zu den häufigsten Fantasien der Frauen gehören. (Zitat)

Sie gewaltsam gegen die Wand zu pressen und «Ihre Arme mit einer Hand über ihrem Kopf festzuhalten, während die andere Hand ihren Weg unter ihren Rock fand … » (… war eine Textstelle …), die viel bestätigendes Nicken bei den im Raum versammelten Frauen auslöste.


Die Textstelle ist im Original noch weitaus heftiger. Falls sie noch vorhanden ist, kann sie als Top 10 weiblicher Fantasien im Link nachgelesen werden. Die Ergebnisse ist eine Zusammenfassung des Buches „Private Thoughts: Exploring the Power of Women's Sexual Fantasies“ von Wendy Maltz, das mit Unterstützung zahlreicher Sexologinnen und Sexologen verfasst wurde.

Was ergibt sich aus den krassen Frauenfantasien für Autorinnen?

Vor allen Dingen, die Schere aus dem Gehirn zu nehmen. Während die Öffentlichkeit einem Mann nie verziehen hätte, die Figuren von Mr. Grey und Ms. Anastasia Rose Steele zu erschaffen, konnte „E.L. James“ dies nahezu problemlos tun. Zwar ist umstritten, ob die „FsG“ wirklich Szenen beinhalten, die als „Gewalt“ bezeichnet werden müssen, jedoch werden die einschlägigen Szenen von vielen Leserinnen als „Gewalt“ empfunden.

Ein zweiter, unglaublich wichtiger Punkt besteht darin, nicht vor den eigenen Ängsten zurückzuschrecken. Ihre Figur wird etwas tun, was Sie persönlich niemals als „gut und richtig“ empfinden werden. Denn es ist ja der Sinn der erotischen Fantasie, über das hinauszugehen, was Sie als Autorin und auch Ihre Leserinnen im Alltag jemals erleben werden.

Der dritte Punkt ist der Schwierigste: Versuchen sie, „gemischte Gefühle“ in den Bestandteilen dieser Mischung darzustellen, also Ekel und Abscheu mit Wollust und Triebhaftigkeit zu einer faszinierenden süßsauer gewürzten Gourmetpfanne zu kombinieren.

Wir sind – wie immer – interessiert, Ihre Meinung zum Thema zu lesen.

Bild: 10 Detektiv-Geschichten gab es für 10 Cents - und ganz wichtig war das erotische Titelbild.