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Machen wir 2016 zusammen weiter?

Von unseren Autoren das allerbeste für SIE für 2016

Ja, es ist bald 2016 - und mein kleines, feines Magazin zum erotischen Schreiben macht weiter. Meine besten Wünsche für 2016 und viel Erfolg beim frivolen, sinnlichen und unverschämt erotischen Schreiben.

Das Lustvolle an Schlägen? Ganz zu SEIN und sonst gar nichts

Es ist nicht die Oberfläche - es ist das Empfinden
Dieser Artikel wurde hauptsächlich für Autorinnen entworfen, die S/M-Geschichten schreiben wollen, aber nicht wissen, wie sie mit dem Schmerz und den daraus resultierenden Empfindungen umgehen sollen. Nach einer Selbstdarstellung einer Liebhaberin aus dem Englischen überarbeitet von Isidora F.

Einer der intensivsten Reize, die ich empfinde, wenn ich geschlagen werde, ist die Tatsache, dass der Schmerz all meine sonstigen Empfindungen überlagert. Er zwingt mich, im „Hier und Jetzt“ zu sein. In dieser Situation fühle ich mich außerstande, noch irgendetwas zu kontrollieren oder zu beherrschen. Ich habe keine Wahl. Ich kann nicht einfach aufstehen und hinausgehen. Ich kann nicht an mehrere Dinge zugleich bedenken – ich bin ganz darauf fokussiert, den Schmerz zu durchleben.

Ergänzend kann ich dazu sagen, dass schmerzvolle Schläge mich in einen Zustand versetzen, in dem ich nichts von meinem emotionalen Gepäck tragen muss. Zeitnot, Überlastung, Ärger, Trauer. Ich kann nicht einmal sagen, dass ich diese Gefühle unterdrücke, aber sie verschwinden hinter dem, fast ich unmittelbar empfinde – dem Schmerz.

Wenn Du als Autorin nur darüber nachdenkst oder sogar erotisch darüber fantasierst, wie sich der Schmerz wohl anfühlen mag, würdest du sehr überbracht sein, wie sich der Schmerz in Wahrheit anfühlt.

Schmerz beinhaltet eine Art Magie. Du kannst dabei beobachten, wie dein Hirn den Schlag auf deinen Po in eine wundersame Erfahrung umwandelt – nicht nur in Schmerz. Es ist nicht die Tatsache, Schläge zu bekommen, die dich reizt. Es ist das, was dein Körper daraus macht. Der Ausstoß von Endorphinen, das Rauschen in deinen Adern. Das Versinken in dich, bei dem alles Überflüssige verschwindet. Es sind dann nicht mehr die Schläge, auf die du wartest, sondern das, was du zwischen den Schlägen empfindest.

Du magst anders empfinden. Masochistinnen sollen Schläge als solche genießen, wie ich hörte. Und wenn du eine Autorin bist, deren Hintern niemals nachhaltig geschlagen worden ist, dann sei bitte vorsichtig mit dem, was du schreibst. Denk dran, dass es nicht die gleichen Gefühle sind, die ganz gewöhnliche Menschen beherrschen, die mal einen Klaps auf den Po bekommen haben.

Raunächte – was Sie JETZT schreiben können

Wenn dich ein Geist in der Raunacht heimsucht ...
Weihnachten war Weihnachten – ich hoffe, sie hatten ein ruhiges Weihnachten. Autorinnen und Autoren sind ja auch Mütter und Väter, Töchter und Söhne, Tanten und Onkel, und nicht zu vergessen die Großeltern.

All dies zu sein, stört uns Weihnachten wie keiner anderen Jahreszeit, aber zeigen dürfen wir es natürlich nicht. Das Gehirn zugedröhnt mit Kitsch und dem Gesang der Engelein, der Magen vollgefressen mit Trüffel, Kaviar, Gänsen oder Schweinehintern – und dazu manches Glas Schampus. Rülps. Schreiben? Ach ja, schreiben …

Dabei wird es Zeit, uns zu erinnern, wo wir eigentlich sind: „Zwischen den Jahren.“ Zeiten der Unmoral, der Gottlosigkeit, des Heidentums. Es sind, je nach Auffassung, die zwölf „wiehen Nachten“ ("geweihten Nächte") oder die zwölf „Raunächte.“

12 Tage und Nächte kein Kalender, keine Tage, keine Moral

In diesen Zeiten, in denen „kein Kalender gilt“, weil alle Mond-Monate abgeschlossen sind, kommt das Heidnische, das Unheimliche, das Rätselhafte zum Vorschein. Wahlweise zieht Odin mit der wilden, verwegenen Jagd über die Welt, oder andere Geister, zumeist böse oder kauzige, verwirren die Menschen. Man entzieht sich ihnen, indem man nicht mehr aus dem Haus geht, oder veranstaltet einen Höllenlärm, damit sie sich verziehen. Zauberer, Hexen und Weissager treten auf – die sittliche Welt ist aus den Fugen geraten. Erst am 6. Januar ist der Spuk vorbei.

Dem Lover als Geist begegnen

Frauen hatten ein Privileg: In manchen Gegenden Europas konnten sie in einer der Raunächte ihrem zukünftigen Bräutigam begegnen, oder besser: seiner magischen Hülle – schließlich sollte die Jungfrau ja keusch bleiben.

Wofür sich diese Zeit eignet? Selbstverständlich am besten für „magische“ erotische Geschichten. Zum Beispiel das Zeitfenster: Nehmen Sie an, dass die Zeit zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar tatsächlich ein „Zeitfenster“ ist, das aus dem Leben herausgenommen werden kann. Ihre Heldin könnte also irgendwann zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar in einem Zeitfenster verschwinden und erst am 7. Januar ganz normal in ihrer gewohnten Umgebung auftauchen. Sie könnte in den 12 Nächten zwölf verschiedene Liebhaber haben oder auch nur einen einzigen, der sie durch seine stürmische und begierige Art in seinen Bann zieht.

Das Thema gewinnt dadurch an Brisanz, dass die Lover Bestandteile der „wilden, verwegenen Jagdgruppen“ sein könnten, die der Sturm überall hinbringt und die keine Rücksicht auf das zukünftige Schicksal ihrer Heldin nehmen müssen. Die Lover können also ungestüm und verwegen sein, müssen aber in jedem Fall faszinieren.

Vom Zeitfenster zurück in der Realität

Und danach? Lassen Sie Ihre Figur wenigstens ein Anzeichen dafür finden, dass ein Teil ihrer Erlebnisse tatsächlich stattgefunden haben könnte. Dafür eignet sich ein wertvoller Ring oder ein anderes ungewöhnliches Geschenk.

Und wenn die Vision der Raunächte, den Bräutigam zu sehen, wahr würde? Dann würde ihre Heldin nach dem 6. Januar einen ungewöhnlichen jungen Mann kennenlernen, „Hals über Kopf“ mit ihm schlafen und sich dabei schwängern lassen. Nur – wer ist der Vater wirklich? Die wilde Zufallsbekanntschaft im Zeitfenster oder der junge Mann?

Sie sehen – es gibt unendlich viele Methoden, mit Zeitfenster zu arbeiten.

Noch immer keine Erotik-Kurzgeschichte für Weihnachten?

Ich muss fort, meine Süße, du weißt schon ...

Wenn Sie noch eine Erotik-Kurzgeschichte für Weihnachten brauchen, Ho ho ho – hier lässt sie unser Weihnachtsmann aus dem Sack:

1. Für Frauenzeitschriften - udn andere brave Medien - alles mit Rosinen
Denken sei sich etwas Kuscheliges aus. Der entsetzlich gut aussehende Student, der irgendwie gestrandet ist und die Frau in mittleren Jahren, die ihn aufliest. Er bekommt viel vom guten Stollen und sie viel vom guten Sperma. Alles ein bisschen in Kerzenschein, Sekt und Sinnlichkeit einwickeln und beide ziemlich lange im morgendlichen Bett nachkuscheln lassen.

2. Für hartgesottene Träumerinnen - alles mit Ruten

Der Weihnachtsmann ist, wie bekannt, nur zu braven Kindern lieb und gut. Wer schon 35 ist und immer noch ein Kind, der wird in den Sack gesteckt oder mit der Rute gehauen. Das Thema ist schon ein bisschen ausgelutscht – aber in einer Waldhütte im Schnee, weit ab von der Zivilisation? Am Ende freilich muss der Weihnachtsmann wieder lieb und gut werden.

3. Die beiden Einsamen – alles mit Sehnsucht
Eigentlich sind sie sich gleichgültig –aber wer will Weihnachten schon allein sein? Also lädt die nicht sehr attraktive, etwas altjungferliche Buchhalterin den scheuen, aber äußerst liebeshungrigen Programmierer ein. Und sie erlebt, wie man in eine Endlosschleife der Lust geraten kann. Freilich erst, nachdem er schon beinahe wieder gehen wollte, weil beiden der Gesprächsstoff ausging.

4. Die entfernte Tante –alles mit Schenken
Der junge Mann hat sie noch nie gesehen, die geheimnisumwitterte entfernte Tante, von der man sagt, sie habe in ihrer Jugend zu viele Männer gekannt. Der Weihnachtsabend im Kreis der erweiterten Familie führt unweigerlich zu einer Begegnung – und die Tante ist keinesfalls zimperlich. Beide gehen auf den Dachboden, um gemeinsam den Inhalt einer Flasche Schampus zu schlucken und ein paar Lebkuchenherzen zu schlickern. Und natürlich gibt’s noch mehr zum Schlucken und zum Schlickern – die Tante kennt sich in so etwas aus.

5. Die Soft-SM-Anfängerinnen –alles mit Wachs
Hatte sie nicht als Kind einmal Wachs auf ihre Handfläche tropfen lassen? Und jetzt, da sie allein war und den Baum so hübsch geschmückt hatte, war doch die Gelegenheit, nicht wahr? Sie spürt, wie sie das Wachs erregt … und nach und nach entkleidet sie sich, um die heiße Wollust auch auf anderen Körperteilen zu spüren. Das alles wirkt natürlich noch besser, wenn Sie sich trauen, ein Freundinnenpaar miteinander experimentieren zu lassen.

Ideen auch in der Liebeszeitung.

Bild: Montage nach einer historischen Vorlage

Sanfte Erotik und Sex – wie verträgt sich das mit dem Liebesroman?

Träumt sie von der Liebe oder von der Lust?
Sanfte Erotik zu schreiben, also eine Erotik jenseits von Kitsch einerseits und Pornografie andererseits, ist ausgesprochen schwierig. Am besten ist, man verlängert und erweitert eine „ganz gewöhnliche“ Liebesgeschichte bis ins Schlafzimmer hinein.

Ich denke, Sie kennen das Schema von Liebesgeschichten?

Stark vereinfacht geht es so:

Sie trifft ihn - sie verliert ihn - sie bekommt ihn.

Lust und Seelenschmerz

Genau genommen ist es etwas komplizierter: Denn „eigentlich“ hätte gar nichts dagegen gesprochen, ihn zu treffen und sich schnurstracks in ihn zu verlieben. Also müssen Sie diese Hemmung erfinden. Ihre Figur könnte, wie so oft in Kitschromanen, schon einem anderen Mann versprochen sein. Sie könnet aber auch noch Jungfrau sein, und das vielleicht in einem Alter, in dem man solches nicht mehr erwartet. Was es auch immer ist: Es sollte halbwegs glaubwürdig und äußert emotional sein. Man sagt, die Heldin verdiene sich ihr „Happy End“, indem sie durch Dornenhecken geht – und erst, nachdem ihr Seelenschmerz sich in Unerträglichkeit gesteigert habe, winke die Erlösung. Wer einen recht langen Roman schreiben will, kann dies „in Wellenbewegungen“ zu. Nach ein bisschen Schmerz und etwas Demütigung folgt die lustvolle Erlösung, die wieder in Schmerz, Abwertung und Zweifel mündet, bis sich am Ende alles zum Guten wendet.

Einsatz von Sex als Glückswandel

Wo hat in diesem Geflecht von sinnlicher Lust und völliger Verzweiflung die sanfte Erotik ihren Platz?

Wir hatten schon angedeutet, dass der Liebesroman aus emotionalem Schmerz (Sehnsucht, Zweifel, Abwertung) im Wechselspiel mit der Lust (Küssen und Kosen) entsteht.
Das Gewürz „Sex“ wird immer interessant, wenn sich die Liebenden einander so weit nähern, dass der „Moment ohne Wiederkehr“ naht, also die totale sexuelle Hingabe aneinander. Dieser Moment ist nicht nur körperlich erregend, sondern er verändert in der Regel die Gefühle ihrer Figuren füreinander.

Ihre Heldin kann also beispielsweise keinen Sex schenken, oder sich im letzten Moment zurückziehen, weil sie glaubt, sich dadurch zu entwerten. Indem sie es nicht tut, verliert sie ihn für den Moment und macht sich nun Vorwürfe, „es“ nicht getan zu haben.

Die andere Variante bewirkt im Liebesroman paradoxerweise das Gleiche: Ihre Heldin schenkt ihrem Liebhaber Sex, ist sich aber nicht sicher, ob sie das „wirklich richtig macht“. Sie vermutet, dass er enttäuscht ist und sich rarmacht – jedenfalls meldet er sich tagelang nicht. Ihre Heldin macht sich also Vorwürfe, weil sie „es“ getan hat.

Sex kann also ein Hemmer oder ein Beschleuniger sein. Und Sie können durchaus mehrfach Zweifel einsähen, denn beim Sex gibt es ziemlich viele Varianten, die zu Anfang als beschämend empfunden werden und viel Überwindung kosten. Gerade in modernen erotischen Romanen kann sich Ihre Heldin durchaus die Frage stellen, ob eine vom Mann gewünschte sexuelle Handlung „pervers“ ist.

Auch bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen einsetzbar

Ich mag sie noch darauf hinweisen, dass dies alles nicht nur für heterosexuelle Beziehungen gilt. Bei homosexuellen Beziehungen (er/er oder sie/sie), liegt die Schwelle oft noch wesentlich höher, wenn zumindest einer der Partner unsicher über sein Verlangen ist.

Denken Sie bei umfangreicheren Romanentwürfen auch daran, das Liebespaar nicht zu isolieren. Lassen Sie Verführerinnen und Verführer auftreten, die den Schmerz oder die Abweisung ihrer Figur nutzen wollen, um selbst erotisch davon zu profitieren.