Skip to content



Verdammtes Schreiben in den Wind

Manche Menschen glauben, ich verdiene viel Geld mit Schreiben. Da kann ich nur lachen. Erotisch Schreiben ist ein Hurenjob. Wenn du was verdienen willst, musst du schreiben, was die Frauen und Männer da draußen geil macht. Und da hast du viel Konkurrenz. Oh ja, ja … du kannst auch versuchen, einen Bestseller zu schreiben oder „große Literatur“. Good Luck! Die Penner vom Feuilleton nehmen dich doch gar nicht wahr, wenn du erotisch schreibst.

Also schreibst du in den Wind. Der bläst es fort, und du erfährst nie wieder, wer es gelesen hat und warum.

Ach, du willst gar nicht so hoch hinaus?

Warum schreibst du dann?

Du verschwendest nichts als kostbare Zeit, in der du an der Kasse beim Discounter sitzen könntest. Da verdienst du mit Abstand mehr und kriegst noch Personalrabatt aufs Futter.

Frag mich jetzt nicht, warum ich schreibe.

Ach, du fragst doch?

Ich schreibe, also bin ich.

Sinnlicher als Sex?

Auf einem Fest wurde ich jüngst gefragt, ob der Besuch eines Symphoniekonzerts für mich „sinnlicher sei als Sex“.

Sehen Sie, da gibt es einen Knoten im Hirn beim Frager: Musik, Bilder, Skulpturen und Sätze, eine kultivierte Mahlzeit oder ein gutes Gespräch, ja sogar Gegenstände, können enorm sinnlich sein, ohne dass sie „sexuell“ sind.

Der große Vorteil der Sinnlichkeit liegt darin, überall und jederzeit spürbar zu sein, auch ohne die „Objekte der Begierde“, die den Reiz auslösen, besitzen zu müssen.

Falls diese Zeilen eine Idee für einen erotischen Roman ergeben sollten: Bitte schön – bedienen Sie sich.

Warum du Erotik schreiben solltest und Pornos vergessen

Heiße Literatur
Ein Freund, der sich ein bisschen bei erotischer Fotografie auskennt, hat mal gesagt, bei einem guten erotischen Foto ist mehr drin zu sehen, als drauf zu sehen ist.

So ist es auch bei einem guten erotischen Buch: Du liest viel mehr heraus, als drin steht.

Also, was ist das Beste an einem erotischen Roman oder auch nur einer Kurzgeschichte bei deinen Leserinnen?

Fünf Vorteile beim Lesen erotischer Bücher

1. Deine Leserin kann sich in die Rolle deiner Figur hineinversetzen. Wahrscheinlich macht sie das geil, aber das gehört einfach dazu.
2. Wer dein Werk liest, muss sich nicht verstecken. Alle können es überall lesen, und wenn deine Leserin rote Wangen bekommen sollet, wir man das auf ihren Leseeifer zurückführen.
3. Über Bücher kann man mit Freundinnen (manchmal sogar mit Männern) reden. Bei Pornos würde ich das nicht empfehlen.
4. Erotische Romane wenden sich hauptsächlich an Frauen. Nach einer Untersuchung an vielen historischen Beispielen war das schon immer so. Heute triff es garantiert zu: Erotische Romane sind Frauenromane.
5. Anders als Pornografie ist Erotik meistens sinnlich, weil deine Leserinnen sich alles Ausmalen können, aber nicht sehen müssen. Glaub mir, ein paare Szenen in Pornos sind wirklich widerlich – und auch du möchtest sie nicht sehen. Wenn die gleichen Szenen aber geschrieben dastehen, macht sich deine Leserin ein eigenes Bild, und das erschreckt sie nicht.

Vergiss Pornografie – und bringe deine Leserin dazu, dass ihre Gefühle im Kopf explodieren, dann hast du dein Ziel erreicht. Du wirst gelesen.

Bloggen über Sex?

Schreibst du Kurzgeschichten, Novellen oder Romane über die Liebe? Und fügst du dann und wann einmal eine ganz freche Episode ein, die so „unartig“ ist, dass nicht nur fromme Bäckermädchen erröten?

Dann solltest du auch über deine Arbeit bloggen – und möglichst auch über alles, was damit in Zusammenhang steht. Wir hier sind ganz schrecklich neugierig darauf, was du machst, wie du’s machst und ob du vom Schreiben leben kannst.

Wir sind ganz schrecklich neugierig auf dich – schreibst du uns, ob du schon ein Blog hast oder ob du eines einrichten möchtest? Was fehlt dir noch? Können wir dir irgendwie helfen?

Unser Tipp: Wenn du halbwegs gut zeichnen kannst, bist du besonders gefragt. Illustrierte Geschichten werden geradezu verschlungen. Und Fotos gehen natürlich auch immer. Zeig dich von deinen schönen Seiten – aber sorg‘ dafür, dass dich niemand darauf erkennt. Das macht deine Leser noch viel neugieriger.

Der sinnliche Roman – was ist mit den „Spielsachen“?

Vibrationsmodul in einem Vibrator
Die meisten Autorinnen werden so weltläufig sein, dass sie wissen: Ja, es gibt Vibratoren, und „ja“, ich kenne jemanden, der einen hat. Vielleicht haben Sie sogar schon mal selber erprobt, welche Möglichkeiten ein solches Instrument für Sie eröffnet.

Zu einem intensiven, sinnlichen und überaus anregen Liebesroman über Ihre „im Grunde“ heterosexuelle Heldin können Episoden gehören, die lesbische Liebe, Triolen oder Besuche frivoler Klubs beinhalten – bespiele dafür gibt es in Hülle und Fülle.

Doch gehören auch Liebespielzeuge dazu?

Werbung für Vibratoren von "damals"
Warum eigentlich nicht? Sie können seitenlang schildern, wie Ihre Figur die jeweiligen Geräte über die Haut gleiten lässt – stets mit den Gefühlen verbunden, die dabei entstehen. Vielleicht wissen Sie, dass die meisten Frauen die Wirkung eines Vibrators zuerst an den Handflächen erproben – sogar vor dem Kauf, falls sie eine Gelegenheit dazu haben? Bedenken Sie, wie viel Haut Sie rein äußerlich haben und wo überall eine Vibration Wirkung zeigt. Eine meiner näheren Bekannten hat es einmal auf den Lippen probiert – es war sensationell.

Es muss also nicht gleich der Schambereich sein – aber auch dort gibt es verschiedene Regionen, außen wie innen, die höchst unterschiedliche Gefühle hervorrufen.

Im erotischen Roman können Sie das „Äußere“, also das äußere Massieren, das Einführen und die Bewegungen innerhalb der Vagina mit den unmittelbaren Empfindungen verbinden, und mit ihnen wiederum zu den Fantasien übergehen, die Ihrer Heldin dabei durch den Kopf gehen. Das füllt gut und gerne 30 Normseiten und mehr.

Auch das Umgebungsgeschehen lässt sich wundervoll in die Schilderung einbauen – sei es ruhig oder erregend. Ihre Heldin kann einen Handtaschen-Vibrator auf der Firmentoilette benutzen, wenn sie „krass“ geschildert werden soll, oder sich mit einer Flasche Champagner ins Himmelbett zurückziehen, wenn Sie das kleine Glück“ romantisch anlegen wollen.

Eine flackende Hotelwerbung? Heftiges Liebestöhnen im Nebenzimmer? Alles ist möglich. Und schließlich könnte Ihre Heldin im schönsten Moment gestört werden … oh, oh!

Apropos „oh, oh“ – Vibratoren eignen sich auch, um sich auf die Lust einzustimmen, bevor ihre Heldin ihren Lover empfängt … und zu vielen anderen Varianten sinnlicher Gedanken.

Sollten Sie wirklich keinerlei Erfahrung mit Vibratoren haben – nun, sie sind nicht so teuer, dass sie sich bei ihrem hoffentlich zu erwartenden Autorenhonorar nicht bezahlt machen würden. Es ist so gut wie die einzige Möglichkeit, erotische Momente realistisch zu schildern, bei denen Sie sich nicht einem anderen Menschen „öffnen“ müssen, um die einschlägige Erfahrung zu erwerben.