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Erotische Literatur: Den Reaktionen des Körpers folgen

Der Leser hat kein Bild wie dieses - du musst beschreiben, wie die Haut unter der Berührung erschauert
Im Lehrbuch für angehende Schriftsteller würde wahrscheinlich stehen:

Du kannst zustandsorientiert, eigenschaftsorientiert, ergebnisorientiert, personenorientiert, dialogorientiert oder handlungsorientiert schreiben.


Was uns das sagt? Zunächst einmal zeugt es davon, dass sich jemand große Mühe gemacht, alle Möglichkeiten aufzuzählen, ohne uns etwas Genaues darüber mitzuteilen. Manche Schreib-Lehrer ziehen zwei Möglichkeiten heraus: handlungsorientiert und personenorientiert. Einige von ihnen behaupten, dass alle guten handlungsorientierten Geschichten zwangsläufig auch personenorientiert sein müssten, weil es ja die Personen sind, die für die Handlungen verantwortlich sind. Und sie sagen auf der anderen Seite: Die personenorientierte Geschichte benötige letztlich eine spanende Handlung, und dies bedeute, dass sie ebenfalls handlungsorientiert seien.

Das Bekannteste wird herausgegriffen, um es zu lehren

Dahinter steht eine sehr simple Tatsache: Von Kindesbeinen an hat man uns gelehrt, wir sollten handlungsorientiert Schreiben – und wir sind dabei geblieben. Also ist es auch für Schreib-Trainer am einfachsten, zu sagen: Schreibt doch bitte handlungsorientiert, also schreibt darüber, was Personen „machen“.

Dialoge, Gefühle, Körperreaktionen

Besser wäre, wir würden Dialog- Gefühls- oder Körperorientiert schreiben lernen. Wenn wir die Erotik-Geshichten von Afroamerikanern lesen, finden wir viel mehr Dialoge, Wünsche und Gefühle, die in Sprache umgesetzt werden konnten. Gefühle lassen sich wesentlich tiefer, detaillierte und auch kompromissloser beschreiben. Und der Körper? Bereits der bekleidete Körper spricht zu uns und zu anderen. Männer versuchen sich so hinzusetzen, dass man ihre Erektion nicht sieht (oder sie möglichst deutlich sieht, je nach Situation), Frauen versuchen, die Beine geschlossen zu halten und streben oft zugleich danach, sie aufzuspreizen. Dabei müsste man gar nicht bei den Genitalien anfangen: Die Gesichtszüge, Augen, Mund und Brustspitzen sprechen Bände.

Der nackte Körper ist ein offenes Buch – bei Männern ohnehin, weil ihre Wollust stets hervorsticht. Bei Frauen muss der Mann etwas genauer „hinlesen“, und vielleicht muss sie ihm etwas mehr „Einblick“ gewähren, um ihm den Grad der Erregung zu signalisieren.


Wenn es nur darum geht, die Reaktion des Partners in seiner Nacktheit zu ergründen, ist vielleicht dieses Zitat hilfreich:

Unter deiner Kleidung liegt eine verborgene, endlose Geschichte. Dort befinden sich deine Geheimnisse, und ich werde sie erforschen.

Den Körper erforschen und seine Reaktionen beschreiben

Ob du die Reaktionen „seines“ oder „ihres“ Körper lustvoll erforscht, spielt kaum eine Rolle. Es ist ein Spiel mit der Frage „Was passiert, wenn?“ Wann lacht, wann lechzt, wann leidet die Person? Wann zittert sie vor Lust, wann schreit sie auf vor Schmerz?

Natürlich müsstest du „im richtigen Leben“ dazu eine Vereinbarung treffen, was du versuchen darfst und was nicht. Deine Figuren können dennoch immer etwas Gewagteres tun als die Menschen in der Realität. Deine Leserinnen und Leser dürfen aber nicht dadurch befremdet werden, sonder das, was die Figuren tun, muss sie erregen.

Manche Frauen und Männer wollen nur ihr Wohlbefinden steigern, wenn sie nackt „behandelt“ werden, andere wollen durch Berührungen zu Orgasmen und Ejakulationen kommen, und wieder andere wollen lachen, schreien oder weinen.

In jedem Fall aber ist es eine Möglichkeit, die Lustmöglichkeiten und Lustgrenzen plastisch zu beschreiben.

Und DU? Schreibst du schon darüber? Dann sag es uns. Und - wir bedauern, keine Beispiele der "intimen Art" veröffentlichen zu können.

Zehn Erotik-Themen, die du vielleicht verpasst hast

Erotik und Computer - Ende der 1970er Jahre
Schon im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert konnten Beobachter entdeckend, dass die „neuen Technologien“ nach und nach in die Literatur einflossen – auch in die erotische. Nun sind „Technologien“ nicht sonderlich wichtig für die literarische Qualität, wohl aber für aktuelle Kurzgeschichten, Novellen und Romane.

Ich will euch nur einige der Online-Tendenzen nennen, die bereits in die Literatur Eingang fanden:

1. E-Mail
Über E-Mail lassen sich –wie früher im Briefroman – zahllose Liebes- Erotik- und Sexgeschichten erzählen. Außerdem geht ein großer Teil der „Anbahnungen“ beim Online-Dating immer noch über E-Mail.

2. Chat
Nan McCarthy schrieb einst „connect“, eine Trilogie über eine Chat-Beziehung. Chats sind nicht gerade mehr der letzte Schrei, aber ähnliche technische Mittel (WhatsApp) habe heute eine vergleichbare Sogwirkung.

3. Telefonsex
Nein, neu ist er nicht. Aber wesentlich erweitert worden durch Video-Sex. Telefon-Sex war ein wesentlicher Bestandteil des Romans „Vox“ von Nicholson Baker.

4. Online-Dating (Sex-Dating)
Jeder hat inzwischen wohl einen Krimi gesehen, in dem Online-Dating und Sex-Dating eine Rolle spielen. Beim Online-Dating ist alles möglich – von kriminellen Machenschaften über Romanzen bis hin zu Ehen. Besonders interessant, wenngleich etwas angejahrt: @E.R.O.S.

5. Virtuell Welten
Was passiert eigentlich, wenn eine verheiratet Frau in der „virtuellen Welt“ einen anderen Mann heiratet? Ist das Ehebruch? Und ist die Vergewaltigung eines Avatars wirklich ein Delikt? Verwirklicht in „My Tiny Life“ von Julian Dibbell.

6. Roboter
Nein, wir meinen nicht die tapsigen Gestalten mit Glühbirnen auf dem Kopf, gehen nicht in die „Western World“ der menschenähnlichen Huren, und ebenso nicht in die Zukunft, in der japanische Sexroboter ihre Münder und Vaginen präsentieren. (Gibt es teilweise, aber nicht sehr lebensnah). Roboter, oder schlichter „Chatbots“ oder „Bots“ sind Software-Programme, die zumindest einem einfältigen Menschen Sex-Avancen machen können.

7. Smartphones
In einer Welt, die vom „Handy“ beherrscht wird, und in der man alles mögliche damit bestellen kann, könnte man auch Menschen bestellen – das ist entweder Betrug oder Prostitution oder „Flüssigkeitsaustausch auf Gegenseitigkeit“. Das Neue daran (im Gegensatz zum Online-Dating): Der Ort, an dem sich der Partner befindet, kann angezeigt werden.

8. Tracking
Kaum jemand spricht darüber – einmal, weil die Legalität des „Trackings“ zweifelhaft ist und zweitens, weil die meisten so etwas nur aus utopisch anmutenden Krimis kennen. Mithilfe von „Tracking“ kann ein Liebes- oder Sex-Partner den anderen überwachen – nicht nur, wohin er/sie geht, sondern inklusive der Gespräche, die er/sie andernorts führt.

9. Virtuelle Abhängigkeit (Paypigs etc.)
Ein trauriges Kapital der modernen Welt: die neue Hörigkeit, bei der ein Mensch (meist ein Mann) sich virtuell von einem anderen Menschen (meiste einer Frau) abhängig macht. Das Besondere daran: Richtiges Geld fließt für virtuelle Erniedrigungen.

10. Soziale Netzwerke
Mithilfe von Software können Spione, Betrüger, Erpresser aber auch seriöse Geschäftsleute die sexuellen Neigungen, erotischen Präferenzen und Schachstellen von liebes- und sexsüchtigen Menschen herausfinden. Ebenfalls ein ganz dunkles Kapitel des Internets. Suchmaschinen, soziale Netzwerke und andere Online-Einrichtungen (Apps) sammeln solche Daten – und manche davon werden auch weitergegeben.

Ich versprach euch, moderne Themen zu nennen – und diese betreffen nur „neue Technologien“. Es gibt noch viel mehr erotische Themen im 21. Jahrhundert.

Die Anzeige (oben) könnte zwischen 1977 und 1981 erschienen sein – in dieser Zeit wurde das gezeigte Computermodell verkauft.

Erotische Themen des 21. Jahrhunderts

Aufeinander, untereinander, ineinander - was ändert sich eigentlich beim Sex?
Was hat sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts am meisten verändert? Vor allem, dass Frauen unabhängig leben können, besonders, wenn sie gut ausgebildet sind. Sie können Macht und Ansehen gewinnen und ein freizügiges, nahezu uneingeschränktes Sexualleben führen.

Ihr könnt dieses Leben gerne einmal vergleichen mit einem Frauenleben der 1850er, 1900er oder 1950 Jahre, und ihr werdet feststellen: Noch nie waren die Möglichkeiten so groß wie heute – und andererseits: Noch längst werden nicht alle Chancen und Optionen genutzt.

Beziehungen, Frauen und Sex im 21. Jahrhundert

Die Themen des 21. Jahrhunderts sind vielfältig, betreffen aber zumeist die sogenannten „Beziehungen“, also die Suche nach festen, flexiblen oder einmaligen Erlebnissen in Körper, Geist und und Psyche. Das war zwar immer so, doch steht die Frau heute als selbstbestimmte Person und treibende Kraft immer mehr im Mittelpunkt. Sie kann zwischen mehreren Männer unterschiedlicher sozialer Stufen, vieler Altersgruppen und höchst differenzierter Eigenschaften wählen, aber auch zwischen Frauen und Männern. Und sie kann solche Beziehungen parallel oder alternierend führen.

Wollen und Durchsetzen statt auf den Zufall zu warten

Das ist der eigentlich Unterschied. Während im klassischen Liebes- oder auch Erotikroman stets das Schicksal oder der Zufall herhalten muss, um eine Wendung des Geschehens herbeizuführen, ist es nun der freie Wille der Heldin. Das ändert die Ausgangsklage erheblich. Die heutige Frau kann Frauen wie auch Männer anlocken, nutzen und verwerfen, wenn sie entsprechend „gepolt“ ist. Sie kann dabei in psychische Zweifel kommen oder auch jede Art von Macht und Einfluss nutzen, um sich gegebenenfalls skrupellos durchzusetzen. Und – sie muss keine Erklärung oder gar Entschuldigung mehr abgeben, warum sie so handelt, sondern nur noch „dazu stehen“.

Bücher dieser Art gib es schon

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Ich kam darauf, als ich einen Zeitungsbericht über Ute Gliwa gefunden, das sich auf ihr Erstlingswerk bezieht, „Alberta und ihre Männer“ bezieht. In diesem Buch geht es um die willentliche Entscheidung (oder eben auch das „Offenlassen“ der Entscheidung) zwischen zwei Männern. Das Buch ist ein wenig märchenhaft angelegt, sodass Frauenaugen auch weiterhin glänzen werden. Doch warum soll eine solche Story nicht auch in einem recht einfachen Milieu möglich sein? Eine Großstadt, Anonymität, eine Sachbearbeiterin oder eine Küchenhilfe, die einerseits das Solide mag, dann aber wieder die flatterhafte Lust des Abenteuers packt?

Die Top-Themen des 21. Jahrhunderts können sehr unterschiedlich sein. Falls ihr englische Krimis seht, wird euch dies schon aufgefallen sein:

1. Selbstbestimmte Frauen jeden Alters mit Gelegenheitsbeziehungen.
2. Wechselnde Beziehungen.
3. Parallele Beziehungen.
4. Gleichgeschlechtliche Beziehungen, auch alternierend.
5. Beziehungen zwischen unterschiedlichen Ethnien.

Gefällt auch das? Habt ihr entsprechende Ideen oder Manuskripte? Sagt es einfach.

Du erreichst mich über E-Mail:

Kontrovers: Gewöhnlicher Sex

Langeweile - schon auf der Hochzeitsreise?
Geschichten über und um den Sex, aber auch solche, in denen einmalig beschrieben wird, wie ein Paar „es“ miteinander tut, scheitern immer wieder an einem Problem: Das Gewöhnliche ist gewöhnlich so uninteressant, dass es keiner lesen will. Nur das Ungewöhnliche erzeugt in euren Leserinnen und Lesern Aufmerksamkeit, Interesse und nicht zuletzt Geilheit.

Wir haben uns gefragt: Ist es besser, wenn du eine Situation beschreibst, die deine Leser(innen) vermutlich kennen oder eine, die sie nicht kennen und niemals selbst erleben wollten? Sex im Auto? Sex auf einer Parkbank? Sex im Hausflur, mit zur Seite geschobenem Slip?

Klingt aufregend. Manchmal jedenfalls. Doch was passiert, wenn Sex zur Routine wird, so als ob man gerade mal ein Glas Bier austrinkt? Deshalb begleiten wir jetzt ein Paar, das schon eine Weile zusammenlebt, und wir erfahren, was „gewöhnlicher Sex“ sein kann.

Er will nicht, dass ich meine Klamotten ausziehe. Ist auch viel zu kalt in der Bude. „Nur runter mit dem Slip, das reicht“. Na schön, das geht fix. Ich bücke mich und stütze mich ein bisschen ab. Gleich wird er mir den Rock hochziehen. Das Gefühl ist nicht schlecht.

Er drückt sich an mich. Ich gebe mich mal passiv, so als ob ich Geduld hätte, aber innerlich bin ich längst geil. Er mag es, wenn ich gar nichts mache, aber ich weiß nie, worauf er wartet. Vielleicht darauf, dass ich ihn anbettele, mich zu vögeln. Tu ich aber nicht. Er tut es sowieso gleich.

Plötzlich dringt er in mich ein – ist nicht so toll, weil er vorher nichts sagt. Aber ich bin so entspannt und feucht, dass es trotzdem geht. Wahrscheinlich wird er wieder ziemlich schnell in mir kommen.

Für mich ist es kein Problem. Wenn er in mir ist, nutze ich meine Muskeln, und ich kann kommen, wann ich will. Ich könnte jederzeit kommen, auch während ich diese Geschichte schreibe. Aber es geht besser, wenn er in mir steckt.

Er stöhnt, entweicht mir, zieht seine Unterhose wieder an und greift zu seinen Jeans, zieht auch die an und setzt sich schweigend in den Sessel. Ich wasch mich wenigstens im Schritt, dann setzte ich mich zu ihm und schenke uns ein Bier ein.

„Sollten wir öfter machen“, sagt er schließlich.

„Ja“, ist ein guter Vorschlag.“

Das Fernsehprogramm beginnt bald. Es kommt kein Fußball. Da kann ich wenigsten einen Liebesfilm sehen.


So, und nun sag uns:

- Warum hast du diese Geschichte bis zum Ende gelesen?
- Hat du dich selbst wiedererkannt?
- Oder sagst du: „Nein, ganz so öde ist es bei uns nun wieder nicht?“

Du kannst natürlich auch gar nichts sagen und selbst eine Geschichte schreiben, in der ein Paar sexuell aktiv ist und sich dennoch miteinander langweilt.

Bild: Scherzbild, Klappkarte, historisch.
Text der Story: Isisdora

Was uns anpisst – und was nicht

Humor bezaubert, auch wenn die Situation eher befremdlich ist
Manches pisst uns an, manches empört uns. Dann befremdet uns wieder etwas, und schließlich sind wir von etwas peinlich berührt. Ausdrücke für den Umgang mit "Peinlichkeiten" gibt es in Hülle und Fülle.

Peinlich berührt sein

Ich las neulich gerade, dass wir Autorinnen/Autoren uns hüten sollten, über einige Themen zu schreiben, die Menschen peinlich sind. Und als ich hier dann den Artikel über „Natursekt“ nachlas, begann ich nachzudenken. Warum, in drei Teufels Namen (oder in jedem beliebigen anderen Namen) sind wir eigentlich so empfindlich, oft gar „pikiert“, wenn es ans Eingemachte geht?

Drei Themenkomplexe, bei denen Leser(innen) empfindlich reagieren könnten

Die Berührungsängste, die wir besonders häufig finden, bestehen einmal aus den Körperausscheidungen, Sperma und Scheidenflüssigkeit durchaus inbegriffen und sicher auch Schweiß und Speichel, um mit dem Harmlosen zu beginnen.

Männer und Frauen haben eine Schnittstelle, an der sie empfindlich reagieren: sich niemals sexuell zu etwas zwingen zu lassen.

Die dritte, deutliche Hürde betrifft vor allem Männer: Sich niemals einem Gedanken nähern, der als homosexuell ausgelegt werden könnte.

Was denkt die Mehrheit eigentlich wirklich?

Wenn wir dies nun alles so hübsch aufgezählt haben, kommen wir unweigerlich zu einem Knackpunkt: Ein Teil der Menschen ist ausschließlich befremdet, wenn er von anderslautenden Aktivitäten hört. Das ist deren gutes Recht und kann nicht bewertet werden. Ein weiterer Teil ist fasziniert davon – diesen Teil rechnen wir zumeist zu den „Perversen“, „Abweichlern“ oder „Fetischisten“. Damit hätten wir sie geistig „weggesperrt.“

Der dritte Teil jedoch ist zugleich fasziniert und befremdet von dem, was in einer erotischen Geschichte passiert, die über die Grenzen des „Blümchensex“ hinausgeht.

Der Großteil der Menschen ist neugierig auf "eigenartigen" Sex

Wir ahnten schon immer, dass dieser Teil der Menschheit in Wahrheit der größere Teil ist – und seit Kurzem wissen wir es – einmal aus der Forschung, und dann auch aus dem Erfolg der leidigen „Shades of Grey“. Mit dieser recht neuen Erkenntnis können wir an viele Phänomene mit leichtem Herzen herangehen. Um unsere Leserinnen und Leser nicht zu stark psychisch zu beanspruchen, sie aber dennoch sinnlich anzusprechen, haben wir verschiedenen Möglichkeiten, unsere Worte zu variieren.

Nicht zu direkt, nicht zu unmittelbar und ohne Wehgeschrei: Fesseln und Schläge

Wenn von Fesselungen die Rede ist, sprechen wir nicht von dem Gefühl, hilflos und ausgeliefert zu sein. Wenn wir von Schlägen oder Hieben sprechen, erwähnen wir weder den beißenden Schmerz, noch die unterdrückten Tränen, sondern sehen es wie eine „Geisterbahnfahrt“ an. Selbst eine Folterszene oder ein ähnlicher Übergriff lässt sich so „entschärfen“.

Es fließt und sprudelt - Körperflüssigkeiten für jeden Geschmack

Nehmen wir wir Körperflüssigkeiten: Ob jemand ejakuliert, laktiert, spuckt oder uriniert - immer findet sich ein Weg, den Vorgang selbst zu verschleiern oder allenfalls anzudeuten. Mit etwas Humor schluckt auch unsere Leserin oder unser Leser nahezu jede Flüssigkeit, die wir ihm virtuell anbieten.

Selbst überzeugte Heterosexuelle zeigen sich verblüfft von alternativer Lust

Das größte Monster für Männer, der Anklang an Homosexualität, lässt sich kaschieren, sobald man eine Frau ins Spiel bringt, die dabei „Schützenhilfe“ leistet. Und plötzlich wird aus dem Ekelphänomen ein Genuss, der freilich überrascht. Wer sich einmal Gedanken über das „reine Fühlen“, also erotische Handlungen ohne Sichtkontakt gemacht hat, wird wissen oder ahnen, was alles möglich ist. Aus dieser Sicht ist auch der passive Analverkehr kein Tabu mehr.

Im Allgemeinen gilt: Je skurriler, spielerischer oder humorvoller du die Situation schilderst, in der sich eine „starke“ sexuelle Abweichung manifestiert, umso mehr akzeptiert deine Leserschaft, was du schreibst.

Bild: Aus einem erotischen "Groschenheft"