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Gute Idee - das September Song Projekt

Ich bezweifle sehr, dass ihr an dem von Mrs. Fever inspirierten Schreibprojekt teilnehmen könnt oder wollt - denn es ist (natürlich) auf die englische Sprache bezogen. Und die Sache ist, dass ich auf ihre Seite auch nicht verlinken kann, weil dort auch heftig-erotische Inhalte zu finden sind.

Ein Text, der durch die Musik lebt ...

Sinnlichkeit und Verführung durch Instrumente und Stimmen
Doch die Sache an sich ist wirklich chic. Es geht darum, einen Song (auch ein Instrument, wenn dir das besser gefällt) als Grundlage für einen erotischen Text zu nehmen.

Der „September Song“ selbst ist von Kurt Weill (ja, dem Kurt Weill) und ein gewisser Maxwell Anderson hat den Text geschrieben. Inzwischen ist er zu einem Jazz-Standard geworden.

Wie kann man nun erotische Geschichten über Musik schreiben?

Ganz einfach. Manche inspiriert der Titel. manchen die Melodie, und einige sogar das Instrument, das dabei benutzt wird.

Ich werde euch mal ein paar Instrumente vorstellen:

1. Das Saxofon

Manche Frau sagt, dass es direkt in ihre erogenen Zonen blasen würde - jedenfalls würde die angesprochen, sobald ein Tenorsaxofon röhrt. Auch das Sopransaxofon erzeugt erotische Schauer, und bei manchen Frauen sogar die Klarinette oder einer der Flöten im Orchester.

2. Die Gitarre

Auch bei ihre sind es zumeist die Frauen, die sinnlich werden, sobald jemand eine Gitarre speilt -oder gar eine Bassgitarre. Manche lieben den sanften Klang der akustischen Gitarren, wollen von den Tiefen eines Elektrobasses durchdrungen werden.

3. Das Cello

Celli werden oftmals von Frauen gespielt, und sie befinden sich zwischen den Beinen - offenbar sehen das manche Männer und Frauen als anregend an.

4. Das Schlagzeug

Weniger die Becken im klassischen Konzert als vielmehr die vielfältigen Schlagzeuge in der afrokubanischen Musik. bei der Rockmusik oder im Jazz regen die Fantasie an - auch durchaus in der sogenannten BDSM-Szene. Ein Schlagzeug ist dort eben ein Schlag-Zeug und kein Vibrafon.

5. Die Violine

Man sagt, sie könne die Herzen gelieren - gleich, ob sie von einem Roma in einem Speiselokal gespielt wird oder von einer Solistin im „großen Konzert“.

6. Die Stimmen

Die Stimme an sich ist nicht von Natur aus sinnlich, aber viele Sängerinnen dun Sänger schaffen es dennoch, allein mit ihrer sinnlichen Stimme die Lustnerven der Zuhörer(innen) zu erreichen.

Wer Lust hat, kann und darf - die Kombination von Musik und Erotik ist ja nicht ganz neu, aber sie ist enorm verführerisch, wie schon Homer schrieb. Ja, der mit den Sirenen, deren Gesang niemand widerstehen konnte.

Erstlich erreichet dein Schiff die Sirenen; diese bezaubern
Alle sterblichen Menschen, wer ihre Wohnung berühret.
Welcher mit törichtem Herzen hinanfährt und der Sirenen
Stimme lauscht, dem wird zu Hause nimmer die Gattin
... mit freudigem Gruße begegnen.


Peitschenhiebe und sinnlicher Gesang - alles geht

Die Macht der Musik - warum solltest du sie nicht nutzen, wenn du eine erotische Geschichte schreibst? Nimm sanfte Töne, die den Körper durchdringen und die Liebe ohne Mühe auslösen. Oder nimm die scharfen Hiebe des Schlagzeugers, die auf dem Rücken herniedergehen wie Peitschenhiebe. Zeig, wie das Saxofon sich durch die Ohren in die Psyche schleicht und die Vagina befeuchtet und wie die Stimmen der modernen Sirenen die Prostata aktivieren. Und selbst, wenn der Hauch eines Blasinstruments nur Schauer auf der Haut erzeugt - dann vibriert wenigstens etwas in dir oder deiner Figur.

Und: Falls du es tust (ich hoffe, du tust es) - hinterlasse hier bitte einen Kommentar.

Anmerkung Ende September: Das Projekt ist - wie ich befürchtet habe - gescheitert. Wir werden keine neuen Projekte dieser Art auflegen.

Die erotischen Fantasien

Die schnöde Realität und die erregende Fantasie
Nur sehr wenige erotische Romane basieren auf Tatsachen oder lehnen sich an Tatsachen an - die meisten sind reine Produkte der Fantasie. Sie spielen damit, dem Leser etwas nahezubringen, wonach er in der innersten Seele giert, während ein anderer Teil von ihm sich davor fürchtet.

Einer gestandenen Autorin muss ich nicht sagen, worum es dabei geht: Um
Fantasien, die eine Mutter auf keinen Fall der Tochter beichtet oder umgekehrt. Doch um welche Fantasien handelt es sich hauptsächlich?

Das hat die Liebeszeitung genau ermittelt. Dabei hat man den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ gewählt:

- Alle Arten von Sex in Verbindung mit Romantik.
- Ebenso, jedoch in Verbindung mit Abenteuer oder Gefahr.
- Oral und/oder Handverkehr.
- Gruppenaktivitäten (vom Dreier bis zur Orgie).
- Domination, Submission, Fesselungen und Züchtigungen.
- Jemandem beim Sex zuzusehen (Voyeurismus).
- Fetische verschiedener Art, echte und pseudo.
- Gleichgeschlechtliche Aktivitäten unter Heterosexuellen.

Bei dieser Aufstellung scheint es so zunächst so, als würden „harmlose“ Aktivitäten mit „schmutzigen“ Praktiken vermischt. Aber das ist nicht so - alle diese Handlungen sind Gegenstand von Tagträumen und Masturbationsfantasien, die von den Befragten einer groß angelegten Studie genau so beantwortet wurden.

Es mangelt an realer Erregung - die Fantasie hilft weiter

Sehen wir genau hin: Wir erkennen dann sofort, dass die Fantasien zunächst aus einem Mangel an realen Erlebnissen entstehen. Die Befragten wünschen sich ganz offensichtlich, ekstatischen Sex und heftige Orgasmen in einem romantischen Liebesumfeld zu haben. Sie vermissen auch die Spannung, die ein sexuell-romantisches, vielleicht gefährliches Abenteuer ihnen bieten könnte. Aber sobald wir dies ausgesprochen haben, kommen wir bereits an die Hürden, die in der Realität vor solchen Gelüsten stehen. Tatsache ist: Wenn sich Begierden mit Ängsten beißen, dann entsteht die Mischung aus Spannung und sexuellem Erschauern, die viele Leser lieben.

Mehr als Fantasien - oder: die Realität ist aller Laster Anfang

Das heißt nicht, dass erotisch Romane „nichts als Fantasien“ beinhalten würden. Bevor die Lüste überkochen, beginnt alles „wie im richtigen Leben“. Es sind die Orte, die deinen Leserinnen und Lesern irgendwie bekannt vorkommen. Ebenso verhält es sich mit den ersten Begegnungen: Ja, all dies hätte auch den Leserinnen passieren können.

Doch dann geschieht etwas mit deiner Figur, was nicht üblich ist. Ob jemand „mit der Tür ins Haus fällt“ und deshalb verblüfft, oder ob die „Salamitaktik“ zum Einsatz kommt, ob es sich um eine traditionelle Verführung handelt oder um eine Intrige - das legst du fest. Doch was macht deine Figur?

Wenn sich jemand einlässt ...

Sie muss sich plötzlich entscheiden - „lasse ich mich auf die Sache ein oder nicht?“ Und wenn nicht sofort, wann wird sie sich einlassen? Welche Skrupel wird sie haben, oder welche Gewissensbisse rauben ihr den Schlaf? Wird sie durch ihre Handlungen erpressbar? Gerät sie gar immer tiefer in Verstrickungen?

Der erotische Roman ist auf keinen Fall "nur" erotisch

Erotische Fantasien haben also durchaus das Potenzial für aufschlussreiche, spannende und erregende Romane. Wenn du eine Figur mit dem „ganz gewöhnlichen Leben“ ausstattest, das auch deine Leserin führen könnte, und sie von dort aus auf ein unbekanntes Gelände führst - dann wird sie mit dir gehen. Sie hat schon oft dran gedacht, was sie tun könnte, wenn sie sich trauen würde, glaub mir. Keine Angst - sie wird sich niemals trauen, die engen Grenzen zu überschreiten, in denen sie lebt. Abers sie wird immer wieder begierig lesen, wie aufregend das Leben deiner Figur ist.

Der ewige Mythos vom Berkley Horse

Wer seine erotischen Geschichten in die Vergangenheit verlegt, ist stets gut beraten, etwas über die Zeit zu erfahren, in der die Geschichte spielt. Hier hat jemand das "Berkley Horse" in eine Zeit verlegt, in der es noch gar nicht existiert haben konnte. Der Text:

Begleitet von einer Gouvernante wurden wir in einen Raum geführt, der ausschließlich für Bestrafungen genutzt wurde und auch so eingerichtet war. in den Raum besonders benutzt und für die Bestrafung eingerichtet. Es wurde ausschließlich durch Oberlichter beleuchtet. In ihm standen Leitern, Berkley Horses und andere Geräte, auch Seile, und vor allem Ringe im Boden und an der Decke, an denen jene befestigt werden konnten, die Widerstand leisteten.

An dieser Geschichte fällt vor allem auf, dass es in der Zeit, als die angebliche Großmutter in die Liebe eingeführt wurde, noch gar kein Bentley Hose gab und Ms.Berkley noch kein Flagellationsbordell betrieb.


Quelle: MY GRANDMOTHER'S TALE OR MAY'S ACCOUNT OF HER INTRODUCTION TO THE ART OF LOVE.
From an unsophisticated Manuscript found amongst the old lady's papers, after her death, supposed to have been written about A.D. 1797. (Veröffentlicht im Oktober 1890.

Das Berkley Horse in der Literatur (1880)

Habt ihr jemals von einem "Berkley Horse" gehört? Wenn ja, dann lest den neuesten Artikel in der "Liebeszeitung" über eine Maschine, deren Existenz höchst zweifelhaft ist. Das hinderte die Autoren der viktorianischen Zeit allerdings nicht, den Prügelbock durch Zeitungsbeiträge, Bücher und erotische Schriften zu schleifen. Einen Teil einer dieser Schriften mit dem Namen "They all do it" habe ich übersetzt - und das Berkley Horse feiert darin eine merkwürdige Auferstehung. Hier der Text, dre zum besseren Verständnis um einige Worte ergänzt wurde. Es ist nur ein kleiner Auszug, der das "Berkley Horse" betrifft.

Alice zeigte auf ein feines "Berkeley Horse", das in die Mitte des Wohnzimmers gerollt wurde. Es sah aus wie eine gewöhnliche Stufenleiter, jedoch war sie mit rotem Filz bezogen, und sie besaß ein gepolstertes Trittbrett, auf dem das Opfer stehen konnte. Die Hände wurden dabei hoch über dessen Kopf gestreckt, sodass er nur auf Zehenspitzen stehen konnte. Lothar wusste offensichtlich nicht, was ihm bevorstand und trat unbefangen vor das Gerät. Er wurde von sofort an seinen Handgelenken an den obersten Ringen des Pferdes befestigt. Berta Aldegonde grinste hämisch und spannte die Schnüre gnadenlos, worauf Lothar heftig protestierte, weil ihn die Spannung unglaublich schmerzte.

„Das ist noch gar nichts, mein Lieber“, sagte Berta Aldegonde, „schrei besser nicht, bevor ich dir ernsthaft Schmerzen zufüge. Warte erst einmal, bis die Ruten deine Haut kitzeln und deinen Hintern wärmen. Es wird dir guttun, denn es ist die belebendste Prozedur der Welt.“

Alle anwesenden Damen waren nun mit langen, dünnen Birkenruten ausgestattet.

Alice, die als Inquisitorin agierte, trat vor: „Mein lieber Sir, du wirst nun all meine Fragen beantworten, und zwar unter Androhung schwerster Strafen. Sofort zog sie ihm mit der Rute eins über den Hintern, sodass der junge Mann zusammenzuckte und sich die Stelle sofort rot einfärbte.

"Mein Gott! Du bestrafst mich, ohne auf meine Antwort zu warten." Lothar war sichtlich empört, doch bevor er den Satz zu Ende brachte, griffen alle Damen zu ihren Ruten und ein Hagelschauer schmerzhafter Hiebe gingen auf ihn nieder. „Antworte! Antworte, antworte!“


(1879/1880, victorianisch, aus "The Pearl" (Anonym, LADY POKINGHAM; OR THEY ALL DO IT: Giving an Account of her Luxurious Adventures, both before and after her Marriage with Lord Crim-Con)

Frage an Erotik-Autorinnen: Hast du das alles selber erlebt?

Wer auch nur ein Fingerchen nach außen streckt, an dem man dich entlarven kann, werden dich deine Leser(innen) fragen, ob „du das wirklich selbst alles erlebt hast.

Klar bist du mit recht empört, wenn eine Schwachköpfin oder gar ein Schwachkopf so etwas fragt, vielleicht (falls männlich) noch mit Geifer an den Lefzen. Aber sie fragen es eben. Egal, ob du erotisch Kurzgeschichten. Novellen oder Romane schreibst: Sie wollen wissen, ob du es „wirklich“ getan hast.

Ein bloggender Autor schrieb gerade:

Kein Mensch fragt einen Krimi-Autor, ob er schon mal jemanden getötet hat, einen Mord aufgeklärt hat oder selbst getötet wurde.
Jeder halbwegs intelligente Mensch würde denken: „Wie absurd, so etwas zu fragen?“ Aber wenn deine Heldin ihrem lüstrenen Sklaven „Natursekt“ anbietet, dann wundern sie sich, warum du das so plastisch beschreiben kannst – hast du es etwa doch getan?

NEIN erzeugt weitere Fragen

Du kannst solche Fragen mit „Nein“ beantworten – dann denken deine Leser entweder, dass du heimlich davon träumst oder dass du lügst. Oder sie denken: Na, der denkt sich in seinem kranken Hirn Sachen aus, die es überhaupt nicht gibt. Der zitierte Autor meint sogar, er würde dann als „inkompetent“ gelten. Wird er nicht – jede von euch, die sinnlose Sex-Märchen mit viel „Aua“ gelesen hat, wird wissen: Das alles findet so nicht statt – es ist viel emotionaler und erregender. Und trotzdem kannst du einen Bestseller schreiben, wenn du dir die getürkten Szenen aus den Fingerchen saugst.

JA - und du gerätst unter Schlampenverdacht

Natürlich gäbe es ein „Ja“ oder gar „Ja sicher!“ Damit verblüffst du einen Teil deiner Leserinnen, und ein anderer Teil wird dich für eine verdammte Schlampe mit zweifelhafter Vergangenheit halten. Wahrscheinlich wirst du sofort als „Pornografin“ identifiziert und entsprechend abgewertet.

Ehrlich? Das glaubt dir auch niemand

Die ehrlichsten Antworten für die meisten Autorinnen innerhalb und außerhalb der Erotik sind diese:

„Eine Schriftstellerin muss sich in die Lage ihrer Figuren Hineinversetzen können, gleich was sie gerade tun.“

„Ich recherchiere sehr genau, was Menschen tun und versuche zu erfahren, wie sie sich dabei fühlen.“

Abwehr - auch nicht gut?

Etwas, das du immer sagen kannst, um Fragestellerinnen abzuwimmeln, ist:

„Nein, ich habe das noch nie selbst gemacht – aber kennst du dich zufälligerweise damit aus? Dann erzähl mir, wie es bei dir war?“

Und schließlich: Es geht keine von den Frauen und Männern etwas an, wie du mit Lust und Sex umgehst, mit wem und wie du vögelst, ob du devot oder dominant bist und auf wen du den Natursekt fließen lässt. Also ist es auch verständlich, wenn du sagst:

„Ich bin dir dankbar, dass du meine Bücher liest - aber mein Sexualleben geht dich nichts an. Ich frage dich ja auch nicht nach deinem oder?“

Zitat: ERWA