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Thema: Die Entwicklung der erotischen Persönlichkeit

Das Thema ist – wie könnte es anders sein - anspruchsvoll. Die entscheidende Frage bei allen Arten von „Entwicklungsromanen“, ob sie nun in Episoden oder kontinuierlich erzählt werden, ist ja: „Wie kam Ihre Heldin dazu, was sie am Ende wurde.“

Merkwürdigerweise fragt kaum jemand: „Und wie kam es, dass sie so gefühlskalt oder gefühlsstark wurde?“ Warum entwickelte sie sich zur „Schlampe“ oder zum „Mauerblümchen“? Warum prostituiert sich eine Frau im wörtlichen oder übertragenen Sinn? Und schließlich: „Warum heiratete sie einen Millionär und keinen Facharbeiter?“

Erotische, sinnliche und sexuelle Fähigkeiten sind völlig zu Unrecht verpönt. Sie zählen aber zu den wichtigen sozialen Fähigkeiten, die man auf keiner Schule lernt und die folglich nicht im Abschlusszeugnis stehen.

Im Grunde gibt es zwei Wege, einen erotischen Entwicklungsroman aufzubauen, doch haben beide die gleiche Voraussetzung: Je mehr Liebhaber und Geliebte ihre Heldin hat, umso farbenfroher wird die Geschichte.

Zwei Wege zum Ziel - die erotische Persönlichkeit

Ich will nun zu den Wegen kommen, die dahin führen:

1. Beim ersten Weg gehst du vor wie der Kriminalroman-Autor: Deine Heldin tut etwas höchst Ungewöhnliches, das der vorherrschenden Moral und der Altersgruppe und der sozialen Umgebung völlig widerspricht. Oder sie lüftet im Alter von über 50 Jahren, saturiert und selbstbewusst, ein erotisches Geheimnis. Dann verfolgen sie die Geschichte zurück bis zur Pubertät.

2. Im zweiten Weg tust du genau das Gegenteil: Deine Heldin ist gegen 25 Jahre, hatte bisher das, was man „Mainstream-Sex“ nennt, und wird nun plötzlich mit einer Situation konfrontiert, die sie zugleich fasziniert und abstößt. Das löst in ihr etwas Unvorhersehbares aus: Sie handelt nun entfesselt. Es ist nicht sicher, wie sich ihre Sexualität entwickeln wird, und das fasziniert deine Leserinnen. Wie auf dem Jahrmarkt, bekommt deine Figur schreierische Angebote von Frauen und Männern, Paaren und Gruppen, die alle sagen, sie möge ihnen doch folgen. Wohin sich deine Heldin schließlich entwickelt, weiß sie selbst noch nicht – und du, die Autorin, weißt es jetzt auch noch nicht.

Das mag in deinen Ohren sehr befremdlich klingen. Es ist aber eine Methode, die ausgesprochen farbige Manuskripte produziert. Denke einmal so; es geht ja nicht darum, „Verhaltensweise zu schildern“, sondern darum, die erotische Persönlichkeit und ihre Entwicklung vorzuzeigen. Die Dynamik entsteht daraus, dass du deiner Heldin immer wieder Wahlmöglichkeiten einräumst. Sie kann Verführen oder verführt werden, Herrschen oder Dienen, sich mit einem Einzelmenschen oder mit einer Gruppe vergnügen, mit der reinen Kraft der Emotionen Macht gewinnen oder sich körperlich hinzugeben, um Einfluss zu erwerben. Und jedes Mal hat sie erneut die Wahl … bis sie schließlich in vollem Bewusstsein ihrer Möglichkeiten den Weg wählt, den sie im Laufe der Erzählung als „ihren Weg“ gefunden hat.

Nun, hast du Lust darauf?

Ich habe noch zwei Tipps für dich:

Tipp eins: Bleiben bitte glaubwürdig, aber setze alles an Fantasie ein, was dein Gehirn hergibt.
Tipp zwei: Wenn du zu wenig Zeit hast, einen Entwicklungsroman zu schreiben, dann schreibe in Episoden. Jede Episode sollte –wie eine Kurzgeschichte – in sich abgeschlossen sein und dennoch „nach hinten offen“ sein, um die Lust auf ein neues Kapitel anzuheizen.

Und nun wünsche ich Dir vor allem viele Erfolg.

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