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Vielversprechende erotische Themen (48) - die Entwicklung der Persönlichkeit

Das Thema ist – wie könnte es anders sein - anspruchsvoll. Die entscheidende Frage bei allen Arten von „Entwicklungsroman“, ob sie nun in Episoden oder kontinuierlich erzählt werden, ist ja: „Wie kam Ihre Heldin dazu, was sie am Ende wurde.“

Merkwürdigerweise fragt kaum jemand: „Und wie kam es, dass sie so gefühlskalt oder gefühlsstark wurde?“ Warum entwickelte sie sich zur „Schlampe“ oder zum „Mauerblümchen“? Warum prostituiert sich eine Frau im wörtlichen oder übertragenen Sinn? Und schließlich: „Warum heiratete sie einen Millionär und keinen Facharbeiter?“

Erotische, sinnliche und sexuelle Fähigkeiten sind völlig zu Unrecht verpönt. Sie zählen aber zu den wichtigen sozialen Fähigkeiten, die man auf keiner Schule lernt und die folglich nicht im Abschlusszeugnis stehen.

Im Grunde gibt es zwei Wege, einen erotischen Entwicklungsroman aufzubauen, doch haben beide die gleiche Voraussetzung: Je mehr Liebhaber und Geliebte ihre Heldin hat, umso farbenfroher wird die Geschichte.

Ich will nun zu den Wegen kommen, die dahin führen:

1. Beim ersten Weg gehen Sie vor wie der Kriminalroman-Autor: Ihre Heldin tut etwas höchst Ungewöhnliches, das der vorherrschenden Moral und der Altersgruppe und der sozialen Umgebung völlig widerspricht. Oder sie lüftet im Alter von über 50 Jahren, saturiert und selbstbewusst, ein erotisches Geheimnis. Dann verfolgen sie die Geschichte zurück bis zur Pubertät.
2. Im zweiten Weg tun Sie genau das Gegenteil: Ihre Heldin ist gegen 25 Jahre, hatte bisher das, was man „Mainstream-Sex“ nennt, und wird nun plötzlich mit einer Situation konfrontiert, die sie zugleich fasziniert und abstößt. Ihre Heldin handelt nun entfesselt: Es ist nicht sicher, wie sich ihre Sexualität entwickeln wird. Wie auf dem Jahrmarkt bekommt sie schreierische Angebote von Frauen und Männern, Paaren und Gruppen, die alle sagen, sie möge ihnen doch folgen. Wohin sich Ihre Heldin schließlich entwickelt, weiß sie selbst noch nicht – und Sie, die Autorin, wissen es jetzt auch noch nicht.

Das mag in Ihren Ohren sehr befremdlich klingen. Es ist aber eine Methode, die ausgesprochen farbige Manuskripte produziert. Vergessen Sie dabei nicht, dass es nicht um reine Schilderungen von „Verhaltensweisen“ geht, sondern darum, die erotische Persönlichkeit vorzuzeigen. Die Dynamik ansteht daraus, dass Sie Ihrer Heldin Wahlmöglichkeiten einräumen. Sie kann Verführen oder verführt werden, Herrschen oder Dienen, sich mit einem Einzelmenschen oder mit einer Gruppe vergnügen, mit der reinen Kraft der Emotionen Macht gewinnen oder sich körperlich hinzugeben, um Einfluss zu erwerben. Und jedes Mal hat sie erneut die Wahl … bis sie schließlich in vollem Bewusstsein ihrer Möglichkeiten den Weg wählt, den sie im Laufe der Erzählung als „ihren Weg“ gefunden hat.

Nun, haben Sie Lust darauf? Bleiben Sie bitte glaubwürdig, aber setzen Sie alles an Fantasie ein, was Ihr Gehirn hergibt.

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