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Die Betrachterin

Dieser Beitrag wurde speziell für „Sinnlich Schreiben“ verfasst. Er greift eine historische Schrift auf, die in ähnlichem Stil Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitet wurde.

Er hat einen hübschen, straffen Hintern. Zwei längliche, beinahe schwebende Wölbungen von nahezu perfekter Kugelform lachen mir entgegen. Ein Gesäß ohne Fett, von Muskeln durchzogen, und doch nicht hart und kantig, sondern weich und unschuldig. Seine Pobacken sind fest, aber nicht unnatürlich zusammengepresst, und nur die Falte wirkt etwas dunkler, tut aber der Schönheit und Reinheit seines Gesäßes keinen Abbruch. Nicht an seinem Po deutet auf den Gebrauch oder gar die Abnutzung hin, und die Harmonie, in der sich sein Popo mit dem Rücken, der Hüfte und den Schenkeln befindet, ist einfach hinreißend.

Oh, du schöner Jüngling, alsbald werde ich diesen Po als Staffelei für meine Künste verwenden. Ich werde eine Rute als Pinsel nutzen, um die noch unberührte Leinwand zu verzieren. Deine Haut scheint mir dünn zu sein, und die spitzen Enden der Rute werden gleich nach den ersten Berührung heftig gerötet werden, bis die Zweiglein selbst ein Muster darauf hinterlassen. Ich werde dies lange auskosten, mein Hübscher. Und ich werde mich daran ergötzen, wie du dich mannhaft in den Fesseln windest und das Bedürfnis unterdrückst, kleine, spitze Schreie von dir zu geben.

Noch kokettiert du mit mir, glaubst, am Ende für deinen Schmerz entlohnt zu werden. Glaubst, du kannst mir imponieren, indem du Stärke und Tapferkeit zeigst.

Wie dumm du bist. Was ich dir bisher geschildert habe, war nur die Ouvertüre. Ich bewundere keine tapferen Dulder. Ich will von dir ehrliche Reue, die du aus tiefstem Herzen in einem furiosen Finale herausschluchzen sollst. Und es soll nicht allzu bald geschehen. Ich habe viel, viel Zeit mitgebracht, und ich schenke sie ganz dir, mein Süßer.

Willst du das? Wenn nicht, gehe jetzt. Du wirst mich dann nie wiedersehen. Aber deine Schuld wir dir die Seele verbrennen. Es ist deine Entscheidung, nur deine.

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