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Die Top Five des erotischen Schreibens für Autorinnen

Es gibt die Top 10 des erotischen Schreibens, und bestimmt auch die sieben oder zwölf besten Tipps. Ob sie alle stimmen? Sie entscheiden. Hier sind meine Tipps für Sex-Autorinnen, sinnliche Schreiber(innen) und vor allem für Autoren, die betont erotisch schreiben wollen.

1. Erotik findet auf drei Ebenen statt: In Körper, Geist und Seele, um es volkstümlich auszudrücken. Je mehr sie alle drei Ebenen ansprechen, umso mehr literarische Qualität beweisen sie.
2. Sie bringen die Erotik in Ihre Geschichten, indem Sie beim Schreiben eigene Gefühle zulassen - Geilheit ebenso wie Angst.
3. Lassen Sie Ihren Figuren die Freiheit, ihre Geilheit auszuleben. Folgen sie dem Instinkt und der Lust Ihrer Figuren und lassen sie ich von ihnen (ver)führen.
4. Das Ziel einer erotischen Szene ist nicht, moralische Normen zu setzen oder Grenzen zu ziehen, sondern ihre Figuren in ungeahnte Höhen der Wollust zu katapultieren. Ethische Fragen und Zweifel behandeln sie hernach in Monologen oder Dialogen.
5. Versuchen Sie, möglichst wenig über den Geschlechtsakt an sich zu schreiben. Er ist so interessant wie Druckknöpfe. Schreiben Sie stattdessen über Schamlippen, Schweiß und Sperma einerseits und über Wollust, Gier und Furcht andererseits.


Zu 1: Wo Erotik stattfindet

Wenn Erotik in Ihrem Denken die Beschreibung von Sex sein sollte, dann schreiben Sie bitte Sachbücher. Bei einem erotischen Roman geht es niemals ausschließlich um den Sexualakt, sondern um alles, was damit mittelbar und unmittelbar zusammenhängt, von der Körperpflege über die Dessous bis zum dekorativen Öffnen der Schenkel. Es geht auch nicht ausschließlich um Gefühle, sondern darum, eine Stimmung zu erzeugen, die hochgradig erotisch ist. Die Seele, also die Reflexion von Emotionen, spielt dann im Nachhinein eine große Rolle.

Zu 2: Lassen Sie Geilheit und Furcht zu

Wenn Sie selbst mit zugeknöpfter Seele schreiben oder sich innerlich von Ihren Figuren distanziere, wird es nichts mit dem erotischen Schreiben. Setzen sie ihre Figuren auf den Pfad erotische Abenteuer – und statten sie diese mit Furcht und Geilheit aus, wie im richtigen Leben. Aber dann lassen Sie bitte Ihre Figuren laufen – egal, wie gefährlich oder unmoralisch deren Handlungen im Alltag des Wohnbezirks angesehen würden, ind em Ihr eigenes Reihenhaus steht.

Zu 3: Die Freiheit Ihrer Figuren

Das Wichtigste an all dem was ich Ihnen hier sage, liegt im Punkt drei. Nehmen wir einmal an, Sie befolgen meinen Rat nicht. Dann können Ihre Figuren nie mehr empfinden, erleben oder erleiden als Sie selbst. Und seien Sie doch bitte mal offen zu sich selbst: Was haben Sie schon selbst erlebt? Nun? Sehen Sie, ihre Figuren haben vielleicht dieselben Ängste und Lüste, wie Sie selbst – aber sie haben, im Gegensatz zu Ihnen, alle Möglichkeiten, darüber hinaus zu wachsen. Wenn Sie etwas lieben und zugleich hassen (zum Beispiel frisches Sperma auf der Haut), dann lassen Sie eben Ihre Heldin damit umgehen. Sie werden sich wundern, was dann alles möglich wird.

Zu 4: Wollust und ethische Fragen trennen

Die Szenen höchster Wollust sind Szenen höchster Wollust. Punkt. Über ethische Fragen kann sich ihre Heldin später im eigenen Bett auslassen. Sie werden Dutzende Möglichkeiten finden, das Verhalten in Mongolen oder Dialogen zu ventilieren und auf ethische Zulässigkeit gegenüber sich selbst und anderen abzuklopfen.

Zu 5: Über Lust zu schreiben, heißt nicht, Sex zu beschreiben

Machen Sie sich davon frei, dass Sex etwas wirklich Interessantes ist. Das Erregende an ihrem Text liegt darin, ihre Leserin so in das Geschehen einzubinden, dass sie sich selbst in die Rolle der von Ihnen geschaffenen Figur hineinversetzen kann. Und wenn sie das nicht will, so sollte sie sich in jedem Fall mit ihr auseinandersetzen können.

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