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Schreiben: Sex-Kitsch oder Härte?

Wer alles schreiben kann, der mag wechseln zwischen einem spermafreien Liebesroman, einer Muschisaft tropfenden Sex-Kitschgeschichte oder der gewissen Härte, die der wirklichen Erotik-Literatur die Schärfe verleiht. Wer allerdings mit Herzblut und bebendem Unterleib schreibt, der tut besser daran, sich gleich mit etwas mehr Pfeffersoße auszustatten.

Bei den härteren Geschichten teilen die Beteiligten – wie im richtigen Leben – zwar die Begierde nach erregenden Orgasmen, aber die Paare liegen zu Anfang nicht auf der gleichen Linie. Das heißt zumeist: Einer verführt den anderen weder bei vollem Bewusstsein, noch tut er/sie es gegen den Willen des anderen. Das ergibt den Stoff, aus dem lustvolle Konflikte entstehen – und damit vermeiden Sie die Suche nach immer neuen Situationen, in denen das Harte mühelos ins Weiche flutscht.

Wer, wie man so sagt, Blümchensex („Vanilla Sex“) beschreibt, gerät schnell in emotionale Zwickmühlen und verfällt dem allseits bekannten Wortmangel. Was sind denn „wirklich schicke Orgasmen“, wie beschreibt man sie? Und wann und wo fanden sie eigentlich statt? Sich beim Sex mal so richtig fallen lassen oder auspowern? Nun haben Sie noch vage Erinnerungen? Selbst, wenn solche Ereignisse noch nicht lange zurückliegen, ist es schwer, sie in Worte zu fassen, ohne alle Klischees durchzugehen, die es darüber gibt.

Nachdem ich dies gesagt habe, was sollten Sie also tun?

10 Vorschläge, Ihrer erotischen Geschichte Pfeffer einzublasen

1. Überhöhen und/oder vertiefen Sie die Realität.
2. Stellen Sie die Konflikte der Frau dar, „brav“ zu sein oder sich ganz der Lust hinzugeben.
3. Führen Sie einige Fantasien ein, die Ihre Figuren vor dem Sex, während der sexuellen Aktivität oder danach befällt.
4. Lassen Sie geschlechtsuntypische Persönlichkeiten, Handlungen und Praktiken zu. Kurz: Entwerfen Sie ihre Männer weicher und Ihre Frauen härter.
5. Seien Sie fantasievoller beim Oralsex. Die meisten Beschreibungen sind schrecklich öde.
6. Lassen Sie sich von ihren eigenen Instinkte und verborgenen Wünschen leiten, und lassen Sie genau diese durch Ihre Heldinnen verwirklichen.
7. Gehen Sie gegebenenfalls in die tiefsten Abgründe ihrer Psyche. Statten Sie Ihre Heldinnen mit dem Profil aus, vor dem Sie sich selbst fürchten.
8. Nutzen Sie eines der traditionellen Elemente erregender Literatur: fremde Menschen, von denen Faszination und Gefahr ausgeht.
9. Wählen Sie einsame oder ungewöhnliche Orte aus, an denen sich Furcht mit Lust paart.
10. Lassen Sie ihren Figuren Freiheit, Freiheit und nochmals Freiheit. Sie dürfen alles, was Sie für sich selbst abgewählt haben.

In der Dunkelheit lauern Lust, Leidenschaft und Abenteuer. Im rosa Schlafzimmer mit Plüschteddy, weißem Nachthemd und Himmelbett eher nicht.

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