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Thema: „Begleiteter Seitensprung“ aka „cuckolding“

Begleiteter Seitensprung? Hier wohl eher nicht.
Ob Sie viele Menschen mit dem „Cuckold“ hinter dem Ofen hervorlocken können?

Eigentlich ist der „Cuckold“ ja der „gehörnte Ehemann“ und nichts sonst. Doch in der „Szene“ der Fetisch- und BDSM-Liebhaber denkt man anders: Dort ist der „Cuckold“ der Komplize der sexuellen Untreue, indem er dabei zusehen darf, wie sich die Freundin, Verlobte oder Ehefrau „fremdvögeln“ lässt.

In der Extremszene, die im Internet ihre Heimat fand, werden solche Situationen noch heftiger geschildert. Und in der einschlägigen Pornografie ist der Mann häufig ein „Verlierer“ mit kleinem Penis, der sowohl von der Frau wie auch von ihrem Lover erniedrigt wird.

Ein Traum Vieler, eine Realität Weniger

Im Grunde wird dabei ein Traum geschilderte, den relativ viele Menschen kennen: Wie wäre es wohl, wenn mein Partner (meine Partnerin) sich sexuelle mit einem (einer) anderen vergnügen würde? Genau genommen ist der „begleitende Seitensprung“ nichts mehr als der Wunsch eines Paares nach einer Triole, wobei allerdings ein Partner passiv bleibt.

Sie können ein wenig „gegen die Klischees“ schreiben, indem Sie einen Menschen schildern, der versucht, sich diesen Wunsch zu erfüllen. Der Weg dahin ist unter „ganz normalen Menschen“ lang und dornig: Sie müssen den zusätzlichen Partner finden, und ihre ständiger Partner muss einverstanden sein.

Der Weg zum Cuckolding

„Einverstanden sein“ ist ein bereits weites Feld, solange es zwei Personen betrifft, jedenfalls im erotischen Roman, und beim „Cuckolding“ ist die Sache noch schwieriger. Die meisten Autorinnen und Autoren arbeiten ohnehin mit der „verführerischen Konfrontation“, die etwa so geht:

- Der Wunsch ist bekannt.
- Einverständnis besteht im Grundsatz, aber nicht im Detail.
- Einer hält die Verwirklichung für unmöglich, sodass er (sie) nicht glaubt, dass es passiert.
- Einer schafft die Gelegenheit, überrascht den anderen mit dem Zeitpunkt, und nun geht es für den anderen um „jetzt oder nie.“

Achten Sie nun darauf, für wen sie schreiben: Beliebt, aber stark abgedroschen sind die Geschichten von dem „Ehemann mit einem winzigen Penis“ und der Ehefrau, die sich einen „Mann wie ein Hengst“ ins Haus geholt hat. Wenn sich Ihre Betrachtung auf den Penis reduziert, wird schnell plakative Pornografie daraus. Wesentlich interessanter sind raffinierte Verführungen des Gastes, während der ständige Partner sich auf das Zusehen beschränken muss.

Das gleiche Schema lässt sich „umdrehen“: Die Ehefrau wünscht sich, ihren Mann einmal mit einer anderen Frau im Bett zu sehen. Sie können ihre Figur dabei durch ganze Galaxien von Trennungsangst, Entwürdigung und Geilheit schicken, und möglicherweise gelingt es ihnen, diese Situation bildhafter zu schildern, als wenn ihre Figur aktiv ist: Der aktive Partner handelt eher, als dass er sich beschreibbaren Gefühlen hingibt.

Beide Themen lassen sich ausweiten: Sie können nahtlos in Dreier übergehen, und sie können sogar gleichgeschlechtliche Aspekte bekommen. Am Ende einer eher traditionellen, heftigen Cuckold-Szene heißt es in einem Roman (1, stark gekürzt):

„Ich frage mich, wie es wohl wäre, wenn ich einen Penis wie du hätte“
„Warum findest du es nicht heraus?“
„Was?“
„Wie sich so etwas anfühlt.“
„Ich kann nicht.“
„Das sagst du. Aber deine Erektion spricht eine andere Sprache.“


Der Unterschied zwischen dieser Szene (sie geht im Original über mehrere Seiten und verwendet eine wesentlich heftigere Sprache) und einer entsprechenden Pornografie ist das zögern der Figur, das schließlich in völliger Hingabe endet. (1)

Wenn Sie eine gemäßigtere Form des „Cuckolding“ bevorzugen, dann schreiben Sie, dass der Ehemann hinter einem Vorhang, einem halbdurchlässigen Spiegel oder (modern) vor einer Überwachungskamera sitzt, während seine Partnerin ihm „Hörner aufsetzt“.

(1) „Domination Inc., Warterlooville, 1999.
Bild: nach einer historischen Illustration (retuschiert)

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