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Die Liebe und der Sex – ganz normal drüber schreiben?

Märchenhaft oder realistisch - mit sexueller Lust würzen Sie jeden Liebesroman
Eine Frage, die uns immer wieder gestellt wird, ist die: «Ich möchte schon Erotik in meine Geschichte integrieren, aber es sollte eher etwas „Normales“ sein. Wie geht das?»

Warum das Besondere etwas spektakulärer ist

Nun – es ist so: Wir (die Redaktion) schreiben oft über das „Ungewöhnliche“, weil wir glauben, dass es Ihnen unbekannter ist. Auf der anderen Seite ist das „Ungewöhnliche“ aber auch Spektakulärer, und damit erreichen Sie dann mehr lustvolle, neugierige Leserinnen.

Und wie schreibt man über das „Normale?“

Grundsätzlich geht es im Liebesroman um einen Konflikt. Es kann sich um einen inneren Konflikt handeln („soll ich oder soll ich nicht?“) oder um einen, der äußere Auswirkungen hat („Liebe oder Karriere?“). Meist kommt, wenigstens zeitweilig, ein nach außen erkennbarer Konflikt hinzu, etwa wenn sich die Heldin zwischen zwei Personen entscheiden muss.

Der "übliche Plot": etwas angejahrt

Wir denken, dass der sogenannte „immer wiederkehrende Plot“ in seiner Grundform heute verbraucht ist: „Sie trifft ihn - sie verliert ihn - sie bekommt ihn.“ Dieses Schema ist immer ein bisschen an „Herz und Schmerz“ angelehnt, und es stammt aus einer Zeit, in der Frauen überwiegend passiv waren und vor Liebeschmerz ins Sofakissen hineingeweint haben.

Aktuell erotisch schreiben: Liebeswahn im Alltag

Der heutige aktuelle Liebesroman wird in der Regel von mindestens fünf Komponenten beflügelt:

1. Einer schwierigen Zeit, in der Veränderung häufiger sind als der Bestand der Werte.
2. Den Gefühlen der Heldin, die sich nicht dagegen wehren kann, einem Menschen (Mann, aber auch Frau) sozusagen mit „Haut und Haar“ zu verfallen.
3. Innerliche Konflikte Ihrer Heldin, also Zweifel am eigenen Wollen und an den Gefühlen, die ihr „den Verstand rauben“.
4. Konflikte zwischen beiden – dazu ist es nötig, Personen zusammenzubringen, die verschieden sind.
5. Sexuelle Wünsche und Begierden, die durchaus schockierend sein können, ohne „pervers“ zu sein.

Je länger ihr Werk werden soll und je differenzierter die Handlung sein darf, umso mehr Personen können involviert werden, und umso mehr unterschiedliche Arten von Liebesbeziehung können beschrieben werden.

Normalerweise (falls Sie es überlesen haben sollten) Leben Liebesromane von der Verschiedenheit der Liebenden, nicht von ihrer Gleichheit. Es mag sein, dass Liebe, Lust oder Sex manchmal in der Harmonie gedeihen – doch das interessiert kaum, sondern langweilt eher.

Wenn etwas Herz und Schmerz triefen darf

Ich habe vergessen, Ihnen etwas zu der Aufstellung zu sagen, denn es geht paradoxerweise auch umgekehrt: Wenn Liebeskitsch und kitschiger Sex gefragt ist, können Sie auch so vorgehen:

1. In einer schwierigen Zeit fliehen die Menschen der Realität. Also verlegen Sie ihre Geschichte in ein Märchenreich, das auf anderen Grundlagen fußt.
2. Ihre Heldin verfällt den unbekannten Verlockungen, die das Märchenreich bietet („Cinderella-Effekt“).
3. Neben die Faszination tritt das Gefühl, der Situation niemals vollständig gewachsen zu sein – da haben Sie den „inneren Konflikt“.
4. Naturgemäß sind die Liebenden höchst unterschiedlich, aber auch in der Umgebung gibt es merkwürdige Personen und Umstände. Daraus ergeben sich die Konflikte fast zwangsläufig.
5. Die sexuellen Vorstellungen sind „in diesen Kreisen“ (Adel, Geldadel, Künstler) wesentlich lockerer, was zur Verwirrung der Heldin beiträgt.

Und ganz generell?

Hier darf ich ausnahmsweise einmal eine Kollegin zitieren:

Die Heldin, ihre Art zu denken und zu fühlen, zu handeln und Entscheidungen zu treffen, ist der Dreh- und Angelpunkt des Romans. Was sie fühlt, fühlt auch die Leserin. Was sie sieht, sieht die Leserin. Was sie denkt, denkt die Leserin. Wie sie Menschen beurteilt, so beurteilt auch die Leserin das Umfeld des Romans und dessen Figuren.


Eine kleine Ergänzung noch: Ihre Leserin durchlebt auch die Höhen und Tiefen der Gefühle, die Sie in ihrem Buch schildern – sie wird sich in die Liebe, die Lust und auch den Sex hineinfühlen, die Sie Ihrer Heldin zukommen lassen. Sie darf also Tränen weinen, vom Liebesschmerz geschüttelt werden und – sie darf durchaus auch geil werden.

Hinweis: Der im Text verlinkte Artikel aus "elles" ist ausgesprochen lesenswert für alle, die zum "erstes Mal" einen erotischen Liebesroman schreiben wollen.

Bild: historische Illustration (Teilansicht)

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