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Mehr Frauenmacht in der erotischen Literatur?

sie ist der boss - in jeder hinsicht?
Die Macht der Frauen liegt – heute wie vor hundert Jahren, darin, einem Mann solange die ultimativen Lüste vorzuenthalten, bis sie diesen Mann fest in ihren Krallen hat. Ist sie gut in „erotischen Künsten“, so wird sie ihm Formen der Lust schenken, von denen er bisher nur träumen konnte. Diese Methode wird den Mann zusätzlich binden, im Gegensatz zu vorschnellem, gewöhnlichen Sex, der wenig Bindungskraft hat. Und sind die erotischen Spiele, zu denen sie ihren Mann verführt, noch etwas frivoler und teils wohl auch sozial ehrenrühriger als üblich, so kann sie ihn solange am Gängelband führen, wie sie will.

Bindung an erotischen Gewinn und Furcht vor Verlust

Diese sinnlichen und emotionalen Bindungen, die oftmals mit allerlei Befürchtungen gepaart sind, erzeugen eine Mehrfachbindung klassischer Art. Da der Mann auf die besonderen sexuellen Genüsse oder erotischen Besonderheiten nicht verzichten will, muss er seine Herrschaftsgelüste abgeben und auf Teile seiner Freiheit verzichten. Ja, er kann nicht einmal aus der Beziehung fliehen, ohne Gefahr zu laufen, dass mindestens ein Teil der „besonderen Vorlieben“ ruchbar würde. Und zudem … nun, es ist nicht so einfach, eine andere Frau zu finde, die das Füllhorn der Lust schamlos ausbreitet.

Muschi-Macht und Skrupellosigkeit – historisch

Die Romane der vergangenen Zeiten gingen stets von besonderen Situationen aus: Da verfällt der Schulmeister der angebeteten Nachtklubsängerin und der naive Jüngling seiner Gouvernante. Noch heute verfallen ebenso dumme wie notgeile Jünglinge den Fake-Frauen im Internet, die ihnen besondere Lüste versprechen, wenn sie ihnen genügend Geschenke machen.

Die erotische Macht im Zeichen der Emanzipation

Doch heute haben selbstbewusste Frauen tatsächlich soziale und wirtschaftliche Macht – und eben diese Macht lässt sich zumindest in erotischen Romanen durchaus mit „Muschi-Macht“ oder ausgesprochener erotischer Dominanz verbinden.

Angebracht wäre also, eine bedeutende Frau (Politikerin, Unternehmerin, Managerin) als Heldin zu wählen, die Männer a la carte konsumiert und dabei keine Skrupel kennt. Ob es die einfache Kombination von erotischer und sozialer Macht ist, die sie nutzt oder ob sie ausgesprochene Herrschaftsgelüste hat, die darüber hinausgehen, können Sie als Autorin frei wählen.

Der weibliche Boss kann eine sehr erotische Figur sein

Sagen Sie nicht, so etwa gäbe es gar nicht. Wenn Sie leitende Angestellte in einer Firma wären, die von einer Frau geführt wird – wie würden Sie reagieren, wenn sie ihre Chefin „ganz unverbindlich“ einlädt und dann versucht, Intimitäten mit Ihnen auszutauschen? Vielleicht denken Sie: „Ach, ich will es einmal probieren, und es ist sicher nur für einmal und morgen wieder vergessen?“ Wahrscheinlich werden Sie – gleich, ob Frau oder Mann, der Sinnlichkeit der Macht verfallen.

Männer sind oft beruflich und privat manipulierbar

Sehen Sie, so erging es schon mancher Frau, die ein eine Bi-Beziehung hineingedrängt wurde und manchem Mann, der seine Ehe aufs Spiel setzte, indem er der Verführung seiner Chefin nachgab. Denn morgen ist gar nichts vergessen: Die mächtige Frau behält die Macht, und ihre Heldin oder Ihr Held wird eingesponnen. Die Chefin kann nun ihre Heldin / Ihren Helden nach belieben beruflich und privat fordern, und sie hat ihren Angestellten / Ihrer Angestellte nun finanziell, sozial und emotional in der Hand.

Im Roman muss nicht alles legal sein

Klar ist das nicht sehr fein und wahrscheinlich alles ander als legal – was aber nicht heißt, dass es niemals vorkommt. Übrigens weiß nahezu jede Frau, wie sie es anstellen muss, aus einem Mann wesentlich mehr herauszuholen, als er eigentlich zu geben bereit ist. Wenn diese Fähigkeit konsequent und vielleicht gar noch skrupellos eingesetzt wird, können Sie sich ja ausmalen, wie schnell der Mann abhängig gemacht werden kann.

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