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Haben Frauen eigentlich Lust, die Lust zu sehen und zu lesen?

Haben Frauen eigentlich Lust, die Lust zu sehen und zu lesen? Diese Frage kann längst mit "Ja" beantwortet werden - aber offiziell bekommt ihr in Diskussionen bestenfalls ein lang gezogenes: "Ja, aber ..."

Pornografie - alles nur für den Mann?

Die Lust auf erotische Literatur ist ungebrochen, und der Konsum von Pornografie in Form von bewegten Bildern auch. Da fragt sich doch: Was können wir daraus schließen?

Das Urteil über Männer steht fest: Sie verachten als Pornongucker die Frauen, die dort ihre Körper hinhalten. Sie bedürfen der Umerziehung, müssen wieder lernen, Frauen als menschliche Wesen zu sehen, sie zu achten und zu ehren … und so weiter.

Sollten Männerlüste gewandelt werden?

Na schön – auch darüber gibt es eine Menge Literatur, auch ekelhafte, wie sie beispielsweise von den Pseudo-Feministinnen verbreitet wird, die „FLR“ (1) propagieren – von Frauen geführte Beziehungen. Und die geforderte Umerziehung und Disziplinierung der Männer? Da gibt es nur eines: Ohren auf Durchzug stellen. Oder glaubt ihr ernsthaft, in Frauenhirnen würden den ganzen Tag die Englein fromme Lieder singen?

Der anständige Mensch lüstet nicht ...oder doch?

Da werden viele sagen: Ein anständiger Mensch verachtet Pornografie und ihre Produzenten (und Produzentinnen auch). Das kann man gut zum Abnicken verwenden. Ende der Debatte! Kein Schmutz in der guten Stube!

Na ja, haltet mal die Luft an. Und lest dies Zitat:

Im Prinzip gucken alle Männer Pornos, auch viele Frauen. Dass in einem bürgerlichen Umfeld nicht dazu angeregt wird, über den Konsum von Pornografie und somit auch über seine Fantasien zu sprechen, mag ja normal sein.


Kommen wir mal auf den lustvollen Roman

So weit – so schlecht. Die kleine Schwester (oder der kleine Bruder, für die Erbsenzähler) der visuellen Pornografie ist der erotische Roman.

Und dann reiben wir uns die Augen und schauen mal: Im Prinzip wollen nämlich „alle“ Frauen geschriebene Lust- und Schmerzgeschichten lesen, und auch einige Männer. Gelegentlich findet man ja mal eine Frau auf einer Party oder in der ersten Klasse eines ICE, die offen zugibt, solche Bücher zu lieben. Aber eine wirkliche Diskussion darüber, welche Frauenbilder dort verbreitet werden, sollte man sich besser schenken. Als Mann sowieso.

Ich kann dazu eine eigene Beobachtung besteuern: Wann immer ich beklage, dass Kriminal- und Liebesromane üblicherweise die Realität ausblenden, sagen mir Frauen: na, das sind doch nur Geschichten – Märchen für Erwachsene. Ich habe niemals eine Frau gehört, die sagte: „Ach, diese Pornos sind doch Märchen für Erwachsene.“

Die Diskussion über Pornografie darf sich nicht um Lust drehen, oder?

Das kurze Aufflackern der Diskussionen nach den SoG (2) betraf nicht einmal die Lust an ungewöhnlichen Sexpraktiken. Das Thema war den meisten Frauen zu peinlich. Stattdessen diskutierten sie, ob die Heldin wirklich unbedingt als Jungfrau in den Roman eintreten musste und über die Würde der Frau, die dort vermeintlich mehrfach verletzt wurde.

Frauen und Lust passen nach nicht zusammen – so denken viele, nicht nur bürgerliche Spießer. Und sich lebhaft mit Lust und Laster zu beschäftigen, passt nicht zum Bild der Autorinnen.

Psychiater der Vergangenheit und Priester der Gegenwart

Ob der unsägliche Krafft-Ebing aus dem vorvorigen Jahrhundert oder der Priester drüben in der katholischen Kirche: Alle sagen im Grunde, der weibliche Körper sei gerade mal gut, um Kinder zu gebären. Und die sinnliche Lust, aus katholischer Sicht die Wollust, führe direkt in den Untergang oder den Rachen des Teufels. Der Effekt: Viel zu viele Frauen ducken sich weg, wenn das Thema der Sexualität offen angesprochen wird. Männer übrigens auch – jedenfalls, wenn es um ehrliche Sexualität geht.

Ein bisschen Emanzipation könnte da wirklich nicht schaden. Vor allem in der Literatur.

Zitat aus: "Übermedien", Sinnvoll zum Thema zu lesen: Weibliche Sexualität und Obszönität.
(1) FLR - Female Led Relatiohship". gibt es in "seriös" und in reißerisch.
(2) 50 Shades of Grey.



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