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Thema: Die erotische Folter

Warum schreiben Autorinnen und Autoren überhaupt über die erotische Folter? Ganz zu klären ist diese Frage wohl nie, doch es gibt einen Grund, der naheliegt: weil es eine Nachfrage gibt. Denn obgleich Foltermethoden normalerweise abschrecken, sind besonders Frauen zugleich fasziniert von ihnen. Das gilt sowohl für die Folter von Frauen wie der Folter von Männern. (1).

Der Bereich, der „erotischen Foltern“ liegt zwischen dem reinen Bedrängen einer Person, um die Wahrheit aus ihre herauszupressen, der psychischen Gewalt, der physischen Einengung (Fesselungen, Wegsperren), sowie klassischer (mittelalterlicher) und moderner Folter, die keine sichtbaren Spuren hinterlässt. Die Motivation der „Täter“ ist außerordentlich fragwürdig und bleibt es zumeist auch, die Motivation der „Opfer“ wird hingegen in drei Punkten transparent:

1. Ein erotisches Geständnis, dass unter der Folter abgegeben wurde, muss die Heldin/der Held nicht verantworten.
2. Manchen Menschen ist die Konsequenz einer Handlung wichtig. Sie wollen also nicht einfach gestraft werden, sondern bis zur Aufgabe ihres Selbst in eine qualvolle Reue getrieben werden.
3. Man kann bei der erotischen Folter bis an seien eigenen psychischen und physischen Grenzen gehen, um so seine Stärke gegenüber dem „Täter“ zu beweisen.

Klärungen, die vor dem Schreiben nötig sind

Wer sich an das Thema heranwagen will, ist gut beraten, sich zunächst einmal mit dem Schmerz vertraut zu machen und seine Gedanken an Gewalt, Schläge, Schmerzen, Wunden und Misshandlungen zu ordnen. Erst aus dieser Position heraus bist du als Autorin soweit „geläutert“, dass dein Blick nicht von Gewaltorgien verstellt wird. Anfänger(innen) sollten dabei noch stets dabei bleiben, was für sie nachvollziehbar ist: Hitze und Kälte, Schläge und Tritte, Fesseln und Knebel, Untertauchen im Wasser, Sauna und Eiskeller, Krokodilklemmen und Wäscheklammern, Schläge und Stiche. Wer einmal eine schmerzhafte medizinische Untersuchung beim Gynäkologen, Urologen, Neurologen oder Zahnarzt über sich ergehen lassen musste, kann diese Erfahrungen ebenfalls einbringen.

Klippen bei der Umsetzung überwinden - Thema "abmildern"

Wenn Du das Thema aufgreifst, wirst du vermutlich Ärger bekommen. Es gibt Menschen, die ausgesprochen befremdet sind, wenn „Sex und Gewalt“ sozusagen „rein netto“ angesprochen wird. Versuche deshalb, so zu schreiben, dass die heftigsten Gefühle erst im Hirn des Lesers entstehen und nichts schon auf dem Papier stehen.

Normalerweise bekommst du keinen Ärger, wenn du Folter und andere Extremsituation in ein anderes Genre verlegst: Spionage, Kriminalfälle, Hexenwahn, Fantasy, krankhafte Wahrheitsfindung, extreme Eifersucht oder religiöser Wahn.

Relevanz:

Die Relevanz ist diesem Fall etwa abhängig davon, in welche Art von Roman du deine erotische Folterszene einbaust. Frauen lehnen Grausamkeiten zwar normalerweise ab, sind aber ausgesprochen neugierig auf starke Heldinnen, die sich nicht unterwerfen. Wenn du Bedenken hast, kannst du immer noch Rollenspiele schildern, in die Elemente der Folter aufgenommen wurden. Auch Traumsequenzen (Albträume) lassen sich in manche Geschichte einbinden.

Schreib-Erfahrung:
Für Fortgeschrittene und Schreib-Profis
Form:
Episoden, Novellen und Romane.
Recherche, Kenntnisse:
Intensive Recherche, Fantasie, anatomische und psychologische Kenntnisse.
Erotische Wahrnehmung:
Sehr unterschiedlich - von absolut abstoßend bis "enorm scharf."

(1) Im angeblich literarisch wertvollen Roman „Die Herrin“ soll ein schwuler Schneider einen Knopf an den Hodensack nähen, was dieser verweigert. Die Heldin jedoch führt diese Folter ohne zu zögern durch. Der Roman wurde damals fast ausschließlich von Frauen gelesen - offenbar mit großer Wonne.

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