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Wie sich der süße Schmerz wirklich anfühlt

Was du siehst, ist nicht, was du denkst ... oder doch?
Schmerz ist eine Empfindung, so wie auch Lust eine Empfindung ist, doch während es viele Menschen gibt, die uns die Freuden und Laster der Lust zu erklären versuchen, gibt es wenige, die das Gleiche für den Schmerz versuchen würden.

Zu beobachten, wie der Schmerz entsteht und wie er zunimmt, welche Bahnen er sich bricht und wie er abnimmt, ist kaum gefragt. Was dabei in der Psyche tatsächlich geschieht, ist völlig unklar und bleibt deshalb das Geheimnis jeder Schmerzliebhaberin und jedes Schmerzliebhabers. Beschrieben wird – auch in der erotischen Literatur – fast immer nur das, was äußerlich stattfindet, wobei Peitschen und Rohrstöcken eine viel zu große Rolle zufällt.

Die verwirrend schönen Gefühle, die sorgsamen Arrangements, die Erlösung und die Geilheit finden nur selten die Beachtung, die sie verdienen. Noch weniger wird aber die Intimität beschrieben, oder der Genuss, den Schläge auslösen können, oder das „himmlische Gefühl“, das die Partner verzückt. Ich will hier nur kurz sagen, wie beschämend es für einen Erwachsenen ist, sich vor einer Person des anderen Geschlechts zu entblößen, zumal, wenn dazu eine besondere Prozedur erwünscht ist.

Wer in die Welt der lustvollen Schläge eindringen will, muss sich in die Psyche der Personen versetzen, die „oben“ und „unten“ beteiligt sind. Es ist nicht der Hieb, der schmerzend den wonnevollen Po trifft – es sind die Wellen, die sich pfeilschnell in den Nerverbahnen ausbreiten. Und es ist das Gehirn, das daraus schmerzvolle Lust und lustvolle Schmerzen gewinnt. Wer es so sieht, muss nicht schreiben, dass die Heldin „Aua, das tat aber weh“ sagte, als die Peitsche den milchig-weißen Po traf.

Das Billard-Regal aus Penis und Hoden

Der „Bad Sex Award“ hat auch diesmal sein Opfer gefunden. Autor Christopher Bollen schoss den Vogel ab mit „The Destroyers“ („Die Zerstörer“). Was da zerstört wurde, ist mir ziemlich gleichgültig. Aber diese Stelle ist wirklich so erbärmlich schlecht, dass sie sogar ein Deutschlehrer rot anstreichen würde:

Ihr Gesicht und ihre Vagina kämpfen um meine Aufmerksamkeit, also blicke ich an mir hinunter auf das Billardregal aus meinem Penis und meinen Hoden.


Äh – wenn Sie ein Mann sind, versuchen Sie mal an sich herunterzusehen und dabei ein „Billard-Regal, bestehend aus Penis und Hoden“ zu entdecken und gleichzeitig die Augen zwischen der Vagina und dem Gesicht schweifen zu lassen. Vielleicht hilft es ja, dem Autor einmal zu erklären, wo sich bei der Frau die Vagina befindet.

Falls Ihnen jemand sagt, dass Sie die falschen Begriffe verwenden, darf ich Sie daran erinnern, dass sogenannte „literarisch wertvolle“ Werke mit den gleichen Zutaten bereitet werden wie die angeblich „pornografischen“ Werke. Und Sprachschluderei macht von nichts halt – vor allem nicht vor Sexszenen.

Original:

Her face and vagina are competing for my attention, so I glance down at the billiard rack of my penis and testicles.

Erotisch schreiben – und dabei geil werden oder nicht?

Eigentlich sind sich alle Autorinnen einig: Wenn du geil bist, schreibst du besser, und je geiler du wirst, umso intensiver spürt das auch deine Leserin. Die bloggende Erotik-Autorin Isabelle Lauren schreibt:

Um Erotik zu schreiben, muss ich geil werden, während ich sie schreibe. Sonst ist es Müll, jedenfalls nach meiner Meinung. Bestenfalls langweilig schlimmstenfalls peinlich.


Das meinen auch die Lehrmeisterinnen. Elisabeth Benedict (1)lehrt:

Es ist –wirklich! – in Ordnung, wenn Sie beim Schreiben erregt werden.


Am besten ist, du lässt dien Figur einfach los – sie muss so erregt sein, wie du nie wirst, und so geil, dass deine Leserinnen unruhig auf ihren ICE-Sitzen herumrutschen, wenn sie dein Buch auf dem E-Reader lesen. Natürlich nicht durchgehend, aber immer dann, wenn du einen erotischen Höhepunkt beschreibst.

Ich habe dazu noch einen Tipp: Vergiss die Rechtschreibung und jede literarische Überlegung, während du den ersten Entwurf schreibst. Bring alles erst später in eine sinnliche Form, die deinen eigenen Ansprüchen an Stil und Wortwahl gerecht wird. Du wirst schnell herausfinden, wie intensiv deine Geschichten plötzlich werden. Und du darfst ruhig annehmen: Was dich geil macht, reizt auch ein paar Tausend andere Frauen.

(1) Erotik schreiben - wie Sex-Szenen literarisch gestalten, New York 2002.

Liebesgedicht "Mein Geheimnis"

Du suchst nach meinem Geheimnis?

Die Wärme zwischen den Schenkeln,
Die Reibung der Haut an der Haut,
Der Duft von Sex und Verlangen.

Willst du mein Geheimnis kennenlernen?

Ich will ein Wort von dir hören,
Die Geste, die mich einlädt,
Die Augen, die mir sagen: „Komm.“

Das ist mein Geheimnis.


Hinweis: Aus der Entrümpelung unseres Archivs - sehr hübsch und anoym

Die Gefühle eines Mannes vor den ersten Schlägen

Warten, warten ... und dann schmerzlich genießen ...
Eine sinnliche Geschichte? Nicht das Übliche, sondern eine, die von den Gefühlen devoter Männer handelt. In ihr passiert - gar nichts. Alles findet im Gehirn statt.

Egal, ob deine Herrin im Spiel als Aufseherin, Lehrerin, Kittelträgerin, Gouvernante oder feine Lady auftritt, du fühlst dich immer erbärmlich, weil sie von Anfang bis Ende eine Dame bleibt. Und du? Du bist ein elendes Stück Dreck, ob du sie nun dafür bezahlst oder ob sie dich braucht, um ihre Machtgelüste zu befriedigen. Ich weiß ja nicht, wie schön dein Körper ist, und wie du dich sonst fühlst, wenn du dich vor einer Frau ausziehst. Vielleicht bist du ja schöner als ich. Mein Körper ist hässlich, ich habe zu viel Fett am Bauch, und im Schritt habe ich nichts, was irgendjemand gerne sehen wollte. Ein kleiner Penis, ungleiche Hoden, mäßig gepflegte Haare und eine unreine Haut.

Wenn du dich schlagen lassen willst, musst du dich ausziehen. Meistens musst du es selbst tun, und nur selten entkleidet sie dich. Und sollte sie dies tun, wird sie alles daran setzen, dich dabei zu erniedrigen. Dann stehst du da, und musst dich inspizieren lassen. Der spöttische Blick einer erfahrenen Frau ruht auf dir. Sie hat schon hässlichere Hoden und winzigere Penisse gesehen, aber auch schon deutlich größere und hübschere.

Du wartest darauf, dass du dich endlich über ihre Knie legen darfst, über einen harten Bock oder eine weiche Strafbank. Die Hauptsache ist, es geht bald los. Es ist so, als wenn du in einer medizinischen Ambulanz auf einen Eingriff wartest.

Das Warten gehört dazu. Egal, was du gewollt hast oder was sie dir zugedacht hat, du musst warten. Mit nacktem Gesäß, das sich ihren Händen und Stöcken, Klatschen und Peitschen entgegenstreckt. Du wartest auf Zeichen, auf Geräusche. Deine Angst wächst mit jeder Sekunde, in der nichts geschieht. Manchmal spürst du keinen Luftzug, hörst sie nicht atmen und vernimmst kein Zischen des Rohrstocks oder der Peitsche, die in die Luft geschlagen wird, um dich zusätzlich zu ängstigen.

Du hoffst auf eine Vorbereitung, ein Aufwärmen von ihrer Hand. Es ist eine Sensation für sich ist und eine Geste der Liebe, wenn sie dir den wundervollen Hautkontakt schenkt. Da kommt alles zusammen: Genuss und Schmerz , Lust und Erniedrigung. Nähe und Träume. Doch dann ist wieder Ruhe. Dein Körper schwankt zwischen Erwartung, Furcht und Flucht. Je hinterhältiger deine Herrin ist, umso länger wird sie dich warten lassen, bis die eigentliche Züchtigung beginnt.

Irgendwann, wenn du es gar nicht mehr erwartest, wird sich dein Körper aufbäumen, nachdem du den Schlag zwar gehört, aber sonst kaum wahrgenommen hast. Dann wird der Schmerz von dir Besitz ergreifen, und du wirst versuchen, nicht zu schreien. Du lokalisiert den Schmerz erst nach und nach. Wenn sie heftig zuschlägt, wird dein Hintern in Kürze heftig brennen. Wenn dir der Schmerz richtig gut tut, dann geht er dir durch Mark und Bein. Noch schreist du nicht. Noch genießt du nicht. Noch schwebst du nicht. Ein paar Schläge weiter wirst du wissen, ob du heute schreien wirst, in Tränen ausbrechen, um Gnade winseln oder gar das Sicherheitswort sagen, um all dem ein Ende zu bereiten. Oder du wirst die Schläge genießen, die nun Schmerz, Wonne und Wollust in dir ausgelöst haben.

Und am Ende wirst du ihr danken, gehen und hoffen, dass du wiederkommen darfst, oder abermals das Geld übrig hast, sie zu bezahlen.

Die Story ist ein Produkt der Fantasie, gefunden in einem Amateur-Archiv und leicht aufbereitet.