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Wovon lebt eine lesbische Liebesgeschichte?

Bi-Erotik zwischen süßlicher Verführung, Zögerlichkeit und Konsequenz
„Lesbisch“, dies sei vorweggenommen, ist eigentlich keine korrekte Bezeigung für die Liebe, die Lust oder die Leidenschaft, die zwei Frauen miteinander verbindet.

Zunächst einmal handelt es sich dabei um eine Beziehung, die erotische oder sexuelle Wünsche beinhaltet. Keine der beiden Partnerinnen, die in deiner Geschichte zusammenkommen, müssen „wirklich lesbisch“ sein. Die Bandbreite schwankt zwischen Neugierde, Wollust, Abenteuer, Sinnlichkeit und Verführungskunst. Meistens – auch das ist wie „im richtigen Leben“ - gibt es eine Verführerin und eine Verführte, wobei sowohl die eine wie die andere ohne Vorsatz handeln kann.

Wie so oft, müssen drei Komponenten zusammenwirken:

Die latente Lust auf „frau“.
Ein gewisses Gefälle in lesbischer Erfahrung und Leidenschaft.
Eine Situation, in der es möglich ist, eventuelle Hemmungen abzulegen.

In älteren britischen Romanen ist es das Internat, in dem allerlei seltsame Beziehungen mit erotischer Aura entstehen. Je erotischer beziehungsweise pornografischer die Werke sind, umso mehr wie „Klartext“ gesprochen. Nehmen wir das „Picknick am Valentinstag“, so umweht uns der Hauch der Erotik unter den jungen Frauen, aber auch die Zuneigung der Erzieherinnen zu ihnen. Diese angedeuteten Liebesbeziehungen oder das nicht ausgelebte Lustverlangen wird in vielen Internats-Romanen weitaus mehr strapaziert, in England typischerweise in Verbindung mit spielerischen oder realen Körperstrafen.

Das Zögern spielt im lesbischen Roman eine große Rolle

Soweit „Zärtlichkiten“ betroffen sind, spielt das Zögern eine große Rolle. Die Heldin hat durchaus männliche Verehrer, zögert aber, sich ihnen hinzugeben. Auch der Verführerin weicht sie aus, solange es ihr möglich ist. Am Ende wird die Bi-neugierige oftmals in eine Honigfalle gelockt. Dabei sind die erfahrenen Verführerinnen oftmals nicht eben zimperlich.

Ein Plot und der entscheidende Dialog dazu

Die Szenerie könnte so sein: Ihre Figur nächtigt mehrere Male bei ihrer guten Freundin, und tatsächlich kommt es zum Austausch sanfter Zärtlichkeiten. Die Leidenschaft wird aber überdeckt von der Furcht, die Freundin hernach zu verlieren. Ein Versuch, darüber zu sprechen, scheitert ebenfalls aus Scham, aber auch aus Furcht davor, das Tor zur lesbischen Liebe auszustoßen.

Einige Tage später sitzt sie mit einer anderen Frau zusammen – sehr gesellschaftskonform. Doch die andere ist faszinierend, selbstbewusst und eine erfahrene Verführerin. Man trinkt, die Bedenken gegen die Person der anderen werden fortgespült, bis dieser Dialog beginnt (1):


„Magst du eigentlich Frauen?“
„Wie meinst du das?“
„Du weißt, wie ich es meine.“
„Ich bin nicht bi oder so – auf keinen Fall.“
„Das heißt, ich gefalle dir nicht?“
„Doch, doch, aber ich will nicht …“
„Nicht zwischen meine Schenkel meinst du das?“
„Ich habe nie daran gedacht, so etwas …“
„Du lügst schlecht, Schätzchen.“
„Nein ich … ich will es einfach nicht.“
„.. wahrhaben …“
„Was meinst du damit?“
„Du willst nicht wahrhaben, dass du nach Lust riechst und deine Augen begierig über meinen Körper wandern, nicht wahr?“


Verlassen wir nun diese heftige Szene. Dort, wo wir sie gelesen haben, ist sie noch viel heftiger, absolut schamlos und mit intimen Schilderungen des Körpers der Verführerin wie auch der Verführten gespickt.

Die meisten Bi-Geschichten leben von unendlichem, aber unterdrücktem Verlangen und der Furcht, es auch tatsächlich an den Tag zu legen. Insofern kann die Heldin durchaus mehrere Stufen durchlaufen, von zärtlichen Näherungen, zufälligen Berührungen und zögerlichem Verhalten bis hin zur leidenschaftlichen Hingabe, in der nur noch die Sinneslust zählt.

In wessen Armen die Heldin am Ende landen wird – das legst nur du fest, die Autorin. Meist ist es nicht die Verführerin, sondern eine andere Frau – und dann und wann sicher auch - ein Mann.

(1) Der Dialog wurde von Isidora nach einem Beispiel der Literatur "verflacht".

Reisen in ein Flagellationsbordell des 19. Jahrhunderts?

Wir haben schon vielfach darüber geschrieben, wie schwer es ist, eine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen. Wie viele Menschen lebten in den Städten und wie lebten sie? Welche Klassenunterschiede gab es und wie wirkte sich das aus? Wie und wo kommunizierte man über was? Wie funktionierte der Transport?

Als wir jüngst über die Bordellbesitzerin Theresa Berkley und ihre Zeit schrieben, wurde uns klar, was man (oder frau) alles über eine Epoche wissen muss, bevor man zum Griffel oder zur Tastatur greift.

Zwei Tatsachen müssen wir sicherlich akzeptieren: Die Zeiten waren nicht so, wie sie uns der Geschichtsunterricht darstellen will. Oder sagen wir es anders: Das Leben der Menschen hatte mit dem, was wir aus der Geschichte „zu wissen bekommen“ haben, eigentlich gar nichts zu tun. Und das Zweite: Die Zeiten gründeten immer tiefer als da, was an der Oberfläche zu erkennen war.

Und die Literatur? Bei den Recherchen stieß ich auf „Gouvernanten“, die ein einsames, auf sich selbst gestelltes Leben führten, oft bei kleinsten Einkommen. Darüber hinaus wurden sie oftmals bezichtigt, Affären mit dem Hausherrn zu haben. In Deutschland wurde – vor allem im 19. Jahrhundert – Ähnliches von den bürgerlichen „Dienstmädchen“ gesagt. Und auf diese Weise wird die Geschichte abermals verfälscht: Gouvernanten wie auch und Dinestmägde wurden gerne in romantische Affären eingesponnen.

Die „falschen Gouvernanten“, also die Besitzerinnen von Hurenhäusern, in denen die Flagellation zu den lustvollen erotischen Standards gehörte, waren im London des 19. Jahrhunderts eine Institution. Und in der Tat wäre es möglich, Ihr Tun erneut zu belebe, wenn man alles Äußere so ließe, wie wir es heute vorfinden. Doch in einem alten Haus in Soho oder anderwärts mag es einen Seiteneingang geben, der in ein viktorianisches Treppenhaus mündet. Männer im Frack oder Smoking schleichen die Treppen empor, und ganz oben empfängt eine moderne Mr. Berkeley diese Herren. Und sobald sich die Tür hinter ihnen schließt, werden sie nach Art des Hauses behandelt. Von Gouvernanten in den Kleidern von damals, mit den Gegenständen, die damals zu Züchtigung verwendet wurden und mit den Arrangements, die damals gegen Geld zu haben waren.

Und Sie haben dann Gelegenheit, die Geschichte jeder und jedes Einzelnen zu erwählen – hinter der geheimen Tür und im wirklichen Leben.

Die unerwartete Bi-Verführung

Kam der Mann als Frau oder die Frau als Mann?
Unverhofft kommt oft? Nicht für eine ganz gewöhnliche Single-Frau in kleinstädtischer Umgebung. Und auch nicht für einen gewöhnlichen Mann auf Partnersuche.

Sie wissen wahrscheinlich, was zusammenkommen muss, damit eine Verführung (egal welche) überhaupt gelingt:

1. Eine mindestens latente Neugierde auf etwas Ungewöhnliches.
2. Eine Situation, in der es möglich wird.
3. Eine Brücke, über die zu gehen harmlos zu sein scheint.

Nun fragen wir uns: Was hinderte eine Frau oder einen Mann eigentlich daran, sich dem gleichen Geschlecht vorbehaltlos hinzugeben? Hauptsächlich ist es ein tief verwurzelter Vorbehalt: „Ich könnte schwule Anteile haben, und sie könnten zum Vorschein kommen, wenn ich es versuche.“

Ach, falls du ein Mann bist: Klar hast du schwule Anteile. Wenn du eine Frau bist, kennst du diese Anteile wahrscheinlich sogar, auch wenn du sie nicht auslebst. Aber darum geht es gar nicht. Es geht darum, ob deine Figur es zulassen wird. Wir reden nicht von dir – schon vergessen?

Sie wird es zulassen, wenn ihr die Augen verbunden werden. Und wir sind zu 90 Prozent sicher, dass deine Figur nicht erkennt, ob es eine Frau oder ein Mann ist, der sich an ihr oder ihm oral zu schaffen macht. In sehr vielen Fällen wird die Frau beim Cunnilingus eine Frau vorziehen, ein Mann bei Fellatio einen anderen Mann (solange er nicht weiß, wer ihn behandelt). In anderen Situationen (Pegging, anal passiv) wird der Mann sogar einen andren Mann bevorzugen – immer unter der Voraussetzung, dass er es nicht weiß.

In einem sehr bekannten erotischen Roman wird der jugendliche Held von einer Frau anal penetriert, die vorgibt, ein Mann zu sein. Er weiß es allerdings nicht, und er ist verständlicherweise äußert verwirrt, von einem Mann anal "genommen" worden zu sein. Was wäre, wenn er von einem Mann penetriert worden wäre, die vorgegeben hätte, eine Frau zu sein?

Eine ausgesprochen verwirrende Variante besteht darin, die handelnde Person auszutauschen, bevor die Gesichtsmaske fällt, zum Beispiel führt der Mann Fellatio aus, doch beim Abnehmen der Gesichtsmaske sieht der Held, wie die Frau aus der knienden Position aufsteht. Sie können dabei noch einige Varianten verwenden, die diese Situation glaubwürdiger erscheinen lassen – wir wollen sie hier aber nicht öffentlich erörtern.

Der Austausch von Personen ist im erotischen Roman ohnehin sehr beliebt. Davon schreibe ich Ihnen vielleicht ein andermal.

Geister, Dämonen, Hexen und Feen in der Erotik

Demon oder Demonin?
Die Zeit zwischen dem Weihnachten und dem Dreikönigstag ist bekannt für die „Raunächte“, in denen böse und gute Geister „auf die Erde nieder“ kommen. Und das Gute daran: Diese Zeit wird später wieder gelöscht, wenn das neue Jahr tatsächlich angefangen hat – allerdings nicht vor dem 6. Januar des Folgejahres. Diese Nächte heißen nicht nur „Raunächte, sondern auch „Weihnachtsnächte“. Da Geister und Dämonen in Wahrheit geschlechtslos sind, können sie Frauen und Männer verführen – nur einige wenige (Feen) beschränken sich auf Männer.

In der Realität sieht es mit Dämonen ebenso mies aus wie mit Feen, doch die Fantasie erlaubt Ihnen, die Unholde und Gaukler für sich arbeiten zu lassen. Da wird der Wald zum „finstren Tann“ in dem einem jungen Mann eine schöne Fee begegnet, die ihn ins Moos drückt. Da entdeckt die junge Touristin ind er verfallenen Burg ein Verlies, das sich verschließt, sobald sie es betritt. Da kommen Vampire durch das Dachfenster der Jungfrauen und zerstören ihre Tugend, und auch Lilith, die einstmals in die Dämonenwelt einging und nun zurückkehrt, um den jungen Mann in der Einliegerwohnung heimzusuchen, um ihn dort „einzureiten“. Ganz zu schweigen von Gruppen wilder Kerle oder aufreizender Teufelinnen, Inkuben und Suckkuben, die ihrer Wege gehen, sowie Hexen und allerlei Wassergeister.

Und während das Verderben oder die Furcht vor Schwängerung durch Dämonen zwölf Nächte lang das lustvolle Grauen begleitet, ist am 7. Dezember garantiert alles vorbei. Es hat ja gar nicht stattgefunden. Oder doch? In Ihren erotischen Raunacht-Geschichten können Sie einen Hauch von Zweifel hinterlassen.

Recherchieren Sie, bevor Sie über Sex schreiben?

Erst einmal nachlesen, wie es geht?
Sie wollen über ganz gewöhnlichen Sex schreiben, den Sie aber nicht selbst praktizieren? Oder über sexuelle Besonderheiten, die Sie niemals praktizieren würden?

Ihnen kann geholfen werden, denn über die meisten Praktiken liegen Erfahrungsberichte im Internet vor. Dabei entstehen diese Probleme:

Wie trennt man zutreffend Informationen von solchen, die lediglich zu Werbezwecken veröffentlich werden? Wie trennt man echte Erfahrungsberichte von pornografisch ausgeschmückten Sexmärchen? Und dritten (vielleicht am Wichtigsten) wie wandelt man die gesammelten Informationen in sinnvolle Texte um?

Diese Informationen benötigen Sie in jedem Fall - anatomisch, physisch, technisch

Fragen Sie sich zuerst: Wer tut etwas, wie tut er es und was veranlasst ihn dazu? Wenn Sie sich darüber klar sind, klären Sie die anatomischen und technischen Möglichkeiten, die sich dazu anbieten. Das wären zum Beispiel:

Wie und wo muss jemand stehen, knien, sitzen oder liegen, damit das möglich wird, was Sie als Story planen? Und was muss der andere währenddessen tun? Welche Vorbereitungen müssen unbedingt zuvor getroffen werden? Welche Schwierigkeiten können auftreten, während ihre Figuren agieren? Was geschieht unmittelbar danach und einige Zeit später?

Bekannte Gefühle sammeln und in ein Schema bringen

Wenn Sie das halbwegs vor sich sehen (oder besser, zeichnen können), dann sammeln Sie am besten Schilderungen über die Gefühle, die ihre Protagonisten dabei haben. Dazu gehört: was auf der Haut empfundene wird oder was während irgendeiner Penetration oder eines Oralverkehrs zu Anfang, währenddessen und nach einer Auslösung in den betroffenen Organen oder im ganzen Körper erfühlt wird. Dazu ist es nun tatsächlich nötig, eine Gefühlsschilderung zu erwischen, die halbwegs authentisch klingt.

Ganz wichtig ist stets der Zwiespalt zwischen der Lust an der Sache und inneren Widerständen, die dagegen sprechen, Erinnerungen, die dabei wach werden und Vorurteilen, die plötzlich wieder präsent werden.

Frauen und Männer - Sie müssen die Anatomie und die Psyche beider erfassen können

Sie finden all dies im Internet, allerdings oftmals etwas verschlüsselt und verblümt. Normalerweise können Frauen nicht „realistisch“ nachempfinden, was Männer fühlen und Männer nicht, was Frauen fühlen. Hier bleibt den Autorinnen und Autoren nichts anderes übrig, als gründlich zu recherchieren. Grundlegende Unterschiede bestehen vor allem im Zusammenspiel von Vulva, Klitoris und Vagina, das selbst unter Frauen oft falsch interpretiert wird. Und bei Männern zwischen Hoden, Damm, Penis, Eichel und Vorhaut (wenn vorhanden). Zudem ist die Funktion (und Lage) der Prostata Frauen zumeist ein Rätsel.

Die Varianten des Zwiespalts der Gefühle

Denken Sie an folgende Umstände:

Nacktheit, insbesondere spontane, sexuell motivierte Nacktheit bei hellem Licht, besonders nackt fotografiert oder gefilmt zu werden, wird oftmals wieder zum Auslöser von Scham.

Bei jedem „ersten Mal“ (vaginal, oral, anal oder alle anderen Varianten) gibt es den grundlegenden Widerspruch zwischen Lust und Verletzlichkeit.

Bei jedem neuen Versuch, unbekanntes Terrain zu erobern, können Scham oder die Folge von Schamhaftigkeitserziehung auftreten. Diese Gefühle konkurrieren mit Lust und Abenteuer.

Bei Oral- oder Analverkehr können Gefühle des Ekels auftreten, die an der Freude, die es dem anderen bringt, nagen können.

Bei Männern besteht ein grundlegender Zwiespalt gegenüber allen analen Aktionen (Prostata, Strap-On), der sie in den Verdacht bringen könnte, „schwul“ zu sein.

Verführen ja, Vereinnahmen nein

Frauen sind weniger heikel gegenüber lesbischen Berührungen und Aktivitäten, solange diese diskret bleiben und die Partnerin nicht zu fordernd wird. Tritt dieser Fall jedoch ein, so machen sie sich Sorgen wegen der damit verbundenen Vereinnahmung.

Bei allen Menschen bestehen Vorbehalte dagegen, verletzt, gefesselt oder eingesperrt zu werden, auch wenn sie sich vorstellen, daraus Lust zu gewinnen.

Dreier aller Art, Partnertausch oder Orgien, gleich mit welchen Elementen (Hetero, Bi, SM) lösen oftmals ungute Gefühle aus, Verlustangst ist nur eines davon.

Welche Gefühle gewinnen die Oberhand?

Generell ist immer die Frage, welche Gefühle die Oberhand gewinnen. Ist ein bestimmter Punkt des inneren Widerstandes einmal erloschen, dann lösen sich Körper und Geist von konkret beschreibbaren Empfindungen und versinkt in Hingabe. Doch die „Gewissensbisse“ können auch wieder zurückkommen, wenn der Sex wirklich schön war.

Falls Sie mehr zu diesem Thema wissen wollen, schreiben Sie bitte einen Kommentar. Wir gehen dann kurzfristig darauf ein.