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Zeig! Uns! Alles!

Zeigt euch ... leert euer Schubladen
Du schreibst über über die Liebe, die Lust oder die Erotik? Und alles für die Schublade? Das muss nicht sein! Wir sehen uns an, was du schreibst, schlagen dir Änderungen und Ergänzungen vor und lesen für dich ein paar Seiten Korrektur, wenn du magst. Es kostet – gar nix, jedenfalls nicht bis zu 900 Wörtern. Wir lieben Worte – das ist alles.

Wir saugen Worte auf, wechseln Worte, schreiben etwas um, wenn du magst – und wir sind auch sonst unheimlich nett zu Autorinnen und Autoren.

Versuch es mal mit uns … du kannst dabei nichts falsch machen. Und wenn du wirklich noch einmal fragst, warum wir das tun – wir lieben Worte so sehr, dass sie uns am Herzen liegen.


E-Mail:

Mitschreiben?

Wir haben einen recht netten Ansatz für einen Roman über eine Verführerin. Sie ist eine sehr gebildete Frau, lebt in einer schönen Villa im Schwarzwald und ist aufgrund einer Erbschaft finanziell unabhängig. An ihrem fünfzigsten Geburtstag hat sie begonnen, erotisch zu schreiben, doch ihre Erfahrungen reichen noch nicht aus, um in die Winkel der Lüste einzudringen und sie auszuleuchten.

Sie beschließt, zunächst einmal schöne junge Frauen einzuladen, die sie für mitteilsam und offen, aber auch für bi-neugierig und verführbar hält. Aus den Erfahrungen mit diesen Frauen sollen dann Kurzgeschichten entstehen, die weitaus erotischer ausgeschmückt werden, als sie unsere Schriftstellerin erlebte. Die Figuren erleben also in der Fantasie der Schriftstellerin erotische Höhenflüge, während die Verführungen im wirklichen Leben recht hakelig sein können. Davon lebt die gesamte Geschichte.

Fragt bitte noch nicht, wie, wann und wo wir veröffentlichen wollen – wir wollen erst mal gucken, ob überhaupt Interesse besteht.

Schöner Vögeln – in der Literatur?

Warum sollten wir nicht versuchen, die Begierde oder die Wollust „schön“ zu schreiben? Die Antwort der meisten Autorinnen und Autoren sagen aus: „Weil das gar nicht geht.“ Und sie werden darin bestärkt, wie ich gerade in der NZZ las:

Wer über Sex schreibt, der tut das in den Fallstricken eines sadomasochistischen Unterfangens. Die Mühen sind gross, die Aussichten auf überspringenden Erfolg gering.


Ich habe einen anderen Verdacht: Weil sich die Autoren schämen, es zu tun. Weil sie als peinlich empfinden, eine sich begierig öffnende Vulva zu beschreiben oder einen sich wölbenden, unter einem Reißverschluss gefangenen Penis.

Sobald dergleichen nicht mehr peinlich ist, kann man darüber schreiben - vorausgesetzt, man kann erfühlen und beobachten, was mit dem Menschen geschieht, der da Vulva und Klitoris, Penis und Hoden zu Aktivitäten veranlassen will. Noch einmal sei die NZZ zitiert, die uns dies glaubhaft machen will:

Über Sex zu schreiben – kein leichtes Unterfangen. Über Gartenarbeit, ja, Gemüseschälen, Fensterputzen. Guter Sex ist unbeschreiblich, schlechter muss nicht beschrieben werden.


Natürlich ist das kein leichtes Unterfangen – aber als erotische Autorin schreibt man auch nicht „über Sex“, so wenig, wie eine Liebesroman-Autorin „über Liebe“ schreibt. Man schreibt von dem, was Liebe für die Figur bedeutet – oder eben Sex. Und „guter“ Sex ist auf keinen Fall unbeschreiblich – dazu gibt es viel zu viel hübsche Varianten. Und schlechter Sex? Der eignet sich nicht zum „Aufgeilen“ aber gehört durchaus zum Erfahrungsschatz nahezu jedes Menschen – und muss daher zu Papier (oder zu Bildschirm) gebracht werden.

Paul Jandl, der Autor der „NZZ“ hat mit keinem seiner Sätze wirklich recht, die er aus den Literaturzeitschrift „Akzente“ geschöpft hat. Er verkennt, dass sich eine Autorin oder ein Autor wirklich in ihre Figuren hineinversetzen kann. Und dann fehlt nur noch eines: Die Leserin oder den Leser so anzusprechen, dass er die Körpersäfte, die da fließen, für die eigenen hält. Das müsste ein Profi-Kollege eigentlich beherrschen.

Zitatenquelle: NZZ

Lümmeltüten

Stolz auf den Inhalt?
Es gibt keinen liebevollen Namen für sie. Lümmeltüten oder Überzieher sind noch ganz volkstümlich, beim Subproletariat heißt‘s Gummi, „Verhüterli“ sagen die Schweizer, und offiziell heißt’s eben Kondom. Gemeint ist immer das Gleiche: ein Ring aus Latex, der sich „Überrollen“ lässt und dann zur Kunststofftüte für Spermaflüssigkeit wird. Mal für Fellatio geeignet und dann mit Geschmack, mal gleitfreudig und spermizid für den Geschlechtsakt als solchen. Und immer mit Reservoir.

Der Penis - umhüllt vom Regenmantel

Es soll Frauen geben, die nie etwas anderes in sich kannten als Penisse in Regenmänteln, und sie können trotz der „Gefühlsechtheit“ nicht sagen, wie sich ein eingeführter Natur-Penis anfühlt. Schon in der Schule haben wir gelernt, wie sich Kondome über Holzstäbe ziehen lassen, und bei genügend versteiften Penissen funktionierte es genau so.

Ist es ihr egal, wie "er" eintritt?

Wer dem männlichen Organ ohnehin kaum Beachtung schenkt, weil’s eigentlich nur aufgenommen wird, weil das so üblich ist, dem wird’s egal sein. Schwanger werden geht nur ohne Kondom, nicht schwanger werden nur mit. Was wir fühlen? Ach so, ja. Es gibt Frauen, die merken genau, wann der Moment kommt, wenn’s brenzlig wird und andere merken gar nichts, egal, ob der Typ im Kondom kommt oder ob er in sich in die Tiefen der Vagina ergießt.

Mehr als nur ein kleiner Plastiksack

Wenn du schreibst – lass nichts aus. Sag, was deine Figur empfindet und was sie gerne empfinden würde. Ausgefüllt sein? Den Moment des Eindringens genießen? Oder den Samenerguss? Ist es die Reibung, sind es die viel gepriesenen Adern? Gibt es Unterschiede, ob einen beschnitten oder unbeschnitten ist? Ist deine Figur stolz, wenn er in ihr kommt oder verfällt sie in Panik? Greift sie anschließend zum Vibrator oder ist sie froh, dass es endlich vorbei ist?

Kommen wir noch kurz zur weiteren Verwendung des Kondoms. Oh, das willst du lieber nicht lesen, und schon gar nicht schreiben? Hast du es dir wenigstens einmal angesehen, bevor du es entsorgt hast? Oder hast du gar mit dem weißen Glibber gespielt? Und wenn du’s nicht tatest: Warum solltest du es deiner Figur verweigern?

Nur zum Fühlen gibt's Antworten in Foren, zum Beispiel:


Med1
Onmeda
Erdbeerlounge.

Sinnliche Berührungen?

Zärtliche Berührungen
Wer „sinnliche Berührungen“ in Suchmaschinen eingibt, landet häufig auf Webseiten, die für erotische Massagen werben. Von Tantra-Massagen über Lomi Lomi Nui und weitere exotische Berührungen von professioneller Hand kommen wir auf die fünf bis neun Körperstellen, die Männer nutzen können, um Frauen „anzumachen“. Dann finden wir sinnliche Berührungen, die „Körper zum Beben bringen“ wie bei der Elektrostimulation. Über Stilblüten wie „eiskalte Blitze“ lande ich bei Unterwäsche, die „sinnliche Berührungen auf die Entfernung“ ermöglicht – über Internet-Steuerung der eingebauten Sensoren.

Wenn das sinnlich sein soll … na dann gute Nacht, schöne und lustvolle Großmutter.

Zitternde Hände über weißen Blusen

Wo sind sie eigentlich, all die neugierigen Hände, die über Blusen und Rocksäume streichen, die sanft über Wangen oder Schamhaare gleiten? Finger, die in etwas Abstand über den Körper streichen, um die Haut darunter anzuregen, sich lustvoll gegen die Hand zu wölben? Hatten wir nicht eine Gänsehaut, wenn dies geschah, und wollten wir nicht trotzdem alles erfahren, was dabei möglich wahr? Wunderten wir uns nicht, dass unsere Körper ab und an unwillkürlich zuckten, und die Nerven ihre elektrisierenden Ladungen unvermittelt und schnell an die Punkte unserer Körper sandten, die wir züchtig verdeckten, von den Brustspitzen bis zu den Schamlippen?

Sinnliche Zungen, die Einlass fordern

Wie war es, als die ersten Zungen fordernd Einlass in unsere Lippen begehrten? Als diese Mischung von Neugierde, anfangs befremdlichem Ekel und rauschendem Blut uns die Knie weich werden ließ? Lässt sich dies alles mit „ich empfand sinnliche Gefühle“ beschreiben? Natürlich nicht. Die Sprache muss zärtliche Gewalt bekommen, und sie muss dort „unter die Haut“ gehen, wo etwas über der Haut geschieht.

Wenn’s äußerlich unter die Haut geht, ist die Luft sowieso raus. Dann reibt es und stößt es und geht manchmal raus und dann wieder rein. Und am Ende – ach, wie erbärmlich – da kommt ein geschrumpeltes Etwas in einer Plastiktüte wieder raus.

Übrigens auch ein Thema, das fast nicht vorkommt: die Lümmeltüte – vorher, währenddessen und nachher.

Bild nach einer Illustration von Becat.