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Wenn die Sex-Szene deinen Roman ruiniert …

Oh Sex ... und so plötzlich ...
Ja, wenn dies so ist, dann lässt du am besten bleiben, Sexszenen in Roman einzubauen. Falls du sie doch einbaust und die Szene passt überhaupt nicht, bist du in der erlauchten Gesellschaft angesehener Autorinnen und Autoren: Die können es nämlich auch nicht. Und manche von ihnen gewinnen sogar den bekannten „Bad Sex Writing Award“, also eine Schmähung mieser Sex-Texte.

Doch du willst sicher wissen, wie sich da vermeiden lässt. Dazu musst du wissen, dass Sex die Beziehung der Menschen beeinflusst, bisweilen sogar erheblich verändert. Veränderungen sind keine Risiken, sondern Alltag, und sie beinhalten Chancen.

Vergiss nicht: Deine Heldin ist auch vorher "sexuell"

Du kannst das angstbesetzte Thema „oh plötzlich Sex …“ dadurch vermeiden, dass du deine Figur als natürliche, sexuelle Person einbringst. Das heißt, du erwähnst vor deiner Sexszene, wie deine Heldin zur Liebeslust steht. Denn dann ist Sex kein isoliertes Thema im Leben deiner Figur, sondern Bestandteil ihres Liebeslebens. Er war schon da, bevor sie mit dem Helden deiner Geschichte ins Bett stieg.

Das Geheimnis einer guten Sexszene liegt also darin, die Person schon vorher als sinnlich, erotisch oder sexuell darzustellen. Hat sie nie erotische Romane gelesen? Nie masturbiert? Niemals erotisch fanatisiert?

Hätte sie es, würde sie Wünsche und Sehnsüchte haben, wenn sie in eine Liebesbeziehung eintaucht. Sie würde sich an ihre geheimen Wünsche und Fantasien erinnern, würde ihre Haut wieder so spüren, wie sie es in Erinnerung hatte – auch wenn es nur der Hauch einer Masturbationsfantasie war.

Gehe nicht von dir aus ... lass deine Heldin leben

Machen wir es kurz: Wer einen Roman schreibt, und glaubt, dass sie Sexszene die Liebe ruiniert, der glaubt auch selber, dass Sex die Romantik der Liebe zerstört. Und das wirft ein eigenartiges Licht auf die Autorin selbst, also auf dich.

Wer denkt, Sex im Roman zerstöre die Liebe, sollte sich überlegen, dass Sex die Liebe im „richtigen Leben“ nur verändert, aber üblicherweise eben nicht zerstört. Sonst müssten alle romantischen Paare nach dem ersten Sex voneinander fliehen.

Das Gegenmittel gegen die „Zerstörung durch Sex“ ist deshalb ein einfacher Rat: Du musst deine Heldin „freilassen“. Sie darf sich nicht von dem hemmen lassen, was dich hemmt, sondern muss (meist weit) über das hinausgehen, was du selbst für „angemessen“ hältst.

Und noch ein weiterer Rat: Wenn es einen inneren Konflikt in dir gibt, sobald du das Thema „Sexszene“ berührst, dann verlagere den Konflikt so schnell wie möglich auf die Figur. Sie soll es ausleben, sie soll die Zweifel haben, sie soll darüber hinwegkommen. Nicht du.

Das wäre wirklich alles, was ich dazu zu sagen habe.

Wir werben für uns:

Wir haben für Sie einen kleinen Service, der Ihnen erotische Einfügungen schreibt, wenn Sie uns einige Seiten mit Ihrem persönlichen Stil zur Verfügung stellen und uns grob beschreiben, was geschehen soll. In gleicher Wiese schreiben wir Ihre Texte an den Stellen glatt, vor denen Sie sich fürchten. Einfach alles an die Redaktion schicken - wir erstellen Ihnen einen Vorschlag - unverbindlich:


Dirty Writing: Ein Buch wie eine Wundertüte

Dirty writer
Ich tue mich schwer mit Büchern, bei denen ich nach den den wirklich relevanten Inhalten erst suchen muss. Und dies ist so ein Buch: Sie können irgendwo hereinlesen, sich festlesen oder den Ansatz verspotten, mitmachen oder es sogleich beiseitelegen, weil sie keine brauchbaren Inhalte finden. Für mich war „Dirty Writing“ wie eine Wundertüte: Ein bisschen hiervon, ein wenig davon, aber am Ende nicht viel, was man wirklich brauchen konnte,

Alles, was drinsteht, ist ein bisschen wahr und ein bisschen oberflächlich. Es mag eine hübsche Idee sein, sich eine Kamera im Kopf Ihrer Heldin vorzustellen, und sicher kann die den notwendigen Blick für Details fördern. Aber dennoch findet Sexualität in erster Linie im Kopf statt. Ich denke, wir haben bereits viel zu viele Autorinnen, die „Kameras im Kopf“ haben, aber kein Hirn. Das mag meine Privatmeinung sein, gewiss.

Für Anfängerinnen und Unentschlossene geeignet

Ich kann mir vorstellen, wie unterhaltsam es für Anfängerinnen sein mag, das Buch zu lesen und sich hin und wieder einmal an einer „Schreibübung“ zu ergötzen. Und insofern mag das Buchs sein, was es ist: eine Art Unterhaltungsbuch für Frauen, die eventuell einmal daran denken, erotische Texte zu schreiben. Eine der Untertitel sagt es auch aus: „Ein Übungs- und Inspirationsbuch“ soll es sein. Nun ja, das lasse ich mal stehen.

Die Beschreibung des Kusses - ein Highlight

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Sehr gelungen finde ich nur einzelne Artikel, die wirklich hilfreich sind. Zum Beispiel (auf Seite 116) die Beschreibung eines Kusses – Sie glauben gar nicht, wie viele Autorinnen völlig versagen, wenn Sie auch nur einen Kuss beschreiben sollen – obwohl die eigentlich ein erotischer Moment ist, den wir alle kennen sollten. Auf diese Weise ist dann der an sich lächerliche alphabetische Aufbau wider hilfreich: „Aha, jetzt kommt ein Kuss – da kann ich mal nachlesen.“ Ob dies bei den Stichworten „Fetisch“ und SM“ auch so ist? Ich bezweifle es.

Trotz der vielen kleinen Beispiele für erotische Literatur, als „Schnipsel“ oftmals verfügbar, können Sie mithilfe des Buches nur schwerlich einen Text schreiben. Und vom Versuch, „irgendwie erotisch“ zu wirken bis zum „Dirty Writing“ ist es ein weiter Weg. Denn wirklich wilde, ekstatische Szenen zu schreiben, ist mit einem solchen Anleitungsbuch definitiv unmöglich. Dazu muss der kleine Schalter im Hirn umgelegt werden, der alles zulässt und nichts bewertet, sondern einfach nur noch die Lust beschreibt. Also wird es wahrscheinlich nichts damit, mithilfe des Buches „schamlose Texte zu schreiben“.

Mein Fazit?

Wenn Sie noch nicht wissen, ob Schreiben an sich ihre Passion ist, und wenn Sie sich tatsächlich dabei aufs Glatteis der Erotik begeben wollen, dann wünsche ich Ihnen mit dem Buch „Dirty Writing“ gute Unterhaltung. Ich fürchte nur, viel mehr wird es nicht sein, was Sie daraus gewinnen.


Strapse und Männeraugen

Der Blick trifft jetzt sicher nicht die schönen Augen ...
Bevor du an erotische Sensationen denkst: Stell dir vor, deine Figur macht gerade die Strümpfe neu an den Strapsen fest, und ein Mann beobachtet sie dabei. Diese irische Dame trägt einen sehr kurzen Rock und eine Servierschürze … und wie es scheint, befestigt sie ihr Strumpfband so, dass die Gäste sie sehen können. Klar – das ist eine Mini-Anregung – aber so fing doch schon manche Kurzgeschichte an, oder? Wir haben das Foto vom Griff der Serviererin an den Strumpfhalter aus der Liebeszeitung.

Der Teppichklopfer in zarter Hand und auf zarten Popos

Auf Märkten verkaufen Korbmacher noch heute "Ausklopfer"

Der Teppichklopfer in zarter Hand - das ist ein Thema für Retro-Schmerzlust. Meist waren es Frauen, die dieses Instrument der Züchtigung führten - und oftmals waren es junge Frauen, die von ihnen geschlagen wurden. Natürlich war dies nie wirklich sinnlich - und aus heutiger Sicht sogar höchst bedenklich. Was manche Damen allerdings nicht hinderte, später ein Spiel daraus zu machen. Doch wie war das eigentlich alles? Und kann man heute noch nachvollziehen, wie jemand "ausgeklopft" wurde wie ein Teppich?

Erinnert ihr euch noch an den Teppichklopfer? Es gibt ihn heute noch bei Korbmachern, auf Wochenmärkten und manchmal sogar noch in einem Haushaltwarengeschäft. Wie ihr euch denken könnt, war er dazu gedacht, einen Teppich auszuklopfen. Man legte ihn dazu über eine Teppichstange im Hof, schlug mit dem Teppichklopfer kräftig auf beide Seiten des guten Stücks ein, und nahm ihn schließlich wieder von der Stange, um ihn wieder in die „gute Stube“ zu legen. Im Winter konnte man den Teppich auch in den Schnee legen, dann wurde er ebenfalls ausgeklopft und man konnte dann sehen, wie viel Staub später im Schnee hängen blieb.

Der Ausklopfer als Verlegenheitslösung bei Züchtigungen

Die Dienstmagd schwang den Ausklopfer - die Hausherrin nahm ihn nicht einmal in die Hand
Mancher hat den Teppichklopfer auch in einer ganz anderen Funktion kennengelernt, denn er war ein beliebtes Mittel, um den „Popovoll“ kreativer zu gestalten. Wie kaum ein anderes Instrument der Züchtigung, von der Wiedenrute vielleicht einmal abgesehen, was der Teppichklopfer das Instrument der Frau, wenn es galt, die körperliche Züchtung zu verschärfen und nachdrücklichere Wirkungen zu erzielen. Denn so viel wussten Mütter, Erzieherinnen, Gouvernanten und andere „Vollzugspersonen“: Die flache Hand auf dem Po der Tochter oder des Sohnes schmerzt auf Dauer mehr die Pobacken selbst.

Da war es natürlich vorteilhaft, dass sich die Damen mit dem Teppichklopfer, auch „Ausklopfer“ genannt, gut auskannten. Denn andere Instrumente zu führen, etwa einen Ledergurt, eine Klopfpeitsche oder einen Rohrstock, war ihnen eher nicht geläufig. Und so zog er eben in die schmerzhafte Erziehung ein, der „Ausklopfer“, der seither manchen Po markierte. Eine kleine Anekdote am Rande will ich noch erzählen: Zu früheren Zeiten war es üblich, die Tochter mit allerlei Haushaltsgegenständen im Mini-Format zu beschenken, so auch mit einer Miniaturausführung des Teppichklopfers. Und dabei entdeckte manche Erzieherin, dass sich dieser Ausklopfer viel besser für den Po der jungen Damen eignete als der Ausklopfer der Hausfrau, der deutlich schwerer zu führen war.

Wie wirkte eigentlich der Teppichklopfer?

Ein Ausklopfer hat eine durchbrochene Fläche, die der Luft relativ wenig Widerstand entgegensetzt. Da der Schaft sehr flexibel ist, gewinnt der Teppichklopfer beim Schlagen an Geschwindigkeit und trifft mit großer Wuchte auf den Teppich auf – allerdings fängt die durchbrochene Fläche dann den Schlag wieder ab, sodass der Teppich zwar ausgeklopft, aber nicht zerstört werden kann.

Wenn du dir nun vorstellst, dass sich dies auf den Po ungefähr genauso auswirkt wie auf den Teppich, dann kannst du ermessen, wie sich die Strafe auf dem Po und im Kopf anfühlt. Die Erniedrigung ist groß, weil mit einem Haushaltsgegenstand geschlagen wird, der Schmerz liegt im mittleren Bereich und wird zunächst wegen der flächigen Verteilung nicht als extrem wahrgenommen. Auf Dauer jedoch wird derjenige, der die Schläge empfängt, ein deutliches Brennen verspüren, zumal, wenn so heftig zugeschlagen wird, dass noch lange sichtbare und fühlbare Muster (durch die geflochtene Struktur) entstehen. Aus Erfahrungsberichten geht auch hervor, dass es auf die Stellung ankommt, die jemand einnimmt, wenn er mit dem Teppichklopfer gezüchtigt wurde – und natürlich, wie immer bei Züchtigungen, ob die Schläge aufs Höschen oder auf den nackten Po niedergingen.

Die Lust am Teppichklopfer

Teppichklopfer werden gelegentlich noch für erotische Strafspiele verwendet. Dabei versuchen die Partner, an die Spannung und Beschämung anzuknüpfen, die sie als Kinder empfundene haben. Allerdings geben sich heutzutage immer mehr Menschen der spielerischen Strafe hin, die in Jugendzeit niemals solche Erfahrungen machen mussten. Das ist auf die Situation zurückzuführen, die meist als extrem skurril empfundenen wird: hier die Person, die ein Haushaltsgerät führt und sich damit auf die Stufe einer Bediensteten stellt (eine feine Dame hätte niemals mit einem Haushaltsgerät gezüchtigt). Dort die Person, die sich nach Art eines Kindes, eines Internatszöglings oder eines Backfisches (1) in die Position der (manchmal auch des) Bestraften begibt. Was nicht heißen soll, dass nicht auch diese Konstellation ihre Reize hat – ein wenig frivole Retro-Erotik liegt in fast allen Spielen, die mit der erotischen Züchtigung unter Erwachsenen zu tun haben.

(1) "Backfische" der damaligen Zeit waren alle Frauen vor ihrer Verlobungszeit.

Körperteile in den Hintergrund – Gefühle in den Vordergrund

Alle Gefühle zulassen -und heraus damit ...
In einem Blog für erotisches Schreiben fand ich diesen Satz (sinngemäß übersetzt):

Die Figuren, die Situationen, aus denen heraus sie agieren und der Handlungsrahmen kann in jeder unserer Geschichten unterschiedlich sein, aber Körperteile stehen nur beschränkt zur Verfügung. Und was mit ihnen passieren kann, fällt in wenige Kategorien.


Ich musste nicht lange nachdenken, um herauszufinden, was das Problem der Autorin ist – und falls es auch Ihr Problem sein sollte, sage ich Ihnen heute, warum Sie möglicherweise so denken.

Wenn Sie also ein ähnliches Problem haben sollten, dann beruht es auf dreierlei:

1. Sie stellen Handlungen in den Vordergrund.
2. Sie schildern sehr viel Äußerlichkeiten.
3. Sie denken in Kategorien.

Wenn Sie dies ändern wollen, dann können Sie einfach dies tun:

1. Stellen Sie Gefühle in den Vordergrund.
2. Schildern Sie, wie die Nervenenden auf Berührungen reagieren und was damit im Kopf ihrer Heldin passiert.
3. Denken Sie an alles, was Ihre Heldin sehen, fühlen, hören, riechen und über die Haut aufnehmen kann.
4. Lassen Sie Ihre Figur leben - sie darf wesentlich geiler und unvorsichtiger sein als Sie selbst.
5. Überschreiten Sie sämtliche Grenzen, die man Ihnen als Schülerin beim „Aufsatzschreiben“ beigebracht hat.

Wenn Sie über „Vanille-Beziehungen“ schreiben, haben Sie ja tatsächlich oft nur wenige Optionen, welche Körperteile in welche ander eindringen könnten. Aber wenn Sie nun einmal die Fingerkuppe ihres rechten Zeigefingers nehmen und langsam über ihren eigenen Körper fahren, ohne Ihre Vagina zu berühren, was spüren Sie dann? Was passiert, wenn Sie sich vorstellen, dabei komplett bekleidet am Schreibtisch zu sitzen? Oder in mit einem leichten Seidennachthemd im Bett oder nackt am Strand?
Das war die Kuppe eines Fingers – und noch nicht einmal intim. Und ich habe noch gar nicht damit angefangen, über Dialoge zu sprechen – richtig schmutzige Dialoge.

Nun, ich will Sie nicht verführen … aber probieren sie Berührungen auch einmal vor dem Spiegel und beschreiben Sie dabei, was sie sehen.

Wird Ihnen schon ganz „kribbelig“? Dann ist es gut. Und jetzt – schreiben Sie es auf.