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Ode an die Brüste

Anonym -sprachlich leicht modernisiert

Ode an die Brüste

Ihr Brüste - kann was sein, das schöner ist als ihr?
Ja weiß wohl jemand etwas, das euch nur zu vergleichen,
Euch muss der feinste Klee mit allen Lilien weichen,
Der Schnee kommt mir bei euch wie Tint‘ und Kohle vor,
Was ist das für ein Rubin denn in der Mitte hier?
Was rede ich? Kann der wohl an diese Farbe reichen,
Er muss, wenn er ihn sieht, vor Scham und Gram verbleichen,
Ist was so rund, so steif, so niedlich, zeigt es mir!
Ihr werdet nur allein was ganz Vollkommenes bleiben.
Je mehr ich sinnen will, je mehr fehlt mir die Kraft,
Gebt meinen Sinnen Licht, gebt meiner Seele Saft.
So will ich nur von euch und eurer Schönheit schreiben.
Ich sah, ich küsste euch. Mein Geist verlor sich gar,
Ihr seid des Leibes Geist und sein Altar.

(Original von 1728)
Kategorien: Lustfetzen | 0 Kommentare
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Nach der Liebe – im Stil des 19. Jahrhunderts

Im Stil eines vergangenen Jahrhunderts zu schreiben, ist nicht einfach. Da heißt der Penis schon mal Priap, Amor oder Pfeil. Da werden die Schamlippen zu Lefzen, und die Vagina wird zum „Mäuschen“ oder zum „Köcher“ – aber davon abgesehen nahm man kein Blatt vor den Mund, um die feuchten Freuden und Lüste zu beschreiben. Dies ist eine Adaption eines Schreibstils des 19. Jahrhunderts.

Gerade wurde die junge Frau J. von einem Liebhaber beglückt, und ihre Freundin beschreibt ihre Verfassung nach der Liebe:

Der volle Busen wogte empor wie die Wellen des Meeres, und die süßen, ockerfarbenen Wärzchen tanzten darauf herum, als wollten sie Amor persönlich lobpreisen. War es zuvor noch das sinnliche, verhaltene Schmachten gewesen, so zeigte sich nun, nachdem sie den Liebeskampf bestanden hatte, ein stilles Feuer, das in den Pupillen loderte. Das Haar der Liebe kräuselte sich, und einige helle Tropfen hatten sich in ihm verfangen, ebenso wie die Reste jenes Balsams, der den Weg zu seinem Ziel verfehlte. Das Tal der Liebe wirkte so frisch und feucht wie eine Wiese im Frühling, und sanft und lieblich schimmerte noch der rosa Spalt, der immer wieder ein wenig zu zuckeln begann, als hätte man ihm mit einer Vogelfeder berührt, und auch die Lefzen der Liebe schwangen noch im Takte der vergehenden Wollust mit.

Nach einem anonymen Original umgeschrieben vom "Team Wortwechsler".


Wenn du Lust hast …

Manchmal, wenn die Lust kommt ...
Manchmal willst du in den Arm genommen werden, nicht wahr? Und wenn dich dabei ein angenehmer, warmer Körper berührt, dann möchtest du vielleicht, dass er sich enger an dich presst. Oder du möchtest ihn ein noch bisschen näher an dir spüren und ziehst etwas aus, damit du mehr von seiner Haut spürst. Und vielleicht bietest du diesem Menschen dann deinen Mund, damit sich eure Lippen finden. Und eure Zungen. Mag sein, dass du ihn streichelst. Nicht dort, wo man einen Menschen streichelt, wenn man ihn trösten will. Sondern dort, wo man ihn streichelt, wenn man ihn begehrt. Und wenn du willst, dass er dich begehrt.

Manchmal sieht man sich dann an, oder? So also, ob man sagen würde: „Willst du das wirklich?“ Und dann vergisst du, dass du stolz bist, und dass „man es eigentlich nicht tut“. Jedenfalls nicht mit diesem Menschen.

Ja, und dann? Dann wirst du ganz Lust, nur Lust und nichts als Lust.

Wenn die Lust dann vorbei ist? Dann küsse diesen Menschen noch einmal so, dass es ihm den Atem raubt. Bedanke dich, dass die Lust mit ihm so schön war. Und verschwinde vor dem Morgengrauen, damit die Erinnerung daran auch schön bleibt.

Bild: Nach historischem Vorbild, gegen 1900.

Verdammtes Schreiben in den Wind

Manche Menschen glauben, ich verdiene viel Geld mit Schreiben. Da kann ich nur lachen. Erotisch Schreiben ist ein Hurenjob. Wenn du was verdienen willst, musst du schreiben, was die Frauen und Männer da draußen geil macht. Und da hast du viel Konkurrenz. Oh ja, ja … du kannst auch versuchen, einen Bestseller zu schreiben oder „große Literatur“. Good Luck! Die Penner vom Feuilleton nehmen dich doch gar nicht wahr, wenn du erotisch schreibst.

Also schreibst du in den Wind. Der bläst es fort, und du erfährst nie wieder, wer es gelesen hat und warum.

Ach, du willst gar nicht so hoch hinaus?

Warum schreibst du dann?

Du verschwendest nichts als kostbare Zeit, in der du an der Kasse beim Discounter sitzen könntest. Da verdienst du mit Abstand mehr und kriegst noch Personalrabatt aufs Futter.

Frag mich jetzt nicht, warum ich schreibe.

Ach, du fragst doch?

Ich schreibe, also bin ich.

Sex-Geschichten ohne Sex-Vokabular

Guter Sekt zum guten Ende

Kein Wort über Sex in einem erotischen Dialog – geht das? Wir beweisen es. Isidora hat den Text nach einer wahren Begebenheit verfasst. Wir suchen weitere sinnliche oder erotische Geschichten, in denen kein Wort über Sex oder Geschlechtsorgane steht.

Sie will ernst genommen werden, aber sie benimmt sich nicht so.
Sie will etwas sein. Etwas, das nicht einmal spielen kann.
Er kommt ihr näher. Sie riecht nach Vanille und Zimt.
Sie will etwas, aber sie sagt nicht, was es ist.
Vielleicht schämt sie sich.

„Und?“
„Und was?“
„Was kannst du gut?“
„Alles.“
„Dann lass dir etwas einfallen!“

Ihre wulstigen Lippen in unnatürlichem Rosa spitzen sich zu einem Kussmund. Ein ordinärer Anblick. Wer hat ihr nur geraten, sich wie eine Hure zu schminken?

„Stopp! Nicht auf den Mund küssen.“
Dieses falsche, naive Lächeln.
„Wie denn?“
„Du weißt es, ich weiß es.“
„Und du willst es hier und jetzt gleich?“
„Klar, was sonst.“
Ihr Gesicht verzieht sich.
„Willst du, dass ich mich ausziehe?“
„Besser, du ziehst dich nicht aus.“
Kein weiteres Zögern. Alles wie in einem Drehbuch.

Sie hatte Fähigkeiten, zweifellos.
Er kam heftiger, als er dachte – starke Entladung.

„Noch ein Glas Sekt zum Abschluss?“
„Willst du nicht in meinen Mund sehen?
„Nein, spül es mit dem Sekt runter.“
„Ist schon unten“
„Respekt!“
Beide tranken noch ein Glas Sekt. Schweigend, ohne einander anzusehen.
„Soll ich mal wiederkommen?“
„Warum fragst du?“
„Ob ich gut war.“
„Hast du doch gemerkt.“
„Und?“
„Ich hab‘ keine Ahnung, warum du das machst.“
„Kann dir doch egal sein. Ich will es. Reicht das nicht?“
„Nächsten Freitag, gleiche Zeit?“
„Gut, wie kann ich dich erreichen?“
„Gar nicht. Ich komme einfach.“
„Schon merkwürdig. Gründe?“
„Frag nicht.“
„Gut. Bis Freitag also.“

Er sieht ihr lange nach.

Er beschließt, einen besseren Sekt zu kaufen, wenn sie ihn das nächste Mal besucht. Austern werden auch nur mit dem feinsten Champagner serviert.