Skip to content



Die Klänge der Strafe

Ihre Hände. Sie sind zärtlich, sie berühren mich sanft, bei Tag und bei Nacht und insbesondere am Morgen, wenn ich ihr in die Augen blinzle. Und manchmal, ganz unvermittelt, sagt sie leise: „Wir haben schon lange nicht mehr das Schlagzeug bespielt, nicht wahr?“ Dann weiß ich, dass ihre Hände meine Haut nun auf auf andere Weise reizen wollen, intensiver und furioser, lauter und heftiger.

So, wie der Mund eine Klarinette anbläst und dabei sinnliche Klänge erzeugt, so erzeugt die schlagende Hand auf dem Resonanzboden der Hinterbacken höchst unterschiedliche Töne, die sich zu faszinierenden Klängen intensiver Art verbinden. Und so, wie die Klarinettenklänge dabei über das Trommelfell in die Seele eindringen, so kommen auch die scharfen Geräusche der schlagenden Hand in der Seele an, begleitet von den intensiven Jubelklängen der Nerven.

Welche Rhythmen sie auch schlagen wird, und welcher Gesang dazu aus meinem Mund ertönen mag - nichts soll mich daran hindern, mich zu entkleiden und ihr die Bespannung für ihr furioses Spiel zu präsentieren. Vielleicht werden mich die Klänge an diesem Abend zu Tränen rühren.

"Lustfetzen" sind Fragmente erotischer Geschichten, die wir anonym veröffentlichen. Der Ursprung der Verbindung von "Strafe und furiose Musik" liegt in der Erzählung "Schwester Monika", die dem wortgewaltigen Dichtermusiker E.T.A. Hoffmann zugeschrieben wird.
Kategorien: Lustfetzen | 0 Kommentare
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 899 Klicks
Tags für diesen Artikel:

Eine erotische Lebensbeichte einleiten

Vor Kurzem fand ich einen Blog-Beitrag, den ich Ihnen unbedingt präsentieren will. Er eignet ich gut als Einstieg in eine erotische Lebensbeichte.

Für mich bedeutet Sex mit einem Partner nicht nur, dass ich gewaltig komme – wenn es so wäre, würde ich stattdessen masturbieren. Dann wäre ich sicher, dass es wirklich funktioniert.

Nein, Sex ist für mich eine Art Kommunikation, eine intime Art, mit Menschen in Kontakt zu kommen und dabei meine Leidenschaft freimütig auszudrücken. Und ich bin ganz versessen darauf, diese Leidenschaft auch in anderen Menschen zu entzünden.


Wir finden Sie diese Einleitung? Sie wurde von Isidora in eine etwas stilvollere Form gebracht, als sie das Original hergibt.

Ode an die Brüste

Anonym -sprachlich leicht modernisiert

Ode an die Brüste

Ihr Brüste - kann was sein, das schöner ist als ihr?
Ja weiß wohl jemand etwas, das euch nur zu vergleichen,
Euch muss der feinste Klee mit allen Lilien weichen,
Der Schnee kommt mir bei euch wie Tint‘ und Kohle vor,
Was ist das für ein Rubin denn in der Mitte hier?
Was rede ich? Kann der wohl an diese Farbe reichen,
Er muss, wenn er ihn sieht, vor Scham und Gram verbleichen,
Ist was so rund, so steif, so niedlich, zeigt es mir!
Ihr werdet nur allein was ganz Vollkommenes bleiben.
Je mehr ich sinnen will, je mehr fehlt mir die Kraft,
Gebt meinen Sinnen Licht, gebt meiner Seele Saft.
So will ich nur von euch und eurer Schönheit schreiben.
Ich sah, ich küsste euch. Mein Geist verlor sich gar,
Ihr seid des Leibes Geist und sein Altar.

(Original von 1728)
Kategorien: Lustfetzen | 0 Kommentare
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 1036 Klicks

Nach der Liebe – im Stil des 19. Jahrhunderts

Im Stil eines vergangenen Jahrhunderts zu schreiben, ist nicht einfach. Da heißt der Penis schon mal Priap, Amor oder Pfeil. Da werden die Schamlippen zu Lefzen, und die Vagina wird zum „Mäuschen“ oder zum „Köcher“ – aber davon abgesehen nahm man kein Blatt vor den Mund, um die feuchten Freuden und Lüste zu beschreiben. Dies ist eine Adaption eines Schreibstils des 19. Jahrhunderts.

Gerade wurde die junge Frau J. von einem Liebhaber beglückt, und ihre Freundin beschreibt ihre Verfassung nach der Liebe:

Der volle Busen wogte empor wie die Wellen des Meeres, und die süßen, ockerfarbenen Wärzchen tanzten darauf herum, als wollten sie Amor persönlich lobpreisen. War es zuvor noch das sinnliche, verhaltene Schmachten gewesen, so zeigte sich nun, nachdem sie den Liebeskampf bestanden hatte, ein stilles Feuer, das in den Pupillen loderte. Das Haar der Liebe kräuselte sich, und einige helle Tropfen hatten sich in ihm verfangen, ebenso wie die Reste jenes Balsams, der den Weg zu seinem Ziel verfehlte. Das Tal der Liebe wirkte so frisch und feucht wie eine Wiese im Frühling, und sanft und lieblich schimmerte noch der rosa Spalt, der immer wieder ein wenig zu zuckeln begann, als hätte man ihm mit einer Vogelfeder berührt, und auch die Lefzen der Liebe schwangen noch im Takte der vergehenden Wollust mit.

Nach einem anonymen Original umgeschrieben vom "Team Wortwechsler".


Wenn du Lust hast …

Manchmal, wenn die Lust kommt ...
Manchmal willst du in den Arm genommen werden, nicht wahr? Und wenn dich dabei ein angenehmer, warmer Körper berührt, dann möchtest du vielleicht, dass er sich enger an dich presst. Oder du möchtest ihn ein noch bisschen näher an dir spüren und ziehst etwas aus, damit du mehr von seiner Haut spürst. Und vielleicht bietest du diesem Menschen dann deinen Mund, damit sich eure Lippen finden. Und eure Zungen. Mag sein, dass du ihn streichelst. Nicht dort, wo man einen Menschen streichelt, wenn man ihn trösten will. Sondern dort, wo man ihn streichelt, wenn man ihn begehrt. Und wenn du willst, dass er dich begehrt.

Manchmal sieht man sich dann an, oder? So also, ob man sagen würde: „Willst du das wirklich?“ Und dann vergisst du, dass du stolz bist, und dass „man es eigentlich nicht tut“. Jedenfalls nicht mit diesem Menschen.

Ja, und dann? Dann wirst du ganz Lust, nur Lust und nichts als Lust.

Wenn die Lust dann vorbei ist? Dann küsse diesen Menschen noch einmal so, dass es ihm den Atem raubt. Bedanke dich, dass die Lust mit ihm so schön war. Und verschwinde vor dem Morgengrauen, damit die Erinnerung daran auch schön bleibt.

Bild: Nach historischem Vorbild, gegen 1900.