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Wenn der Traum Romane schreiben soll

Seit ich schreibe, Träume ich anders. Oftmals glaube ich zu erwachen, doch der Traum überlagert die Realität, und ich merke: Nein, ich bin nicht wach. Die erotischen Träume, besonders die heftigen unter ihnen, wandern an meiner Bettkante lang zwischen Tag und Traum. Vielleicht sollte ich ein Netz aufspannen, um sie aufzufangen … nur so ein Gedanke.

Ich nenne diesen Zustand „Zwischenzeit“, weil sich dort Realität, Perversion und Lust treffen, ohne dass etwas gesprochen oder getan werden müsste. In diesem sinnlichen Halbschlaf zwischen Nacht und Morgen senkt sich der Feenstaub auf die abgelegte Brille und die Höllenglut verfällt zu Asche.

Ein paar Stunden und zwei Tassen Kaffee später ergreife ich die Reste, suche das letzte Glitzern im Feenstaub und die verbliebenen Glutnester des Höllenfeuers. Es ist, als ob ich Spinnfäden zu Seide verweben müsste: Die sinnlichen Schwaden meiner Träume können in jede Richtung gehen, eine erotische Geschichte aber braucht einen Anker.

Die vagen Gebilde der Träume wollen erweitert werden. Jedes Detail, das ich schreibe, zerstört das sinnliche Bild, das die Nacht mir schenkte. Und je intensiver ich mich in die Details hineinfresse, umso mehr wird deutlich, dass die Geschichte, die ich schreibe, nur wenig mit dem gemeinsam hat, was im Hirn von meinem Traum verblieb.

Man wird mir vorwerfen, dass ich verallgemeinere, versachliche, Klischees verwende … und ich merke immer wieder, dass ich die Textstelle auslasse, die mich wieder einholen könnten – die qualvollen Lüste, die Erniedrigungen … aber nicht nur sie. Auch die sanften Hände, die über meine Haut streichen, die süßen, willkommenen Eindringlinge, die Flüssigkeiten, die meine Halbschlaf-Gestalten aufnehmen und abgeben … sie wirken irgendwie stumpfer, wenn sie in Worten stehen. Was von der wirklich ungehörigen, nackten und eindringlichen Erregung noch übrig bleibt, finden meine Leserinnen eher „zwischen den Zeilen“.

Und manchmal frage ich mich, ob sie es überhaupt wahrnehmen.

Hannelores Erzählungen

Auferstanden wie Phönix aus der Asche und nicht wieder zu Asche verbrannt, und dennoch von neuem Feuer beseelt – das haben wir uns vorgenommen.

Die Wiederkehr der Hannelore Meinerwerks

Vor Jahren haben wir den Versuch unternommen, von Hannelore Meinerwerks zu berichten, mit der einer unserer Autoren eine sinnliche Hassliebe verbindet. Als wir Hannelore Leben einhauchten, wurde sie nach dem Vorbild einer Bloggerin entwickelt, die ihre von Herzblut triefenden Liebesromane auf spermaglitschige Erotikromane umstellte. Wobei – falls ihr euch erinnert – ihr Probleme war, dass sie selber selten mit Sperma in Kontakt gekommen war. Es lief ihr sozusagen nur aus dem Füller heraus, denn zu Anfang schrieb sie von Hand.

Was tut man, wenn man wenig Erfahrung hat? Man sucht sich einen liebevollen Freund, den man als Stichwortgeber, Antihelden, „Sparringspartner“ und Lektor missbraucht. Wobei die Möglichkeit des Übens auf das eingeschränkt wurde, was man vollständig bekleidet miteinander tun kann. Hannelore ist da sehr eigen – da ihr Körper nicht wirklich existiert, lässt sie sich auch nicht berühren, was wiederum logisch ist.

Wenn ihr nun fragt, ob es Hannelore wirklich nicht gibt – nein, unsere Hannelore gab es nicht und sie gibt es nicht – so weit wir wissen. Doch da draußen zählen die Hannelores nach Dutzenden: Sie haben keine Ahnung, ob es technisch, physisch, anatomisch oder mental geht, über was sie schreiben, aber sie schreiben dennoch.

Habt ihr Lust, Hannelore noch einmal zu erleben? Wie sie über Männer, Frauen, Kondome und Dildos, Vaginen und Penisse schreibt? Nein, ich rate euch nicht, neue E-Books zu lesen. Ich wünsche mir, dass ihr hier lest, wie es funktioniert … von der Vorlage bis zum Endresultat, das (hoffentlich) nie veröffentlicht wird.