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Geht Befriedigung eigentlich, wenn der Mann angezogen ist?

Hältst du für möglich, einen Mann zu befriedigen, ohne dass er die Hose runterlässt? Eigentlich wollte ich mich im Internet schlaumachen, bevor ich diesen Artikel schrieb. Aber dann erzählte mir ein Mann, wie er als keuscher Jüngling masturbierte, bevor er überhaupt wusste, was Masturbieren ist.

Ich legte mich auf den Bauch, behielt meine baumwollene Pyjamahose an, und rieb meinen Unterleib an dem relativ harten Laken. Dann dachte ich mir etwas aus, von dem ich glaubte, es habe etwas mit Lust zu tun und nach wenigen Minuten kam es mir dann von selbst – ohne die Hand anzulegen.


Nun fragt bitte nicht, warum ein Mann mir so etwas erzählt – ich kann eben gut zuhören, und die Kerle erzählen mir immer etwas mehr als ihren Freundinnen und Ehefrauen. Ich meine – wer stellt sich schon so bloß gegenüber dem Menschen, den er wirklich liebt? Tust du es etwa?

Damals - brav auf dem Sofa sitzen und ihn befriedigen

Später hab ich dann von Frauen über 60 erfahren, erfahren, dass „Petting durch die Hose“ einmal ziemlich üblich war. Da hast du dann mit deinem Freund auf dem Sofa gesessen – na, und da konnte es ja sein, dass jeden Moment die Mutter oder die kleine Schwester hereinkam und euch fragte, ob ihr zum Kaffeetrinken kommt. Und falls das passierte, war es besser, wenn die Hose am Mann blieb. Manche Frauen haben dabei ganz tolle Techniken gehabt, weil sie wussten, wo der Mann besonders empfindlich war und wie sie so etwas ertasten konnten.

Keine Sauerei auf der Kleidung

Klar hatte die Sache noch einen Vorteil: Du musstest dich nicht vorsehen, wegen Spritzern auf der Bluse oder so. Ich hab in meinen jungen Jahren mal einem Mann erlaubt, sich zwischen meinen Brüsten zu befriedigen (ja, ich schämte mich damals, echt), und du kannst dir vielleicht vorstellen, was für eine Sauerei das war. Vor allem im Sommer, wenn du nichts getragen hast außer Bluse und Rock, und wenn du anschließend noch mit der Straßenbahn nach Haus fahren musst. Lassen wir das lieber – niemand denkt gerne an so etwas zurück.

Der Kerl muss selber wissen ob er sich beherrschen kann

Jedenfalls kannst du nichts falsch machen, wenn du einen Kerl durch die Hose stimulierst. Ist ja klar, das weiße, klebrige Zeug bleibt dann in der Unterhose, und er muss sehen, wie er damit zurechtkommt. Kann eine hübsche Idee sein, ihn dabei zu beobachten. Vielleicht versucht er noch im letzten Moment, den Schaden zu begrenzen? Aber du … na ja, du hast die Sache fest im Griff und lässt dich nicht beirren, nicht wahr?

Kannst du darüber schreiben?

Hast du Fantasie? Dann kannst du dir vielleicht vorstellen, wie es ist, einen Gentleman im Nadelstreifenanzug anzumachen, ihn in eine dunkle Ecke zu ziehen und einen hübschen Fleck auf seiner schicken Anzughose zu produzieren. Das vergisst er nie – und du kannst immer sagen, dass du ja gar nichts gemacht hast – schließlich ist es seine Schuld, wenn er sich nicht beherrschen kann.

Eine „schmutzige“ Fantasie? Oder eine, die mal in die Welt kommen muss? Wäre es nicht chic, mal über eine Frau zu schreiben, die einen Mann zur erotischen Weißglut bringt und ihn dann bis auf die Knochen beschämt, weil er so geil war?

Weil wir gerade bei „Fantasie“ sind … hat du jemals daran gedacht, etwas über solche Erlebnisse oder Fantasien zu schreiben? Kannst du dir etwas im Kopf vorstellen, was du noch nie mit jemandem gemacht hast? Und traust du dir zu, so etwas zu schreiben? Lass es uns wissen – wir unterstützen dich bei deinem Vorhaben.

Was uns anpisst – und was nicht

Humor bezaubert, auch wenn die Situation eher befremdlich ist
Manches pisst uns an, manches empört uns. Dann befremdet uns wieder etwas, und schließlich sind wir von etwas peinlich berührt. Ausdrücke für den Umgang mit "Peinlichkeiten" gibt es in Hülle und Fülle.

Peinlich berührt sein

Ich las neulich gerade, dass wir Autorinnen/Autoren uns hüten sollten, über einige Themen zu schreiben, die Menschen peinlich sind. Und als ich hier dann den Artikel über „Natursekt“ nachlas, begann ich nachzudenken. Warum, in drei Teufels Namen (oder in jedem beliebigen anderen Namen) sind wir eigentlich so empfindlich, oft gar „pikiert“, wenn es ans Eingemachte geht?

Drei Themenkomplexe, bei denen Leser(innen) empfindlich reagieren könnten

Die Berührungsängste, die wir besonders häufig finden, bestehen einmal aus den Körperausscheidungen, Sperma und Scheidenflüssigkeit durchaus inbegriffen und sicher auch Schweiß und Speichel, um mit dem Harmlosen zu beginnen.

Männer und Frauen haben eine Schnittstelle, an der sie empfindlich reagieren: sich niemals sexuell zu etwas zwingen zu lassen.

Die dritte, deutliche Hürde betrifft vor allem Männer: Sich niemals einem Gedanken nähern, der als homosexuell ausgelegt werden könnte.

Was denkt die Mehrheit eigentlich wirklich?

Wenn wir dies nun alles so hübsch aufgezählt haben, kommen wir unweigerlich zu einem Knackpunkt: Ein Teil der Menschen ist ausschließlich befremdet, wenn er von anderslautenden Aktivitäten hört. Das ist deren gutes Recht und kann nicht bewertet werden. Ein weiterer Teil ist fasziniert davon – diesen Teil rechnen wir zumeist zu den „Perversen“, „Abweichlern“ oder „Fetischisten“. Damit hätten wir sie geistig „weggesperrt.“

Der dritte Teil jedoch ist zugleich fasziniert und befremdet von dem, was in einer erotischen Geschichte passiert, die über die Grenzen des „Blümchensex“ hinausgeht.

Der Großteil der Menschen ist neugierig auf "eigenartigen" Sex

Wir ahnten schon immer, dass dieser Teil der Menschheit in Wahrheit der größere Teil ist – und seit Kurzem wissen wir es – einmal aus der Forschung, und dann auch aus dem Erfolg der leidigen „Shades of Grey“. Mit dieser recht neuen Erkenntnis können wir an viele Phänomene mit leichtem Herzen herangehen. Um unsere Leserinnen und Leser nicht zu stark psychisch zu beanspruchen, sie aber dennoch sinnlich anzusprechen, haben wir verschiedenen Möglichkeiten, unsere Worte zu variieren.

Nicht zu direkt, nicht zu unmittelbar und ohne Wehgeschrei: Fesseln und Schläge

Wenn von Fesselungen die Rede ist, sprechen wir nicht von dem Gefühl, hilflos und ausgeliefert zu sein. Wenn wir von Schlägen oder Hieben sprechen, erwähnen wir weder den beißenden Schmerz, noch die unterdrückten Tränen, sondern sehen es wie eine „Geisterbahnfahrt“ an. Selbst eine Folterszene oder ein ähnlicher Übergriff lässt sich so „entschärfen“.

Es fließt und sprudelt - Körperflüssigkeiten für jeden Geschmack

Nehmen wir wir Körperflüssigkeiten: Ob jemand ejakuliert, laktiert, spuckt oder uriniert - immer findet sich ein Weg, den Vorgang selbst zu verschleiern oder allenfalls anzudeuten. Mit etwas Humor schluckt auch unsere Leserin oder unser Leser nahezu jede Flüssigkeit, die wir ihm virtuell anbieten.

Selbst überzeugte Heterosexuelle zeigen sich verblüfft von alternativer Lust

Das größte Monster für Männer, der Anklang an Homosexualität, lässt sich kaschieren, sobald man eine Frau ins Spiel bringt, die dabei „Schützenhilfe“ leistet. Und plötzlich wird aus dem Ekelphänomen ein Genuss, der freilich überrascht. Wer sich einmal Gedanken über das „reine Fühlen“, also erotische Handlungen ohne Sichtkontakt gemacht hat, wird wissen oder ahnen, was alles möglich ist. Aus dieser Sicht ist auch der passive Analverkehr kein Tabu mehr.

Im Allgemeinen gilt: Je skurriler, spielerischer oder humorvoller du die Situation schilderst, in der sich eine „starke“ sexuelle Abweichung manifestiert, umso mehr akzeptiert deine Leserschaft, was du schreibst.

Bild: Aus einem erotischen "Groschenheft"

Madame beabsichtigt, zu strafen

Eine strafende Frau - erschienen 1990 - wirkt aber wie aus den 1950er Jahren
Die „moderne“ Pornografie beschert uns Bilder von dominanten Frauen, die sich wie Huren kleiden oder sich so weit ausziehen, dass der Mann den Respekt vor ihnen verlieren würde, wenn alles real wäre.

In der Anfangszeit der lustvoll dargebotenen Dominanz wurde noch mehr an die Fantasie appelliert. Wir finden ein natürliches, fast nüchternes Interieur vor statt der pornografischen, überladenen Installation eines „Studios“. Statt einer übertriebenen Geste sorgt das „Aufkrempeln“ der Ärmel für Entschlossenheit – und die Strapse zeigen, dass es hier um eine handfeste erotische Züchtigung geht. Und der locker gehaltene „Schlegel“ wird fast bedrohlicher als eine mühsam für ein Foto hochgehaltene Peitsche.

Und du? Regt dich das Bild zum Schreiben an? Versetzt es dich in eine Zeit, als die Fantasien noch im Kopf entstanden?

Das Bild entstammt dem legendären, auf einfachem Papier gedruckten „Ledagramm“ (ca. 1990) © (gegen) 1990 by Leda, San Marcos. .

Wie erotisch ist eigentlich ein Finger?

Leidenschaftliches Einsaugen
Fingererotik? Wer hätte davon gehört? Und doch spielen die Finger in der Lust, der Sinnlichkeit und letztendlich auch in der Sexualität eine enorme Rolle. Diese Version unseres Artikel wendet sich an Autorinnen und Autoren, die gerne wissen würden, sie sie „das Vorspiel vor dem Vorspiel“, also sozusagen das erotische „Amuse-Gueule“ sinnlicher gestalten können.

Die Lust am Finger

Sehen wir mal: Die größte unserer erotischen, zumindest teilweise erogenen Zonen ist die Haut. Positiv haben wir sie durch sanfte Berührungen erfahren, zuerst durch direkten Körperkontakt, dann durch streichelnde Hände. Die Brustwarzen (jedenfalls bei den meisten Frauen) wurden zum ersten Mal durch Münder berührt, dann aber eben auch durch die Finger, die sanft darüber strichen. Vulva, Vagina und Penis erforschten zuerst die Finger, bevor auch nur eine Zunge oder ein entgegengesetztes Geschlechtsteil die Berührung wagen konnte. Auch die manuelle Befriedigung wurde oftmals zuerst am Finger erprobt – ähnlich wie das Vortasten am fremden Körper, um dem anderen erste Lüste zu bereiten.

Wer am Finger eines anderen Menschen saugt oder sie beleckt, gilt als unterwürfig. Und bevor je ein anderer Körperteil oder Gegenstand die Rosette passieren dufte, bahnte sich ein Finger den Weg.

Lust auf Lutschen
Wäre es da nicht an der Zeit, dem Finger mal etwas mehr Bedeutung zuzumessen?

Frauen wissen oder ahnen, dass es für den Mann einen besonderen Reiz hat, wenn sie ihren Zeigefinger zum Mund führt: Jeder Mann denkt dabei an die Möglichkeit, Oralverkehr mit ihr auszuüben. Statt am eigenen Finger zu lutschen, kann sie auch an den Fingern ihres Lovers lutschen – durchaus in der Art, in der sie den Oralverkehr sonst praktizieren würde.

Was hat der Mann davon, Frauenfinger zu schlecken?

Wenn der Mann die Finger der Frau „ablecken“ soll, kann dies mehrere sinnliche Gründe haben:

1. Allgemein als Zeichen seiner Unterwürfigkeit.
2. Um auf seine Fähigkeit hinzuweisen, die Klitoris zu verwöhnen.
3. Als Indiz dafür, dass er homosexuelle Lüste empfindet.
4. Um eine „Probe“ ihres „natürlichen Parfüms“ zu schmecken.
5. Nach einem Handverkehr als „Dankeschön“.

Lüste und Assoziationen

Dabei kann „sie“ einen oder mehrere Finger einsetzen. Da die Assoziationen bei jeder Frau und jedem Mann etwas unterschiedlich sind, können solche „oralen Lüste“ auch höchst unterschiedliche Emotionen freisetzen. Aus diesem Grund sind orale Spiele mit Fingern immer etwas spektakulär. Es gibt folgende Varianten:

• Der Finger taucht vorher in eine Flüssigkeit oder eine flüssige Masse ein – das kann theoretische alles sein, von Honig bis zum „Naturparfüm“ der Frau.
• Der nackte Finger berührt die Lippen – nichts sonst.
• Der nackte Finger streichelt nur die Zunge, die zu diesem Zweck herausgestreckt werden muss.
• Der Finger ahmt den Oralverkehr nach.
• Statt des nackten Fingers wird ein Latexhandschuh verwendet.

Finger-Lüste als sinnliches Programm

Berührungen mit der ganzen Hand oder einzelnen Fingern werden oftmals nicht als Vorspiel, sondern als eigenständige erotische Aktion ausgeführt. Dabei wird der Partner zumeist dran gehindert, „mehr“ zu verlangen, beispielsweise, indem er sich ans Bett fesseln lässt. Auf diese Weise bekommt er nur die erotischen Finessen der Finger zu spüren – und nichts sonst. Eine ähnliche Erfahrung machen Frauen und Männer bei erotischen Massagen, bei denen ja auch die Finger die Hauptrolle spielen.

Der Vollständigkeit halber will ich erwähnen, dass mit Fingern auch Druck und Zug ausgeübt werden kann, und dass die Fingernägel von manchen dominanten Frauen genutzt werden, um die Haut zu zerkratzen.

Mehr Lust durch alternative Lust

Stell dir vor, du präsentierst deinen Körper vor einer Gruppe von Männern
Eine Frage, die viele Autorinnen bewegt, die sich mit Erotik beschäftigen: Wie funktioniert eigentlich all das Zeug, das so „frech“ oder gar „unanständig“ ist, dass niemand so recht darüber reden mag? Kann ich trotzdem darüber schreiben, und wenn ich es tue, werde ich dann akzeptiert? Wie reagieren die Blümchensexliebhaber einerseits und die exotischen Kreise der „Adepten“ anderseits?

Mach es niemandem "recht" - mach deine Leserinnen an!

Ich gebe zunächst mal eine simple Antwort: Die „Blümchenleute“ sind begierig, und den Exoten kannst du es sowieso nicht recht machen. Denn: SM-Kreise wissen oft nicht, welche Rollenspiele und sonderbare sexuelle Praktiken in „gewöhnlichen“ Beziehungen vorkommen. Sie wissen nur von dem, was sie selber spielen. Und das ist – qualitativ und quantitativ – etwas anderes.

Beginne bei deinen eigenen Fantasien

Beginne bei deinen eigenen Fantasien. Denk nach, was du tun, genießen und erleiden könntest. Denk auch an Praktiken, vor denen du Angst hast und die dennoch gerne probieren möchtest. Bevor du entsetzt aufstöhnst – du musst sie nicht „wirklich“ durchführen. Versuche einfach, dir unterschiedliche Szenarien vorzustellen. Wenn du es bei den gewöhnlichen erotischen Situationen schaffst, dann kannst du es auch bei den „besonderen“ Aktivitäten. Ich sag’s mal so: Wenn du dich selber langsam und sinnlich ausziehst, dann kannst du dir auch vorstellen, wie es ist, auf diese Weise ausgezogen zu werden. Und wenn du dir das vorstellen kannst, dann kannst du auch darüber schreiben, wie die Kleider deiner Figur zerrissen oder durchschnitten werden. Nun fehlt nur noch die Idee, dass deine Figur momentan gerade nicht in der Lage ist, dies irgendwie zu verhindern. Schon bist du mitten in der „alternativen Lust“.

Nimm zuerst, was dich selber anmacht

Such die einen Punkt, ein „One Thing“, das dich anmacht. Sag deiner Figur, sie soll es ausprobieren. Nimm zunächst einen Rahmen, den du dir vorstellen kannst: eine Party, die auch ein bisschen zur Orgie wird. Eine Begegnung mit einem frivolen Pärchen, das am Samstagabend einen Dreier vorschlägt. Einen keck entblößten Hintern, auf dem spielerisch eine kleine rote Lederpeitsche erprobt wird. Noch zu viel? Stell dir vor, du präsentierst deinen Körper vor einer Gruppe von Männern, die hinter einer Absperrung stehen – du kannst alles wagen, weil Bodyguards dich schützen.

Nein, du gehst nicht auf die Bühne, ich weiß. Aber die Figur, die du erschaffst? Eine Studentin, die sich daran ergötzt, „die Kerle lechzen zu sehen?“

Alle Macht für deine Figur

Versuch mal, deine ganze Energie in deine Figur zu legen – statte sie mit Mut und Furcht aus, gib ihr die Kraft zu Leiden und zu Lüsten. Mach aus ihr ein wollüstiges Wesen, das sich bewusst in der Lust suhlt oder ein scheues Rehlein, das sich seiner verborgenen Lüste schämt. Denke dran, dass die Figur alles sein kann.

Wenn du sie als „Femme fatale“ aufbaust: Sieh ihr zu, wie sie die Kerle beherrscht und ins Verderben führt. Sie tut dabei nichts anderes als das, was auch du könntest, wenn du ihre Energien und Rücksichtslosigkeit hättest.

Das ist überhaupt das Geheimnis erotischer Literatur: Auch du könntest … aber du tust es nicht. Du schickst eine Marionette ins Rennen, die sich alsbald von den Fäden befreit und ein Eigenleben entwickelt.