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Lebenserinnerungen eines kraus gestrickten Knaben - Thedora

Die "Lebenserinnerungen eines kraus gestrickten Knaben" beginnen nicht mit dieser Geschichte und enden auch nicht mit ihr. Ob sie wahr sind oder nicht? Ach, träumen Sie sich doch einfach in die Gestalten hinein ...

Erlebnis auf dem dunklen Dachboden
Ich erinnere mich nicht mehr deutlich, wodurch meine Obzession für die weiblichen Schamhügel zuerst geweckt wurde. Doch liegt die Mutmaßung nahe, es müsse wohl meine entfernte, ältere und nicht einmal sonderlich hübsche Base Theodora gewesen sein, und die mich auf einer dieser schrecklichen Geburtstagsfeiern bei der Großmutter auf den Dachboden lockte, um mir „ein Geheimnis anzuvertrauen“. Ich war naiv genug, daran zu glauben, denn von einer Tochter aus anständigem Hause erwartet ich nicht, die Hose herunterlassen zu müssen, wie es einmal eine Bande jungen Frauen aus der Barackensiedlung verlangt hatte, die ich in einem anderen Abschnitt meiner Erinnerungen beschreibe. Auch dachte ich, es sei eines dieser harmlosen Geständnisse junger Mädchen, die von älteren Männern angesprochen wurden und die nun nicht recht wussten, wie sie damit umgehen sollten. So setzte ich mich also zu ihr auf eine alte Chaiselongue, die gehörig quietschte, und sah sie in Erwartung des kommenden Geständnisses an. Doch statt von sich zu sprechen, fragte sie mich, ob ich schon einmal geküsst hätte, und ob mir dabei Freudengefühle durch die Adern gegangen wären. Solche Fragen von einer Frau gestellt zu bekommen, machte mich von jeher wortkarg, und so antwortete ich mit einem viel zu kurzen und recht unangemessenen „ja, das habe ich schon einmal getan.“

Eine recht angenehme Ahnung beschlich mich: Sollte ich sie etwa in eine gewisse Stimmung versetzen, die Damen wohl benötigen, um die Etikette hinter sich zu lassen? Natürlich war ich nicht abgeneigt, doch wunderte ich mich, dass sie mich, den wesentlich jüngeren und unerfahrenen Vetter, dazu nutzen wollte.

Nach einer kurzen Pause flüsterte meine Base: „Du musst mir schwören, mit niemandem darüber zu reden, was jetzt geschehen wird, und solltest du es dennoch wagen, so habe ich vorgesorgt, um dir zu schaden.“

Ich tat den Schwur ohne Zögern, und sie sagt nur noch: „Du wirst mich küssen, Vetter – aber nicht auf meine Kirschlippen. Wir Damen haben zwei Lippenpaare, und das Zweite ist es, was deine Küsse empfangen soll.“

Ich war völlig ahnungslos, wovon sie zu mir redete, doch zögerte sie keinen Moment, sich in eine aufreizende Lage zu begeben, und ihren langen, aber recht weiten Rock über das Becken zu ziehen. Niemals hatte ich erwartet, nun sogleich auf ihren unbekleideten Schoß zu blicken. Denn zu jener Zeit wollte es der Anstand, dass junge Damen brave Unterkleider trugen, und dazu mehrere schützende Bekleidungsstücke, die ihre intimen Körperteile vor Kälte und wohl auch Unkeuschheit schützen sollte. Man nannte sie oftmals „Liebestöter“, und ich erinnere mich dunkel, wie oft auch von jüngeren Damen seltsame Hüftformer getragen wurden, deren Funktion ich niemals verstand.

Doch meine Base offenbarte mir ihre Mysterien ohne jegliche Hüllen und bar jeder Scham, die ansonsten selbst dann, wenn sie nur künstlich vorgetragen wurde, zu jeder intimen Begegnung in diesen Jahren gehörte wie das Salz zum Brot. Ihre Schenkel wie auch ihr Becken waren bis auf einen Tanzgürtel und den dazugehörigen Strümpfen ganz und gar unbedeckt. In meinem naiven Verständnis musste dies wohl jener Moment sein, von dem ich Erwachsene flüstern hörte: Die Pforten der Liebe würden sich eines Tages öffnen, und die Liebste würden dem Manne die verborgenen, süßen Genüsse offenbaren, die nicht einmal in Annäherung erwähnt werden durften.

In meiner Erinnerung fiel nur der eine Satz: „Nun küss mich, Dummchen“, wobei sie mir den Ort auffällig präsentierte, an dem sie meinen Kuss erwartete und ich zögerte nicht, ihr den Wunsch zu erfüllen.

Ich bemerkte bald, dass sich mein Blut über alle Maßen erwärmte, während ich jene Lippen küsste, und in der Folge trat dann unvermeidlich jener Zustand ein, der jeden jungen Mann beglückt und quält. Es musste wohl so sein, denn schon oft hörte ich Bemerkungen und Flüstern, dass kein Weib von Stand jemals erlauben würde, dem Manne eine volle Genugtuung zu ermöglichen, weil dies ihren Ruf aufs Erbärmlichste zu Schädigen imstande sei.

Es war nicht allein der süße, geheimnisvolle Hügel, der mich mesmerisierte, auch nicht allein nicht der Duft nach Staub, Holz und dem schweren Duftwasser, das Theodora reichlich aufgetragen hatte. Nein es war die Lust, ganz und gar intim mit einem Weibe zu sein, etwa mit ihm zu teilen, das geheim und verrucht war und sicherlich die Etikette aufs Höchste verletzte. In meiner Erinnerung verspürte ich noch heute, wie die Küsse schmeckten und wie meine Zunge auf magische Weise und ohne ihre Hilfe den Weg fand, die Base zu beglücken, denn gesprochen wurde nicht ein einziges Wort. Der seltsame Geschmack, der mich an die See mit ihrem Geruch von frisch angeschwemmtem Tang erinnerte, die Flüssigkeit, die meine Zunge benetzte, all dies und noch viel mehr blieb in meiner Erinnerung beständig haften. Doch auch der offen dargebotene Schoß als solcher, dessen Anblick sogar mancher Ehemann auf ewig verschlossen blieb, reizte meine Sinne, die sich immer dann entfalteten, wenn ein Teil der weiblichen Haut freigelegt und wurde und meine Augen erreichte, die dergleichen Eindrücke sogleich in wundersame Gefühle wandelten. Auch wäre noch zu sagen, wie sehr sich der Duft doch änderte, während meine Zunge wacker zu Werke ging und sich etwas Feuchtigkeit bildete, die wieder einen Geruch eigener Art ausströmte. Vor allem der Letztere war es, der mein Denken vernebelte und nach dem ich später in einer Weise gierte, die mich beinahe um den Verstand gebracht hätte. Was meine Base betraf, so zuckte ihr Körper mehrerer Male derart, als sei sie nicht Herrin ihrer Sinne, sondern von einer nervlichen Krankheit befallen, und mir fiel auf, dass sie infolge dieser Zuckungen unterdrückte Laute ausstieß, die gleichwohl leise genug waren, um nicht an die Ohren der Teilnehmer der Geburtstagsfeier drangen.

Theodora beendete unser Tun, indem sie den Rock ihres Kleides wieder hinab bis über die Knie streifte, mit einem Ruck aufstand und mir den Finger über den Mund legte und den einzigen Satz zischte, der hernach fiel: „Schweig still über all dies, sonst kannst du was erleben.“ Intuitiv dachte ich, es sei wohl angebracht, ihr erst in einem gewissen Abstand zu folgen, damit man uns nicht zugleich vom Dachboden kommen sähe.

Aus den „Erinnerungen eines Kraus gestrickten Knaben“ eines anonymen Autors

Erlebnis in einer Nikolaus-Nacht

Eine schemenhafte Gestalt am Fenster ...
Ich wache auf, schwanke zwischen dem Bedürfnis, mich weiter in die Daunen zu kuscheln, einen Schluck Wasser zu trinken und mal Pipi zu machen. Klingt komisch, aber wie ist es eigentlich bei euch, wenn ihr nachts aufwacht? Lärm vor der Tür, Durst, Magentablette oder Pullern müssen sind doch die häufigsten Gründe, oder etwa nicht?

Gegenüber brennt noch Licht, bläulich und fahl. Eine Gestalt bewegt heftig den rechten Arm, hält inne. Erst dann schießt der Arm blitzschnell nach vorne, und ich höre einen leicht unterdrückten Schrei. Wieder bewegt sich der Arm, hängt nun locker am Körper nach unten. Die Gestalt sagt offenbar etwas, dann holt sie offenbar mit Schwung aus, und ich höre ein weiches Klatschen, das nicht nachhallt, und dann wieder einen spitzen, unterdrückten Schrei. Ich kann nun etwas mehr erkennen. Eine Frau in schemenhaft sichtbaren Dessous. Sie hält eine Art Staubwedel in der Hand, den sie immer wieder mit großem Schwung auf etwas aufschlägt. Etwas? Es muss ein Mann sein, aber ich kann ihn nicht erkennen. Nur seine Schreie, die immer heftiger werden. Mir wird klar, dass es kein Staubwedel ist, den die Frau in der Hand hält, sondern eine Rute.

Oh ja, es ist Nikolaustag, da bekommen böse Jungen die Rute. Eigentlich sonnenklar. Drüben wird es nun still. Die Frau verabschiedet sich offenbar schnell, wie jemand, dessen Arbeit getan ist. Ich sehe in den Hof: Eine Gestalt im Nikolauskostüm geht schnell zum Parkplatz. Dann verschwindet auch das bläuliche Licht im Fenster.

Ich erinnere mich, dass ich eigentlich zum Klo wollte. Aber ob ich heute Nacht noch schlafen kann? Irgendwo muss noch ein Weihnachtsmannkostüm herumliegen, und es muss ja nicht unbedingt eine Rute sein, ein Teppichklopfer tut’s auch. Und bis Weihnachten gibt es noch viel Gelegenheiten, um ein paar Spielchen auszuprobieren. Mal ehrlich: Wer von euch war schon so brav, dass er Schokolade verdient?
Kategorien: kurzgeschichten | 0 Kommentare
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Zeichen der Lust

Rosa Striemen auf meiner weißen Haut –
Schattenhafte Symbole meiner Lust.


Anonyme Internet-Quelle (Nachdichtung aus dem Englischen)

Können Sie eine Ultrakurzgeschichte schreiben? In zehn Wörtern, wie hier? Oder gar in sechs Wörtern?

Nikolaus ist ein guter Mann

Eine Nikolaus-Kurzgeschichte von Ubomi Ulobi

„Gibt es eigentlich noch echte Ruten?“ Kathrin sah mich mit ihren großen Unschuldsaugen fragend an. „Echte Ruten?“, erwiderte ich, „du meinst nicht etwa Angelruten?“ Ich muss gestehen, dass ich Kathrin erst kürzlich auf dem Weihnachtsmarkt kennenlernt hatte, gleich am ersten Tag. Ein paar lockere Sprüche, ein paar Gläser Glühwein, dann folgte eine wilde und überaus feuchte Nacht. Seither war sie geblieben, und ich habe nicht gefragt, warum. Immerhin lohnte es sich für mich: Sie dekorierte die Wohnung adventlich ein, kaufte guten französischen Champagner und feierte mit mir Abend für Abend das sinnliche Fest der Lust auf eine Weise, die ich noch nie erlebt hatte. „Kleien Wildkatze“, dachte ich, „hat Freude daran, die Krallen zu gebrauchen.“

Auf meine Antwort zur „Rutenfrage“ hin lächelte Kathrin verhalten, küsste mich sanft auf die Wange und sagte leise: „Nein, richtige Ruten, mit denen man die Bediensteten schlägt.“ Nun grinste ich: „Du meinst diese Ruten, die wir noch aus unserer Kindheit kennen? Nikolaus-Ruten mit Zuckerzeug dran?“ Kathrin bekam einen merkwürdig sanften Gesichtsausdruck, wie eine Ärztin in der Psychiatrie, wenn sie dir erklären will, dass du besser noch ein paar Tage in der Klinik bleiben solltest. Doch dann hauchte Sie: „Nein, mein Süßer – richtige Haselnussruten oder vielleicht Birkenruten, mit denen man auf einen Hintern den Sternenhimmel zaubern kann.“ Ich hätte gleich richtig schalten sollen und zurückfragen: „An wen dachtest du dabei?“ Aber ich sagte: „Ich erkundige mich einmal!“ – das würde immerhin ein nettes Nikolaus-Geschenk geben, und damit sie es nicht missversteht, würde einfach noch ein Goldkettchen dazu tun, damit sie eine echte Freude hatte.

Ich wusste, dass es keine wirklichen Ruten zu kaufen gab, kannte aber eine alte Dame am Fluss, die noch die Kunst des Rutenschneidens beherrschte. Ich kaufte für Kathrin ein Goldkettchen und beim Konditor einen echten Marzipan-Weihnachtsstollen für die Dame am Fluss, und in der Tat erbot sie sich, mir die passenden Birkenruten zu binden. „Für deinen Zweck“, lächelte sie, „ist es besser, sie nicht zu umfangreich zu wählen, eher etwas länger.“ Ich muss sie wirklich verblüfft angesehen haben, denn sie sagte nun sanft: „Kennst du die Dame schon lange, und habt ihr schon … ähnliche Spiele betrieben?“ Mir stand der Mund offen. „Woher wissen Sie (ich siezte sie immer, während sie mich duzte), dass es sich um eine Dame handelt, für die sich sie besorgen soll?“ Sie hob den Kopf, lächelte sanft und sagte sehr leise, aber eindringlich: „Weil nur Frauen die Küsse der Rute wirklich zu schätzen wissen.“ Sie nahm mich bei der Hand, führte mich ins Nebenzimmer und drückte mir ein altes Tagebuch in die Hand. „nimm es mit und lies, was dort unter dem 6. Dezember 1911 steht – du kannst doch die alte Schrift noch lesen? Du kannst mir das Buch zurückgeben, wenn du die Rute holen kommst. Vermutlich brauchst du sie zum Nikolaustag?“ Nun, ich lief leicht rot an, was die alte Dame amüsierte, und verabschiedete mich schnell.


Das Tagebuch enthielt die Schilderung einer Dienstmagd, die in gutem Hause in Stellung gegangen war und am Nikolaustag dafür bestraft wurde, dass sei eine wertvolle Vase fallen ließ. Sie drückte in einfachen Worten ihre Scham aus, ihren Unterleib entblößen zu müssen, was schlimmer gewesen sei als die Rutenhiebe, die sie daraufhin erhielt. Ich wollte das Tagebuch schon teils amüsiert, teils angeekelt zur Seite legen, als sie beschrieb, welch merkwürdige Lustgefühle ihren Körper nach und nach durchströmten, und wie sie schließlich „in jeder Hinsicht ermattet“ aufstehen, die Rute küssen und der Herrin Dank sagen dufte.

Ich schwieg gegenüber Kathrin über das Gelesene, wie ich auch nichts von der Bestellung der Rute erwähnte. Die Nacht vor dem Nikolaustag war seltsam angespannt, und Kathrin bestand darauf, dass ich ihren schönen Po ausgiebig ansehen und küssen sollte, bevor sie sich mir wieder voller Wonnen hingab. „Morgen komme ich erst gegen Abend“, flüsterte sie leise, „und du musst mein Nikolaus sein.“

Die Dame am Fluss erwartete mich schon, als ich gegen Morgen bei ihr eintraf, übergab mir stolz ihr Werk und sagte geheimnisvoll: „Es wäre gut, wenn du die Führung der Rute lernen würdest.“ Dann führte sie mich wieder in die abgedunkelte Bibliothek, in der sich jetzt ein gepolsterter Bock befand, auf dem ein Kissen lag. „Du musst jetzt auf das Kissen schlagen, ohne die Hülle zu verletzen“, sagte sie, „dann machst du es richtig.“ Ich probierte es, aber die Dame war nicht zufrieden. „Hol weiter aus, aber verwende nicht so viel Kraft, und überlasse der Biegsamkeit der Zweige die eigentliche Arbeit “, sagte sie, „das ergibt die Wirkung eines prasselnden Wasserfalls auf ihrem Po.“ Nach ein paar weiteren Versuchen war sie zufrieden. „Du bist ein guter Junge“, lächelte sie, "deine Besucherin wird ausgesprochen begeistert sein von dir“.

Kathrin kam an diesem Abend in einer weißen Bluse mit rotem Schottenrock, schenkte mir ein paar goldene Manschettenknöpfe und sagte erwartungsvoll: „Du hast ein Geschenk für mich bekommen?“ Ich übergab ihr das kleine Goldkettchen mit der großen Birkenrute, die einem Kerkermeister jede Ehre gemacht hätte, und ihre Augen erstrahlten. „Ich war überhaupt nicht artig in diesem Jahr“, sagte sie kaum hörbar. „Meinst du nicht, dass ich eine Strafe verdiene?“ Ich dachte an das Buch, an das Kissen und sah die rot glühenden Wangen. Ich beschloss, das Spiel mitzuspielen: „Ich sehe, du bist ein böses Mädchen – wo war doch noch dein Sündenregister?“ Sie zog einen handgeschriebenen Zettel aus der Handtasche: „Lies jeden Satz einzeln vor. Und dann gib mir so viel Schläge dafür, wie du für richtig hältst.“

Sie erwies sich als unersättlich, provozierte immer wieder mit ihrer bösen Zunge und ihrem schönen Körper, und zog mich erst gegen Mitternacht ins Bett, wo wir das Werk der extremen Sinnlichkeit ekstatisch besiegelten. Gegen drei Uhr hörte ich eine Tür klappen – sie war wohl ins Badezimmer gegangen. Ich drehte mich um und schlief weiter.

Ich freute mich auf den Morgen danach auf unser Sektfrühstück. Doch Kathrin war verschwunden, und sie hatte auch die Rute und das Goldkettchen bei mir gelassen. Ich wunderte mich nicht sonderlich. Sie hatte bekommen, was sie wollte, und jetzt würde sie vermutlich wieder zu ihrem Mann zurückschleichen – den Po mit den kleinen, funkelnden roten Sternen darauf würde sie ihm wohl erklären müssen, aber das war nun wirklich nicht mein Problem.

Ein paar Tage später klingelte das Handy, das sich ausschließlich für meine Liebschaften benutzte und ich meldete mich mit der Telefonnummer - das habe ich immer so gehalten. „Wie hoißet Sie“, fragte eine männliche Stimme auf Schwäbisch. „Rohrservice Deppermeister“, log ich, „ist ihr Abfluss verstopft?“ Eine Pause entstand. „Entschuldiget Sie bitte, es ist nur so, dass meine Braut Ihre Nummer hatte … “, sagte er. „Oh, sagte ich, das macht nichts … so etwas kommt schon mal vor. Einen schönen Tag noch.“

Am nächsten Tag ging ich durch die Kirchgasse, die noch herbstlich mit feuchtem Laub bedeckt war, und hörte ein Hupkonzert – eine dieser schrecklichen pompösen Hochzeiten mit Oldtimer und dergleichen. Mein Blick fiel auf die Braut, und ich blieb wie angewurzelt stehen. „Gell, sie sind ein schönes Brautpaar“, sagte eine Passantin, die ebenfalls stehen geblieben war. „Ja, und sie werden sicher sehr glücklich“, erwiderte ich, während ich in mich hineinlächelte und mir ein Lied in den Sinn kam: „Nikolaus ist ein guter Mann, dem man nicht genug danken kann.“

(Erstveröffentlichung am 05.12.2011 in "mehrhaut.de")