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Dirty Writing: Ein Buch wie eine Wundertüte

Dirty writer
Ich tue mich schwer mit Büchern, bei denen ich nach den den wirklich relevanten Inhalten erst suchen muss. Und dies ist so ein Buch: Sie können irgendwo hereinlesen, sich festlesen oder den Ansatz verspotten, mitmachen oder es sogleich beiseitelegen, weil sie keine brauchbaren Inhalte finden. Für mich war „Dirty Writing“ wie eine Wundertüte: Ein bisschen hiervon, ein wenig davon, aber am Ende nicht viel, was man wirklich brauchen konnte,

Alles, was drinsteht, ist ein bisschen wahr und ein bisschen oberflächlich. Es mag eine hübsche Idee sein, sich eine Kamera im Kopf Ihrer Heldin vorzustellen, und sicher kann die den notwendigen Blick für Details fördern. Aber dennoch findet Sexualität in erster Linie im Kopf statt. Ich denke, wir haben bereits viel zu viele Autorinnen, die „Kameras im Kopf“ haben, aber kein Hirn. Das mag meine Privatmeinung sein, gewiss.

Für Anfängerinnen und Unentschlossene geeignet

Ich kann mir vorstellen, wie unterhaltsam es für Anfängerinnen sein mag, das Buch zu lesen und sich hin und wieder einmal an einer „Schreibübung“ zu ergötzen. Und insofern mag das Buchs sein, was es ist: eine Art Unterhaltungsbuch für Frauen, die eventuell einmal daran denken, erotische Texte zu schreiben. Eine der Untertitel sagt es auch aus: „Ein Übungs- und Inspirationsbuch“ soll es sein. Nun ja, das lasse ich mal stehen.

Die Beschreibung des Kusses - ein Highlight

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Sehr gelungen finde ich nur einzelne Artikel, die wirklich hilfreich sind. Zum Beispiel (auf Seite 116) die Beschreibung eines Kusses – Sie glauben gar nicht, wie viele Autorinnen völlig versagen, wenn Sie auch nur einen Kuss beschreiben sollen – obwohl die eigentlich ein erotischer Moment ist, den wir alle kennen sollten. Auf diese Weise ist dann der an sich lächerliche alphabetische Aufbau wider hilfreich: „Aha, jetzt kommt ein Kuss – da kann ich mal nachlesen.“ Ob dies bei den Stichworten „Fetisch“ und SM“ auch so ist? Ich bezweifle es.

Trotz der vielen kleinen Beispiele für erotische Literatur, als „Schnipsel“ oftmals verfügbar, können Sie mithilfe des Buches nur schwerlich einen Text schreiben. Und vom Versuch, „irgendwie erotisch“ zu wirken bis zum „Dirty Writing“ ist es ein weiter Weg. Denn wirklich wilde, ekstatische Szenen zu schreiben, ist mit einem solchen Anleitungsbuch definitiv unmöglich. Dazu muss der kleine Schalter im Hirn umgelegt werden, der alles zulässt und nichts bewertet, sondern einfach nur noch die Lust beschreibt. Also wird es wahrscheinlich nichts damit, mithilfe des Buches „schamlose Texte zu schreiben“.

Mein Fazit?

Wenn Sie noch nicht wissen, ob Schreiben an sich ihre Passion ist, und wenn Sie sich tatsächlich dabei aufs Glatteis der Erotik begeben wollen, dann wünsche ich Ihnen mit dem Buch „Dirty Writing“ gute Unterhaltung. Ich fürchte nur, viel mehr wird es nicht sein, was Sie daraus gewinnen.


Was interessiert Frauen am meisten in der Erotik?

Im Traum auch gerne oral - und auch in der Literatur sinnvoll
Nach relativ verlässlichen Forschungen interessiert Frauen die mit Romantik verbundene sexuelle Lust am meisten – das hatten wir und alle anderen auch nicht anders erwartet. Doch bereits an zweiter Stelle steht der Hand- und Mundverkehr, gefolgt vom erotischen Abenteuer, das oftmals auch mit sehr romantischen Vorstellungen verbunden ist. Dann folgen Gruppenaktivitäten, und schließlich finden wir in bevorzugter Position noch Rollenspiele aus dem BDSM-Bereich.

Mit der Hand und durch den Mund

Überraschend ist dabei vor allen die Betonung von Hand- und Mundverkehr. Fellatio und Cunnilingus abwechselnd oder zugleich zu praktizieren, interessierte mindestens drei Viertel der Befragten einer groß angelegten Studie. Noch etwa zwei Drittel der Frauen interessierte sich für Handverkehr (an ihr und an ihm) und ungefähr die Hälfte war an Submission (sexuell dominiert werden) interessiert, gefolgt von ähnlichen Aktivitäten. Gruppen waren erstaunlicherweise dann besonders interessant für Frauen, wenn daran viele Frauen und Männer daran teilhatten, also beispielsweise bei Orgien.

Atmosphäre und Geilheit

Die Romantik, also das bevorzugte Thema muss allerdings entweder in einer besonders schönen Atmosphäre wachsen, wie man aus den Aussagen von fast annähernd 85 Prozent der Frauen entnehmen kann. Diese Atmosphäre kann aber durchaus auch abenteuerlich sein und an Gefahren heranreichen – davon träumen immer noch zwischen 58 und 82 Prozent der Frauen (Sex an ungewöhnlichen Orten oder in der Öffentlichkeit). Man darf annehmen, dass sogar die passiven BDSM-Tendenzen der Frauen mit gegen 52 - 65 Prozent noch in den Bereich romantischer Traumvorstellungen fallen, also nicht von der Lust am Schmerz oder von Schmerzgeilheit geprägt sind. Das würde auch erklären, warum Bücher nach der Art der „50 Shades of Grey“ so populär sind: In diesen Büchern wird in der Regel eine geheimnisvoll-romatische Umgebung gewählt, um einen Rahmen für die Unterwerfung zu schaffen.


Das Fazit - Romantik erotisch ausbauen

Frauen interessiert neben der Entwicklung einer Beziehung, die ja die Handlung erotischer Romane bildet, vor allem das Umfeld, also die Kulisse der Erzählung. Dabei lohnt es sich, sehr viel Wert auf Gefühle zu legen, selbst dann, wenn sie etwas „überzogen“ sein sollten. Was die sexuellen Handlungen betrifft, sollte Cunnilingus und Handverkehr (auch „Fingern“) deutlich stärker betont werden als der eigentliche Geschlechtsverkehr (Piv). Das Interesse an Orgien kann als retardierendes Element eingebaut werden – normalerweise hemmt es die romantische Entwicklung von Zweierbeziehungen. Erotische Submission (Unterwerfung) kann im Wechselspiel mit praktizierter alltäglicher Dominanz effektiver sein als die reine „Unterwerfungshaltung“ einer Cinderella. Hier sollten Sie sich freimachen von dem aktuellen Cinderellaboom (SoG) und sich Wege suchen, die nicht nur die mittleren Jahre („Mütterleinpornos“) ansprechen, sondern auch die jüngere, aktivere Generation.

Stimmen Sie überein? Wenn nicht: ihr Widerspruch, bitte!

Erklärungen: SoG - Abkürzung für "Shades of Grey", PiV Vaginalverkehr, eigenltihc "Penis in Vagina")

Wollen Sie mehr über SM-Gelüste wissen?

Häusliche Zucht in Vergnügen umgesetzt


Über SM-Praktiken schreiben viele. Die Praktiken kommen in Romanen vor, in pornografischen Filmen, auf Domina-Seiten und in den Publikationen von ausgesprochenen Fanatikern der Szene. Doch sehr nüchtern betrachtet ist alles mehr oder weniger ein Spiel mit unterschiedlichen Emotionen, Haus- und Schulstrafen der Vergangenheit und „weichen“ Abwandlungen von altertümlichen Folterszenen und öffentlichen Bestrafungen.

Heute wird sehr viel bei „Wikipedia“ abgeschrieben, sodass es nur noch ein Meinungsbild im Internet gibt. Bei Recherchen zum „Andreaskreuz“ beispielsweise stießen wir dutzendfach auf die gleichen Sätze. Nein, wie bezweiflen sie nicht. Aber wir glauben auch nicht, dass alle Menschen gleich empfinden und ähnliche Vorstellungen von süßen Qualen haben.

Wenn wir wissen, was Sie wissen wollen, dann sagen wir Ihnen, was wir darüber herausfinden konnten – und helfen Ihnen dabei, Ihre Geschichte farbenfroher auszugestalten.

Bild: Nach einer historischen Illustration

Die Realität und die sexuelle Lust – muss die Story realistisch sein?

Zum Thema der Realität in der erotischen Literatur haben wir einen Blogbeitrag gefundene, den wir Ihnen kurz vorstellen wollen. Die Autorin Natasha Tsarina hadert mit der Illusion, die erotische Geschichten üblicherweise erzeugen, und stellt dann den Anspruch an sich selbst, sich doch der Realität zu nähern.

Erotik zu schreiben bedeutet zumeist, Fantasien zu entwickeln, und nur wenig von dem, was innerhalb der Storys geschieht, passiert wirklich – deshalb lesen die Menschen sie ja.


Die Autorin denkt darüber nach, was ihre Figuren dazu bringt, die Grenzen zu überschreiten, die „ganz normale Realmenschen“ abschrecken. Sie stellt dabei den Anspruch an sich, die Wende zur erotischen Lust müssen für ihre Leserinnen nachvollziehbar sein, etwa in dieser Art (aus der Sicht der Leserin)

Oh ja, wenn ich in diese Situation käme, und die Umstände ähnlich wären, hätte ich’s möglicherweise auch getan.


Gelänge dies, so schreibt sie, dann könnten wir unserer Leserschaft auch vermitteln, „dass die Geschichte tatsächlich so passiert sein könnte.“

Ich will mich mit meiner Meinung zurückhalten, aber diese Fragen bleiben:

1. Sind erotische Geschichten von vornherein sinnliche Märchen für Erwachsene – und sollten wie sie deshalb auch genau so schreiben?
2. Wenn wir unsere Figuren „laufen lassen“ und sie mit einem eigenen Charakter versehen, müssen wir ihnen dann die engen Schranken der Realität zumuten?
3. Könnte es sein, dass wir „unsere Realität“ mit „der Realität“ verwechseln?
4. Wie können wir realitätsnah schreiben. Wenn wir doch zumeist nur einen winzigen Bruchteil der Erfahrungen haben, die wir unsere Figuren andichten?
5. Stimmt es wirklich, dass Leserinnen eine „plausible Hürde“ benötigen, die sie mit der Heldin überspringen?

Auf Antworten würden wie uns hier in der Redaktion freuen.

Erotisches Selbstbewusstsein als Schutz

Bewusst balanciert?


Sie war es gewöhnt, ihren Körper unverblümt zu Schau zu stellen, denn dessen Schönheit war ihr Schutz. Sie balancierte, einer Seiltänzerin gleich, in ihren kurze, engen Kleidern über den Abgrund der fremden Blicke.


(Karin Rick, „Böse Spiele“), München 1991

Das Zitat und was Sie daraus lernen können

Das Zitat ist kurz, gleichwohl ist es prägnant und sprachlich ausdrucksstark. Nach dem ersten Satzteil erwarten die Leserinnen mit ziemlicher Sicherheit eine andere Aussage. Ich denke, auch Sie werden zunächst verblüfft sein. Ach, eine Frau kann sich betont „sexy“ Kleiden, und sie wird dadurch nicht schutzlos, sondern gerade die Schönheit ist der Schutz? Wie kann die offenkundige, unverblümte Erotik des Körpers ein Schutz sein?

Selbst, wenn Sie als Leserin der Autorin den Satz nicht „abkaufen“ sollten, so wird sie doch darüber nachdenken. Ah – es gibt also offenbar eine Möglichkeit, selbstbewusst, schön und zugleich erotisch zu sein, und sich mit der Summe aus alldem zu schützen.

Die Auflösung des vermeintlichen Rätsels finden wir im zweiten Satz, der letzte Zweifel zerstört. Sie weiß, dass ihr fremde, lüsterne Blicke folgen, und sie weiß, wie eine Artistin, dass irgendwo dort unten ein Abgrund lauert, in den sie nicht fallen darf. Also balanciert sie „über den Abgrund der fremden Blicke.“

Ich gebe Ihnen dies Beispiel, um Sie zum Nachdenken anzuregen. Frage Sie sich bitte selbst, wie sie lapidare Standardsätze in erotischen Geschichten in aussagefähige, sinnreiche Sätze wandeln können.