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Realität und Fantasie – worüber Frauen fantasieren

Eigenartig: Orgien faszinieren Frauen

Ist Ihnen bewusst, dass die meisten Menschen ihre erotischen Lieblingsfantasien verleugnen oder gar empört reagieren, wenn man sie darauf anspricht?

Falls Ihre Leserschaft nahezu ausschließlich aus Frauen besteht, sollten Sie wissen, was Frauen wirklich lesen wollen, und zwar in dieser Reihenfolge:

1. Sinnliche und romantische Gefühle entwickeln – trotz des erotischen Inhalts Ihres Buches.
2. Es ist sinnvoll, eine sinnliche Atmosphäre zu schaffen, bevor Sie ans „Eingemachte“ gehen.
3. Romantik zählt – auch in der Erotik. Sie entwickeln ihre erotische Geschichte also am besten aus einer romantischen Begegnung heraus.
4. Sex an einem ungewöhnlichen Ort ist immer angebracht, weil er den häufigsten weiblichen Fantasien entgegenkommt. Auch Sex in der Öffentlichkeit kann dazugehören.
5. Zumeist vergessen Autorinnen, sich ausgiebig mit Fellatio und Cunnilingus zu beschäftigen, und zwar sowohl gegenseitig wie auch einseitig. Frauen nennen aber Fantasien über Fellatio besonders häufig.
6. Das gegenseitige Masturbieren gehört zum Grundrepertoire erotischer Frauenfantasien – und es kann in jeder Art von Beziehung verwendet werden.
7. Weibliche Seitensprünge sprechen vor allem verheiratete Leserinnen an.
8. Sexuell dominiert zu werden ist – in vielen Varianten – eines der Hauptthemen weiblicher Fantasien.
9. Was Sie vielleicht nicht glauben werden: Sehr viele Frauen fantasieren über Orgien. (1) Und nicht, wie oft angenommen wird, über Sex mit zwei Männern.
10. Sogar Fesselungen (als "gefesselt werden") erreichen noch mindestens 50 Prozent ihrer Leserinnen.

Woher wir das wissen? Aus einer der wenigen ernst zu nehmenden Forschungen über sexuelle Fantasien.

Wenn Sie wirklich wissen wollen, worauf die Männer abfahren, veröffentlichen wir das natürlich auch noch gerne.

(1) etwa 57 Prozent der Frauen bevorzugen in ihrer Fantasie Gruppensex mit mehr als drei Personen gegenüber allen anderen Gruppenaktivitäten.

Sind Frauenfantasien wirklich so krass?

In den 1940er Jahren beliebt: Kriminal-Horror
Sind Frauenfantasien wirklich so krass? Diese Frage erregt manche Gemüter. Manche Feministin ist entsetzt, mache Kolumnistin verwirrt, und manche naive Menschen glauben, Männer hätte solche Fantasien erfunden. Wir versuchen, Ihnen Aufschluss für Ihre Arbeit als Autorin zu geben.

Fantasien, so eine allgemeine Regel aus dem Alltag, sind umso intensiver, je größer die Vorstellungskraft ist und je weniger eine Chance zur Realisierung besteht. Diese Aussage ließe sich noch so ausweiten: Je größer die Gefahr und die eigene Zwiespältigkeit gegenüber dem erotischen Traum, umso stärker und intensiver wird sie zum Kopfkino.

Frauenfantasien sind nicht nur „unerhört“ wie manche Studien belegen, sondern in Wahrheit noch wesentlich schockierender. Männer nehmen dies kaum wahr, sollen es möglichst auch nicht erfahren. Denn Männer, so wird argumentiert, könnten die Fantasien für bare Münze nehmen. Sie vermuten gerne, dass sich Frauen oftmals wünschen, ihre Traumwelten in die Realität umzusetzen. (Zitat).

Es ist so leicht, auf deine Erregung abzuzielen. Du brauchst nur an das letzte Mal zu denken, als du Anzeichen sexueller Erregung von einem Impuls bekamst, den du als unangenehm empfandest.


Es wird sogar behauptet, dass Gewaltszenen (der böse Fremde fackelt nicht lange) zu den Top-Favoriten, wenn nicht gar zu den häufigsten Fantasien der Frauen gehören. (Zitat)

Sie gewaltsam gegen die Wand zu pressen und «Ihre Arme mit einer Hand über ihrem Kopf festzuhalten, während die andere Hand ihren Weg unter ihren Rock fand … » (… war eine Textstelle …), die viel bestätigendes Nicken bei den im Raum versammelten Frauen auslöste.


Die Textstelle ist im Original noch weitaus heftiger. Falls sie noch vorhanden ist, kann sie als Top 10 weiblicher Fantasien im Link nachgelesen werden. Die Ergebnisse ist eine Zusammenfassung des Buches „Private Thoughts: Exploring the Power of Women's Sexual Fantasies“ von Wendy Maltz, das mit Unterstützung zahlreicher Sexologinnen und Sexologen verfasst wurde.

Was ergibt sich aus den krassen Frauenfantasien für Autorinnen?

Vor allen Dingen, die Schere aus dem Gehirn zu nehmen. Während die Öffentlichkeit einem Mann nie verziehen hätte, die Figuren von Mr. Grey und Ms. Anastasia Rose Steele zu erschaffen, konnte „E.L. James“ dies nahezu problemlos tun. Zwar ist umstritten, ob die „FsG“ wirklich Szenen beinhalten, die als „Gewalt“ bezeichnet werden müssen, jedoch werden die einschlägigen Szenen von vielen Leserinnen als „Gewalt“ empfunden.

Ein zweiter, unglaublich wichtiger Punkt besteht darin, nicht vor den eigenen Ängsten zurückzuschrecken. Ihre Figur wird etwas tun, was Sie persönlich niemals als „gut und richtig“ empfinden werden. Denn es ist ja der Sinn der erotischen Fantasie, über das hinauszugehen, was Sie als Autorin und auch Ihre Leserinnen im Alltag jemals erleben werden.

Der dritte Punkt ist der Schwierigste: Versuchen sie, „gemischte Gefühle“ in den Bestandteilen dieser Mischung darzustellen, also Ekel und Abscheu mit Wollust und Triebhaftigkeit zu einer faszinierenden süßsauer gewürzten Gourmetpfanne zu kombinieren.

Wir sind – wie immer – interessiert, Ihre Meinung zum Thema zu lesen.

Bild: 10 Detektiv-Geschichten gab es für 10 Cents - und ganz wichtig war das erotische Titelbild.

Vielversprechende erotische Themen (18): Sex mit Fremden

Eines der beliebtesten Themen in der weiblichen erotischen Fantasie ist Sex mit einem Fremden, also mit einem Menschen, den man noch nie vorher sah, dessen Identität sich nicht feststellen lässt, und den man deshalb auch nie wiedersieht. Allerdings ist dieses Thema schnell abgehakt, sodass Varianten ausgesprochen gefragt sind.

Sie können diese Geschichte so anlegen, dass eine Vermutung besteht, wer der Fremde ist oder gewesen sein könnte. Sie gehen dabei ähnlich wie in einem Kriminalroman vor: Es gibt Indizien, aber sie sind zu schwach, um den geheimnisvollen Lover Ihrer Heldin wiederzufinden. Wenn sie eine Novelle planen, können Sie eine Person in das Umfeld Ihrer Heldin einführen, die in einer ganz anderen Funktion in ihr Leben tritt. Durch diese Variante wird ihr Thema wesentlich interessanter. Übrigens ist „Sex mit Unbekannten“ nicht auf Frauenfantasien beschränkt – auch Männer träumen davon, mit geheimnisvollen fremden Frauen zu schlafen, deren Identität nicht preisgegeben wird.

Weitere Varianten: Lassen Sie ihre Leserschaft im Unklaren, ob der geheimnisvolle Liebhaber wirklich real war. In romantischen Erzählungen und erotischen Märchen kann es auch ein Buhlteufel, eine zum Leben erweckte Puppe („Der Sandmann“) oder eine Gestalt der Geschichte sein (beispielsweise die Barthory). Wenn Sie sich auf bestimmte Sexualpraktiken beschränken, können Sie auch in Zweifel ziehen, ob es sich bei ihrem/seinem Partner um einen Mann oder eine Frau gehandelt hat.

Relevanz:

Interessierte Frauen: Ungeheuer hoch: Bis zu 83 Prozent. (1)
Interessierte Männer: Sehr hoch, zwei Drittel der Männer interessieren sich für das Thema.(1).

Schreib-Erfahrung:
Das Thema ist für Anfängerinnen geeignet.
Form:
Überwiegend als Kurzgeschichte oder Episode.
Recherche, Kenntnisse:
Erfahrungen und leicht verfügbare Recherche.
Erotische Wahrnehmung:
In der Regel äußerst mild, aber erweiterbar.

(1) Nach Erhebungen der „Université du Québec à Montréal zum Thema „Sex mit Fremden“.

Vielversprechende erotische Themen (16): Herrin und Sklavin

Die Frage, wie Sie eine Domina darstellen können, wenn Sie selbst keinerlei Erfahrungen mit dem Herrschen haben, hatte ich schon behandelt. Nur kurz noch einmal die Zusammenfassung: Denken Sie sich einen weiblichen Charakter aus, der Freude am Beherrschen anderer Menschen hat. Sie kennen sicherlich selbst die Freude, die Sie empfinden, wenn jemand etwas ungefragt für Sie tut oder wenn Ihnen jemand einen Dienst erweist, der recht ungewöhnlich ist. Das ist ein guter Ansatz. Nun haben Sie eine Person, mit der sich viele Ihrer Leserinnen identifizieren können: eine natürliche Domina, keine „Peitschenherrin“. Wenn Sie nun noch eine zweite Frau hinzunehmen, die als sinnliche Serva (Dienerin) fungiert, dann haben Sie einen doppelten Gewinn: Wer sich nicht mit der Domina identifizieren kann, kann wird sich möglicherweise in der „Serva“ wiederfinden. Das bedeutet: Sie haben nahezu 90 Prozent ihrer weiblichen Leser eingebunden. Die wenigen, die darin eine lesbische Szene sehen und schockiert davon sind, gewinnen Sie auf diese Weise natürlich nicht. Dafür aber viele Männer, die dergleichen begeistert.


Die Unterwerfung einer Frau unter eine Herrin

Das Thema ist bereits bewährt und kommt in dieser oder ähnlicher Form in vielen Erzählungen vor. Riskieren Sie ruhig, dass die eine oder andere Leserin zunächst schockiert ist. Auf der anderen Seite aber kann sich die Leserin wahlweise mit der Domina oder ihrer „Dienerin“ identifizieren, und hinzu kommt immer die Lust an einer außerordentlich erregenden gleichgeschlechtlichen Beziehung, die in vielen Frauenfantasien vorkommt.

Bei diesem Thema sollten nicht mit Klischees arbeiten, weder mit solchen aus dem SM-Bereich noch mit solchen aus lesbischen Beziehungen. Domination kann sehr feminin und einfühlsam sein und sie muss keinesfalls mit Fesslungen und Schlägen einhergehen. Wichtiger ist die Faszination, zu herrschen und beherrscht zu werden.

Themenvarianten:Sie können wählen, aus wessen Sicht Sie das Thema aufbereiten wollen: Die Icherzählerin kann die Serva oder die Domina sein. Interessant kann auch sein, wer lockt und wer sich locken lässt: Nicht immer ist die dominante Person die treibende Kraft in der SM-Beziehung.

Interessierte Frauen: Bis zu 90 Prozent, je nach Erzählweise. An Submission interessiert sind 65 Prozent, an Domination 47 Prozent, und 40 Prozent interessieren sich für gleichgeschlechtliche Beziehungen.
Interessierte Männer: Abhängig von der Erzählweise – gegen 82 Prozent der Männer beobachten in der Fantasie gerne „zwei Frauen beim Sex“. Es ist anzunehmen, dass sie ebenso gerne zwei Frauen beim SM-Spiel betrachten. (1)

Schreib-Erfahrung:
Für Fortgeschrittene und Schreib-Profis
Form:
Episoden, Novellen und Romane.
Recherche, Kenntnisse:
Intensive Recherche, Fantasie, anatomische und psychologische Kenntnisse.
Erotische Wahrnehmung:
Sehr unterschiedlich - von absolut abstoßend über "mild anregend" bis "enorm scharf."

(1) Nach Erhebungen der „Université du Québec à Montréal an vergleichbaren Themen

Frauenfantasien: Sex an ungewöhnlichen Orten und mehr …

Die sinnlichen Frauenträume - "Vanillla Sex", Abenteuer und SM-Fatasien

Sex an ungewöhnlichen Orten ist die Frauenfantasie Nummer eins. In der Kategorie der Sex-Abenteuer folgen auf Platz zwei der Sex mit Fremden (66 Prozent), der Wunsch, sexuell dominiert zu werden (64 Prozent), der Sex in der Öffentlichkeit (57 Prozent) die gemischte Orgie (ebenfalls 57 Prozent) und das gefesselt werden. (52 Prozent) „Vanille-Themen wie romantisches Kuscheln, Handverkehr und Mundverkehr wurden in dieser Aufstellung der sexuellen Abenteuer nicht berücksichtigt.

Wollen Sie alles über die Hintergründe und Geheimnisse gewöhnlicher und ungewöhnlicher sexueller Praktiken wissen? Interessiert Sie, wie Sie ein Thema aufbereiten können? Wissen Sie, wie Sie über etwas schreiben können, von dem Sie kaum mehr wissen, als dass es existiert?

Wenn Sie dies alles mit „Ja, sicher“ beantworten – meine Hochachtung. Falls Sie jedoch Zweifel haben – dann lesen Sie regelmäßig „Sinnlich Schreiben“. Es lohnt sich wirklich.