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Sinnliche Geschichten selbst schreiben: Aller Anfang ist einfach

Der Artikel "Sinnliche Geschichten selbst schreiben: Aller Anfang ist einfach" erschien in ähnlicher Weise bereits unter der Regie des "Liebesverlags". Diese Version erweitert die ursprünglichen Aussagen und ergänzt sie mit wertvollen Hinweisen für den Beginn jeder erotischen Kurzgeschichte.

Hier regelmäßig: Sinnliches Schreiben


Die sinnliche Kurzgeschichte, sei sie nun betont erotisch oder nicht, folgt ganz einfachen Regeln, die im Prinzip für alle Kurzgeschichten gelten. Darüber hinaus können die gleichen Regeln auch für längere Geschichten, Novellen und sogar Romane verwendet werden.

Sinnlicher Beginn: nichts als die fünf Sinne

Ich nehme an, Sie wollen Ihre Kurzgeschichte zu Beginn wirklich „kurz“ halten. Dann empfehle ich, an den Anfang einige einfache Sätze zu stellen, die direkt in die Geschichte hineinführen. Wenn Sie mögen, kann es auch ein einziger Satz sein. Die Beispiele zeigen beides.

«Sie drehte sich abrupt um. „Warum starren Sie mich ständig von hinten an?“, fragte sie halb spöttisch, halb vorwurfsvoll. »

«Der Hauch eines exotischen, schweren Duftes riss mich aus meinen Gedanken. „Sie sehen so aus, als ob Sie einen Drink gebrauchen könnten“, hörte ich eine warme, rauchige Stimme hinter mir sagen. »

«Zwischen den säuselnden Tönen des Sopransaxofons hörte ich das gedämpfte Gurren einer erotischen Stimme, gerade so laut, dass ich neugierig wurde.»

«Eine weiche, zarte Hand legte sich auf meinen Oberschenkel. Ich zuckte instinktiv zusammen, aber schon strich der heiße Atem einer Frau an meinem Ohr vorbei: „Ich beiße nicht, und du suchst doch Gesellschaft, nicht wahr?“ »

Ich amüsierte mich über die Art, in der sie ihren Champagner trank. Wie eine Katze, die aus einem Milchnapf schlabbert, steckte sie zuerst die Zunge ein wenig heraus, ließ dann einen winzigen Schluck über die Lippen in den Mund rollen und lächelte dazu. Ich fasste mir ein Herz und sprach sie an: „Eigenartig, wie Sie den Champagner schlabbern.“ Ihr Lächeln wurde breiter und etwas frivoler. „Woraus würden Sie denn gerne Champagner trinken, mein Herr?“

Im Prinzip wurden in den Beispielen auf etwas frivole Art die fünf Sinne angesprochen, und nicht einfach „irgendein Geschehen“. Im Prinzip können Sie all diese Geschichten auch so beginnen:

„Ich sah, wie sie/er …“
„Ich roch ein Gemisch aus …“
„Ich hörte, eine Stimme, die …“
„Ich spürte, wie eine Hand …“
„Ich schmeckte das Salz …“

Ich hatte diese Einleitungen in einer früheren Version dieses Artikel „symbolisch“ vorgeschlagen, was leider zu dem Missverständnis führte, sie tatsächlich so zu verwenden. Sie sollen lediglich darstellen, dass es nicht nötig ist, „aufsatzmäßig“ vorauszuschicken: Ich saß irgendwo und tat irgendwas und dann …


Ich stelle Ihnen hier noch einmal die Möglichkeiten zusammen:

Sehen – das Sinnesorgan Nummer eins

Beginnen Sie mit der Erscheinung der erotischen Person.

«Sie war schön, viel zu schön um hier aufzutauchen. »

Das ist wesentlich besser, als zu schreiben: „Ich saß eines Abends in einer Bar und sah …“

Riechen – der sinnliche Duft, der betört

Der Geruch von Haut und Haar, Parfüm und Gewürzen, Schweiß und Blumen, Gras und Wald und sicherlich auch mal „Muschiduft“ sind als Einleitung für eine erotische Kurzgeschichte brauchbar.

«Sie roch nach Vanille und Zimt – die Gewürze, die Unschuld mit lustvollem Verlangen zusammenführen.»

Hören – die verheißungsvolle Stimme

Beim Hören haben Sie die Wahl zwischen der erotischen Kraft der Geräusche, der Musik oder der Stimme.

«Der Klang des röhrenden Tenorsaxofons kroch mir unter den Rock, wurde ein wenig von meinem Slip gedämpft, der ihn aber nicht lange aufhalten konnte. Bald darauf kamen die ersten Töne an meiner Klitoris an, als wolle der Saxofonist sie bespielen».

Fühlen oder spüren

In der deutschen Sprache wird sehr viel „gefühlt“ – und das ist nur selten nötig. Lassen Sie ihre Heldin oder ihren Helden nur dann „fühlen“, wenn er nichts sehen kann und nur dann empfinden, wenn sich aus der Situation kein eindeutigeres Gefühl herauslösen lässt.

«Jeder Hauch einer Luftbewegung konnte auf ihre Anwesenheit hindeuten. Sie musste irgendwo im Raum sein, denn ich spürte dann und wann einen sanften Luftzug, der einen Hauch Parfüm mit sich trug.“»

«Ich fühlte ihre Nähe. Noch hatte sie mich nicht berührt, aber es schien, als würde sie mich wenige Zentimeter über der Haut zu streicheln beginnen. Und wirklich: Einzelne Körperhaare schienen sich ihr entgegenzurecken, gerade so, als würden sie magnetisch angezogen.»

Schmecken – den Körper oder eine „stellvertretende“ Speise

Das Schmecken wird selten in einer Einleitung stehen, soll aber doch erwähnt werden. So kann beispielsweise der Genuss einer Speise oder eines Getränks an die Lust auf einen Menschen erinnern. Im Verlauf der Geschichte kann das „Schmecken“ der Gesichtshaut, der Brüste, der Extremitäten oder der Genitalien als sinnliches Mittel eingesetzt werden.

Zu Anfang jedoch können Sie mit einer Speise beginnen:

«Die leicht rötlich gefärbten Miesmuscheln erinnerten mich sofort an Schamlippen, die sich mir öffneten. Ich errötete übermäßig, als ich sie aß, und es war mir peinlich. Zwei Damen am Nebentisch bemerkte offenbar meine stark geröteten Wangen und kicherten.»

Sie können diese Einleitungen aktiv oder passiv verwenden, eine ICH-Erzählung daraus entwickeln oder in der dritten Person erzählen, und die Handlung kann in die Gegenwart oder in der Vergangenheit verlegt werden – das steht Ihnen völlig frei.

Je mehr Sie sich mit diesen Sätzen beschäftigen, umso mehr werden Sie auf eigene, spontane Einleitungen kommen. Ich will Ihnen zuvor beweisen, dass diese Satzanfänge wirklich zu erotischen Kurzgeschichten führen können und Ihnen anhand eines Beispiels zeigen, wie interessant die Form des „Direkteinstiegs“ ist.

Ihre Fingerkuppen bewegten sich langsam, aber stetig und unnachgiebig auf die Stelle zu, in der mein leicht erigiertes Glied darauf hoffte, berührt zu werden, während sich meine Psyche vor Scham aufbäumte. Sie sagte nichts, und ich sah sie nicht an. Als sie am Ziel war, bedeckte sie die gefundene Stelle mit ihrer hohlen Hand, so, als wolle sie mich vor den Verführungen der Konkurrentinnen schützen. „Lass es einfach zu“, flüsterte sie, „ich mache es dir wirklich schön.“


Schon sind wir tief in die Verführung eines schüchternen Mannes durch eine Frau verwickelt, deren Absichten offenbar eindeutig sind. Sie können daran erkennen, wie diese eher spielerisch aufgebaute Kurzgeschichte mit jedem Satz an erotischer Spannung gewinnt.

Sie werden bald herausfinden, wie einfach das Schreiben auf diese Art ist, und Ihnen werden mit Sicherheit viele Variationen zum ersten, entscheidenden Satz einfallen. Sein Geschichte dieser Art ist auch deshalb einfach fortzuführen, weil Sie aus dem letzten Satz eines Absatzes die Idee für den neuen Absatz nehmen können. Die Geschichte entwickelt sich dadurch wie „im richtigen Leben“ sozusagen von selbst.

Sie könnte also den Gedanken fortführen, auch ohne im eigentlichen Sinne „erotisch“ zu schreiben. Nutzen Sie die Zweifel und Ängste ihrer Protagonisten, um sich von „sexuellen Handlungen“ freizumachen.

Ich dachte einen Moment daran, was schön für mich wäre. Eine sanfte, warme Hand an meinem Penis, nicht meine eigene … wäre das schon schön? Oder wollte ich alles, was man hier bekommen konnte? Und wäre dies dann „schön“?

Wenn Sie viele erotische Kurzgeschichten lesen, werden Sie bald herausfinden, dass man eine Short Story oder ein Kapitel eines Romans auch ganz anders einleiten kann – viel raffinierter.

Ich habe für Sie vorbereitet, wie Sie die eigentliche Geschichte, also die erregende sinnliche Handlung, aus dem ersten Satz oder dem ersten Absatz entwickeln können. Das ist nicht mehr ganz so einfach, aber erlernbar. Vorerst versuchen Sie bitte, ihre Geschichte mit einer einfachen Einleitung ohne jede Hilfe zu schreiben.

Denken Sie dabei bitte nur daran, immer „eng an den Gefühlen entlang“ zu schreiben.

Alle kursiven Textstellen oder Zitate aus dem Bestand des Liebesverlags. Der Liebesverlag erlaubt Ihnen, die genannten Textanfänge in eigenen Beiträgen zu verwenden, abzuwandeln und fortzuschreiben