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Zusammenarbeit ist möglich - und hier schreibe ich, wie ...

Mit mir kann man reden - und Worte wechseln
Liebe Verleger, Autoren und Werbe-Agenten,

als Herausgeber sehne ich mich nach jedem Buch, jedem Manuskript und sogar nach jedem Artikel, der in dieses Magazin irgendwie hineinpasst.

Ich vermute, dass manchem nicht gefällt, was hier geschrieben steht. Möglicherweise, weil es nicht zu euch passt, aber vielleicht auch, weil hier „Tacheles“ geredet wird.

Gemeinsame Ziele?

Doch manches von dem, was ihr da draußen erreichen wollt, gehört auch zu meinen Zielen. Zum Beispiel, das Beste zu wollen und möglichst auch durchzusetzen.

Wir könnten diese Ziele gemeinsam angehen. Es wäre schön, wenn ihr den Kontakt suchen würdet. Was Werbung betrifft - hier können wir nur für das werben, was im engeren Sinne „sinnlich“ oder „erotisch“ ist - und ich bin da ganz ehrlich: Worte zählen dabei am meisten.

Was die Werbebranche betrifft: Nein, ich will eure angeblich „hochklassigen“ Artikel nicht, die unter dem Deckmantel der journalistischen Objektivität in Wahrheit Werbung verbreiten.

So ist es - und nicht anders. Ich nehme kein Geld, und ich gebe kein Geld. Ich nehme aber Worte und gebe Worte. Wem das ausreicht, der kann gerne eine Bitte äußern.


Sehpferd

Pandemie-Lüste

Ob sanfte Lüste oder Schmerz - wie wäre es deine Gefühlswelt auszuweiten?
Pandemie-Lüste wendet sich an alle, die sagen: "Ich habe keinen Bock mehr auf Schreiben." Ja, was denn? Warum nicht? Und falls es doch so ist, warum kümmerst du dich nicht um deinen Körper? Denn in der Pandemie kannst du Erfahrungen sammeln, wie ein Eichhörnchen im Herbst - auf Vorrat.

Lerne deine Haut kennen

Die Haut kennenzulernen ist eine einfache, sinnliche und überaus abenteuerliche Art, während der Pandemie die eigenen Gefühle zu erforschen. Es muss nicht immer gleich die „heftige Art“ sein, wie sie beispielsweise mit Nervenrädern oder Brustklemmen erreicht werden kann. Wenn ihr euch nur daran erinnert, wie kaltes Wasser auf der Haut wirkt oder auch sehr warmes, dann bekommt ihre eine Idee, was eine zurückhaltende Autorin tun kann.

Wasserspiele - wirklich mit Wasser

Wissen, wie es sich anfühlt ...
Denk mal daran, was Wasser alles auslösen kann. Du musst nicht nackt durch den Regen gehen, um die vorstellen zu können, wie es sich anfühlt. Aber hast du dich schon einmal vollständig bekleidet geduscht? Da ist doch noch das Kleid, das du seit 2002 nicht mehr getragen hast, nicht wahr? Ruiniere es einfach. Die Erfahrung ist unbezahlbar.

Wenn die Haut sich rötet

Von den ganz gewöhnlichen Dingen gar nicht zu reden ... epilieren zum Beispiel. Je nachdem wie du es machst, ersetzt es jede Erfahrung mit einer SM-Begegnung. Auch die gründliche Entfernung von Hautschuppen soll ein Erlebnis sein. Warst du schon einmal bei einer Fußpflegerin? Geh einmal hin und achte genau auf deine Gefühle, wenn deine Hornhaut abgeschmirgelt wird.

Sanfte Seide, kalte Leder und kratzige Wolle

Viele Menschen mögen (oder hassen) bestimmte Materialien auf der Haut: Seide, Wolle, Baumwolle, Leder, Pelz, PVC, Gummi ... das alles gehört zu den harmlosen Erfahrungen, die du jederzeit selbst machen kannst.

Self Spanking? Es ist möglich, aber anders

Ob es möglich ist, sich selbst lustvolle Schmerzen zuzufügen? Du wirst kaum die gleiche Lust verspüren, als wenn es deine Partnerin oder dein Partner macht - aber auf der Haut bleibt ein Gefühl zurück, dass du beschreiben kannst.

Andere Klamotten auf der Haut

Falls du die Gelegenheit hast, „altmodische“ Kleidung wie zum Beispiel Korsetts, altmodische Strapse oder Unterröcke zu tragen - tu es einfach. Das Entscheidende ist die Frage, wie es sich anfühlt. Den Damen muss ich nicht erst sagen, dass ein Herrenhemd mit Krawatte sehr stimulierend wirken kann. Und falls es wirklich Männer geben sollte, die gute Erotik schreiben, hier ein Tipp. Verwandelt euch mal in Damen, wenn ihr die Gelegenheit habt, und spürt, wie sich eure Unterleiber anfühlen, wenn ihr Röcke, Strapse oder High Heels tragt.

Und nun du ...

Meine Ideen sind noch lange nicht ausgeschöpft, und deine Ideen können noch viel wilder sein. Das Einzige, was du wirklich beachten solltest: Nicht mit dir unbekannten stechenden oder stark reizenden Stoffen oder Gegenständen zu spielen und dich nicht selbst fesseln. Sicherheit geht vor.

Bilder: (oben) Comic nach einem Originalbild. Unten: Unbekannt .

Warum ist erotische Literatur so wichtig für Frauen?

Sinnliche Gedanken beim Lesen
Die meisten bekannten Studien über „das Erotische“ zeigen auf, dass Frauen mehr von Büchern erregt werden, während Männer eher auf visuelle Pornografie abfahren.

Nun sagen neue Studien aus, dass Worte offenbar nachhaltiger in uns Menschen wirken als Bilder. Aber das ist noch nicht alles. Bücher können uns verändern, indem wir in die Figuren „hineinkriechen“, die uns Autoren und Autorinnen anbieten.

Reicht die eigene Vorstellungskraft nicht aus, so hängen sich deine Leserinnen an die Aussagen des Autors. Und weil der Autor im Buch ja im Hintergrund bleibt, versuchen sie, sich mit deiner Figur zu identifizieren.

Im Grunde ist es ein Lernprozess, den du wahrscheinlich schon einmal als Leserin durchlebt hast: Wann würdest du genauso handeln wie die Romanfigur? Was würdest du auf keinen Fall tun? Wo würdest du etwas verändern, wenn du in der Situation wärest? Und falls all das nicht reicht, kannst du einfach der Realität entfliehen und in die Welt deiner Figur eintauchen. Dazu dies Zitat (1):

Du kannst den Sorgen und dem Stress der Alltagswelt entfliehen und eine Weile damit verbringen, den Bereich der Vorstellungskraft des Autors zu erkunden.

Keine Frage, das tun wir alle, nicht wahr?

Was geht in uns vor, wenn wir Erotik lesen?

Doch was passiert bei der erotischen Literatur?

Gute erotische Literatur erfüllt mindestens zwei Bedürfnisse.

Erstens: Die Gefühle indirekt anzusprechend, damit sinnliche Gedanken entstehen, denen deine Leserin nachspüren kann.

Zweitens: Rein sexuelle Lüste zu erzeugen, die sozusagen „von den Augen durch das Hirn in den Schritt“ wandern.

Ist nur das Erste der Fall, handelt es sich um Liebesromantik, wird nur das Zweite angesprochen, so ist es vermutlich Pornografie.

Ein Kernsatz für Autorinnen

Was Autoren wissen müssen (sinngemäß nach einem Internet-Artikel, 2).

Wenn du Erotik schreibst, entstehen die Emotionen erst im Kopf deiner Leserinnen und Leser. Auf die gleiche Wiese werden sie auch geil (oder eben nicht).

Erotik lesen heißt etwas, über die eigene Sexualität zu lernen

Jede Leserin erotischer Bücher weiß, welch wundervolle Gefühle sie auslösen können. Wenn es dir gelingt, deine Figur entsprechend anzulegen, ist Erotik ein außergewöhnlich wirksames Aphrodisiakum.

Darüber hinaus kommt deine Leserin mit ihrer Sexualität in Kontakt. Dabei fallen Schranken, die sie „innerlich“ aufgebaut hat. Ihr könnten also die Augen aufgehen. Zugleich lernt deine Leserin, ihre offensichtlichen und geheimen Lüste besser zu verstehen.

Das alles kann deine Leserin zu der sexuellen Person werden lassen, die sie sich wirklich gewünscht hat. Und du hast es erreicht. Allein dies wäre ein Grund, heute mit dem Schreiben zu beginnen.

(1) Zitat: Dr. David Lewis, Neurologe.
(2) Zitiert nach einem Essay von "Emma London" (vermutlich ein Pseudonym)

Zu den wissenschaftlichen Hintergründen: Emory University

Eine erotische Geschichte beginnen – am Beispiel

Bilder machen neugierig - auch als Text
Dieser Artikel behandelt den „schnellen Einstieg ins Thema“ anhand der ersten Zeilen eines existierenden Romans. Du kannst daraus entnehmen: Im Grund ist es gleich, ob du eine Kurzgeschichte oder einen Roman schreibst. Es geht bei den ersten Sätzen nur darum, wie du deine Leserinnen neugierig machen, weiterzulesen.

Interesse wecken in vier Stufen

Der erste Satz einer erotischen Geschichte

„Ich nehme an, es kann befremdlich wirken…“

Mit diesem Satz beginnt der erotische Roman „Lulu“ von Almudena Grandes.

Der Satz erfüllt alle Voraussetzungen eines spannenden Beginns, denn wir fragen uns: „Ja, was denn?“

Nun schiebt die Autorin ein Bild nach:

„Aber dieser Anblick, dieses unschuldige Bild, hatte eine gewaltige Wirkung, übte eine überaus magische Wirkung aus.“

Wir wissen immer noch nicht, wo wie sind und was geschieht. Und das bleibt auch noch eine Weile so, denn

„Ihre schönen Gesichter rahmten rechts und links den Hauptakteur ein.“

Nun ahnen wir – da ist jemand, mit dem etwas geschieht. Aber was?

Statt das Geschehen sofort zu beschreiben, greift Almudena Grandes zu einem Kunstgriff: Sie produziert uns ein Bild der fleischgewordenen Wollust:

„Vollkommenes, glänzendes Fleisch schien sich ohne jegliches Tabu selbst zu genügen, Subjekt und Objekt einer totalen Lust …“

Erst später folgt die Beschreibung der Szene – und wir erfahren, was auf den erotischen Einstieg folgte..

Die Theorie dazu

Der schnelle Einstieg in eine Geschichte ist immer ähnlich:

1. Du erzeugst Aufmerksamkeit.
2. Deine Leserin will mehr erfahren.
3. Nun versuchst du, ein Verlangen in ihr wachzurufen.
4. Anschließend schilderst du mit klaren Worten die Szene, mit der du beginnen willst.

Diese Segmente können wesentlich länger sein als hier angeführt.

Versuche, dieses Schema zu verwenden – es lohnt sich in jedem Fall. Du kannst damit die erste Seite oder die ersten beiden Seiten füllen. Bis dahin wird deine Leserin an. deiner Figur kleben und wissen wollen, wie es weitergeht.

Unser Autor ist Fachmann für Kommunikation und Problemlösungsverfahren.
Der Roman "Lulú" erschien zuerst 1989 in spanischer Sprache und wurde ein grandioser Erfolg.

Schweine schreiben keine Erotik

Keine Schweinerei - just Sex
„Ich könnt‘ Erotik schreiben … ein ganzes Buch.“

So ähnlich hat es einmal eine für ihre Leserschaft zunächst anonym gebliebene Frau ausgedrückt, und dann hat sie ein „Skandalwerk“ geschrieben. Über dieses Buch rümpfen die Literaturpäpste bis heute die Nase. Es heißt: Histoire d’O. Die Geschichte der O. Die Autorin verwendete das Pseudonym Pauline Réage, und sie schrieb es für ihren Liebhaber.

Das Buch wurde 1954 bei Jean-Jacques Pauvert verlegt – und über 40 Jahre wurde das Werk aus literarischer Sicht nicht nur ignoriert, diffamiert und indiziert. Vielmehr wurde auch vehement bezweifelt, dass „so etwas“ eine Frau schreiben könne. Schließlich bekannte sich kurz vor ihrem Tode Anne Cécile Desclos zu dem Buch, die besser unter einem anderen Pseudonym, nämlich Dominique Aury, bekannt wurde.

Ein Beitrag zur Emanzipation - keine Pornografie

Dieser Roman zeigt, wie man ein erotisches, skandalöses Buch schreiben kann, ohne „obszön“ zu sein. Und es nahm die Tendenz der vollständigen sexuellen Emanzipation der Frauen vorweg. Ich zitiere den Verleger Jean Paulhan, der im Vorwort schrieb(1):

Es gibt wenige Männer, die nie davon träumten, eine Justine zu besitzen. Doch keine einzige Frau hat bisher, soviel ich weiß, davon geträumt, eine Justine zu sein. Jedenfalls nicht laut davon geträumt …


Erotik mit Anstand

Wenn ich jemals noch meine Finger in das Senftöpfchen der erotischen Literatur stecken würde, dann würde ich gerne unverdorbene Erotik lesen. Denn, wie Jean Paulhan sagte, wenn er an die „O“ denke, dann falle im spontan ein Wort an, nämlich „Anstand“ (1).

Erotische Literatur, die Anstand hat, so führt er weiter aus, wird weder „Seufzer noch Gräuel“, weder „Ekstase noch Ekel“ beinhalten. Und wir wissen es selbst am besten: Die eigentlichen Schweine sind diejenigen, die in der Erotik nach Dreck suchen.


Man könnt es auch anders sagen (3):

Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber … ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Sinn und ihr Gewissen.

Wer (wie ich) den zitierten Paulus nicht schätzt – den Satz haben auch andere in den Mund genommen, zu Beispiel Nietzsche(4):

„Dem Reinen ist Alles rein“ — so spricht das Volk. Ich aber sage euch: den Schweinen wird Alles Schwein! Darum predigen die Schwärmer und Kopfhänger, denen auch das Herz niederhängt: „die Welt selber ist ein kothiges Ungeheuer“.

Die fordernde Natur, die innere Begierde, die „Lust an sich“ ist, weder schlecht noch obszön – sie gehört einfach zu uns Menschen.

Ich veröffentliche diesen Beitrag sowohl hier wie auch in der Liebeszeitung und hoffe, dass er zum Nachdenken anregt.

Quellen:
(1) Originalausgabe, Vorwort
(2) Justine oder vom Missgeschick der Tugend ist ein Roman des Schriftstellers Marquis de Sade.
(3) Paulus an Titus, Bibel, NT
(4) Deutsches Textarchiv