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Bevor du mich kontaktierst ...

Hallo an Autorinnen/Autoren

Nicht mehr ganz zeitgemäß ...
Ich denke, ich muss etwas klarstellen: Ich handele nicht mit Texten, gebe keine Texte in Auftrag und verlege keine Bücher oder Schriften, betreibe aber Blogs.

Nachdem dies gesagt ist: Du kannst dich mit mir austauschen und mit mir diskutieren, unter einer Bedingung: Es darf nur um die Texte gehen, die du schreibst, die ich schreibe oder solche, die Dritte schreiben. Ich gebe keine Auskunft über mich persönlich und meine Motive.

Dies ist kostenlos und bleibt auch kostenlos

Folgende Angebote sind kostenlos für dich:

1. Lektorat eines Manuskripts mit maximal 1.200 Wörtern (einmalig).
2. Hinweise auf mögliche Änderungen in Stil und Ausdruck.
3. Veröffentlichung von Leseproben – sie müssen mir allerdings gefallen, sonst geht gar nichts.
4. Hinweise auf neue E-Books oder traditionelle Bücher.
5. Hinweise auf andere Blogs.

In diesem Blog findest du Schreib-Tipps ohne Ende, eine Vielzahl von Themen, über die du schreiben könntest und sogar einige Manuskripte zum Weiterschreiben. Demnächst wirst du sehen, dass wir eine ganz neue Kategorie eröffnen: erotische Themen des 21. Jahrhunderts. Dabei werden die gesellschaftlichen Veränderungen berücksichtigt, die bereits stattgefunden haben und die im neuen Jahrhundert noch zu erwarten sind.

Euer

Gebhard Roese

Beiß endlich an

Beiß an ... die süßen Plunder liegen hier nicht für die Möwen
Beiß endlich an … wenn du Autor(in), Verleger(in) oder Blogger(in) bist – ich leg diese Dinger nicht hin, damit sie die Möwen fressen. Die Kringel heißen übrigens "Spandauer" und gehören in die Familie der "Däischen Plunder", auch Wienerbrot (wienerbrød) genannt.

Wenn du anbeißen willst - versuche, mit mir zu kooperieren. Ich sehe die Sache nicht kommerziell, und du solltest sie auch nicht ausschließlich so sehen. Ja, ich weiß, gerade Autorinnen und Autoren sind vorsichtig, damit ihnen niemand ihre Ideen klaut. Aber dies Blog produziert Ideen und klaut euch keine.

Nimm Kontakt auf:

Die Nacktheit des Körpers und der Psyche

Naiv spielen kann man zuvor, wähernddessen und hernach
Erotische Storys verfolgen oft ein ähnliches Script wie die Bühnen- oder Privatdarbietungen gespielter Keuschheit und Naivität. (Lest dazu in "Sinnlich Leben" über die Grundlagen gespielter erotischer Naivität)

- Die Figur ist in einer Umgebung aufgewachsen, in der man sich keusch und züchtig verhält.
- Dies führt auch dazu, dass sie sich nicht attraktiv kleiden kann – ihre „Klamotten“ wirken wie „zusammengesucht“.
- Man sieht ihr die Unsicherheit und Schüchternheit an.
- Sie ist gehorsam und folgsam, zumindest innerlich.
- Sie hatte keine eindeutige erotische Identität, von Geschlechtsverkehr ganz zu schweigen.

Obgleich der Strip auf der Bühne und die Wandlungen in einer erotischen Story nicht vergleichbar sind, folgen sie doch dem gleichen Prinzip. Statt Schicht um Schicht der Kleidung abzulegen und dabei immer mehr Fantasien zu erfüllen, wird die Psyche abgeschält und die geheimen Lüste werden erkennbar. Je behüteter, gehorsamer und unsicherer die Heldin zu Anfang war, umso mehr wird sie durch neue Erlebnisse oder Begegnungen erotische befeuert – und sie kann darüber glücklich sein oder sich dessen schämen. Und wenn du willst, sicher auch beides im Wechsel. Solche Wechselbäder der Gefühle sind sehr interessant für Erotik-Storys.

Die Story des grauen Mäuschens modernisiert

Wer seine Story modernisieren will, kann einen moderneren Frauentyp beschreiben: Gut ausgebildet, selbstbewusst und erfolgreich, aber sexuell nahezu völlig „unbeleckt“. Das kann so weit gehen, dass sie mit 25 entweder noch „Jungfrau“ ist oder – im Extrem – gar keine eindeutige sexuelle Orientierung besitzt. Trotz ihrer emanzipatorischen Züge und eines geistig-sozialen Selbstbewusstseins erweisen sich ihre Emotionen als labil. Dann ist sie, wie auch ihre Schwester mit konservativ-prüder Erziehung, ein beliebtes Objekt für Verführungen und erotische Wegweisungen.

Welche Bedeutung hätte dies im Zusammenhang mit Züchtigungen oder erotischen Rollenspielen? Manchmal gar keine. Doch oftmals wird deutlich, dass Autorinnen ihre Figuren so definieren, dass sie nach einer „konsequenten Wegweisung“ suchen, die sich in Strenge und Konsequenz äußert. Wie aus einschlägigen Romanen bekannt, wirken solche Szenen auch erotisierend auf Leserinnen. Dies mag auch der Grund sein, warum die Autorinnen ihre Heldinnen gerne als „Jungfrauen“ in die Geschichte einführen.

Fassen wir mal zusammen:

Eine labile Psyche und wenig sexuelle Erfahrung sind die Grundstoffe dafür, einen Charakter erotische aufzubauen oder umzuformen.

Mit jedem Erlebnis, das dorthin führt, wandelt sich der Lebensweg, weil neue und ungewöhnliche Schichten der Psyche freigelegt werden. Dabei entstehen neue Lüste, aber auch neue Ängste.

Eine selbstbewusste, erfolgreiche Frau ist ebenso verführbar wie eine behütete, naive Frau, die unsicher und schüchtern ist. Es geht dabei immer nur darum, die „Zwiebel zu schälen“, also die Hemmungen oder Verkrustungen zu entfernen. Ob dies im Alltag so ist oder einmal war, braucht uns nicht zu kümmern. Die Hauptsache ist, deine Heldin sieht eine Perspektive für sich, im Sexuellen erblühen. Lass sie nicht allein, bis sie weiß, was sie will.

Bild: Buchillustration von Becat.

Was uns anpisst – und was nicht

Humor bezaubert, auch wenn die Situation eher befremdlich ist
Manches pisst uns an, manches empört uns. Dann befremdet uns wieder etwas, und schließlich sind wir von etwas peinlich berührt. Ausdrücke für den Umgang mit "Peinlichkeiten" gibt es in Hülle und Fülle.

Peinlich berührt sein

Ich las neulich gerade, dass wir Autorinnen/Autoren uns hüten sollten, über einige Themen zu schreiben, die Menschen peinlich sind. Und als ich hier dann den Artikel über „Natursekt“ nachlas, begann ich nachzudenken. Warum, in drei Teufels Namen (oder in jedem beliebigen anderen Namen) sind wir eigentlich so empfindlich, oft gar „pikiert“, wenn es ans Eingemachte geht?

Drei Themenkomplexe, bei denen Leser(innen) empfindlich reagieren könnten

Die Berührungsängste, die wir besonders häufig finden, bestehen einmal aus den Körperausscheidungen, Sperma und Scheidenflüssigkeit durchaus inbegriffen und sicher auch Schweiß und Speichel, um mit dem Harmlosen zu beginnen.

Männer und Frauen haben eine Schnittstelle, an der sie empfindlich reagieren: sich niemals sexuell zu etwas zwingen zu lassen.

Die dritte, deutliche Hürde betrifft vor allem Männer: Sich niemals einem Gedanken nähern, der als homosexuell ausgelegt werden könnte.

Was denkt die Mehrheit eigentlich wirklich?

Wenn wir dies nun alles so hübsch aufgezählt haben, kommen wir unweigerlich zu einem Knackpunkt: Ein Teil der Menschen ist ausschließlich befremdet, wenn er von anderslautenden Aktivitäten hört. Das ist deren gutes Recht und kann nicht bewertet werden. Ein weiterer Teil ist fasziniert davon – diesen Teil rechnen wir zumeist zu den „Perversen“, „Abweichlern“ oder „Fetischisten“. Damit hätten wir sie geistig „weggesperrt.“

Der dritte Teil jedoch ist zugleich fasziniert und befremdet von dem, was in einer erotischen Geschichte passiert, die über die Grenzen des „Blümchensex“ hinausgeht.

Der Großteil der Menschen ist neugierig auf "eigenartigen" Sex

Wir ahnten schon immer, dass dieser Teil der Menschheit in Wahrheit der größere Teil ist – und seit Kurzem wissen wir es – einmal aus der Forschung, und dann auch aus dem Erfolg der leidigen „Shades of Grey“. Mit dieser recht neuen Erkenntnis können wir an viele Phänomene mit leichtem Herzen herangehen. Um unsere Leserinnen und Leser nicht zu stark psychisch zu beanspruchen, sie aber dennoch sinnlich anzusprechen, haben wir verschiedenen Möglichkeiten, unsere Worte zu variieren.

Nicht zu direkt, nicht zu unmittelbar und ohne Wehgeschrei: Fesseln und Schläge

Wenn von Fesselungen die Rede ist, sprechen wir nicht von dem Gefühl, hilflos und ausgeliefert zu sein. Wenn wir von Schlägen oder Hieben sprechen, erwähnen wir weder den beißenden Schmerz, noch die unterdrückten Tränen, sondern sehen es wie eine „Geisterbahnfahrt“ an. Selbst eine Folterszene oder ein ähnlicher Übergriff lässt sich so „entschärfen“.

Es fließt und sprudelt - Körperflüssigkeiten für jeden Geschmack

Nehmen wir wir Körperflüssigkeiten: Ob jemand ejakuliert, laktiert, spuckt oder uriniert - immer findet sich ein Weg, den Vorgang selbst zu verschleiern oder allenfalls anzudeuten. Mit etwas Humor schluckt auch unsere Leserin oder unser Leser nahezu jede Flüssigkeit, die wir ihm virtuell anbieten.

Selbst überzeugte Heterosexuelle zeigen sich verblüfft von alternativer Lust

Das größte Monster für Männer, der Anklang an Homosexualität, lässt sich kaschieren, sobald man eine Frau ins Spiel bringt, die dabei „Schützenhilfe“ leistet. Und plötzlich wird aus dem Ekelphänomen ein Genuss, der freilich überrascht. Wer sich einmal Gedanken über das „reine Fühlen“, also erotische Handlungen ohne Sichtkontakt gemacht hat, wird wissen oder ahnen, was alles möglich ist. Aus dieser Sicht ist auch der passive Analverkehr kein Tabu mehr.

Im Allgemeinen gilt: Je skurriler, spielerischer oder humorvoller du die Situation schilderst, in der sich eine „starke“ sexuelle Abweichung manifestiert, umso mehr akzeptiert deine Leserschaft, was du schreibst.

Bild: Aus einem erotischen "Groschenheft"

Was die Augen mit uns machen können

Ob ihr Auge oder sein Auge - die Schokolade träufelt über ihren Körper ...
Ich habe euch neulich darüber berichtet, wie man ein „Date“ einmal völlig anders beschreiben kann. Wenn ihr euch daran erinnert, werdet ihr feststellen, dass sich im ersten Beispiel die Augen des Konterparts der Heldin „selbstständig“ gemacht“ haben.

Das zitiere ich einfach noch einmal, bevor ich über eine ähnliche Schreiberfahrung berichte:

Diese Augen sahen sich kurz um, um sich dann auf mich zu richten. Sie kamen auf mich zu und setzen sich abrupt hin, sahen mich an, um sich dann zu senken, wie jemand, der etwas Böses getan hat.


Nun interpretiere ich eine andere Geschichte:

Erste Version:

Er hatte hübsche brauen Augen. Sie lagen auf mir und scannten meinen nackten Körper ab, verharrten kurz auf meinen Brüsten und verfingen sich schließlich in meinem Schritt.


Zweite Version:

Seine sinnlichen, schokoladenbraunen Augen überstrichen meine Haut mit der Verführungskraft verflüssigter Chilischokolade. Sie wanderten über meinen erregten Körper und hinterließen überall ein paar Tropfen heißer, flüssiger scharf gewürzter Schokolade, die mich besonders heftig erregten, als sie meine Brüste trafen. Doch die Schokoladenaugen wanderten weiter, verfingen sich schließlich in m einem Schritt und versuchten, mit all ihrer Süße, Wärme und Schärfe in die Schamlippen vorzudringen.


Möglicherweise bekommt ihr für die zweite Version Anmerkungen wie „Ganz schön kitschig, oder?“ Aber eines ist sicher: Wer sich vorstellen kann, von seinem (seiner) Geliebten mit den Augen entkleidet, bewundert oder berührt zu werden, wird von der Geschichte begeistert sein.