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Die ganz miesen Artikel findet ihr - bei uns

Unsere Artikel hier auf „Sinnlichschreiben“ bekommen teilweise so schlechte Bewertungen, dass es mir schon wieder eine Ehre ist, auf sie hinzuweisen.

Die „zehn Plots, die du vielleicht noch nicht kennst“ erhielten etwa 1.300 Klicks, und wurden in Grund und Boden gestampft: Minus 59 Punkte.

Ob „Doppelbindungen“ den Intellekt von Erotik-Autorinnen überforderten? Ich kann mir durchaus vorstellen, dass viele Konflikte dieser Art scheuen. Bei etwa 900 Klicks gab es minus 53 Punkte.

Beim Artikel auf Platz drei ging es um Frivolität, was mich sehr wundert. Im Allgemeinen schreiben Frauen heute in der „offiziellen“ erotischen Literatur ausgesprochen "direkt“ und wesentlich frivoler als Männer. Minus 47 Punkte.

Beruhigend: Der am meisten bewertete Artikel (überwiegend gut) war einer, der gar nicht viele Leser(innen) erreichte. Es ging um die literarische Bewertung der von Frauen verfassten Erotik.

Ein Appell an meine Leserinnen folgt auf dem Fuße: Wenn ihr schon beurteilt, wäre es dann möglich, noch einen kurzen Kommentar zu hinterlassen, warum ihr einen Artikel verdammt?

Gebhard sagt immer: Schlechte Kritik an uns, gute an die Welt. Wenn ihr Lust dazu hättet, wäre es schön, von euch zu hören.

Einfach geil sein

Sehnsüchte
Viele von euch werden stutzen: „Einfach geil sein – ist das ein Thema für ein seriöses Magazin?“

Ja, das ist es. Ich habe gerade neue Ausdrücke gehört, die beweisen, wie groß die Lust, Wollust oder Geilheit sein kann. Da werden Blogs und soziale Medien ohne den üblichen „Schamrest“ geflutet, um einfach zu schreiben: „Ey, Leute, ich bin geil, und ich halt das nicht mehr aus.“ In diesem Fall ist es nur eine Befindlichkeit und noch kein Lockruf, aber so etwas gibt’s auch schon. Schöne Frauen blicken lüstern, um andere attraktive Frauen neugierig zu machen – oder Männer – oder wen auch immer.

Noch immer ist da die innere Bremse, die Autorinnen und Autoren daran hindert, einfach mal eine Figur auf die Bühne zu bringen, die ganz und gar geil ist und dazu steht. Wir wissen, warum: Schlampen-Verdacht, Pornografie-Verdacht, Beschimpfungen von Leuten, denen die ganze Chose nicht gefällt.

Muss sie jung sein? Na vielleicht, dann kennt sie wenigstens den ganzen Kram in sozialen Netzwerken. Aber besser ist eigentlich, wenn sie älter ist. Eine Frau gegen 40, die eigentlich nicht „entdeckt“ werden darf? Und doch übt sie vor dem Spiegel, wie sie sich vor ihrem Lover ausziehen würde, wenn denn da einer wäre … und sie ist dabei so unverschämt, wie jemand nur allein vor dem Spiegel sein kann …

Mal ehrlich … deine Figur um die 40 kann im Alter ihrer Lover 20 Jahre runter und 20 Jahre rauf gehen – die ganze Klaviatur. Und niemand von diesen tollen Lovern muss wirklich anwesend sein – die Vorstellung … allein die Vorstellung, weißt du? Und och, sag mal … muss es unbedingt ein Mann sein?

Wenn nicht, gibt’s nochmal Varianten … alle nur in Gedanken. Wäre das nicht ein Grund, heute noch mit solch einer Geschichte anzufangen?

Masturbation - drei Arten, darüber zu schreiben

Erst Stöhnen vor Lust, dann erröten vor Scham?
Ein Teil denjenigen, die häufig masturbieren, findet es absolut normal. Ein anderer Teil aber hat von Anfang an Schuldgefühle dabei und konnte sie niemals ablegen. In Studien wird sogar manchmal behauptet, etwa die Hälfte der Frauen zwischen 18 und 38 habe "ungute Gefühle" bei sexuellen Themen.

Heimlich masturbieren und sich noch heimlicher schämen

Was ich euch heute schreiben will, betrifft alle, die mehr oder weniger „heimlich“ masturbieren und sich dessen schämen. Ob deine Figur verheiratet oder ledig ist, 18 oder 58 - die Angst, „erwischt“ zu werden, ist groß. Aber natürlich tut sie’s trotzdem. Der Weg zum selbst erzeugten Orgasmus ist kurz, die Lust, die daraus entsteht, durchaus sensationell, und überhaupt - es ist ein Nervenkitzel, wenn der Partner, oder je nach Situation auch die Mutter oder die Tochter, unbeabsichtigt die Tür öffnet, und ...

Ei, ei ... wenn das kein Thema ist ...

Drei Szenarien und noch mehr ...

Viele der Frauen, die voller Lust masturbieren, sich aber dennoch dessen schämen, suchen nach einer Gesprächspartnerin. Dabei sind drei Szenarien denkbar:

1. Beide sprechen über die Masturbation. Wann immer wir jemanden treffen, der das gleiche tut wie wir, glauben wir, eine Freundin im Geiste (oder im Fühlen) gefundne zu haben. Das ist die normale Methode, über innere Konflikte zu sprechen - sie kostet aber Überwindung. Sensible Autorinnen können daraus interessante Dialoge entwickeln.

2. Durch das Gespräch über Masturbation entsteht eine Intimität, in der die sicherere Person die unsicherere verführt. Das erzeugt eine unerwartete Wende in der sexuellen Definition, und kann sowohl zu mehr Selbstzufriedenheit führen wie auch zu neuen Ängsten: „Bin ich normal, wenn ich mich von einer Frau verführen lasse?“

3. Das Gespräch verläuft von vorn herein asymmetrisch. Die Gesprächspartnerin ist machtvoll und manipulativ und fordert die Ratsuchende auf, nicht dauernd „um den heißen Brei herumzureden“. Diese fühlt sich wie in einem Verhör und entblößt ihre „wirklich geheimen“ Lüste, die sie beim Masturbieren als Fantasien durchlebt. Sie macht sich dadurch zunächst verwundbar und liefert sich am Ende völlig aus. Denn mit dem erworbenen Wissen kann die Ratsuchende in ein Spinnennetz verwickelt werden, aus dem sie allein nicht mehr herauskommt.

Alle drei Themen sind natürlich schon häufiger in die erotische Literatur eingeflossen, aber derzeit könnten sie erneut Leserinnen finden.

Also: Viel Glück und Erfolg beim Thema.

Lust, Schmerz, Du und die Gehirnforschung

Die Lust an der Hölle - die Hölle der Lust
Dies ist eine Kurzfassung meines in der „Liebeszeitung“ veröffentlichten Artikels mit einem Anhang für Autorinnen.

Erst seit kurzer Zeit hat die Forschung ein Fenster geöffnet, durch das wir in das Gehirn „hineinsehen“ können. Dabei haben sie festgestellt, dass sich Lustzentrum und Schmerzzentrum gegenseitig beeinflussen. Vermutet hatte dies schon die Philosophie, die aber als wenig verlässlich gilt, was das Körperliche betrifft. Die Natur jedenfalls hat ihren Lebewesen offenbar eine Art Ur-Gehirn geschenkt, in dem wie wichtigsten Elemente des Überlebens beieinanderliegen: Lust und Schmerz. Wie sich beide durchdringen und welche Verknüpfungen das Gehirn schaffen muss, um sie gemeinsam zu aktivieren, liegt noch im Dunkel. Jedenfalls sagen uns die Gehirnforscher vorläufig, das Lustzentrum würde vor dem Schmerzzentrum angeregt, dann aber würde der Schmerz über die Lust siegen.

Schmerz und Lust sind miteinander verbunden

Was sagt uns das? Nun, vor allem, dass es keine „objektive“ Trennung zwischen Lust und Schmerz gibt, geschweige denn einen Gegensatz.

Die Brücke zwischen Schmerz und Lust ist, wie wir aus der Forschung wissen, fragil, aber immerhin vorhanden. Und ob die Gefühle darüber kriechen wie die Schnecken oder hüpfen wie die Kaninchen, wissen wir nicht. Was wir aber im Kopf behalten sollten: Schmerz und Lust sind „als solche“ keine Gegensätze, sondern Partner, die auf eine merkwürdige Art miteinander ins Geschäft kommen.

Rote Wangen und die Lüste beim Schmerz

Mit etwas geröteten Wangen könnten wir noch weitergehen in diesen Überlegungen. Denn die Brücke vom Schmerz zur erotischen Lust baut sich sehr wahrscheinlich erst auf, wenn wir ins Erwachsenenleben eintauchen. Es ist ja nicht so ungewöhnlich, Schmerzen beim „ersten Mal“ zu empfinden, und „gemischte Gefühle“ bei den ersten Versuchen mit einem Partner sind ja durchaus nichts Ungewöhnliches.

Wenn wir die Literatur anschauen, dann finden wir so gut wie ausschließlich Berichte und Erzählungen über junge Erwachsene, die eine merkwürdige, teils befremdliche, aber durchaus sinnliche Erregung durch Züchtigungen erfahren haben.

Junge Männer berichten, dass es der körperliche Kontakt zur züchtigenden Erzieherin gewesen sei, oder einfach die erotische Empfindung, die sie plötzlich befiel, als eine Züchtigung nach Eintritt der Pubertät anstand. Manchen dieser Berichte können wir nicht recht trauen, aber andere sind wenigstens plausibel.

Schreib über Erwachsene und ihre Schmerzlüste

Im Originaltext gehe ich auf die Literatur ein, die sich mit den üblichen erotisierenden Züchtigungen in Internaten beschäftigt. Hier sollte es reichen, von Erwachsenen zu sprechen.

Wenn es richtig ist, dass Schmerz und Lust eine Brücke bilden, und wenn wir zugleich annehmen, dass Erwachsene ihre Gefühle bewusster erleben können, dann wäre es nur logisch, beides erst in den späteren Jahren, also vielleicht zwischen dem 25. und 50 Lebensjahr, zu entdecken.

Reife, Mut zur Erweiterung der Lüste und Versuche mit dem Schmerz könnten eine sehr bekömmliche Mischung für lustvolle Spiele sein. Und sie wären zugleich eine ideale Kombination für intensives Fühlen, das über die erotischen Sensationen der frühen Jahre hinausgeht. Soweit decken sich Realität und Fantasie. Und damit wären wie bei „Pawlow für Autorinnen“. Ich entwerfe euch eine Kurzgeschichte über eine Züchtigung, die gar nicht stattfindet.

Pawlow für Erotik-Autorinnen

Es ist nicht nötig, dass deine Figur wirklich „gezüchtigt“ wird. Ganz im Sinne der grotesken Erzählung kannst du deine Figur in einen Zustand der Hoffnung und Furcht vor der Erfüllung ihrer Schmerzlüste oder Lustschmerzen stellen. Deine Figur hört harsche Anweisungen, das Rascheln der Kleider, das Klatschen des Rohrstocks, die unterdrückten oder heftigen Schreie - und empfindet dies so, als würde sie selbst gezüchtigt. So weit ist also Pawlow. Mehrere Frauen werden aufgerufen, wie bei einem Arztbesuch, und immer wieder dringen durch die Tür Geräusche unterschiedlicher Art - mal heftiger, mal moderater. Nur deine Figur wird nicht aufgerufen. Ein bisschen Kafka, gefällig? Wie du diese Erzählung „auflöst“, überlassen ich gerne dir.

Die Zeit JETZT und die Zeit DANACH

Meinst du, die alten, ausgetretenen Wege wird es bald wieder geben, und du kannst als Autorin/Autor weiterhin darauf herum trampeln?

Wenn du meinst ... meinetwegen. Wahrscheinlich bist du in diesem Fall berühmt und längst Gefangene(r) deines Stils.

Und die neuen Wege? Wir wissen nicht, was sich für Autoren verändert. Bisher wurden wir schlecht bezahlt (klar, außer dir). Werden wir in Zukunft noch schlechter bezahlt? Oder müssen wir wieder zurück auf die Holperwege, die uns eigentlich aus dem Hals heraushängen?

Ich weiß, dass eine große Anzahl von euch JETZT Frust schiebt. Der Blutdruck steigt, aber euer Schreibgriffel bleibt liegen. Wenn es denn eine PC ist: Ihr schaltet ihn ein, schaut auf das Elend der Welt und der Menschen und - schaltet ihn wieder aus.

Schaut nicht mehr in die Medien

Gegenwärtig versuchen fast alle Autorinnen/Autoren etwas über ihr verdammtes Leben zu schreiben. Klar „interessiert“ das eure FACEBOOK-Freunde und alle anderen, die auch nichts zustande bringen, sondern lieber Frust schieben. Alles, was du da an „Input“ bekommst, ist zu viel. Ob soziale Medien oder von Journalisten aufgebauschte Horror- und Frustmeldungen - meidet alle Medien. Die Leute schreiben zu viel, viel zu viel. Und wenn du da sitzt und grübelst und grübelst und noch mehr grübelst, erschaffst du keine bessern Welten, ja nicht einmal geilere Welten.

Das einzige, was dir nützt, ist JETZT zu schreiben - nicht über dich. Wen soll denn interessieren, was du über dich schreibst? Hauche deine Figuren an, bringe sie zueinander, aufeinander, übereinander und ineinander.

Sei diszipliniert. Schreibe jeden Tag. Es schadet auf keinen Fall, wenn du geil dabei wirst.

Im Moment ist alles besser, was du selbst schaffst.