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Geschriebene Pornografie und Erotik

Der innere Konflikt muss überwunden werden
Genau genommen ist Pornografie die sinnentleerte Aneinanderreihung sexueller Handlungen, die sich vom Alltagsleben loslöst. Das Ziel ist stets, schnell zu einer möglichst gewagten, sehr intensiven sexuellen Erfüllung zu kommen. Eine Autorin schreibt darüber:

Der Weg vom Treffen bis zum Vögeln ist glatt und verläuft direkt, mit sehr wenigem (wenn überhaupt irgendwelchen) Unterbrechungen auf dem Weg dahin.


Pornografie kommt ohne Konflikte aus

Was Pornografie nahezu völlig fehlt, ist die Bereitschaft, mit Konflikten zu arbeiten. Nahezu jede Beziehung, auch die leidenschaftlichste und spontanste, muss zunächst einige Hemmungen überwinden, die vor allem im Kopf der Protagonisten vor sich gehen. Frauen fragen sich oftmals: „Bin ich eine Schlampe, wenn ich sofort einwillige, mit ihm zu vögeln?“ Und Männer, die meist weniger empfindsam sind, fragen sich wenigstens noch, in welche Gefahr sie sich begeben, wenn sie sich auf die spontane Begegnung mit einer Frau, einem Paar oder einem Mann einlassen. Die aktuellen Werke, in denen SM-Praktiken vorkommen, stecken voller Konflikte – und nur wenige davon werden ehrlich und vollständig beschrieben.

Auch in erotischen Werken kommen Konflikte oft zu kurz

Das liegt ohne Zweifel auch daran, dass sich sehr wenige Autorinnen (oder Autoren) vorstellen mögen, wie hoch die Hürden für einen wohlerzogenen Mann sind, eine Frau auf deren Wunsch zu züchtigen. Oder wie es für einen gestandenen Mann sein mag, sich erniedrigend feminisieren zu lassen. Ich finde, niemand sollte sich „Autorin“ oder „Autor“ nennen, der nicht die Kraft und die Fähigkeit hat, sich in andere hineinzuversetzen.

Schildern Sie den "inneren Konflikt"!

Nahezu jeder Liebesroman lebt von mindesten einem inneren und meist mehreren äußeren Konflikten. Diese Konflikte sind (und das macht den Liebesroman so einfältig) ind er Regel konstruiert, das heißt, sie berühren uns zwar, werden aber dennoch als Märchen empfunden. Im erotischen Roman müssen Konflikte gar nicht erst konstruiert werden: Sie ergeben sich aus der Ausgangslage, etwas sehr Gewagtes oder Ungewöhnliches mit jemandem zu tun, der eigentlich dafür nicht infrage käme. Der „innere Konflikt“ entsteht ja bereits aus dem, was „das Mäuschen im Ohr“ sagt:


- Mach dich rar.
- Biete dich niemals an.
- Tu nichts, was du bereuen könntest.
- Du bist verheiratet – tu’s nicht.
- Man züchtigt keine Menschen.
- Homoerotische Kontakte sind Tabu.
- Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.

Kurz: Der Konflikt zwischen „Gefahr“, „Risiko“ und „Chance“ ist allgegenwärtig, und er kann, soll und darf die Geschichte bestimmen – die erotischen Höhepunkte werden dadurch nur umso intensiver.


Denken Sie daran, dass ihre Leserinnen (und sogar Ihre Leser) Hemmungen haben und sich Konflikte vorstellen können, die aus sexuellen Abenteuern entstehen. Sie werden diese Konflikte mit Ihren Figuren durchleben – und sich am Ende an ihrer unendlichen Wollust erfreuen, die ihnen das Abenteuer erbracht hat.

Bild: nach einer französischen Illustration

Wenn die Sex-Szene deinen Roman ruiniert …

Oh Sex ... und so plötzlich ...
Ja, wenn dies so ist, dann lässt du am besten bleiben, Sexszenen in Roman einzubauen. Falls du sie doch einbaust und die Szene passt überhaupt nicht, bist du in der erlauchten Gesellschaft angesehener Autorinnen und Autoren: Die können es nämlich auch nicht. Und manche von ihnen gewinnen sogar den bekannten „Bad Sex Writing Award“, also eine Schmähung mieser Sex-Texte.

Doch du willst sicher wissen, wie sich da vermeiden lässt. Dazu musst du wissen, dass Sex die Beziehung der Menschen beeinflusst, bisweilen sogar erheblich verändert. Veränderungen sind keine Risiken, sondern Alltag, und sie beinhalten Chancen.

Vergiss nicht: Deine Heldin ist auch vorher "sexuell"

Du kannst das angstbesetzte Thema „oh plötzlich Sex …“ dadurch vermeiden, dass du deine Figur als natürliche, sexuelle Person einbringst. Das heißt, du erwähnst vor deiner Sexszene, wie deine Heldin zur Liebeslust steht. Denn dann ist Sex kein isoliertes Thema im Leben deiner Figur, sondern Bestandteil ihres Liebeslebens. Er war schon da, bevor sie mit dem Helden deiner Geschichte ins Bett stieg.

Das Geheimnis einer guten Sexszene liegt also darin, die Person schon vorher als sinnlich, erotisch oder sexuell darzustellen. Hat sie nie erotische Romane gelesen? Nie masturbiert? Niemals erotisch fanatisiert?

Hätte sie es, würde sie Wünsche und Sehnsüchte haben, wenn sie in eine Liebesbeziehung eintaucht. Sie würde sich an ihre geheimen Wünsche und Fantasien erinnern, würde ihre Haut wieder so spüren, wie sie es in Erinnerung hatte – auch wenn es nur der Hauch einer Masturbationsfantasie war.

Gehe nicht von dir aus ... lass deine Heldin leben

Machen wir es kurz: Wer einen Roman schreibt, und glaubt, dass sie Sexszene die Liebe ruiniert, der glaubt auch selber, dass Sex die Romantik der Liebe zerstört. Und das wirft ein eigenartiges Licht auf die Autorin selbst, also auf dich.

Wer denkt, Sex im Roman zerstöre die Liebe, sollte sich überlegen, dass Sex die Liebe im „richtigen Leben“ nur verändert, aber üblicherweise eben nicht zerstört. Sonst müssten alle romantischen Paare nach dem ersten Sex voneinander fliehen.

Das Gegenmittel gegen die „Zerstörung durch Sex“ ist deshalb ein einfacher Rat: Du musst deine Heldin „freilassen“. Sie darf sich nicht von dem hemmen lassen, was dich hemmt, sondern muss (meist weit) über das hinausgehen, was du selbst für „angemessen“ hältst.

Und noch ein weiterer Rat: Wenn es einen inneren Konflikt in dir gibt, sobald du das Thema „Sexszene“ berührst, dann verlagere den Konflikt so schnell wie möglich auf die Figur. Sie soll es ausleben, sie soll die Zweifel haben, sie soll darüber hinwegkommen. Nicht du.

Das wäre wirklich alles, was ich dazu zu sagen habe.

Wir werben für uns:

Wir haben für Sie einen kleinen Service, der Ihnen erotische Einfügungen schreibt, wenn Sie uns einige Seiten mit Ihrem persönlichen Stil zur Verfügung stellen und uns grob beschreiben, was geschehen soll. In gleicher Wiese schreiben wir Ihre Texte an den Stellen glatt, vor denen Sie sich fürchten. Einfach alles an die Redaktion schicken - wir erstellen Ihnen einen Vorschlag - unverbindlich:


Dirty Writing: Ein Buch wie eine Wundertüte

Dirty writer
Ich tue mich schwer mit Büchern, bei denen ich nach den den wirklich relevanten Inhalten erst suchen muss. Und dies ist so ein Buch: Sie können irgendwo hereinlesen, sich festlesen oder den Ansatz verspotten, mitmachen oder es sogleich beiseitelegen, weil sie keine brauchbaren Inhalte finden. Für mich war „Dirty Writing“ wie eine Wundertüte: Ein bisschen hiervon, ein wenig davon, aber am Ende nicht viel, was man wirklich brauchen konnte,

Alles, was drinsteht, ist ein bisschen wahr und ein bisschen oberflächlich. Es mag eine hübsche Idee sein, sich eine Kamera im Kopf Ihrer Heldin vorzustellen, und sicher kann die den notwendigen Blick für Details fördern. Aber dennoch findet Sexualität in erster Linie im Kopf statt. Ich denke, wir haben bereits viel zu viele Autorinnen, die „Kameras im Kopf“ haben, aber kein Hirn. Das mag meine Privatmeinung sein, gewiss.

Für Anfängerinnen und Unentschlossene geeignet

Ich kann mir vorstellen, wie unterhaltsam es für Anfängerinnen sein mag, das Buch zu lesen und sich hin und wieder einmal an einer „Schreibübung“ zu ergötzen. Und insofern mag das Buchs sein, was es ist: eine Art Unterhaltungsbuch für Frauen, die eventuell einmal daran denken, erotische Texte zu schreiben. Eine der Untertitel sagt es auch aus: „Ein Übungs- und Inspirationsbuch“ soll es sein. Nun ja, das lasse ich mal stehen.

Die Beschreibung des Kusses - ein Highlight

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Sehr gelungen finde ich nur einzelne Artikel, die wirklich hilfreich sind. Zum Beispiel (auf Seite 116) die Beschreibung eines Kusses – Sie glauben gar nicht, wie viele Autorinnen völlig versagen, wenn Sie auch nur einen Kuss beschreiben sollen – obwohl die eigentlich ein erotischer Moment ist, den wir alle kennen sollten. Auf diese Weise ist dann der an sich lächerliche alphabetische Aufbau wider hilfreich: „Aha, jetzt kommt ein Kuss – da kann ich mal nachlesen.“ Ob dies bei den Stichworten „Fetisch“ und SM“ auch so ist? Ich bezweifle es.

Trotz der vielen kleinen Beispiele für erotische Literatur, als „Schnipsel“ oftmals verfügbar, können Sie mithilfe des Buches nur schwerlich einen Text schreiben. Und vom Versuch, „irgendwie erotisch“ zu wirken bis zum „Dirty Writing“ ist es ein weiter Weg. Denn wirklich wilde, ekstatische Szenen zu schreiben, ist mit einem solchen Anleitungsbuch definitiv unmöglich. Dazu muss der kleine Schalter im Hirn umgelegt werden, der alles zulässt und nichts bewertet, sondern einfach nur noch die Lust beschreibt. Also wird es wahrscheinlich nichts damit, mithilfe des Buches „schamlose Texte zu schreiben“.

Mein Fazit?

Wenn Sie noch nicht wissen, ob Schreiben an sich ihre Passion ist, und wenn Sie sich tatsächlich dabei aufs Glatteis der Erotik begeben wollen, dann wünsche ich Ihnen mit dem Buch „Dirty Writing“ gute Unterhaltung. Ich fürchte nur, viel mehr wird es nicht sein, was Sie daraus gewinnen.


Machen Sie sich schuldig, wenn Sie Romane mit BDSM-Anteilen schreiben?

Machen Sie sich schuldig, wenn Sie Romane mit BDSM schreiben? manche meinen, es sei Gift für die Frauen, die es lesen. Andere meinen, Männer würden durch diese Literatur dazu verleitet, Frauen mies zu behandeln. Und was meinen Sie?

Die „50 Shades of Grey“ haben die Diskussion einmal mehr belebt, seit ein zweiter Teil in die Kinos gekommen ist – und sie haben wieder neue Kritiker auf den Plan gerufen. Die Frage ist: Bereiten Sie mit BDSM-Themen oder mit jeder anderen Art von „absonderlichen“ Liebespraktiken den Weg zur menschlichen oder überirdischen Hölle vor?

Wir fanden kürzlich einen Beitrag zum Thema, in dem dieser Satz vorkommt:

Seit 50 Shades of Grey ist es schwer in Mode, ein bisschen BDSM zu spielen. Dass diese Bücher und auch die Filme mit BDSM eigentlich wenig zu tun haben, wird immer wieder wiederholt … (aber) mit dem, was wirklich in den Clubs und Dungeons (1) abgeht, hat das sehr wenig zu tun.


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Trotz alledem bliebe natürlich die Frage: Wie viel Verantwortung haben Autorinnen, wenn es um das Thema physischer Gewalt in der erotischen Literatur geht? Und damit gar nicht erst Missverständnisse auftauchen: Eines der berühmtesten Werke der erotischen BDSM-Literatur stammt unzweifelhaft von einer Frau: Die „Histoire d’O“.

Ihre Antwort, bitte.

(1) Dungeons: Die „Spielplätze“, an denen BDSM aktiv praktiziert wird – meist von Menschen, die sich als „Bekenner“ ausweisen.

Deine erste erotische Geschichte? So geht es besser!

Die Leserin ist alles - und sie muss sich hineinfühlen können
Hier habe ich ein paar Tipps für dich, wie du deine erste erotische Geschichte schreiben kannst – und ich gebe dir Brief und Siegel: Bei ein klein wenig Talent klappt es auch …

1. Träume einen Traum und gib deine Realität dazu
Es gibt an die 30 erotische Träume, die ganz normal sind, aber die niemand zugibt. Rund 10 davon werden von zwei Dritteln der Frauen geträumt, etwa 15 von nahezu der Hälfte der Frauen, und gegen 30 von etwa einem Drittel. Das heißt: Es gibt 30 (1) Variationen des Themas, von denen du dir eines wählen kannst. Vorschlag: Frage nicht uns, sondern wähle deinen Traum aus – es ist sehr, sehr wahrscheinlich, dass du damit wenigstens im mittleren Drittel landest. Es wäre gut, wenn du ein ganz klein wenig davon in der Realität umzusetzen wüsstest oder dass du dem Traum wenigstens sinnlich nachspüren kannst.

2. Mach es kurz und einfach
Ich rate meistens, die Szenen gefühlsmäßig auszuschmücken, aber das gilt für Romane. Also: Fang nicht mit einem Roman a, sondern mit einer Episode. Wenn du die gut schreibst, dann heißt sie „Short Story“. Du kannst Geschichten, die unter die Haut gehen, in 300 oder 30.000 Wörtern schreiben. Fange mit kurzen Geschichten an. Steige sofort ins Thema ein.

3. Anders als in der Schule
Wirf deine Figur mitten ins Geschehen. Eine plötzliche Berührung, eine ungewöhnliche Situation, ein eichenartiges Gefühl, ein schneller Entschluss – und schon bist du mitten drin. Wenn du es schaffst, dass die warme Hand des Fremden tatsächlich fühlbar am Schenkel deiner Leserin hochkriecht, statt dass es nur in Buchstaben da steht, dann hast du gewonnen. Sehr wahrscheinlich: Wenn dich die Geschichte geil macht, macht sie auch deine Leserin geil.

4. Spannung muss sein
Gerade bei der Kurzgeschichte ist der Spannungsbogen bis zum Anschlag gespannt. Du wirst als Leserin 300, 500 oder maximal 1.500 Wörter später wissen, wie es ausgeht, aber nicht sogleich. Also muss die Spannung aufgebaut, eine Weile erhalten und dann ebenso schnell wieder abgebaut werden. In längeren Geschichten (Romanen, Novellen) kannst du das auch mehrfach so handhaben.

5. Bildhafte, plastische Sprache für Gefühle
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Vorab: Die Hauptfrage ist nicht, wie du Penis und Vagina bezeichnest, sondern welche Bilder du findest, um die Gefühle zu beschreiben. „Fühlen“ ist etwas ganz Normales, aber es ist nicht leicht zu beschreiben. Deswegen benutzen alle guten Autorinnen plastische Bilder oder ungewöhnliche Ausdrücke und alle schlechten Autorinnen Klischees. „Sie fühlte eine Woge der Lust“ ist ein Klischee. „Kleine Wellen der Lust stupsten an ihren Nerven herum, ebbten dann wieder ab und kamen schließlich fordernd wieder zurück. Jede gab ihr einen neuen Anstoß, loszulassen und sich einfach fortspülen zu lassen von den Wogen“ wäre eine Alternative. Das ist natürlich nur ein schnell dahingeschriebens Beispiel, das du viel intensiver schildern kannst.

Und nun: Schreib deine erste erotische Geschichte … du, musst es einfach nur tun. Das ist wirklich alles.

Vorschlag: Weißt du, was du in den Mittelpunkt stellen willst? Schreib es uns, und wir sagen dir, welchen Rang es in den Träumen der Leserinnen haben könnte. Es geht nur über diese E-Mail (Telefonisch ist keine Antwort möglich) :

Bild: Historisches Foto, nachkoloriert.