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Versuche, das zu schreiben, wovon du feucht wirst …

nicht das übliche ... aber sehr beliebt ...
Machen Leser(innen) und Autor(innen) mag nicht gefallen, was nahezu alle Berater(innen) behaupten: Wenn du selbst von deinen erotischen Texten geil wirst, dann werden es deine Leserinnen wahrscheinlich auch.

Stimmt das?

Ich glaube, es stimmt, wenn die Geilheit der Schiffsdiesel ist und nicht der Lotse. Da treibt dich deine Lust an, und sie kann dich dazu verführen, auf die Klippen aufzulaufen und beim Schreiben unterzugehen. Deine Figur durch die Story zu lotsen erfordert Sachverstand, Schreibkunst und Feingefühl, und ab und an sogar etwas Realitätssinn – und das völlig unabhängig davon, wie fantasievoll, verklärt oder gar mystisch deine Geschichte auch angelegt sein mag.

Was andere meinen ...

Hier ein Text, den wir anderwärts gefunden haben – jede von euch mag entscheiden, ob sie dem zustimmt oder nicht. (Übersetzt und gekürzt von Isidora).


Ich habe versucht, "traditionelle" Liebesgeschichten zu schreiben, also solche, in denen ein Mann eine Frau liebt. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger gefällt mir die Idee.

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, muss ich sagen, dass ich eine ganze Weile damit gerungen habe. Ich las immer wieder Artikel darüber, wie man einen Bestseller schreibt oder wonach Verlage oder Agenten im Fach der Liebesromane suchen. Und ich habe mich bemüht, Ideen für Geschichten zu entwickeln, die in dieses Schema passen könnten. Aber nichts davon hat mich wirklich berührt. Ich möchte über Frauen schreiben, die sich ineinander verlieben. Ich möchte über unkonventionelle Beziehungen schreiben.

Genau das begeistert mich – und heißt es nicht immer, man soll über etwas schreiben, für das man sich selbst begeistern kann?

Ich liebe es, mich an meinen Laptop zu setzen und eine Welt zu erschaffen, in der ich verschwinden kann – aber zuerst müssen mich die Geschichten selbst ansprechen – und das merke ich, wenn ich rollig oder geil werde.

Eines will euch noch sagen: Auch wer nie etwas veröffentlichen wird, sollte schreiben, was ihn bewegt. Es ist eine geheime, sichere, sinnliche und sehr liebevolle Art, alles über sich zu erfahren.

Was hier noch fehlt ... deine Meinung!

Der schlechteste Sex und der Gewinner 2018

Schriftsteller sind bekannt dafür, extravagante Begriffe zu verwenden, um einen Umstand zu beschreiben, der sich verständlicher und nachdrücklicher mit einfachen Worten beschreiben ließe. Sie glauben, dass sie sich tiefer ins Hirn, in die Psyche und in die Genitalien hineinbohren können, wenn sie deren Gefühlsbereiche indirekt ansprechen. Das kann durchaus gelingen.

Im Bereich der Sexualität kann man Vieles „ganz anders ausdrücken“, und dies führt gelegentlich zu einer blumig-verwirrenden Sprache. Wer dabei übertreibt, wird jährlich mit dem „Bad Sex Award“, also einem Preis für den schlechtesten geschriebenen Sex ausgezeichnet. Weil Pornografie und Groschenromane in Bücherform ausgeschlossen sind, zeichnet man nur Autoren aus, denen man literarische Qualität unterstellt.

Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr das Werk „Katerina“ von James Frey. Frey ist ein Bestsellerautor, der 1996 sein Buch „Titel Tausend kleine Scherben“ zu schreiben begann, das zunächst als reines Fantasieprodukt erscheinen sollte, aber keinen Erfolg hatte. Als es 2003 dann aber als „Autobiografie“ herauskam, hatte es einen gigantischen Erfolg und begründete seinen Ruhm.

Nun also „Katerina“ – ein Werk, das nunmehr bewusst zwischen Realität und Fiktion schwankt und dabei zeitlich einen Sprung von 1992 in Paris und 2018 in Los Angeles wagt.

Die Schlüsselszene, die mit dem „Bad Sex Award“ bedacht wurde, lautet in etwa:

Ich bin hart und tief in ihr und vögel sie über dem Wachbecken im Badezimmer. Sie trägt immer noch ihr enges schwarzes Kleid, aber ihr Slip liegt auf dem Boden. Meine Hose hab ich nur bis zu den Knien runtergezogen. Unser Augen sind verschlossen, und unsere Körper, unsere Seelen und unsere Herzen sind miteinander verriegelt.


Das Originalzitat mag Ihnen zeigen, dass diese Stelle außerordentlich dramatisiert wurde, um ihr den Nachdruck zu verleihen, den sie im Grunde nicht besitzt:


I’m hard and deep inside her fucking her on the bathroom sink her tight little black dress still on her thong on the floor my pants at my knees our eyes locked, our hearts and souls and bodies locked.
Cum inside me.
Cum inside me.
Cum inside me.
Cum inside me.
One.
White.
God.
Cum.
Cum.
Cum.
I close my eyes let out my breath.
Cum.


Was ist daran so schlecht? Zunächst vor allem der Versuch, von der reinen bildhaften Beschreibung (Kleid bleibt angezogen, Hose bis zu den Knien heruntergezogen, nur der Slip liegt auf dem Boden) auf Gefühle überzugehen, die gar keine sind. Das Stakkato und die fehlende Zeichensetzung im Original-Absatz soll die wilde, animalische Begierde ausdrücken, die aber schnell verpufft.

Nun weißt du also, wie du mit „schlechtem Sex“ berühmt werden kannst. Leider geht das nur, wenn du schon berühmt bist. Und nun sag – wie hättest Du die Szene beschrieben?

(Der Artikel enthält Extrakte aus dem Buch „Katerina“ 320 Seiten, herausgegeben von Gallery/Scout Press.)

Das Spiel mit der Erotik - und die Realität

Wenn die Hüllen einmal gefallen sind ...
Der Beitrag "Das Spiel mit der Erotik - und die Realität" soll dazu dienen, dir eine Möglichkeit zur Darstellung von Halbweltdamen, Stripperinnen, Prostituierten, Escorts, Dominae und anderen erotischen Dienstleisterinnen vor Publikum und Einzelpersonen zu geben. Er könnte dir auch dabei helfen, deine Figuren lebendiger zu gestalten.

Das Zitat, mit dem ich euch heute auf mein Thema einstimmen werde, stammt von Adrianna Taylor (1) . Deren Einstellung und Vorbild ist in vieler Hinsicht typisch für Frauen, die „erotische Darstellungen“ vermarkten. Und es ist darüber hinaus interessant für dich, wenn du erotische Literatur schreiben willst:

Als Kind war ich ein Mauerblümchen, und ich musste Schauspielunterricht nehmen, um aus diesem Schneckenhaus zu entfliehen. Ich lernte, Charaktere zu erfinden und ihnen eine Persönlichkeit wie auch einen Lebenszweck zu geben.


Ich hörte und las diese Art von Lebensgeschichte, die im Übrigen real ist, schon häufig in ähnlicher Art, und ich weiß, dass sie viele von euch befremdet. Ist nicht das Lebensziel nahezu aller Menschen, authentisch zu sein?

Authentisch sein - die Illusion der Oberschicht

Ja, wenn man Psychologieprofessor ist oder einen einschlägigen Bestseller geschrieben hat. Vielleicht, wenn man viel Mut hat und das Lebensschiff beherzt durch hohe Wogen zu lenken vermag. Nein, wenn die Gespenster des Alltags jeden Morgen mit dir aufstehen.

Die Wahrheit: Rollenspiele wechseln mit authentischen Phasen

Die meisten von uns Menschen spielen jeden Tag irgendeine Rolle – natürlich auch der Psychologieprofessor. In den Armen seiner Geliebten ist es ein anderer als in der Vorlesung, und wenn er ein größeres Darlehen aufnehmen will oder gerade bei einer Charity-Organsisation um Spenden wirbt, noch mal eine dritte oder vierte Rolle. Die Frage ist lediglich, mit welcher Rolle er sich am besten identifizieren können. Dann sagt er: Oh ja, in dieser Rolle bin ich authentisch.

Die erotische Dienstleisterin, und "seriöse" Berufstätige

Eine erotische Dienstleisterin ist niemals authentisch, jedenfalls nicht in der Rolle, in die ihr Klient sie sieht. Sie vermittelt ihr Rollenbild, passt es an die Wünsche ihrer Kunden an und sie kann dies auch für längere Zeit durchhalten. Dies teilt sie übrigens mit vielen Angehörigen der “seriösen“ Berufe, insbesondere solchen mit Publikumsverkehr. Es ist gut, das zu wissen. Und sicher kennst du auch eine Person, die schon mal im echten Leben glühende Leidenschaft geheuchelt hat. Oder einen „Orgasmus gefakt“, wie man heute sagt.

Die Figuren erotischer Romane - auf Rollen reduziert

Auch die Personen in erotischen Romanen sind nicht authentisch. Sie werden noch mehr auf ihre Rollen reduziert als jeder reale Mensch. Ihr werdet schnell herausfinden, dass die weiblichen Figuren mit ihrem Slip auch sehr schnell ihre Überzeugungen von Orientierung, Liebe oder Treue ablegen. Und die Männlichen tun es ihnen gleich, sobald ihnen ein paar nackte Brüste angeboten werden oder ihre Hose auf Halbmast gezogen wird. Dann geht alles nur noch darum, den Vollzug voranzutreiben, bis die Spermaflüssigkeit auf Bauch und Laken spritzt – möglicherweise auch in eine feuchte Höhlung. Die Figuren sind im Ausnahmezustand, wie in der Realität, aber dennoch merkwürdig reduziert auf ihr Handeln, auf Hände, Zungen, Lippen, Penisse und Vaginen. Gewiss, das müsste nicht so sein - aber das wäre ein anderes Thema, das mehr Platz einnehmen würde.

Du - das Privileg, als Autor(in) nicht auf nackt auf der Bühne zu stehen

Was bedeutet das für dich? Der Hauptunterschied zwischen dir und deiner Figur besteht darin, dass du den Slip anbehältst oder der Hosengürtel verschlossen bleibt. Und doch musst du in deine Figur hineinkriechen und erfühlen, wie sie denkt und handelt. Und wenn sie dich auf Abwege führt (was sollte sie sonst tun?), dann musst du ihr folgen. Am Ende geht es dir dann so, wie einer Schauspielerin, die gerade eine Schlampe oder Mätresse gespielt hat: Du bist wieder du selbst und nimmst den Beifall entgegen.

Die Realität selbst? Denk erst gar nicht daran. Du zerstörst dir, deiner Figur und deiner Leserin die Illusion, dass alles möglich ist. Und das wäre wirklich Schade für jemanden, der Erotik schreiben will.

(1) The Story of Control, Berkshire 2014

Dialoge in erotischen Geschichten und anderwärts

Schlechter Dialog? Sie sehen doch, ich lerne noch!

„Wir man Dialoge schreibt“ ist eine Erfindung spitznasiger Deutschlehrer und naseweiser Lektoren. In Wahrheit existiert keine Anweisung dazu. Auf der Grundschule lernen wir den Gebrauch der wörtlichen Rede, und man lehrt und, wie wir unsere Schulaufsätze damit erleuchten können. Tatsächlich lernen wir gar nichts außer Zeichensetzung dabei, und auch unsere Schulaufsätze werden damit nicht erhellt, sondern verunstaltet.

Sehen wir uns einmal an, was wirklich geschieht, wenn wir einen Dialog führen:

1. Unsere Sätze kommen „in Kladde“ aus uns heraus, teils unvollständig, teils grammatikalisch fehlerhaft, teils stockend. Manchmal überhöhen wir das, was wir eigentlich sagen wollten, manchmal vulgarisieren wir es.
2. Menschliche Kommunikation folgt Regeln, aber nicht den Regeln, die wir in der Schule lernen. Daraus ergibt sich eine unglaubwürdige Kommunikation, die wir überall in der Literatur wiederfinden können.
3. Kommunikation ist mehr als Sprache, sie ist in Wahrheit „Verhalten“. Das heißt: Wir kommunizieren auch dann, wenn wir vorgeben, nicht zu kommunizieren.
4. Unsere Körpersprache sagt mehr als unsere Worte. Unser Augen sprechen mit, und selbstverständlich spielt auch der Tonfall eine Rolle.
5. Viele der Dialoge, die wir in der Literatur vorfinden, wirken konstruiert, weil sie „an einem roten Faden“ entlang aufgebaut werden. Das ist lebensfremd. Wir können nicht erwarten, dass Gesprächspartner exakt auf unsere Frage antworten. Im Dialog weichen Menschen aus, antworten auf etwas, das wir gar nicht fragten, werden sprachlos.
6. In Deutschland so gut wie unbekannt ist die Umsetzung von Gedanken in Worte, die erhebliche Tücken hat. Was nützt es uns, wenn wir nur Sätze schreiben, aber nie darüber, wie sie aus uns „herausgerutscht“ sind und was wir eigentlich meinten?
7. Auch die Rückübersetzung hat ihre Tücken. Woher wollen Sie im wirklichen Leben wissen, dass sie „wirklich“ verstanden wurden? Gehen Sie im Roman einfach davon aus, dass Ihre Figuren einander verstehen? Oder dass Ihre Leserschaft versteht, worüber Ihre Figuren reden?

Vielleicht erkennen Sie jetzt, warum sogar Bestseller-Autorinnen keine brauchbaren Dialoge schmieden können, zumal dann nicht, wenn dabei die Gefühle wogen.

In diesem Artikel bin ich nicht explizit auf erotische Dialoge eingegangen. Das ist auch gar nicht nötig, denn hier soll nur ein Dilemma aufgezeigt werden, das sich von der Grundschule bis in angeblich „hochwertige“ literarische Elaborate fortsetzt: Die Sprachlosigkeit, sobald es um Dialoge geht.

Foto: Historisch, montiert und nachkoloriert.

Verführungen im erotischen Roman

Wer verführt hier wen?

Ob Roman, Essay, Novelle oder Short Story: Entweder die erotische Geschichte beginnt mit einer Verführung oder sie beinhaltet mindestens eine Verführung.

Da ergibt sich doch die Frage: Welche Verführungen gibt es eigentlich, wie spektakulär sind sie, und wie kann ich sie in Worte fassen?

Hetero-Verführungen und homosexuelle Verführungen

Verführungen unter Heterosexuellen sind generell nicht so spektakulär wie Verführungen zu homosexuellen Handlungen. Letztere interessieren auch ein allgemeines Publikum, besonders, wenn es sich um Bi-Kontakte handelt.

Hetero: Mann verführt Frau kontra Frau verführt Mann

„Mann verführt Frau gegen ihren anfänglichen Widerstand“ ist als Thema restlos ausgelutscht, findet aber immer wieder Liebhaber. Das konträre Thema scheitert oft an der Annahme, bei Männern müsste die Frau nur Strapse tragen und drei Worte flüstern, dann hätte sie den Mann schon im Bett. In einem Satz: Jede Verführung, die sofort und reibungslos klappt, ist entweder langweilig, oder bewusst so gewählt oder die reine Masturbationsvorlage.

Homosexuell: Frau verführt Frau oder Mann verführt Mann?

Klar – das Thema „Frau verführt Frau“ ist beliebter, ob unter lesbischen Frauen, unter Bi-neugierigen Frauen oder unter lesenden Männern. „Mann verführt Mann“ ist heikel, jedenfalls für Ihr Mainstream-Publikum. Abhilfe: Entweder romantisch verklären oder aber einen der Männer als Frau in die Geschichte einführen. (Transsexueller oder Transvestit, Sissy oder dergleichen).

„Alt verführt Jung“ gegen „Jung verführt Alt“

Üblich ist „Alter verführt Jugend“, aber das Thema ist schrecklich abgedroschen, vor allem in der Version „älterer Herr verführt junge Frau“. Spektakulärer ist es, wenn die ältere Frau den jüngeren Mann verführt. Noch interessanter: wenn die jüngere Person die ältere verführt.

Reich verführt Arm oder Arm verführt Reich?

Na klar, im „Groschenroman“ herrscht das Cinderella-Prinzip: Generöser, meist älterer Mann verführt jugendliche Naive. Oder reicher Gay verführt armen Hetero. Oder … oder … aber wie sieht es aus mit „Arm verführt Reich?“ Es darf ruhig ein wenig Berechnung dabei sein, wie im richtigen Leben.

Gruppen: Mehr Personen, mehr Probleme

„Paar verführt Mann“ ist ganz anders als „Paar verführt Frau“ und die jeweiligen Konterpartien, „Mann verführt Paar“ oder „Frau verführt Paar“ müssen schon ausgezeichnet aufgebaut sein, um sich interessant beschreiben zu lassen. Je größer die Gruppe, umso komplizierter wird die Beschreibung. Von erotischen „Herrenrunden“ und „Damenkränzchen“ sowie von allen anderen Orgien sollte man ganz die Finger lassen.

Mehr als eine Verführung? Geht das?

Wenn Sie sich die Literatur durchsehen, gib es zwei wesentliche Richtungen: Ein Paar, bei dem einer den anderen zu immer neuen Abenteuern verführt, und oder eine Person, die immer wieder neue Partner verführt. Selbstverständlich können Sie auch eine Antiheldin wählen, die immer wieder verführt wird.

Wer verführt wen zu was?

Nichts ist so langweilig wie eine Verführung zu „ganz normalem Sex“. Eine Hetero-Frau zu Bi-Abenteuern zu bringen, ist für das Lesepublikum wesentlich interessanter. Oder eine sehr bürgerliche Studentin zu einem BDSM-Rollenspiel zu überreden? Das gab es zwar gerade erst, aber bevor es den einschlägigen Bestseller gab, hat sich kaum jemand herangetraut. Das liegt einerseits daran, dass die Autorinnen zumeist nur darüber schreiben, was sie selbst näherungsweise nachvollziehen können. Und wenn sie’s nicht können dun auch sonst nicht viel drauf haben, dann „assimilieren“ sie irgendwelche Szenen aus dem Internet. Extreme Verführungsszenen werden selten beschrieben, so, als hätten die Autorinnen nie etwas von stofflichen und körperlichen „Fetischszenen“ gehört. Und was immer wieder fehlt: Wenn es keinen latenten „inneren Widerstand“ gäbe, würde sich niemand verführen lassen wollen.

Szenen der Verführung: Sie dürfen lang und widersprüchlich sein

Wie langweilig, wenn ihr Höschen so feucht ist, dass der Liebessaft schon durch den Rock schlägt, und sich sofort die berühmte Beule in den Jeans zeigt. Verführungen schreiten oft über viele Etappen mit unterschiedlichen Ergebnissen voran. Klar kann es mal sein, dass der ungeduldige, stark erigierte Penis schon aus der Hose fluppt, wenn sie „den Zipp öffnet.“ Aber das ist, mit Verlaub, auch dann keine Verführung, wenn sie zuvor auf dem harten Baumwollstoff herumgerubbelt hat. Viel interessanter ist eine Geschichte, in der die Frau erst das ganze Feuerwerk ihrer Künste abbrennen muss, bevor der Mann bereits ist … physisch wie psychisch. Entsprechen ergeht es vielleicht ihrem Helden, der unendlich lange versucht, der Damen „Lust auf Lust“ zu machen, bis diese schließlich sagt: „Worauf wartest du eigentlich noch?“

Und wie verführen?

Verführungen sind Kompositionen aus Gesten, Worten, Berührungen und Umgebungsvariablen. Je nachdem, wie und wo die Verführung stattfindet, und wie intensiv die Person agiert, die als Verführer(in) vorgesehen ist, können Gesten, Worte oder Umgebung dominieren. Die Berührungen sind letztendlich lediglich Handlungsabläufe, die nicht zu sehr in den Vordergrund gestellt werden sollten. Gemeinhin bevorzugen Verführer die „AIDA“-Formel: Aufmerksamkeit, Interesse, Verlangen (Desire), Aktion. Das können sie recht lange ausbauen. Andere Formeln eignen sich weniger. Zwischen Interesse und Verlangen, aber auch zwischen Verlangen und Aktion können noch retardierende Momente eingebaut werden. Meist tritt zwischen Interesse und Verlangen noch eine Phase auf, in der die psychischen und physischen Konditionen abgeklärt werden, teils spielerisch, teils sehr konkret (Kondome? Wie wirst du über mich denken, wenn …? Wie würde ich mich hernach fühlen, falls ...?). Zwischen Verlangen und Aktion sind es dann die „letzten Zweifel“, die insbesondere seitens der/des Verführten eingebracht werden. Falls Sie aus der Sicht des Verführers / der Verführerin schreiben, können Sie ebenfalls letzte Skrupel oder Befürchtungen einbauen, ob sie lustvoll/potent/skrupellos genug sind, um die Verführung zu vollenden.

„Stille Verführungen“ ohne Dialoge kommen vor, sind aber äußerst schwierig darzustellen, weil Sie dann alle physischen Prozesse, aufkommende Gefühle und ins Leere gehende Gedanken beschreiben müssen.

Sie wollen mehr, viel mehr?

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