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Beispieltext – eine Züchtigung nach britischem Vorbild

Zwar keine Rute, aber ein Beispiel für die Beschämung
Die britische Autorin hat diese in den 1930 Jahren geschriebene Novelle nach Österreich Ende des 19. Jahrhunderts verlegt. Der Text wurde in der Übersetzung sprachlich etwas angepasst. Ganz offensichtlich ist die Gouvernante erbost über die Arroganz, mit der ihr weiblicher Zögling ihr gegenübertritt, aber wir sparen uns die Vorgeschichte. Falls ihr fürchtet, dass in diesem Extrakt brutal zugeschlagen wird: oh nein. Es ist nur die Einführung, und auch sie ist stark gekürzt. Die Geschichte soll nur zeigen, an wen sich derartige Geschichten wandten.

"Deine gesamte Haltung stinkt nach Unverschämtheit, und es gibt nur ein Heilmittel dafür. Ich warne dich, Marie: Ich werde dir die Rute geben, und ich verspreche dir, dabei streng zu sein und dich nicht zu schonen. Wir werden dann sehen, was eine Birkenrute dich lehren kann. Es ist höchste Zeit, dass du einen Eindruck von der wahren Disziplin bekommst."

"Die Rute? Sie meinen, sie werden mich damit bestrafen?" Maries Augen weiteten sich, und ihre roten Lippen schlossen sie nicht mehr, so große war ihre Verwirrung. Sie trat unwillkürlich einen kleinen Schritt zurück, der beinahe anmutig wirkte, und bedeckte ihr Gesäß mit den Händen. Dabei wechselte ihr Gesicht die Farbe, und der purpurfarbener Schimmer reichte von den Ohren bis zum Hals.

(…)

Alsbald wurde die Tür geöffnet, und Frieda, eine Bedienstete bäuerlicher Herkunft, trat ein. Sie diente bei Züchtigungen oftmals als Helferin und trug ein silbernes Tablett herein, auf dem eine große, bedrohlich aussehende Birkenrute lag. Ihr folgte Martha, eine weitere Bedienstete, die über einen muskulösen Körper verfügte, fast so wie ein Mann. Beiden verschlug es die Sprache, als sie sahen, wer mit dieser Rute geschlagen werden sollte.

Marie hatte sich inzwischen von ihrem ersten Schock erholt und ihr Trotz und ihre Verachtung goss sich in einer Flut von Worten über ihre Peinigerin aus.

(…)

Sie beendete ihre Beschimpfungen erst, als die Gouvernante die Birkenrute langsam vom silbernen Tablett nahm, um, damit kräftig auf die Luft einzuschlagen. Es sah aus wie ein Versuch, die Biegsamkeit zu testen, aber es war mehr. Man konnte eine eiserne, unbeugsame Gesinnung dahinter erkennen. Als sie sich erneut an Marie wandte, konnte man die Eiseskälte in ihrer Stimme wahrnehmen, die Marie durch Mark und Bein ging.

"Marie, du sollst nun bekommen, was dir zugedacht wurde. Du bist bereits eine junge Dame, und es ist deine erste Körperstrafe, wie ich erfuhr. Normalerweise wäre es üblich, dir in einem solchen Fall zu erlauben, dein Höschen anzubehalten, um die Schläge abzumildern und deine Scham zu wahren. Aber in in Anbetracht deiner Frechheiten ziehe dich dieses Privileg zurück. Deine Unterhose wir also heruntergezogen werden und du wirst die Strafe auf dein nacktes Gesäß erhalten. Ich habe dein ironisches Lächeln gesehen, als ich andere Zöglinge schlug. Doch nun werde ich dir beweisen, dass die Rutenschläge auf deinem nackten Allerwertesten keine sehr amüsante Sache sind."


Fälschlch wird im Original behauptet: Die Szene spielt in Wien, ungefähr um 1860. Sie beruht auf authentischen Berichten aus einer Bildungsanstalt für höhere Töchter auf dem Kontinent.

Übersetzung des Originaltextes und sprachliche Bereinigung von Isidora.
Die Bildquelle konnte nicht ermittelt werden.

Die britischen Romane rund um die Disziplin

Stilisierte Erziehung durch eine Gouvernante
An wen wandten (und wenden) sich die britischen Romane, in denen es um Disziplin, besser bekannt als „körperliche Züchtigung“ geht?

Wenn dich das interessiert, kann ich dir folgenden Hinweis geben, der auch für deine heutige Tätigkeit als erotische Schriftstellerin eine große Rolle spielen dürfte.

Lasst mich zuvor sagen: Es geht mal um Frauen, mal um Männer, aber alle haben eines gemeinsam: Sie sind Abkömmlinge aus vornehmen Familien. In diesem Umfeld haben sie ein Selbst- und Standesbewusstsein entwickelt, das als Grundlage verwendet wird.

Das Spiel mit dem Selbstbewusstsein und der Hingabe an die Rute

Meist werden sie in eine Situation gebracht, in der sie „zu weit gingen“, worauf man versucht, ihr übertriebenes Selbstbewusstsein auf ein erträgliches Maß zu stutzen. Dabei werden allerlei befremdlich erscheinende Mittel angewendet, vor allem aber die körperliche Züchtigung.

Wenn sie „Glück“ haben, werden diese Züchtigungen durch eine erotisierende Erzieherin (Gouvernante) wahrgenommen. Doch in vielen Fällen werden sie von (immer weiblichen) Bediensteten gezüchtigt, mindestens aber durch sie fixiert oder gedemütigt.

Warum? Haben wir nicht gehört, dass es einige Romane gab, in denen Bedienstete vertraglich verpflichtet wurden, sich von der Dienstherrin schlagen zu lassen?

Zielgruppe: vornehme, gebildete Damen der Gesellschaft

Die Lösung ist einfach: Diese Romane und Novellen wenden sich nicht an Dienstmägde oder sadistische Ladys. Ihre Zielgruppe sind vielmehr Damen und Herren der Gesellschaft, die sich danach sehnten, hilflos, naiv und ohne eigenes Zutun in solche Lagen zu geraten.

Der andere Schlüssel zu diesen Romanen ist die körperliche Nähe und Intimität zwischen Erzieherinnen und Zöglingen, die an sich nicht erlaubt war – doch bei der körperlichen Züchtigung war sie unvermeidlich.

Man darf nicht vergessen, dass diese Romane auch ein Zugang zur Körperlichkeit an sich boten, denn die zu Strafenden mussten sich nach und nach entkleiden. Das bot den Autorinnen und Autoren reichlich Gelegenheit, die Beschaffenheit ihrer Körper zu schildern. Schließlich wurden die Damen aufgefordert, ihre letzten Hüllen fallen zu lassen, um schließlich sogar ihre Schlüpfer (Drawer) zu entfernen.

Hier muss man allerdings erwähnen, dass dieses Kleidungsstück neueren Datums ist. Wenn es zuvor erwähnt wurde, ist die Geschichte historisch bedenklich – aber das spielte bei den meisten Romanen keine Rolle.

Im Hauptteil wird dann zumeist geschildert, wie das Gesäß der Damen und Herren beschaffen ist, bevor die Rute, der Rohrstock oder die Reitpeitsche auf die Oberfläche einwirkt. Dabei werden auch die Gefühle der Gouvernante, der Mägde, der Zuschauerinnen und nicht zuletzt des Opfers recht plastisch geschildert.

Die Zielgruppe heute? Es sind emanzipierte, selbstbewusste Frauen und Männer des 21. Jahrhunderts, die davon träumen, in eine Welt abzutauchen, in der sie keine Verantwortung tragen. Die schweren, teils schmerzvollen Entscheidungen, die eigene Überheblichkeit und die Selbstzweifel werden einfach getilgt – durch eine „Lektion in Disziplin“. Zumeist halten die Autorinnen und „Weg hinaus“ offen: Die jungen Ladies und Lords waren aufgefordert, ihr Standesbewusstsein zurückzugewinnen – noblesse oblige.

Die heutigen Figuren des Genres sollten ähnlich behandelt werden. Wenn wir sie als selbstbewusste, aber dennoch von Zweifeln geplagte Frauen und Männer schildern, die eine Art „Läuterung“ oder gar eine „Absolution“ in der schmerzvollen Züchtigung sehen, dann treffen wir vermutlich auf eine intellektuelle, erfolgsverwöhnte Leserschaft.

Ein Beispieltext aus den 1930er Jahren, dessen Handlung aber nach Österreich verlegt wurde, findet ihr ebenfalls hier.

Bildquelle unbekannt, vermutlich eine Buchillustration zur "schulischen Disziplin"