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Hannelore und der Geschmack des bitteren weißen Honigs

Hannelore war sichtlich verlegen, was sich vor allem daran zeigte, dass sie ständig an ihrem Rocksaum herumnestelte.

„Es ist mir etwas peinlich, dich um etwas bitten zu müssen“, begann sie, „weil es eigentlich gegen … nun gegen unsere Vereinbarungen verstößt.“ Dabei sah sie mich lauernd an.

Die Vereinbarung entstand aus dem Wunsch, eine kurze Affäre schnell zu vergessen und niemals zu wiederholen: Niemand zieht irgendetwas aus, und keine Genitalkontakte irgendwelcher Art. Semi-platonisch nannte Hannelore das. Ich hatte ihr schon oft bei ihren Kurzgeschichten geholfen, und bisweilen habe ich auch schon voll bekleidet gewisse Lagen angenommen, die mir im entblößten Zustand recht peinlich gewesen wären. Aber unsere Regel hatte Bestand: keine Körperkontakte unterhalb des Halses und keine Entblößungen, gleich, zu welchem Zweck.

Hannelore seufzte erleichtert, weil ich gelassen blieb. Dann holte sie tief Luft und sagte: „Ich habe vor, eine Szene mit dir nachzuspielen, weil ich wissen will, wie sich meine Heldin … bei etwas fühlt …“

„Bei ‚etwas‘? Soll ich dir die Zehen lecken?“

Hannelore lächelte, wurde aber dann sofort wieder ernst: „Etwas Intimeres“. Sie schlug ein etwas zerlesenes antiquarisches Buch hervor, schlug eine Seite auf und sagte: „Da lies.“ Das Kapitel war „Der Mund mit dem Schurrbart“ (1) überschrieben.

Ich kannte das Buch, hatte den Text aber bislang nun überflogen. Und falls du selber nachlesen willst: Es gibt zahlreiche Versionen, deren Wortlaute wegen der zu erwartenden Zensur abgeschwächt wurden. Aber es geht darum, dass eine reife Dame einen jungen Mann ganz und gar unter ihrem langen Rock verbirgt, wo er „den Mund mit dem Moustache“ suchen muss.

Ein Originaltext - und ein fehlender Absatz

Ich las den Text, der nicht viel mehr als eine Seite füllte, und fand ihn zwar anzüglich, aber nicht ordinär. Der Übersetzer hatte keine „ungehörigen“ Bezeichnungen verwendete und schildert zu Anfang alles wortgetreu. Natürlich fand der junge Mann den Mund, stellte er fest, dass dieser Mund nicht quer lag, wo wie jener, der die Speisen aufnimmt, sondern längs. Auch wird die Liebesknospe, die der tastenden Zunge des jungen Mannes sofort entgegen sprang, lediglich als „Vorsprung“ bezeichnet.

Allerdings hatte ich diese Szene wesentlich plastischer in Erinnerung. hatte. Im Verlauf des Geschehens war doch von zweierlei Feuchtigkeit die Rede. Eine davon bemerkt der junge Mann sofort, weil sie seine Lippen benetzt, während die andere eher eine eiweiß-änliche Konsistenz hat, die dem jungen Mann zunächst etwas bitter anmutet, die er aber schließlich mit wollüstigem Schauer schluckt.

Ich legte das Buch aus der Hand. „Viktorianische Literatur“, sagte ich trocken, „etwas wurde bei deinem Exemplar offensichtlich geschönt. Aber die Idee mit dem ‚Gamahuching‘ kommt immer wieder vor – sozusagen die „Einstiegsdroge“ für junge Männer in die Welt der ungewöhnlichen Lüste.“

„Gamahuching?“ was ist nun das wieder?

Gamahuching oder das Speisen am "Y"

„Eigentlich ist es das, was die Amerikanerinnen mit „Dining at the Y“ beschreiben – und griechisch entspricht es dem klein geschriebenen Gamma – optisch ein tief gelegtes Ypsilon (Γ γ) ein tief gelegtes Ypsilon, sozusagen. Ist aber Spekulation – man sagt, das Wort hätte sich ein Autor sozusagen „aus dem Finger gesogen“

Hannelore machte dies so neugierig, dass sie zunächst vergaß, mir einen konkreten Vorschlag zum besseren Verständnis des Zustands ihrer Heldin zu unterbreiten. Und ich muss sagen, dass es mir sehr recht war, nicht unter ihren Unterrock kriechen zu müssen, ob mit oder ohne Hautkontakt.

„Und wie geht die Geschichte?“

„Ungefähr immer gleich. Mal heben die Damen ihren Unterrock, um ihren Lovern den Duft und das Aussehen ihres Unterleibes leibhaftig vor Augen und Nase zu führen. Mal muss der Mann sein Werk in der lichtlosen Welt des Boudoirs und mal wirklich ‚unter dem Rock‘ verrichten. Und am Ende wird immer geschildert, dass er das Resultat seiner Bemühungen verschluckt - mal mit heldenhafter Überwindung seiner Abscheu, mal mit sinnlichem Genuss. Übrigens tat es der jugendliche Galan von Fräulein de Chambounard (1) nur zwei Mal – das dritte Mal spie er den weißen Honig aus.“

Hannelore hörte mir etwas befremdet, aber dennoch ruhig zu, sagte dann aber: „Was du da behauptest, steht aber nicht wirklich in dem Buch, oder?“

„Oh doch – die Reaktionen von Mademoiselle werden sogar recht heftig geschildert, und vor allem, was der junge Mann damit tat …“

Mit dem „weißen Honig“? Wie kommt es, dass eine Frau solche eine weißliche Flüssigkeit hervorbringt? Sie kommt doch nur bei Männern vor … oder?“ Als ich lächelte, fügte sie schnell hinzu „soweit mir bekannt.“

„Es kommt aus einer Drüse … ich habe den Namen vergessen (2), aber sie sondert nur bei heftigen Orgasmen wirklich erkennbare Menge von Flüssigkeit ab – nicht bei jeder Frau, nicht jedes Mal, und nicht bei jeder Stimulation.“

Ich bemerkte, wie Hannelore das Wort „Klugscheißer“ auf den Lippen lag, doch dann besann sie sich und sagte: „Dann wäre … ein Versuch mit dir und mir möglicherweise gar aussichtslos?“

Ich grinste. „Ich würde dir wohl unter den Unterrock kriechen, wenn du wissen willst, in welche Lage so etwas geht. Allerdings meine ich, dass es nicht unbedingt ideal ist, wenn sie auf einem Stuhl sitzt und er vor vor kniet … aber auf keinen Fall würde ich deine Lippen berühren …“

Das sonderbare Gefühl und der betörende Duft

Hannelore sah mich ernüchtert an, bevor sie vorsichtig fortfuhr: „Es muss ein sonderbares Gefühl für eine Frau sein … irgendwie schrecklich peinlich … was macht es für den Mann so interessant? Das wirst du mir doch sagen können?“

„Es ist der Duft, der den Mann betört, wenn er von den Röcken bedeckt wird, eine Mischung aus dem Geruch weiblicher Haut, dem sinnlichen ‚Odor di femina‘ und dem Duft des Parfüms, das sie in ihrer Wäscheschublade versprüht.“

„Und das weißt du woher?“

„Ich kannte schon ein paar Frauen in meinem Leben.“

„Und du hast sie wirklich … dort geküsst?“

Ich schwieg eine Weile, bevor ich ihr antwortete: „Nicht alle Frauen mögen, wenn man auf diese Weise mit ihnen intim wird. Aber es ist die größte sinnliche Nähe, die ein Mann zu einer Frau aufbauen kann – und umgekehrt.“

Hannelore sah mich verächtlich an, so wie man einen Hund ansieht, der gerade am Kot eines anderen Hundes geschnüffelt hat. Dann sagte sie: „Wie kann eine Frau nur jemanden auf den Mund küssen, der zuvor …“

Nun, ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss … wohin auch immer. Und des einen ekliger Schleim ist des anderen süßer Honig.
(1) Kapitelname aus "Weiberherrschaft" - in deutsch antiquarisch im Original erhältlich, sonst meist zensiert.
(2) Gemeint war das Sekret der Paraurethraldrüse.

Etwas ging schief – Geschichten über peinlichen Sex

Für wen ist es peinlich, wenn nicht alles wunschgemäß abläuft?
Unerwünschte Sex-Geschichten? Das sind einerseits Storys, die besser nicht an die Öffentlichkeit kommen, weil sie erotische und auch nicht-erotische Handlungen enthalten, die verpönt oder ungesetzlich sind.

Andererseits aber sind es auch Geschichten, in denen ein Misserfolg geschildert wird – oder mal ein bisschen drastischer: Da ging etwas in die Hose, bevor der Reißverschluss geöffnet wurde. Vor allem Männern ist ja alles peinlich, was mit der „nicht vollständigen Funktionstüchtigkeit“ ihrer Genitalien verbunden ist: Zu früh kommen, zu spät kommen, halb steif bleiben und auf „ihre“ Hilfe hoffen oder gar nicht erst „einen hochkriegen“.

Männern ist vieles peinlich - auch wenn sie es nicht sagen

Vor allem „Anfänger“ bekommen immer dann „einen Steifen“, wenn es gerade nicht passt. Morgens, wenn sie irgendwo zu Besuch sind – und die sich ausrechnet dann mit sich selbst vergnügen, wenn die Gastgeberin hereinkommt. Oder wenn die Hose wirklich eng sitzt, sich sein Penis unkontrollierbar hebt und die Dame des Hauses gerade in dem Moment hinsieht. Sollten beide schon zu den „Tatsachen des Lebens“ übergegangen sein, ist sehr peinlich, wenn das Blut in den Kopf steigt, statt in den Penis und der Mann ein Blackout hat statt eines Lustgewinns. Pech auch, wenn die Vorhaut zu eng ist und die Eichel nun mal absolut nicht darunter hervortreten will. Und da haben wir noch gar nicht über die Sauberkeit der Unterhosen und die Hygiene schlechthin angesprochen. Der über die Männer, die ihr Gemächt weniger stolz tragen und eher schamvoll und errötend ihr blütenweißes Unterhöschen abstreifen?

Frauen - Peinlichkeiten vor allem beim Oralverkehr

Für Frauen ist vor allem peinlich, wenn sie schon vorher übermäßig feucht sind oder der Typ unbedingt mit ihnen ins Bett will, sie aber gerade ihre Regel bekommen haben. Naja, und das alles bei ganz normalem Sex. Und bei Oralverkehr? Plötzlich aufkommende Panik oder Ekel, wenn sie es aktiv tut, Harndrang oder Schuldgefühle, wenn sie es passiv tut. Oder auch das, was man heute „squirting“ nennt – eine sehr große Menge Scheidenflüssigkeit tritt hervor und verteilt sich auf dem Laken – vor allem, wenn es in seinem Bett stattfindet. Und manchmal nehmen es auch Frauen nicht so genau mit der Körperpflege, was wieder manchen Männer durchaus gefallen könnte.

Sind peinliche Szenen unerwünscht?

Manchem (und mancher) ist sicherlich gar nichts peinlich. Aber der ganze normale Durchschnittsmensch wünscht sich, dass Scheidenflüssigkeit, Sperma und gelegentlich auch Urintropfen da bleiben, wo sie eigentlich hingehören.

In „rein erotischen“ Geschichten, die ja mehr oder weniger „zum Aufgeilen“ geschrieben werden, sind peinliche Szenen natürlich nicht erwünscht. Aber im richtigen Leben finden sie – vor allem zu Anfang – schon manchmal statt.

Tipp: Auch Männer fürchten sich manchmal vor Sex - und es ist ihnen peinlich

Einen Tipp für euch: Wenn ein Mann sehr unerfahren ist, hat er genau viel Angst vor Oralverkehr (Cunnilingus) wie eine unerfahrene Frau vor Fellatio. Übrigens sind auch Szenen zugleich amüsant und peinlich, in denen eine erfahrene Frau auf eine ältere männliche Jungfrau trifft. Zumal, wenn der Mann nicht zugeben mag, „es“ noch nie wirklich getan zu haben. Ihr ahnt, was wir meinen? Der Typ weiß vielleicht gerade noch, wo die anatomisch dafür vorgesehen Stelle ist, aber nicht, wie genau das „Harte ins Weiche“ kommt. Da helfen „Führungsqualität“ und Reitkünste … und damit lassen wir euch mal allein.

Bild: Anonyme Buchillustration

Thema: Alles zum realen Cunnilingus

Bevor du weiterliest: Der Cunnilingus ist kein abendfüllendes Thema. Aber er kommt in der „seriösen“ Literatur nur höchst bruchstückhaft vor, und deshalb lohnt es sich, einmal genau hinzuschauen, was dabei getan und erfühlt wird.

Zumeist beginnt so gut wie jede „Novizin“ und jeder „Novize“ in Sache Cunnilingus mit einem Teelöffel Scham und einem Esslöffel Abneigung. Das Gegengift heißt Neugierde, und deshalb könnte deine Heldin zum Beispiel versuchen, sich von einer erfahrenen Frau zum Cunnilingus verführen zu lassen. Manchmal will’s auch der Zufall: eine gemeinsame Übernachtung, eine laue Sommernacht, die Gelegenheit. Und außerdem könnte deine Heldin „endlich mal wieder“ Lust auf klitorale Orgasmen haben, die sich durch Cunnilingus auslösen lassen – einen Mann braucht deine Heldin dazu nicht.

Selbstverständlich kann der Beglücker aber auch ein Mann sein – entweder ein erfahrener Kenner der intimen Anatomie der Frau, oder aber ein gelehriger Jüngling, der zum ersten Mal an der Muschi nascht.

Wer erzählt?

Der Cunnilingus kann aus der Sicht der Beglückten oder des/der Schenkenden geschrieben werden. Beide Sichtweisen erfüllen nicht nur den Wunsch, deine Leser(innen) sexuell zu erregen, sondern können auch sehr lehrreich sein, dann das „Territorium“, auf dem wir uns befinden, ist weitgehend „unerforscht“, sogar bei Menschen, die ansonsten reichhaltige sexuelle Erfahrungen haben.

Grundsätze und Voraussetzungen

Anders als in einschlägigen pornografischen Filmen wäre zu bedenken, dass eine „Muschi“ nicht immer haarlos, frisch geduscht und bereits halb geöffnet ist, wenn das Vergnügen beginnt.

Wenn sich die Muschi aus dem Slip schält, kann sie dich durchaus als behaart erweisen. Zudem kann sich die Frau vor dem Cunnilingus in einem relativen Ruhezustand oder bereits in höchster Erregung befinden und sie kann (wenigstens zu Beginn) noch fast vollständig bekleidet sein.

Was hindert dich, einmal den realen Ablauf eines Cunnilingus zu schildern? Du tust damit ein gutes Werk, denn du erregst deine Leserinnen dabei nicht nur, sondern diese lernen etwas über wirklich intensive Lustgefühle. Es mag ein Anreiz für Frauen und sogar Männer sein, vor dieser lustvollen Form der Befriedigung nicht zurückzuschrecken, sondern die Schamgrenzen zu überwinden.

Ich will dir nicht vorenthalten, worauf es ankommt: eine absolut sinnliche, bildhafte Schilderung der Lust in der Realität und im Hirn deine Heldin, etwa so:

Unzählige Rinnen, Furchen und Täler durchzogen die Haut. Die großen hell braunen Schamlippen wölbten sich aus dem Flaum, waren am Übergang etwas rötlich. Sie umschlossen zwei rosarote Blättchen …


Wie du unschwer erkennen konntest, gab es in diesem Text noch gar keine sexuelle Handlung … und dennoch kann sich deine Leserin lebhaft vorstellen, was demnächst geschehen wird.

Für manche Menschen ist das Thema zu heikel

Freilich ist der Cunnilingus nicht jedermanns/jederfraus Sache. Viele Frauen weigern sich, intim geküsst zu werden, weil sie sich schämen oder ihre eigenen Körperreaktionen fürchten. Und viele Männer glauben, eine Vagina sei schrecklich schmutzig – was sie allerdings nicht daran hindert, ihren schutzlosen Penis hineinzuzwängen.

Doch gerade das ist das Interessante: deine Leserinnen werden neugierig, was deine Heldin empfindet – gleich, ob es das „erste Mal“ für sie ist oder nur das erste Mal mit einem neuen Partner / einer neuen Partnerin.

Ich kann dir nur viel Erfolg beim Schreiben wünschen - gleich, ob du den Cunnilingus im hetero- oder bisexuellen Bereich ansiedelst. Besonders interessant wird das Thema allerdings, wenn deine Heldin zwischen Frauen und Männern wechselt.

Relevanz für Leserinnen und Leser

Das Thema ist ein absoluter Renner nach Schulnoten - anhand der Bewertung von Sinnlich Schreiben, die auf einer wissenschaftlichen Basis beruht, kann das Thema als „mit sehr guter Relevanz" für Leserinnen und Leser bewertet werden., wobei die Unterschiede zwischen den Geschlechtern minimal sind.

Zitat aus: "Fuchsia", Frankreich 1981.