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Verführungen im erotischen Roman

Wer verführt hier wen?

Ob Roman, Essay, Novelle oder Short Story: Entweder die erotische Geschichte beginnt mit einer Verführung oder sie beinhaltet mindestens eine Verführung.

Da ergibt sich doch die Frage: Welche Verführungen gibt es eigentlich, wie spektakulär sind sie, und wie kann ich sie in Worte fassen?

Hetero-Verführungen und homosexuelle Verführungen

Verführungen unter Heterosexuellen sind generell nicht so spektakulär wie Verführungen zu homosexuellen Handlungen. Letztere interessieren auch ein allgemeines Publikum, besonders, wenn es sich um Bi-Kontakte handelt.

Hetero: Mann verführt Frau kontra Frau verführt Mann

„Mann verführt Frau gegen ihren anfänglichen Widerstand“ ist als Thema restlos ausgelutscht, findet aber immer wieder Liebhaber. Das konträre Thema scheitert oft an der Annahme, bei Männern müsste die Frau nur Strapse tragen und drei Worte flüstern, dann hätte sie den Mann schon im Bett. In einem Satz: Jede Verführung, die sofort und reibungslos klappt, ist entweder langweilig, oder bewusst so gewählt oder die reine Masturbationsvorlage.

Homosexuell: Frau verführt Frau oder Mann verführt Mann?

Klar – das Thema „Frau verführt Frau“ ist beliebter, ob unter lesbischen Frauen, unter Bi-neugierigen Frauen oder unter lesenden Männern. „Mann verführt Mann“ ist heikel, jedenfalls für Ihr Mainstream-Publikum. Abhilfe: Entweder romantisch verklären oder aber einen der Männer als Frau in die Geschichte einführen. (Transsexueller oder Transvestit, Sissy oder dergleichen).

„Alt verführt Jung“ gegen „Jung verführt Alt“

Üblich ist „Alter verführt Jugend“, aber das Thema ist schrecklich abgedroschen, vor allem in der Version „älterer Herr verführt junge Frau“. Spektakulärer ist es, wenn die ältere Frau den jüngeren Mann verführt. Noch interessanter: wenn die jüngere Person die ältere verführt.

Reich verführt Arm oder Arm verführt Reich?

Na klar, im „Groschenroman“ herrscht das Cinderella-Prinzip: Generöser, meist älterer Mann verführt jugendliche Naive. Oder reicher Gay verführt armen Hetero. Oder … oder … aber wie sieht es aus mit „Arm verführt Reich?“ Es darf ruhig ein wenig Berechnung dabei sein, wie im richtigen Leben.

Gruppen: Mehr Personen, mehr Probleme

„Paar verführt Mann“ ist ganz anders als „Paar verführt Frau“ und die jeweiligen Konterpartien, „Mann verführt Paar“ oder „Frau verführt Paar“ müssen schon ausgezeichnet aufgebaut sein, um sich interessant beschreiben zu lassen. Je größer die Gruppe, umso komplizierter wird die Beschreibung. Von erotischen „Herrenrunden“ und „Damenkränzchen“ sowie von allen anderen Orgien sollte man ganz die Finger lassen.

Mehr als eine Verführung? Geht das?

Wenn Sie sich die Literatur durchsehen, gib es zwei wesentliche Richtungen: Ein Paar, bei dem einer den anderen zu immer neuen Abenteuern verführt, und oder eine Person, die immer wieder neue Partner verführt. Selbstverständlich können Sie auch eine Antiheldin wählen, die immer wieder verführt wird.

Wer verführt wen zu was?

Nichts ist so langweilig wie eine Verführung zu „ganz normalem Sex“. Eine Hetero-Frau zu Bi-Abenteuern zu bringen, ist für das Lesepublikum wesentlich interessanter. Oder eine sehr bürgerliche Studentin zu einem BDSM-Rollenspiel zu überreden? Das gab es zwar gerade erst, aber bevor es den einschlägigen Bestseller gab, hat sich kaum jemand herangetraut. Das liegt einerseits daran, dass die Autorinnen zumeist nur darüber schreiben, was sie selbst näherungsweise nachvollziehen können. Und wenn sie’s nicht können dun auch sonst nicht viel drauf haben, dann „assimilieren“ sie irgendwelche Szenen aus dem Internet. Extreme Verführungsszenen werden selten beschrieben, so, als hätten die Autorinnen nie etwas von stofflichen und körperlichen „Fetischszenen“ gehört. Und was immer wieder fehlt: Wenn es keinen latenten „inneren Widerstand“ gäbe, würde sich niemand verführen lassen wollen.

Szenen der Verführung: Sie dürfen lang und widersprüchlich sein

Wie langweilig, wenn ihr Höschen so feucht ist, dass der Liebessaft schon durch den Rock schlägt, und sich sofort die berühmte Beule in den Jeans zeigt. Verführungen schreiten oft über viele Etappen mit unterschiedlichen Ergebnissen voran. Klar kann es mal sein, dass der ungeduldige, stark erigierte Penis schon aus der Hose fluppt, wenn sie „den Zipp öffnet.“ Aber das ist, mit Verlaub, auch dann keine Verführung, wenn sie zuvor auf dem harten Baumwollstoff herumgerubbelt hat. Viel interessanter ist eine Geschichte, in der die Frau erst das ganze Feuerwerk ihrer Künste abbrennen muss, bevor der Mann bereits ist … physisch wie psychisch. Entsprechen ergeht es vielleicht ihrem Helden, der unendlich lange versucht, der Damen „Lust auf Lust“ zu machen, bis diese schließlich sagt: „Worauf wartest du eigentlich noch?“

Und wie verführen?

Verführungen sind Kompositionen aus Gesten, Worten, Berührungen und Umgebungsvariablen. Je nachdem, wie und wo die Verführung stattfindet, und wie intensiv die Person agiert, die als Verführer(in) vorgesehen ist, können Gesten, Worte oder Umgebung dominieren. Die Berührungen sind letztendlich lediglich Handlungsabläufe, die nicht zu sehr in den Vordergrund gestellt werden sollten. Gemeinhin bevorzugen Verführer die „AIDA“-Formel: Aufmerksamkeit, Interesse, Verlangen (Desire), Aktion. Das können sie recht lange ausbauen. Andere Formeln eignen sich weniger. Zwischen Interesse und Verlangen, aber auch zwischen Verlangen und Aktion können noch retardierende Momente eingebaut werden. Meist tritt zwischen Interesse und Verlangen noch eine Phase auf, in der die psychischen und physischen Konditionen abgeklärt werden, teils spielerisch, teils sehr konkret (Kondome? Wie wirst du über mich denken, wenn …? Wie würde ich mich hernach fühlen, falls ...?). Zwischen Verlangen und Aktion sind es dann die „letzten Zweifel“, die insbesondere seitens der/des Verführten eingebracht werden. Falls Sie aus der Sicht des Verführers / der Verführerin schreiben, können Sie ebenfalls letzte Skrupel oder Befürchtungen einbauen, ob sie lustvoll/potent/skrupellos genug sind, um die Verführung zu vollenden.

„Stille Verführungen“ ohne Dialoge kommen vor, sind aber äußerst schwierig darzustellen, weil Sie dann alle physischen Prozesse, aufkommende Gefühle und ins Leere gehende Gedanken beschreiben müssen.

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Schämen, Schamangst und Schamlust in der Erotik

Sich schämen - oder die Lust, sich zu schämen?

Die Wissenschaft mag viele erforscht haben, aber in einem sind Sie als Autorin/Autor selbst gefordert: beim Schämen.

Dabei ist das Schämen durchaus beschreibbar, geht es doch mit körperlichen Merkmalen einher. Da wäre einmal das sanfte, leichte, kaum merkliche Erröten, das nahezu beliebig gesteigert erden kann, so lange, bis jemand „puterrot“ wird.

Dann ist da das Herz, das zwar nach außen niemals „hörbar“ schlägt, aber nach innen gewandt eben merkwürdige Gefühle auslöst. Und da wäre noch der Schweiß, der plötzlich ausbricht, nicht zu vergessen der Drang, nach einer Bloßstellung plötzlich urinieren zu müssen. Vergessen Sie bitte auch nicht die Knie, die „weich werden“, wenn jemand vor Scham befangen ist. Ziemlich abgeschmackt, aber dennoch sprachlich wirksam ist das „Senken des Blicks“ und die damit verbundene Demutshaltung.

Was ich hier beschrieben habe, ist vor allem diejenige Form der Scham, die sich spontan zeigt, und die sich vor allem in sichtbaren körperlichen Veränderungen oder deutlich erkennbaren Verhaltensänderungen zeigt. Daneben existiert noch die Form der echten, tief empfundenen Scham, die eng mit der Reue zusammenhängt, und die nahezu ausschließlich in „inneren Dialogen“ ausgetragen wird. Hinzu kommt aber noch das Spiel der Schamhaftigkeit, das insbesondere bei den Flirts junger Frauen eine Rolle spielt.

Schamangst und Schamlust sind die beiden wesentlichen Komponenten für die Autorinnen, die das „Gefühl der Scham“ lustvoll in ihre Erzählungen einbinden wollen.

Auf dem Gebiet der Sexualität liegt, wie viele vermuten, die Furcht, etwas zu wagen, nahe bei der Lust, dasselbe zu genießen. Zahllose Romane und Erzählungen spielen mit diesem Dualismus, und gäbe es ihn nicht, so würden erotische Romane wesentlich fader und oberflächlicher werden, als sie es ohnehin schon sind.

Oh ja, „es gehört aber viel Geist dazu, immer das richtige Maß an Schamgefühl zu zeigen“, sagt Stendahl. Und natürlich gehört ebenso viel Geist der Autorin dazu, die Schamhaftigkeit im erotischen Roman richtig zu dosieren. Vielleicht hilft Ihnen dabei eine weitere Behauptung Stendahls:

Feinfühlige Frauen, die noch nicht mehrere Liebhaber gehabt haben, hindert die Schamhaftigkeit, sich ungezwungen zu geben … weil sie mit Gewalt natürlich sein wollen, geht ihnen die Natürlichkeit verloren.


Hier spricht Stendahl also über die Schamhaftigkeit als einem Element, das insbesondere Frauen dazu treibt, sich zu verkünsteln. Dazu gehört im modernen Leben vor allem die Unfähigkeit, über die eigene Wollst zu sprechen dun sie „an den Mann zu bringen“. Das heißt, Ihre weibliche Figur wird vielleicht deshalb nicht verführt, weil sie versucht, sich allzu „anständig“ zu verhalten.

Sie merken schon: Da liegt eine Menge Potenzial brach. Sie können wirklich mehr aus der echten und gespielten Schamhaftigkeit machen, als derzeit am Markt an Literatur zu finden ist. Denn sieht man sich die Literatur an, so geht es viel zu oft um „schamhafte“ junge Frauen, die sich ihrem Liebhaber nicht nackt zeigen wollen. Wäre es da nicht angebrachter, die beiden Widersacher „Schamangst und Schamlust“ in ein elegantes, frivoles Spiel einzubringen, das den Charme der Verführung einschließt?

Was meinen Sie?

Wagst du es, über Strap-on-Sex zu schreiben?

Interessanter als der Anblick sind die Gefühle
In der Theorie ist’s ganz einfach: Deine weibliche Figur muss mutig, abenteuerlustig und ein klein wenig frivol sein. Sie kann auch ruhig ein bisschen zornig darüber sein, dass ihre Lover ständig ihren Hintereingang nutzen wollen. Dann wäre das Thema: Revanche. Oder: Gleichheit.

Was technisch passiert, ist auch klar: Deine Heldin weiß, wie man mit einem Strap-on-Geschirr umgeht. Wenn du es nicht wissen solltest: Das ist ein Ledergeschirr zum Umschnallen, an dessen Ende sich ein Dildo befindet. Und sie hat gewisse Erfahrungen, wie sie mit den Rosetten der Männer umgehen muss, damit der Abend nicht im Krankenhaus endet. Das Geschirr dient dazu, mit dem Dildo Stöße ausführen zu können, ähnlich wie sie ein Mann bei einer Frau ausübt. Nur, dass wir Frauen nicht so gut darin sind. Je sportlicher deine Heldin ist, umso besser wird sie durchhalten, denn die Sache strengt an.

Vorsicht vor Pornos als Inspiration

Das Genre ist total mit Pornos verseucht, und das kann zur Gefahr für Autorinnen werden. Denn wenn du selbst keine Erfahrung hast, dann beziehst du den anschaulichen Teil ja gerne aus Sex-Geschichten oder gar aus Porno-Filmen. Ich sag dir deswegen mal, was ablaufen muss (oder sollte) und was nicht.

Das Strap-on-Geschirr muss sein, aber du solltest deine Heldin erst mal „händisch“ am Hintereingang werkeln lassen. Zu Anfang fühlt sich’s für den Mann genau so an wie für die Frau. Später ändern sich die Gefühle etwas. Und ja, sie darf dabei Handschuhe tragen. Das bringt dir ein paar Zeilen, in denen du die Gedanken diener Figur dazu ausführlich vortragen kannst.

Was sein muss und was nicht

Jede Menge Geleitmittel muss sein – und das Einbringen oder Aufbringen allein kann mehrere Absätze füllen.

Das Geschirr auf dem nackten Körper zu befestigen, stammt aus Pornos oder Puffbesuchen der Männer. Deine Heldin kann es zu schicken Dessous, großmütterlicher Wäsche oder sogar zu Jeans überstreifen.

Nur, wenn es dir um die totale Erniedrigung geht, solltest du darstellen, wie der Held deiner Geschichte den Dildo einspeichelt. Auf keinen Fall darfst du das „hinterher“ schildern – das schreckt normale Leserinnen zu sehr ab.

Je "normaler" der Anfang, umso spannender die Entwicklung

Versuche am besten, alles wie eine „ganz normale“ Liebesgeschichte zu beginnen: Er ist neugierig, sie abenteuerlustig und ein bisschen „durchtrieben“. Das reicht für den Anfang. Am besten schilderst du es so, als sei „er“ auf JEDE Wendung gefasst, nur nicht auf DIESE. Wahrscheinlich bekommt er ein bisschen Angst, wenn sie ihn anal verführen will, und hier hast du eine tolle Möglichkeit, die „Wechselbäder der Gefühle“ zu schildern. Die Formel dafür ist: Abscheu – Erniedrigung – Überraschung – Lust – Ermattung. Aber natürlich kannst du auch andere Formeln verwenden, zum Beispiel: Neugierde – Unterwerfung – Schmerz – Gewöhnung - Lust. Die Lust hat viele Namen, aber der Mann spürt sie nicht sofort, sondern erst, wenn der richtig geformte Dildo auf seine Prostata stößt. Manche Männer schreien dann vor Schmerz, andere bekommen eine eigenartige Lust dabei, und manche einen „trockenen“ Orgasmus. Ich sage mal: Damit würde ich nicht unbedingt rechnen. Wenn diene Heldin einen neuen Lover hat, für den’s das erste Mal ist, dann ist er in Kopf und Körper hinterher völlig durchgedreht.

Gefühle und Orgasmen?

Wenn du dich fragst: „Was hat meine Heldin davon?“, dann folgst du am besten dem Revanche- oder Machtgedanken. Denk dran, dass Strap-on-Sex selbst dann noch erniedrigend für einen Mann ist, wenn er Lust dabei empfindet. In der Werbung für Strap-on-Sex-Produkte kannst du manchmal lesen, dass auch die Frau davon Lust bekommt. Du kannst es ausprobieren, aber ich glaube es eher nicht. Für deine Story ist es ganz und gar nicht wichtig. Interessanter sind die Dialoge, die meist „schmutzig“ sind – und da kannst du wirklich mal ganz tief in die Kiste greifen.

Oftmals wir gefragt, was denn mit dem Penis passiert, während der Mann von der Frau „bedient“ wird, und ob der Mann einen Orgasmus bekommt, wenn er so behandelt wird. Ich glaube diesmal nicht, dass du dich in deiner Story in diesem Punkt an die Realität halten musst. Es ist viel interessanter, den Triumph deiner Heldin zu schildern, wenn er völlig ausgelaugt auf dem Teppich liegt und nach Atem ringt, während seine Gefühle sichtbar Achterbahn spielen. Es gibt ja auch noch ein „Hinterher“, und vielleicht gönnst du ihm dann eine etwas gewöhnlichere Lustbefriedigung.

Je nachdem, wie extrem du schreiben willst und wie exotisch, fetischistisch oder frivol deine Geschichte werden soll, kannst du Varianten verwenden, etwa die, dass der Mann weibliche Dessous tragen muss, oder dass er schon zuvor etwas „diszipliniert“ werden musste. Es gibt mehr Varianten, doch will ich sie hier nicht alle schildern, weil sie wirklich sehr frivol sind.

Mehr Informationen über die auch "Pegging" genannte Praxis.

Warum Sie Ihr „Inneres Kind“ spielen lassen sollten

Psychologie beim Schreiben - ganz einfach
In der Schule lernen wir zumeist, ganz und gar rational zu denken, und so lernen wir auch das „richtige“ Schreiben. Das heißt, wir versuchen, mit unserer Intelligenz kreativ zu sein. Wir schreiben „narrativ“ und denken dabei, dass ein Erwachsener eben so schreiben sollte. Im Internet steht so viel über das narrative Schreiben, dass Sie möglicherweise auf die Idee kommen, es sie die einzige Möglichkeit, eine gute Geschichte (einen guten Roman) zu schreiben.

Man kann, stark vereinfacht, auch sagen, hier schreibe ihr nüchterner Verstand, der mit etwas Kreativität angereichert wurde. Oder mit Eric Berne: Sie schreiben aus dem „Erwachsenen-Ich“ heraus.

Selbstverständlich ist das nicht die einzige Möglichkeit, eine gute Geschichte zu schreiben. Und im Bereich der Gefühle, der Sinnlichkeit oder gar der Erotik ist das narrative Schreiben für den Autor eher hinderlich, während es für die Leser eher öde und starr wirkt.

Eric Berne hat uns gelehrt, dass wir unser „inneres Kind“ spielen lassen sollen, denn je besser unser Kontakt zu diesem „Inneren Kind“ ist, umso eher können wir uns echten Gefühlen nähern. Das frei, wilde, natürliche Kind ist neugierig und liebt es, Situationen herbeizuträumen. Und was will die Leserin von erotischen Büchern? Richtig, sie will, dass ihr neugieriges „inneres Kind“ wieder spielt – diesmal allerdings die „Spiele der Erwachsenen“.

In dem Bereich, der gerade aktuell ist, also Themen, die mit Unterwerfung und Dominanz spielen, ist das „innere Kind“ oft angepasst, kann aber auch trotzig und rebellisch werden.

Wer erotische Geschichten schreibt, wird sofort die Möglichkeiten erkennen, die sich daraus ergeben. Statten Sie Ihre Figur mit Neugierde und intensiven Sehnsüchten aus, gleich, ob es sich um eine junge Studentin oder eine gestandene Managerin handelt.

Der beste Weg, dieses Konzept zu realisieren, sind Dialoge. Sie könnten sowohl interne Dialoge“ zwischen ihrem „inneren Kind“ uns sich selbst wie auch reale Dialoge nutzen, in denen die von Eric Berne gefundene Struktur erkennbar wird.

Fragen Sie mich, wenn Sie wissen wollen, wie es funktioniert, wenn Sie Dialoge überarbeiten lassen wollen oder wenn Sie Fragen haben. Oder lesen Sie bei Eric Berne oder Vera F. Birkenbihl nach, in welcher Weise das Bernsche Prinzip wirkt.

Ebenfallls von mir: Mehr Hintergründe zum "Inneren Kind" für Liebende und Partnersuchende.

Gebhard Roese, Autor, Schriftsteller und langjähriger Dozent für Kommunikation, schrieb dazu auch:

Ein sinnlich philosophischer Gedanke für Autorinnen.
Wer schreibt da eigentlich "in uns"?
Welches ICH setzt der Schriftsteller ein?
Vereinfachte erotische Dialoge nach Eric Berne.

Werde ich meine Geschichte jemals zu Ende schreiben?

Manchen Autorinnen fehlen Ideen – Ihnen kann diese Webpräsenz helfen. Anderen fehlen Fähigkeiten – und bei ihnen frage ich mich, ob sie überhaupt schreiben sollten. Aber manchmal fehlt einfach die Ausdauer, etwas zu Ende zu bringen – sehr schade. Und so verfallen einige Tausend erotische Geschichten (und nicht nur Sie) dem Papierkorb. Das geht dann so:

1. Sie haben eine tolle Idee.
2. Sie sind fasziniert davon.
3. Sie hacken wie verrückt auf die Tastatur ein.
4. Sie werden unterbrochen. Der Paketbote. Der Ehemann/die Ehefrau. Die Zeugen Jehovas.
5. Irgendwann juckt Sie’s dann doch, die Geschichte zu Ende zu schreiben. Wo hatten Sie die noch abgelegt?
6. Sie finden sie wieder, lese sie. Mein Gott, was für einen Blödsinn habe ich geschrieben, denken Sie.
7. Sie beginnen, das Geschriebenen zu korrigieren, und je weiter sie damit kommen, umso unsicherer werden Sie.
8. Sie fragen sich: „Ist meine Idee wirklich so gut? Und die Story?“
9. Der schleichende Fortschritt nervt Sie. Weg mit dem Scheiß!
10. Sie haben eine neue, brillante Idee. Der reine Wahnsinn!
11. Ihre flinken Finger gleiten nur so über die Tastatur.
12. Weiter mit Punkt vier und Endlosschleife bilden.

Oh, oh, und was machen wir nun dagegen? Jede konservative Schreibschule hätte dafür eine ihrer gloriosen Ideen, das verspreche ich Ihnen. Aber was tun sie, wenn Sie, wenn Sie keine Schreibschule besuchen wollen oder sie misstrauisch gegenüber "schulmäßigem" Handeln sind?

Es gibt einfache Lösungen. Zum Beispiel, die Schreibzeiten in Abschnitte zu verlegen, in denen niemand stört, oder in denen Sie dir Störer (Telefone, Klingeln) einfach abschalten. Und, ganz wichtig ist, kürzer zu schreiben. Reihen sie Episode an Episode, sparen Sie die Teile aus (Gefühlswallungen, Dialoge) die Sie gerade nicht in den Griff Bekommen. Ihre Geschichte im Bereich des kreativen Schreibens lebt davon, dass Ihre Figuren „aus sich selbst heraus“ Leben, Handeln und Fühlen. Das kriegen Sie nur dann hin, wenn Sie an der Figur und deren Wünschen „dran bleiben“.

Mach es einfach - sag es kurz

Hier noch ein paar Tipps zum Thema "Make it Simple"

- Stehen Sie zu Ihrer Idee und lassen Sie sich niemals entmutigen.
- Schreiben Sie kurze, prägnante Episoden oder teilen Sie eine komplexe Handlung in Episoden auf.
- Setzen Sie einen „Füller“ in Textstellen, die Sie später erweitern wollen. Das können Dialoge, nachdenkliche Textstellen, ausführliche Recherchen oder erotische Aktivitäten sein, für deren Beschreibung Sie mehr Zeit benötigen.
- Bilden Sie häufig kurze Sätze, vor allem in Dialogen.

Figuren entwickeln oder Handlungen entwickeln?

In modernen Schreibschulen heißt die von mir favorisierte Methode oftmals „Die Geschichte aus der Figur heraus entwickeln“ – das bedeutet: Sie wissen nicht genau, was Ihre Figur wirklich tun wird, weil Sie sich selbst erst nach und nach emotional (und erotisch!) in sie hineinversetzen. Die bekanntere Alternativmethode besteht ja bekanntlich darin, die Geschichte aus den Handlungssträngen heraus aufzubauen, wie wir es alle in der Schule gelernt haben.

Allerdings bringt die Methode, die Ideen genau zu strukturieren, oftmals langweilige, emotionslose erotische Geschichten hervor. Ein anderes Problem besteht darin, dass „sexuelle Ereignisse“ in solche einem „Plot“ oftmals zu wichtig genommen werden. Dadurch entsteht häufig der Eindruck, Sex würde „abgewickelt“, und die Emotionen würden nur als Beiwerk angehängt.

Ich wünsche Ihnen viel Glück, Geduld und Geschick bei der Umsetzung Ihrer Ideen.