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Dialoge in erotischen Geschichten und anderwärts

Schlechter Dialog? Sie sehen doch, ich lerne noch!

„Wir man Dialoge schreibt“ ist eine Erfindung spitznasiger Deutschlehrer und naseweiser Lektoren. In Wahrheit existiert keine Anweisung dazu. Auf der Grundschule lernen wir den Gebrauch der wörtlichen Rede, und man lehrt und, wie wir unsere Schulaufsätze damit erleuchten können. Tatsächlich lernen wir gar nichts außer Zeichensetzung dabei, und auch unsere Schulaufsätze werden damit nicht erhellt, sondern verunstaltet.

Sehen wir uns einmal an, was wirklich geschieht, wenn wir einen Dialog führen:

1. Unsere Sätze kommen „in Kladde“ aus uns heraus, teils unvollständig, teils grammatikalisch fehlerhaft, teils stockend. Manchmal überhöhen wir das, was wir eigentlich sagen wollten, manchmal vulgarisieren wir es.
2. Menschliche Kommunikation folgt Regeln, aber nicht den Regeln, die wir in der Schule lernen. Daraus ergibt sich eine unglaubwürdige Kommunikation, die wir überall in der Literatur wiederfinden können.
3. Kommunikation ist mehr als Sprache, sie ist in Wahrheit „Verhalten“. Das heißt: Wir kommunizieren auch dann, wenn wir vorgeben, nicht zu kommunizieren.
4. Unsere Körpersprache sagt mehr als unsere Worte. Unser Augen sprechen mit, und selbstverständlich spielt auch der Tonfall eine Rolle.
5. Viele der Dialoge, die wir in der Literatur vorfinden, wirken konstruiert, weil sie „an einem roten Faden“ entlang aufgebaut werden. Das ist lebensfremd. Wir können nicht erwarten, dass Gesprächspartner exakt auf unsere Frage antworten. Im Dialog weichen Menschen aus, antworten auf etwas, das wir gar nicht fragten, werden sprachlos.
6. In Deutschland so gut wie unbekannt ist die Umsetzung von Gedanken in Worte, die erhebliche Tücken hat. Was nützt es uns, wenn wir nur Sätze schreiben, aber nie darüber, wie sie aus uns „herausgerutscht“ sind und was wir eigentlich meinten?
7. Auch die Rückübersetzung hat ihre Tücken. Woher wollen Sie im wirklichen Leben wissen, dass sie „wirklich“ verstanden wurden? Gehen Sie im Roman einfach davon aus, dass Ihre Figuren einander verstehen? Oder dass Ihre Leserschaft versteht, worüber Ihre Figuren reden?

Vielleicht erkennen Sie jetzt, warum sogar Bestseller-Autorinnen keine brauchbaren Dialoge schmieden können, zumal dann nicht, wenn dabei die Gefühle wogen.

In diesem Artikel bin ich nicht explizit auf erotische Dialoge eingegangen. Das ist auch gar nicht nötig, denn hier soll nur ein Dilemma aufgezeigt werden, das sich von der Grundschule bis in angeblich „hochwertige“ literarische Elaborate fortsetzt: Die Sprachlosigkeit, sobald es um Dialoge geht.

Foto: Historisch, montiert und nachkoloriert.

Verführungen im erotischen Roman

Wer verführt hier wen?

Ob Roman, Essay, Novelle oder Short Story: Entweder die erotische Geschichte beginnt mit einer Verführung oder sie beinhaltet mindestens eine Verführung.

Da ergibt sich doch die Frage: Welche Verführungen gibt es eigentlich, wie spektakulär sind sie, und wie kann ich sie in Worte fassen?

Hetero-Verführungen und homosexuelle Verführungen

Verführungen unter Heterosexuellen sind generell nicht so spektakulär wie Verführungen zu homosexuellen Handlungen. Letztere interessieren auch ein allgemeines Publikum, besonders, wenn es sich um Bi-Kontakte handelt.

Hetero: Mann verführt Frau kontra Frau verführt Mann

„Mann verführt Frau gegen ihren anfänglichen Widerstand“ ist als Thema restlos ausgelutscht, findet aber immer wieder Liebhaber. Das konträre Thema scheitert oft an der Annahme, bei Männern müsste die Frau nur Strapse tragen und drei Worte flüstern, dann hätte sie den Mann schon im Bett. In einem Satz: Jede Verführung, die sofort und reibungslos klappt, ist entweder langweilig, oder bewusst so gewählt oder die reine Masturbationsvorlage.

Homosexuell: Frau verführt Frau oder Mann verführt Mann?

Klar – das Thema „Frau verführt Frau“ ist beliebter, ob unter lesbischen Frauen, unter Bi-neugierigen Frauen oder unter lesenden Männern. „Mann verführt Mann“ ist heikel, jedenfalls für Ihr Mainstream-Publikum. Abhilfe: Entweder romantisch verklären oder aber einen der Männer als Frau in die Geschichte einführen. (Transsexueller oder Transvestit, Sissy oder dergleichen).

„Alt verführt Jung“ gegen „Jung verführt Alt“

Üblich ist „Alter verführt Jugend“, aber das Thema ist schrecklich abgedroschen, vor allem in der Version „älterer Herr verführt junge Frau“. Spektakulärer ist es, wenn die ältere Frau den jüngeren Mann verführt. Noch interessanter: wenn die jüngere Person die ältere verführt.

Reich verführt Arm oder Arm verführt Reich?

Na klar, im „Groschenroman“ herrscht das Cinderella-Prinzip: Generöser, meist älterer Mann verführt jugendliche Naive. Oder reicher Gay verführt armen Hetero. Oder … oder … aber wie sieht es aus mit „Arm verführt Reich?“ Es darf ruhig ein wenig Berechnung dabei sein, wie im richtigen Leben.

Gruppen: Mehr Personen, mehr Probleme

„Paar verführt Mann“ ist ganz anders als „Paar verführt Frau“ und die jeweiligen Konterpartien, „Mann verführt Paar“ oder „Frau verführt Paar“ müssen schon ausgezeichnet aufgebaut sein, um sich interessant beschreiben zu lassen. Je größer die Gruppe, umso komplizierter wird die Beschreibung. Von erotischen „Herrenrunden“ und „Damenkränzchen“ sowie von allen anderen Orgien sollte man ganz die Finger lassen.

Mehr als eine Verführung? Geht das?

Wenn Sie sich die Literatur durchsehen, gib es zwei wesentliche Richtungen: Ein Paar, bei dem einer den anderen zu immer neuen Abenteuern verführt, und oder eine Person, die immer wieder neue Partner verführt. Selbstverständlich können Sie auch eine Antiheldin wählen, die immer wieder verführt wird.

Wer verführt wen zu was?

Nichts ist so langweilig wie eine Verführung zu „ganz normalem Sex“. Eine Hetero-Frau zu Bi-Abenteuern zu bringen, ist für das Lesepublikum wesentlich interessanter. Oder eine sehr bürgerliche Studentin zu einem BDSM-Rollenspiel zu überreden? Das gab es zwar gerade erst, aber bevor es den einschlägigen Bestseller gab, hat sich kaum jemand herangetraut. Das liegt einerseits daran, dass die Autorinnen zumeist nur darüber schreiben, was sie selbst näherungsweise nachvollziehen können. Und wenn sie’s nicht können dun auch sonst nicht viel drauf haben, dann „assimilieren“ sie irgendwelche Szenen aus dem Internet. Extreme Verführungsszenen werden selten beschrieben, so, als hätten die Autorinnen nie etwas von stofflichen und körperlichen „Fetischszenen“ gehört. Und was immer wieder fehlt: Wenn es keinen latenten „inneren Widerstand“ gäbe, würde sich niemand verführen lassen wollen.

Szenen der Verführung: Sie dürfen lang und widersprüchlich sein

Wie langweilig, wenn ihr Höschen so feucht ist, dass der Liebessaft schon durch den Rock schlägt, und sich sofort die berühmte Beule in den Jeans zeigt. Verführungen schreiten oft über viele Etappen mit unterschiedlichen Ergebnissen voran. Klar kann es mal sein, dass der ungeduldige, stark erigierte Penis schon aus der Hose fluppt, wenn sie „den Zipp öffnet.“ Aber das ist, mit Verlaub, auch dann keine Verführung, wenn sie zuvor auf dem harten Baumwollstoff herumgerubbelt hat. Viel interessanter ist eine Geschichte, in der die Frau erst das ganze Feuerwerk ihrer Künste abbrennen muss, bevor der Mann bereits ist … physisch wie psychisch. Entsprechen ergeht es vielleicht ihrem Helden, der unendlich lange versucht, der Damen „Lust auf Lust“ zu machen, bis diese schließlich sagt: „Worauf wartest du eigentlich noch?“

Und wie verführen?

Verführungen sind Kompositionen aus Gesten, Worten, Berührungen und Umgebungsvariablen. Je nachdem, wie und wo die Verführung stattfindet, und wie intensiv die Person agiert, die als Verführer(in) vorgesehen ist, können Gesten, Worte oder Umgebung dominieren. Die Berührungen sind letztendlich lediglich Handlungsabläufe, die nicht zu sehr in den Vordergrund gestellt werden sollten. Gemeinhin bevorzugen Verführer die „AIDA“-Formel: Aufmerksamkeit, Interesse, Verlangen (Desire), Aktion. Das können sie recht lange ausbauen. Andere Formeln eignen sich weniger. Zwischen Interesse und Verlangen, aber auch zwischen Verlangen und Aktion können noch retardierende Momente eingebaut werden. Meist tritt zwischen Interesse und Verlangen noch eine Phase auf, in der die psychischen und physischen Konditionen abgeklärt werden, teils spielerisch, teils sehr konkret (Kondome? Wie wirst du über mich denken, wenn …? Wie würde ich mich hernach fühlen, falls ...?). Zwischen Verlangen und Aktion sind es dann die „letzten Zweifel“, die insbesondere seitens der/des Verführten eingebracht werden. Falls Sie aus der Sicht des Verführers / der Verführerin schreiben, können Sie ebenfalls letzte Skrupel oder Befürchtungen einbauen, ob sie lustvoll/potent/skrupellos genug sind, um die Verführung zu vollenden.

„Stille Verführungen“ ohne Dialoge kommen vor, sind aber äußerst schwierig darzustellen, weil Sie dann alle physischen Prozesse, aufkommende Gefühle und ins Leere gehende Gedanken beschreiben müssen.

Sie wollen mehr, viel mehr?

Stellen Sie Fragen – wir beantworten sie.

Schämen, Schamangst und Schamlust in der Erotik

Sich schämen - oder die Lust, sich zu schämen?

Die Wissenschaft mag viele erforscht haben, aber in einem sind Sie als Autorin/Autor selbst gefordert: beim Schämen.

Dabei ist das Schämen durchaus beschreibbar, geht es doch mit körperlichen Merkmalen einher. Da wäre einmal das sanfte, leichte, kaum merkliche Erröten, das nahezu beliebig gesteigert erden kann, so lange, bis jemand „puterrot“ wird.

Dann ist da das Herz, das zwar nach außen niemals „hörbar“ schlägt, aber nach innen gewandt eben merkwürdige Gefühle auslöst. Und da wäre noch der Schweiß, der plötzlich ausbricht, nicht zu vergessen der Drang, nach einer Bloßstellung plötzlich urinieren zu müssen. Vergessen Sie bitte auch nicht die Knie, die „weich werden“, wenn jemand vor Scham befangen ist. Ziemlich abgeschmackt, aber dennoch sprachlich wirksam ist das „Senken des Blicks“ und die damit verbundene Demutshaltung.

Was ich hier beschrieben habe, ist vor allem diejenige Form der Scham, die sich spontan zeigt, und die sich vor allem in sichtbaren körperlichen Veränderungen oder deutlich erkennbaren Verhaltensänderungen zeigt. Daneben existiert noch die Form der echten, tief empfundenen Scham, die eng mit der Reue zusammenhängt, und die nahezu ausschließlich in „inneren Dialogen“ ausgetragen wird. Hinzu kommt aber noch das Spiel der Schamhaftigkeit, das insbesondere bei den Flirts junger Frauen eine Rolle spielt.

Schamangst und Schamlust sind die beiden wesentlichen Komponenten für die Autorinnen, die das „Gefühl der Scham“ lustvoll in ihre Erzählungen einbinden wollen.

Auf dem Gebiet der Sexualität liegt, wie viele vermuten, die Furcht, etwas zu wagen, nahe bei der Lust, dasselbe zu genießen. Zahllose Romane und Erzählungen spielen mit diesem Dualismus, und gäbe es ihn nicht, so würden erotische Romane wesentlich fader und oberflächlicher werden, als sie es ohnehin schon sind.

Oh ja, „es gehört aber viel Geist dazu, immer das richtige Maß an Schamgefühl zu zeigen“, sagt Stendahl. Und natürlich gehört ebenso viel Geist der Autorin dazu, die Schamhaftigkeit im erotischen Roman richtig zu dosieren. Vielleicht hilft Ihnen dabei eine weitere Behauptung Stendahls:

Feinfühlige Frauen, die noch nicht mehrere Liebhaber gehabt haben, hindert die Schamhaftigkeit, sich ungezwungen zu geben … weil sie mit Gewalt natürlich sein wollen, geht ihnen die Natürlichkeit verloren.


Hier spricht Stendahl also über die Schamhaftigkeit als einem Element, das insbesondere Frauen dazu treibt, sich zu verkünsteln. Dazu gehört im modernen Leben vor allem die Unfähigkeit, über die eigene Wollst zu sprechen dun sie „an den Mann zu bringen“. Das heißt, Ihre weibliche Figur wird vielleicht deshalb nicht verführt, weil sie versucht, sich allzu „anständig“ zu verhalten.

Sie merken schon: Da liegt eine Menge Potenzial brach. Sie können wirklich mehr aus der echten und gespielten Schamhaftigkeit machen, als derzeit am Markt an Literatur zu finden ist. Denn sieht man sich die Literatur an, so geht es viel zu oft um „schamhafte“ junge Frauen, die sich ihrem Liebhaber nicht nackt zeigen wollen. Wäre es da nicht angebrachter, die beiden Widersacher „Schamangst und Schamlust“ in ein elegantes, frivoles Spiel einzubringen, das den Charme der Verführung einschließt?

Was meinen Sie?

Wagst du es, über Strap-on-Sex zu schreiben?

Interessanter als der Anblick sind die Gefühle
In der Theorie ist’s ganz einfach: Deine weibliche Figur muss mutig, abenteuerlustig und ein klein wenig frivol sein. Sie kann auch ruhig ein bisschen zornig darüber sein, dass ihre Lover ständig ihren Hintereingang nutzen wollen. Dann wäre das Thema: Revanche. Oder: Gleichheit.

Was technisch passiert, ist auch klar: Deine Heldin weiß, wie man mit einem Strap-on-Geschirr umgeht. Wenn du es nicht wissen solltest: Das ist ein Ledergeschirr zum Umschnallen, an dessen Ende sich ein Dildo befindet. Und sie hat gewisse Erfahrungen, wie sie mit den Rosetten der Männer umgehen muss, damit der Abend nicht im Krankenhaus endet. Das Geschirr dient dazu, mit dem Dildo Stöße ausführen zu können, ähnlich wie sie ein Mann bei einer Frau ausübt. Nur, dass wir Frauen nicht so gut darin sind. Je sportlicher deine Heldin ist, umso besser wird sie durchhalten, denn die Sache strengt an.

Vorsicht vor Pornos als Inspiration

Das Genre ist total mit Pornos verseucht, und das kann zur Gefahr für Autorinnen werden. Denn wenn du selbst keine Erfahrung hast, dann beziehst du den anschaulichen Teil ja gerne aus Sex-Geschichten oder gar aus Porno-Filmen. Ich sag dir deswegen mal, was ablaufen muss (oder sollte) und was nicht.

Das Strap-on-Geschirr muss sein, aber du solltest deine Heldin erst mal „händisch“ am Hintereingang werkeln lassen. Zu Anfang fühlt sich’s für den Mann genau so an wie für die Frau. Später ändern sich die Gefühle etwas. Und ja, sie darf dabei Handschuhe tragen. Das bringt dir ein paar Zeilen, in denen du die Gedanken diener Figur dazu ausführlich vortragen kannst.

Was sein muss und was nicht

Jede Menge Geleitmittel muss sein – und das Einbringen oder Aufbringen allein kann mehrere Absätze füllen.

Das Geschirr auf dem nackten Körper zu befestigen, stammt aus Pornos oder Puffbesuchen der Männer. Deine Heldin kann es zu schicken Dessous, großmütterlicher Wäsche oder sogar zu Jeans überstreifen.

Nur, wenn es dir um die totale Erniedrigung geht, solltest du darstellen, wie der Held deiner Geschichte den Dildo einspeichelt. Auf keinen Fall darfst du das „hinterher“ schildern – das schreckt normale Leserinnen zu sehr ab.

Je "normaler" der Anfang, umso spannender die Entwicklung

Versuche am besten, alles wie eine „ganz normale“ Liebesgeschichte zu beginnen: Er ist neugierig, sie abenteuerlustig und ein bisschen „durchtrieben“. Das reicht für den Anfang. Am besten schilderst du es so, als sei „er“ auf JEDE Wendung gefasst, nur nicht auf DIESE. Wahrscheinlich bekommt er ein bisschen Angst, wenn sie ihn anal verführen will, und hier hast du eine tolle Möglichkeit, die „Wechselbäder der Gefühle“ zu schildern. Die Formel dafür ist: Abscheu – Erniedrigung – Überraschung – Lust – Ermattung. Aber natürlich kannst du auch andere Formeln verwenden, zum Beispiel: Neugierde – Unterwerfung – Schmerz – Gewöhnung - Lust. Die Lust hat viele Namen, aber der Mann spürt sie nicht sofort, sondern erst, wenn der richtig geformte Dildo auf seine Prostata stößt. Manche Männer schreien dann vor Schmerz, andere bekommen eine eigenartige Lust dabei, und manche einen „trockenen“ Orgasmus. Ich sage mal: Damit würde ich nicht unbedingt rechnen. Wenn diene Heldin einen neuen Lover hat, für den’s das erste Mal ist, dann ist er in Kopf und Körper hinterher völlig durchgedreht.

Gefühle und Orgasmen?

Wenn du dich fragst: „Was hat meine Heldin davon?“, dann folgst du am besten dem Revanche- oder Machtgedanken. Denk dran, dass Strap-on-Sex selbst dann noch erniedrigend für einen Mann ist, wenn er Lust dabei empfindet. In der Werbung für Strap-on-Sex-Produkte kannst du manchmal lesen, dass auch die Frau davon Lust bekommt. Du kannst es ausprobieren, aber ich glaube es eher nicht. Für deine Story ist es ganz und gar nicht wichtig. Interessanter sind die Dialoge, die meist „schmutzig“ sind – und da kannst du wirklich mal ganz tief in die Kiste greifen.

Oftmals wir gefragt, was denn mit dem Penis passiert, während der Mann von der Frau „bedient“ wird, und ob der Mann einen Orgasmus bekommt, wenn er so behandelt wird. Ich glaube diesmal nicht, dass du dich in deiner Story in diesem Punkt an die Realität halten musst. Es ist viel interessanter, den Triumph deiner Heldin zu schildern, wenn er völlig ausgelaugt auf dem Teppich liegt und nach Atem ringt, während seine Gefühle sichtbar Achterbahn spielen. Es gibt ja auch noch ein „Hinterher“, und vielleicht gönnst du ihm dann eine etwas gewöhnlichere Lustbefriedigung.

Je nachdem, wie extrem du schreiben willst und wie exotisch, fetischistisch oder frivol deine Geschichte werden soll, kannst du Varianten verwenden, etwa die, dass der Mann weibliche Dessous tragen muss, oder dass er schon zuvor etwas „diszipliniert“ werden musste. Es gibt mehr Varianten, doch will ich sie hier nicht alle schildern, weil sie wirklich sehr frivol sind.

Mehr Informationen über die auch "Pegging" genannte Praxis.

Sex-Geschichten ohne Sex-Vokabular

Guter Sekt zum guten Ende

Kein Wort über Sex in einem erotischen Dialog – geht das? Wir beweisen es. Isidora hat den Text nach einer wahren Begebenheit verfasst. Wir suchen weitere sinnliche oder erotische Geschichten, in denen kein Wort über Sex oder Geschlechtsorgane steht.

Sie will ernst genommen werden, aber sie benimmt sich nicht so.
Sie will etwas sein. Etwas, das nicht einmal spielen kann.
Er kommt ihr näher. Sie riecht nach Vanille und Zimt.
Sie will etwas, aber sie sagt nicht, was es ist.
Vielleicht schämt sie sich.

„Und?“
„Und was?“
„Was kannst du gut?“
„Alles.“
„Dann lass dir etwas einfallen!“

Ihre wulstigen Lippen in unnatürlichem Rosa spitzen sich zu einem Kussmund. Ein ordinärer Anblick. Wer hat ihr nur geraten, sich wie eine Hure zu schminken?

„Stopp! Nicht auf den Mund küssen.“
Dieses falsche, naive Lächeln.
„Wie denn?“
„Du weißt es, ich weiß es.“
„Und du willst es hier und jetzt gleich?“
„Klar, was sonst.“
Ihr Gesicht verzieht sich.
„Willst du, dass ich mich ausziehe?“
„Besser, du ziehst dich nicht aus.“
Kein weiteres Zögern. Alles wie in einem Drehbuch.

Sie hatte Fähigkeiten, zweifellos.
Er kam heftiger, als er dachte – starke Entladung.

„Noch ein Glas Sekt zum Abschluss?“
„Willst du nicht in meinen Mund sehen?
„Nein, spül es mit dem Sekt runter.“
„Ist schon unten“
„Respekt!“
Beide tranken noch ein Glas Sekt. Schweigend, ohne einander anzusehen.
„Soll ich mal wiederkommen?“
„Warum fragst du?“
„Ob ich gut war.“
„Hast du doch gemerkt.“
„Und?“
„Ich hab‘ keine Ahnung, warum du das machst.“
„Kann dir doch egal sein. Ich will es. Reicht das nicht?“
„Nächsten Freitag, gleiche Zeit?“
„Gut, wie kann ich dich erreichen?“
„Gar nicht. Ich komme einfach.“
„Schon merkwürdig. Gründe?“
„Frag nicht.“
„Gut. Bis Freitag also.“

Er sieht ihr lange nach.

Er beschließt, einen besseren Sekt zu kaufen, wenn sie ihn das nächste Mal besucht. Austern werden auch nur mit dem feinsten Champagner serviert.