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Erotische Szenarien und Plots, die du vielleicht noch nicht kennst

Zehn neue, zumeist gar innovative Ideen für dich und deine erotische Geschichte - zusammengestellt nach neuen Erkenntnissen aus der Welt des erotischen Schreibens.

Die zehn Ideen für erotische Plots

1. Die Suche nach dem richtigen Weg …

Man sagt dazu auch „Reise und Rückkehr“. Deine Figur ist unzufrieden mit ihrem gegenwärtigen Zustand und versucht, durch neue Erfahrungen zu einem besseren (sinnlicheren) Leben zu gelangen. Das System ist einfach:
- Du brauchst einen Grund oder Umstand, das Risiko einzugehen.
- Irrungen, Wirrungen und Hindernisse, die überwunden werden müssen.
- Erfolg bei der Rückkehr (gelegentlich auch Versagen)
Das System ist bewährt – die einzelnen Stationen müssen aber interessant gestaltet werden. Jedes Mal entsteht ein Lerneffekt, der die Möglichkeiten der Sinneslust erweitert.

2. Das Opfer – die Figur opfert sich, um …

Normalerweise wird ein heldenhaftes Opfer erwartet, aber in der erotischen Literatur wird daraus ein „Wiedergeburtsplot“. Das heißt, dadurch, dass sich jemand „opfert“, wird er/sie „geläutert“ und findet die wahre Bestimmung. Man sagt dazu auch eine „Feuertaufe“. Die Leserin muss davon überzeugt sein, dass deine Figur wirklich ein „Opfer“ eingeht. Sie muss dabei sinngemäß „alle Brücken hinter sich abbrechen“ und bewusst durch einen „Höllenschlund“ gehen, bevor die Läuterung möglich wird. Deine Leserin wird den Mut deiner Figur bewundern, den sie selber nicht aufbringen mag.

3. Die Liebe verbindet und trennt

Die klassische, erregende Situation als Plot: Ein Paar will zusammenkommen, muss zahllose Hürden überwinden und strauchelt mehrfach. Das gilt für die „schwierige Liebe“ ebenso wie für die „verbotene Liebe“, für Romantik-Kitschroman ebenso wie für härteste Romane um Dominanz und Unterwerfung. Meist wollen Leserinnen, dass solche Szenen „hautnah“ geschildert werden und die Emotionen bildhaft „rübergebracht“ werden. Das Thema ist ziemlich ausgelutscht, und deshalb ist in diesem Fall besonders viel Einfühlungsvermögen und Schreibtalent gefordert.

4. Rache ist süß (oder auch nicht)

Das übliche Erotik-Plot zur Rache: Jemand wird hintergangen, meist durch Ehe- oder Treuebruch, und der/die ander versucht sich zu revanchieren. Beispiel: Der Ehemann betrügt die Ehefrau mit seiner Sekretärin, die Ehefrau verführt die Sekretärin zu sexuellen Handlungen und entzieht sie ihm dadurch. Es gibt andere, härtere Schilderungen von „Revanche“, die meist darauf beruhen, dass ein sexueller Übergriff vorausging und der Aggressor bestraft werden soll. Die Leserin muss davon überzeugt sein, dass er/sie die Strafe wirklich verdient.

5. Ein Abenteuer eingehen

Ein beliebtes Thema der erotischen Romane besteht darin, ein Abenteuer einzugehen, also das gewohnte, sichere Umfeld zu verlassen, um erregende Erlebnisse zu finden. Sie können deine Heldin erbauen oder erniedrigen, und sie kann dabei gewinnen oder daran scheitern. Das Thema ist vielfältig und farbenfroh und nahezu grenzenlos, und es kann die Grenzen der Realität jederzeit sprengen. Deswegen ist dies Plot auch als „erotisches Märchen“ bekannt. Günstig ist, etwas Mystik in das Thema einzuweben – das mögen Leserinnen. Und damit werden auch die möglichen Härten abgefedert, die manche Abenteuer begleiten.

6. Geheimnisse, die herauswollen oder auch nicht

Bei diesem Plot geht es darum, eine geheime Begierde zu wahren oder eine frühere Erfahrung oder Lebensweise zu vertuschen. Käme sie heraus, so müsste deine Figur Schlimmes befürchten. Typisch sind Geschichten um das „Coming Out“, über Parallelbeziehungen oder gar ein Doppelleben. Bei Frauen kann das Geheimnis auch eine frühere Tätigkeit als Escort-Girl oder als Domina bestehen, bei Männern im Wunsch, als Frauen behandelt zu werden („Feminisierung“). Oftmals werden solche Themen in modernen Kriminalromanen verwendet, weil Erpressung eine Rolle spielt. In rein erotischen Romanen spielt der “innere Konflikt“ meist die größere Rolle. Emotional fordern solche Themen sowohl dich als Autorin wie auch deine Figuren heraus – und das gilt auch für potenzielle Leserinnen.

7. Unterlegenheit als Stärke

Der Cinderella entlehnt, baut dieses Plot auf die „Kraft der Unterlegenen“ auf. Für erotische Plots heißt das: Jemand gewinnt aus der Unterlegenheit, aus der Rolle des „Dienenden“ eine Machtposition auf. Deine Figur hat also Fähigkeiten, die Macht innerhalb einer „schrägen“ Beziehung zu ihrem Gunsten zu verändern, zum Beispiel „aus der Gosse aufzusteigen“ oder ihre angeblich unterwürfige Position nach und nach in eine Machtposition zu verwandeln. Teils sind es märchenhafte Plots, teils fußen sie auf der Realität. Cinderella & Co. sind immer beliebt, weil sich viele Leserinnen selbst als „unterbewertet“ ansehen und von einem wunderbaren Zufall träumen, der sie an die Spitze der Gesellschaft katapultiert.

8. Aus der Kurve geworfen werden

Dies Plot wird relativ häufig benutzt: Eine an sich moralisch sichere, integre Person wird durch ein einmaliges Ereignis aus der Bahn geworfen. So jedenfalls in der „großen Literatur“. Wird die Person auf den „Pfad der Tugend“ zurückfinden? Wird sie dabei untergehen? Oder wird sie Gefallen an einem neuen Lebensstil finden und den alten verlassen? Anders als im „großen Roman“, in dem ein „gestandener Mann“ ruiniert wird, hat die Figur im erotischen Roman die Chance auf ein weniger stressiges, aber sinnlicheres Leben. Der Unterschied zum „Wiedergeburtsplot“ besteht darin, zufällig oder fahrlässig in das Abenteuer des Wandels katapultiert zu werden.

9. Verführt werden und verführt werden wollen

Das Thema ist trivial – Verführungen sind so häufig wie Gänseblümchen. Interessanter ist der innere Widerstand, der durch die Verführung gebrochen werden soll. Wenn du dich in den Emotionen auskennst, die dabei entstehen – dann ist das Thema gut für dich. Denk dran, dass „Verführung“ nicht bedeutet, dass ein „überlegener Mann eine naive junge Frau zu gewöhnlichem Sex“ verführt. Alle geschlechtlichen Varianten (Hetero, Bi, Gay) sind möglich und ebenso alle Praktiken. Interessant sind auch Verführungen, die nicht zufällig geschehen, sondern erwartet werden. Ein Beispiel dafür wäre, einschlägige Orte aufzusuchen, um dort „angesprochen zu werden“ oder eindeutige Dates einzugehen und vorzugeben, nicht zu wissen, worauf man sich einlässt.

10. Spielen - Lust mit offenem Ausgang

Diese Variante des erotischen Romans ist relativ selten, aber wesentlich interessanter als alle Plots, bei denen man den Ausgang schon kennt, wenn die Person ihre ersten Schritte macht. Man benötigt eine emotionale Spielerin, die den Verlauf ihrer erotischen Begegnungen davon abhängig macht, wie sie ihre jeweiligen Partner einschätzt. Besonders interessant wird das Thema, wenn sie selbst unterschiedliche Rollen in diesem Spiel einnehmen kann.

Solltest du eine dieser zehn Ideen verwenden?

Diese 10 Plot-Ideen sind sicherlich nicht vollständig. Aber sie bieten Anregungen, um selbst weiterzusuchen und die Fantasie zu beflügeln.

Alle Ideen sind auf eine Person bezogen, die vorzugsweise als Ich-Erzähler(in) auftritt. Weil die Plots alle personenbezogen sind, bist du nicht gezwungen, Ereignisse aneinanderzureihen – nur bei „Reise und Rückkehr“ sind mehrere Episoden nötig, ansonsten reicht es, das Grundschema zu verwenden:

- Die Situation oder Befindlichkeit, in der sich deine Figur befand, bevor der Wandel eintrat.
- Der Wandel und seine Folgen (ausführlich) möglichst mit mindestens einer Hürde, die das Geschehen etwas zurückwirft.
- Eine kurze Schilderung der neuen Situation oder Befindlichkeit.

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Klassische erotische Frauenrollen: Die Mütterliche

Die Mutterrolle, oder die mütterliche Frau

Die „Mutter“ ist im erotischen Roman entweder die ältere Geliebte (MILF, Cougar) oder die Gouvernante, manchmal auch die Domina oder die „strenge Erziehern“. Sie ist mal übertrieben liebevoll, dann wieder ungewöhnlich streng, aber sie ist immer jemand, der führt – und im erotischen Roman ist sie nicht selten die „natürlichste“ aller Verführerinnen.

Die "mütterliche" Frauenfigur passt in erotische Entwicklungsromane oder in das Prinzip: „Alt verführt Jung“. Als Plot kommt „Reise und Rückkehr“ infrage, wenn du einen Roman über eine Frau planst, die mehrere Männer oder Frauen erotisch „bemuttert“. Ein bisschen Vorsicht (auch beim Plot) ist geboten, weil der Begriff „Mutter“ normalerweise positiv besetzt ist. Manche Menschen empören sich, wenn reife Frauen sich mit erheblich jüngeren Männern oder Frauen einlassen. Bei der Kurzgeschichte steht nahezu immer eine konsequente Verführung durch die ältere, erfahrene Frau an. Und obgleich derartige Szenen von zahllosen Klischees besetzt sind, solltest du versuchen, eine neue, überraschende Variante in die Verführung durch eine ältere Frau einzubauen. Dabei hilft auch, den Begriff "Mutter" nicht immer mit "liebevoll" gleichzusetzen, denn gut ist nicht immer uneigennützig, und böse nicht immer sozialfeindlich.


Dieser Beitrag hat mehrere Teile. Nächster und letzter Teil: Die Intrigantin.

Solltest du sadomasochistische Literatur schreiben?

Wanda - die Venus im Pelz - ist die Heldin bei Sacher-Masoch
Was ist das eigentlich, „Sadomasochistische Literatur“? Man kann sich’s wirklich einfach machen und Etiketten draufkleben. Dann ist es so:

Sadomasochistische Literatur beschäftigt sich mit Themen zur sadomasochistischen Sexualität und zur Partnerschaft von Personen mit entsprechender sexueller Disposition. Hierbei kann es sich um Erotik, Pornografie, fiktive Geschichten, Erlebnisberichte, wissenschaftliche/pseudowissenschaftliche Abhandlungen, Ratgeber und Aufklärungsbücher handeln.


Das mag aus der Sicht eines Lexikons richtig sein. Aber wenn wir wirklich wissen wollen, wie Literatur und Sadismus, Literatur und Masochismus, und schließlich Literatur und „Sadomasochismus“ zusammenkommen, hilft uns das nicht viel. Denn in der erotischen Literatur bedarf es stets einer Liebesgeschichte, in die (in diesem Fall) Elemente der Beherrschung und Unterwerfung einfließen.

Vergiss de Sade und Sacher-Masoch

Es nützt wenig, sich mit den Namensgebern und ihrer Literatur zu beschäftigen – nämlich dem Marquis de Sade, einem französischen Schriftsteller und dem österreichischen Schriftsteller Leopold Ritter von Sacher-Masoch. Ebenso wenig nützt es uns, den deutschen Psychiater zu lesen, der den Knoten zwischen beiden hervorbrachte: Richard Fridolin Joseph Freiherr Krafft von Festenberg auf Frohnberg, besser bekannt als Richard von Krafft-Ebing.

Weg von den albernen Psychiatrie-Begriffen

Das Problem all dieser Begriff besteht darin, dass sie psychologisch und/oder psychiatrisch besetzt sind. Und dies verhindert, sie neutral als menschliche Züge zu bezeichnen, die in Verbindung mit der Sexualität zu ekstatischer Lust führen können. „Krankheiten“, „Perversionen“ und selbst die abgemilderten „Paraphilien“ sind kein gutes Omen für die pure Sinneslust.

Keine Klassifizierung – sondern Lust pur

Echte Liebesromane mit stark sinnlichen Zügen benötigen keine Klassifizierung, auch dann nicht, wenn deine Figur es entweder liebt, ihren Partner in vielfältiger Weise zu dominieren, von ihr dominiert zu werden oder mal das Eine, dann wieder das Andere zu tun. Grundsätzlich sollten wir bedenken:

1. Wir schreiben über die Liebe, und zwar über eine besonders intensive, ekstatische Liebe.
2. Innerhalb der Geschichte schreiben wir über Sexualität, also über eine sinnliche Urkraft des Menschen, die rauschähnliche Zustände erzeugt.
3. Zur Steigerung der Lust werden verschiedene Elemente verwendet – hier zumeist Dominanz, Fesselungen, Bisse, Kratzer und Schläge – aber auch andere, die hier keine Rolle spielen sollen.
4. Parallel zu den körperlichen Reaktionen (Schmerz) sollen damit zumeist auch psychische Sensationen ausgelöst werden, die ihrerseits wieder zum Teil auf drogenähnlichen Botenstoffen basieren.
5. Wenn all dies nicht als Spiel aufgefasst wird, kommen wir an die Grenze zur Psychiatrie, die von manchen Autoren auch erreicht wird.

Damit wäre die Frage zu stellen, ob es (außerhalb der Pornografie und der Psychiatrie) überhaupt notwendig ist, den Handlungen ein Etikett zu verpassen.

Die Antwort ist: Nein, es sei denn, du würdest für die „Kaste“ der BDSM-Anhänger schreiben.

Der alberne Streit um „echte“ BDSM-Literatur

Die ganze Angelegenheit um „Sado“ und „Maso“ wurde ad absurdum geführt, als die Trilogie „50 Shades of Grey“ erschien. Die Autorin hatte ihre Protagonistin mit einer erbärmlichen Gefühlswelt ausgestattet. Das erkannten die BDSM-Anhänger sofort und schrieben erboste Kommentare, weil sie keinen „korrekten“ Sadomasochismus dahinter erkennen konnten. Das allerdings war auch kaum die Absicht: die Geschichte sollte mit den BDSM-ähnlichen Szenen nur „aufgehübscht“ werden.

Damals ergab sich sehr schnell, dass mit dem Aua-Effekt eine neue Richtung der unterhaltenden Literatur, die „Mütterchen-Pornografie“ erschaffen wurde, die weder Pornografie noch Literatur war. Seither gibt es Varianten dieses Themas in Hülle und Fülle, aber auch der „harte“ Sadismus oder der entsprechende Masochismus existierte in zahllosen Schriften weiter. Beide sind nicht unbedingt empfehlenswert.

Verwende die Elemente wie alle anderen auch

Inzwischen wäre die Frage, ob die drei Hauptelemente des Genres nicht in jedem beliebigen erotischen Roman erscheinen könnten, die da sind:

1. Psychische Unterwerfung, Gehorsam.
2. Körperliche Züchtigungen, nicht notwendigerweise als Strafen.
3. Fesselungen und andere Bewegungshemmungen.

Voraussetzung wäre, dass sie Teile des normalen Liebesspiels würden – was heute schon recht häufig der Fall ist.

Zum besseren Verständnis sollte ich noch sagen, dass solche Liebesszenen, ebenso wie manche Verführungen, lustvolle Spiele der Erwachsenen sind, die keinen „ideologischen Überbau“ benötigen. Oder mit anderen Worten: Kenntnisse in Psychologie und Anatomie sowie ein klarer Sinn dafür, wie sich Schmerzen „anfühlen“ und wann Menschen in Schreie und Tränen ausbrechen, sind immer sinnvoll.

Fazit - die Antwort auf die Frage

Solltest du sadomasochistische Literatur schreiben? Nein, solltest du nicht. Schreibe gute Texte, in denen besonders farbenprächtige Fantasien vorkommen. Schreibe über Lust und Schmerz und lass dabei nichts aus – aber schreibe auf keinen Fall „sadomasochistische Literatur“.

Bild: Umwandlung eines Fotos in ein Symbolfigur, © 2019 by liebesverlag.de

Warum gibt es keine Literatur über sinnlichen Sadismus?

das gesicht des sadismus
Wann immer du im Internet oder sonst wo nach „sinnlichem Sadismus“ suchst, wirst du lediglich die von Textern geschriebenen Anzeigen von Frauen finden, die sich sadistische Züge angeschminkt haben – volkstümlich Dominas oder neuerdings auch „Bizarrladys“ genannt. Unter dem Ausdruck „sinnliche Dominanz“ finden wir ebenfalls wenige Einträge, und darunter noch etliche, die auf Pornografie oder ebenfalls auf die vorgenannten Damen verweisen.

Drei goldene Regeln für alle erotischen Schriftsteller(innen)

Gut – nachdem dies gesagt ist, muss ich einen Grundsatz loswerden, der für alles gilt, was du jemals schreiben oder nicht schreiben wirst:

1. Wissen
Die Fakten lassen sich für jedes Thema ermitteln. Je mehr du weißt, umso weniger ängstigt dich das Thema.
2. Einfühlen
Je mehr du dich in ein Thema einfühlen kannst, auch ohne es zu akzeptieren, umso mehr kannst du es auch vermitteln.
3. Sein
Sobald dir gelingt, deine Psyche für eine kurze Zeit so einzurichten, dass sie den Gefühlen folgt, die du gefunden hast, umso mehr kannst du deine Figur in die neue Lust hineinschicken.

Ganz schlecht sind Vorurteile, die du selbst hast, die deine Figur aber auf keinen Fall haben soll. Glaubwürdig hingegen ist ein Zwiespalt, den deine Figur haben mag – so wie du.

Wie du das Thema "sinnlicher Sadismus" in den Griff bekommst

Wohlan – die Fakten über sinnlichen Sadismus bekommst du nirgendwo, aber es gibt einige Wege "drumherum".

Eine sehr selbstbewusste Sadistin und Masochistin (1) schreibt:

Wenn jemand von mir verlangt, sadistisch zu sein und dies als erotisches Spiel versteht, ist alles in Ordnung. Zum Beispiel, wenn die Person auf einen vorsichtigen Biss oder einen sinnlichen Kratzer wirklich emotional reagiert und sie mich um mehr bittet, macht mich das glücklich. Es ist jene Art von Fröhlichkeit, die sich am gemeinsamen Erfolg misst. Wenn sich der Masochist unter meinen Handflächen wimmert und stöhnt, während ihm der Schmerz Lust bereitet, dann hüpft mein Herz vor Freude. Wenn ich auf einem Gebiet wirklich gut bin, und wenn jemand will, dass ich seinen inneren Masochisten verwöhne, fühle ich mich absolut geehrt, weil er mir ja seinen schutzlosen Körper und seine nackte Psyche anvertraut.


Sadismus als Win-win-Siutation

Das ist schon ein ausgesprochen sinnlicher Sadismus. Jemand anderem zu etwas zu verhelfen, was er wirklich will, auch gegen innere Widerstände, ist ja im Grund geradezu altruistisch. Macht es dann auch noch selber Freude – was könnte besser sein als diese Win-win-Situation?

Schauspiel ist nicht nur Schau-Spiel

Manche selbstbewusste Frauen, die sadistisch auftreten können, aber dies nicht als ihre ureigene Persönlichkeitseigenschaft ansehen, retten sich auch in die Rolle einer Schauspielerin: Solange ich etwas spiele, bin ich es. Gehe ich von der Bühne, bin ich wieder ich selbst.

Die unbarmherzige Samariterin

Andere sehen sich als eine Art unbarmherzige Samariterin. Sie sagen beispielsweise, dass sie ein Verlangen erfüllen, zu dem nur wenige Frauen bereit sind – und sie sind stolz darauf, diesen Dienst einigen Auserwählten anzubieten. Andere wieder rühmen sich, dir Situation völlig beherrschen zu können, denn im Gegensatz zur „echten“ Sadistin würden sie nicht aus einer krankhaften Gefühlslage heraus handeln.

Was deine Figuren auch tun werden - alle lässt sich beschreiben. Und bei allem sind Gefühle beteiligt, die du an den Tag bringen kannst. Am Ende kannst wirklich lernen, deine Heldin an der langen Leine laufen zu lassen, wohin sie will.

Wahrscheinlich sage ich nichts Neues, wenn ich dir verrate: Diese Frau kann deine Nachbarin oder Arbeitskollegin sein. Sie kann sanft wie ein Lämmchen sein oder wild wie ein reißender Wolf. Ja, sie kann sogar heute sadistisch sein und morgen masochistisch, weshalb die Psychologen in ihrer Überheblichkeit auch von „Sadomasochismus“ sprechen.

Nicht urteilen - beschreiben

Du solltest sie nicht einstufen, sondern beschreiben, was sie tut, wie sie es tut und was sie dabei fühlt. Das allein ist sinnvoll – jedenfalls für eine Autorin.

(1) Zum Schutz der Betroffenen werden alle Zitate so abgewandelt, dass die Ursprungsquellen im Internet nicht zu ermitteln sind. Fotomontage © 2019 by Liebesverlag.de

Was alles sein darf und wie jemand leben kann

Ich muss mich nicht jeden Tag neu erfinden – das ist ein großer Vorteil. Spätestens beim Frühstück, der ersten Tasse Kaffee und einer kleinen Hundeschnauze lande ich in der Realität, die für mich als Ankerplatz unerlässlich ist.

Auf meinen Streifzügen durch das Internet treffe ich allerdings auf sehr viele Frauen und einige Männer, die sich jeden Tag neu erfinden müssen. Sie sind oft im Zweifel darüber, ob das, was sie tun, wirklich erträglich ist, selbst dann, wenn es durchaus einträglich ist.

Es mag daran liegen, dass all diese Frauen (und vereinzelte Männer) ein ungewöhnliches Leben führen, das hart an der Schmerzgrenze zum Absonderlichen schrammt. Es sind Erotik-Autorinnen, Darstellerinnen, Cam-Girls und vereinzelte dominante wie auch unterwürfige Frauen, die in ihren Blogs durchklingen lassen, was sie empfinden. Und darunter sind eben viele Widersprüche.

Ich halte meine Widersprüche aus – und ich kann ihre Widersprüche ertragen. Und darin sehe ich einen großen Vorteil, wenn ich Artikel aus dem Internet sammle und interpretiere.

Denn jeder und jede soll so leben, wie es ihr und ihm gefällt, und davon soll auch berichtet werden.

Und so kommt es wohl, dass ihr manches lesen könnt, was euch ungewöhnlich vorkommt. Gefällt euch das eigentlich?