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Etwas frivoler darf es schon sein …

Im Strudel der Träume
Zwei Frauen unterhalten sich. Beide sind im mittleren Alter und nach Art und Verhaltensweise typische Büroangestellte. „Du, ich habe neulich mal wieder fürs Marathon trainiert - ich kann dir sagen, das spürst du mal wieder richtig deinen Körper mit jeder Faser.“ Die andere denkt nach und sagt schließlich: „Ich würde auch gerne mal wieder meinen erregten Körper bis zur Erschöpfung spüren – aber ich stell mir vor, dass mich jemand bis zur Bewusstlosigkeit vögelt.“ Die andere wendet sich empört ab ….

Nichts als die lüsterne Begierde für eine Nacht

In den letzten Jahren hörte ich dergleichen immer wieder. Sex war im Wandel, und nicht nur Arbeiterinnen redeten offen über ihre Lüste und ob die erfüllt würden. „Oversext und untervögelt“ gehen viele durchs Leben, haben eigentlich keine Zeit dafür, sich mit Liebesaffären abzugeben. Manche Frauen suchen sich mittlerweile Männer für eine Nacht. „Wenn er nett ist und ich spüre, dass er weiß, wie man eine Frau vögelt, dann kriegt er Sex – und ich auch.“ Das sagte nicht "einmal" eine "einzige Frau" bei einer "seltenen Gelegenheit", sondern immer mehr berufstätige, engagierte Frauen leisten sich das erregend-feuchte Vergnügen für eine Nacht.

Die heftigen Träume sollen beim Lesen wachgerufen werden

Doch was macht die treue, seit Langem mit demselben Mann liierte Verwaltungsangestellte in mittleren Jahren? Sie träumt. Und liest über etwas, was sie nie tun würde – und dies mit Worten, die sie niemals wählen würde.

Dazu schreibt ein bloggernder Autor:

Mich hat immer überrascht, dass ungefähr die Hälfte meiner Leser Frauen sind. Als ich anfing, erotische Geschichten zu schreiben, ging ich davon aus, dass ich ein überwiegend männliches Publikum ansprechen würde. Aber ich habe bald festgestellt, dass viele Frauen erregende Sexgeschichten mögen, bei denen sie ihre Hemmungen und ihre Röcke ablegen können. Sex ohne Liebe kann erfüllender sein als Liebe ohne Sex. Und meine Leserinnen müssen nicht vorgeben, dass sie immer ein „braves Mädchen“ sein müssten, das „so etwas“ nie tun würde.

Was ich dazu sage? Oh, etwas ganz Einfaches: Die meisten deiner Leserinnen würden „niemals tun“, was deine Heldin leichthin tut, aber sie haben ein Dutzend Mal davon geträumt, es zu tun. Und manchmal haben sie ihre Gedanken damit aufgegeilt, während die Hand den Vibrator geführt hat. Und dann am nächsten Tag ihrer Freundin zugeflüstert: Ich krieg viele schönere Orgasmen, wenn ich es mir selber mache“, worauf die Freundin seufzend entgegnete: „Wer nicht …“

Diese Leserinnen wollen erfahren, wie es andere Frauen tun, die es eigentlich ebenfalls niemals tun würden. In einem Stundenhotel, schweißtriefend, schreiend wie von Sinnen. Keine Liebe - nur gevögelt werden.

Es ist einfach so: Sie können die gute Mutter, die treue Ehefrau, das ehrenwerte Mitglied der Kirchengemeinde bleiben, weil sie „so etwas“ nie tun würden. Aber in ihren Fantasien, da erleben sie, wie ihre Körper von der Lust ausgelaugt auf einem Hotelbett liegen, voller Schweiß und Spermaspuren. Und wie sie in den Kleidern von gestern wieder ins Büro gehen, weil sie ihrem Ehemann doch gesagt haben, sie würden bei einer Freundin übernachten. Und die Kollegin wird hoffentlich nicht merken, dass sie die Kleider von gestern trägt …

Erotische Szenarien und Plots, die du vielleicht noch nicht kennst

Zehn neue, zumeist gar innovative Ideen für dich und deine erotische Geschichte - zusammengestellt nach neuen Erkenntnissen aus der Welt des erotischen Schreibens.

Die zehn Ideen für erotische Plots

1. Die Suche nach dem richtigen Weg …

Man sagt dazu auch „Reise und Rückkehr“. Deine Figur ist unzufrieden mit ihrem gegenwärtigen Zustand und versucht, durch neue Erfahrungen zu einem besseren (sinnlicheren) Leben zu gelangen. Das System ist einfach:
- Du brauchst einen Grund oder Umstand, das Risiko einzugehen.
- Irrungen, Wirrungen und Hindernisse, die überwunden werden müssen.
- Erfolg bei der Rückkehr (gelegentlich auch Versagen)
Das System ist bewährt – die einzelnen Stationen müssen aber interessant gestaltet werden. Jedes Mal entsteht ein Lerneffekt, der die Möglichkeiten der Sinneslust erweitert.

2. Das Opfer – die Figur opfert sich, um …

Normalerweise wird ein heldenhaftes Opfer erwartet, aber in der erotischen Literatur wird daraus ein „Wiedergeburtsplot“. Das heißt, dadurch, dass sich jemand „opfert“, wird er/sie „geläutert“ und findet die wahre Bestimmung. Man sagt dazu auch eine „Feuertaufe“. Die Leserin muss davon überzeugt sein, dass deine Figur wirklich ein „Opfer“ eingeht. Sie muss dabei sinngemäß „alle Brücken hinter sich abbrechen“ und bewusst durch einen „Höllenschlund“ gehen, bevor die Läuterung möglich wird. Deine Leserin wird den Mut deiner Figur bewundern, den sie selber nicht aufbringen mag.

3. Die Liebe verbindet und trennt

Die klassische, erregende Situation als Plot: Ein Paar will zusammenkommen, muss zahllose Hürden überwinden und strauchelt mehrfach. Das gilt für die „schwierige Liebe“ ebenso wie für die „verbotene Liebe“, für Romantik-Kitschroman ebenso wie für härteste Romane um Dominanz und Unterwerfung. Meist wollen Leserinnen, dass solche Szenen „hautnah“ geschildert werden und die Emotionen bildhaft „rübergebracht“ werden. Das Thema ist ziemlich ausgelutscht, und deshalb ist in diesem Fall besonders viel Einfühlungsvermögen und Schreibtalent gefordert.

4. Rache ist süß (oder auch nicht)

Das übliche Erotik-Plot zur Rache: Jemand wird hintergangen, meist durch Ehe- oder Treuebruch, und der/die ander versucht sich zu revanchieren. Beispiel: Der Ehemann betrügt die Ehefrau mit seiner Sekretärin, die Ehefrau verführt die Sekretärin zu sexuellen Handlungen und entzieht sie ihm dadurch. Es gibt andere, härtere Schilderungen von „Revanche“, die meist darauf beruhen, dass ein sexueller Übergriff vorausging und der Aggressor bestraft werden soll. Die Leserin muss davon überzeugt sein, dass er/sie die Strafe wirklich verdient.

5. Ein Abenteuer eingehen

Ein beliebtes Thema der erotischen Romane besteht darin, ein Abenteuer einzugehen, also das gewohnte, sichere Umfeld zu verlassen, um erregende Erlebnisse zu finden. Sie können deine Heldin erbauen oder erniedrigen, und sie kann dabei gewinnen oder daran scheitern. Das Thema ist vielfältig und farbenfroh und nahezu grenzenlos, und es kann die Grenzen der Realität jederzeit sprengen. Deswegen ist dies Plot auch als „erotisches Märchen“ bekannt. Günstig ist, etwas Mystik in das Thema einzuweben – das mögen Leserinnen. Und damit werden auch die möglichen Härten abgefedert, die manche Abenteuer begleiten.

6. Geheimnisse, die herauswollen oder auch nicht

Bei diesem Plot geht es darum, eine geheime Begierde zu wahren oder eine frühere Erfahrung oder Lebensweise zu vertuschen. Käme sie heraus, so müsste deine Figur Schlimmes befürchten. Typisch sind Geschichten um das „Coming Out“, über Parallelbeziehungen oder gar ein Doppelleben. Bei Frauen kann das Geheimnis auch eine frühere Tätigkeit als Escort-Girl oder als Domina bestehen, bei Männern im Wunsch, als Frauen behandelt zu werden („Feminisierung“). Oftmals werden solche Themen in modernen Kriminalromanen verwendet, weil Erpressung eine Rolle spielt. In rein erotischen Romanen spielt der “innere Konflikt“ meist die größere Rolle. Emotional fordern solche Themen sowohl dich als Autorin wie auch deine Figuren heraus – und das gilt auch für potenzielle Leserinnen.

7. Unterlegenheit als Stärke

Der Cinderella entlehnt, baut dieses Plot auf die „Kraft der Unterlegenen“ auf. Für erotische Plots heißt das: Jemand gewinnt aus der Unterlegenheit, aus der Rolle des „Dienenden“ eine Machtposition auf. Deine Figur hat also Fähigkeiten, die Macht innerhalb einer „schrägen“ Beziehung zu ihrem Gunsten zu verändern, zum Beispiel „aus der Gosse aufzusteigen“ oder ihre angeblich unterwürfige Position nach und nach in eine Machtposition zu verwandeln. Teils sind es märchenhafte Plots, teils fußen sie auf der Realität. Cinderella & Co. sind immer beliebt, weil sich viele Leserinnen selbst als „unterbewertet“ ansehen und von einem wunderbaren Zufall träumen, der sie an die Spitze der Gesellschaft katapultiert.

8. Aus der Kurve geworfen werden

Dies Plot wird relativ häufig benutzt: Eine an sich moralisch sichere, integre Person wird durch ein einmaliges Ereignis aus der Bahn geworfen. So jedenfalls in der „großen Literatur“. Wird die Person auf den „Pfad der Tugend“ zurückfinden? Wird sie dabei untergehen? Oder wird sie Gefallen an einem neuen Lebensstil finden und den alten verlassen? Anders als im „großen Roman“, in dem ein „gestandener Mann“ ruiniert wird, hat die Figur im erotischen Roman die Chance auf ein weniger stressiges, aber sinnlicheres Leben. Der Unterschied zum „Wiedergeburtsplot“ besteht darin, zufällig oder fahrlässig in das Abenteuer des Wandels katapultiert zu werden.

9. Verführt werden und verführt werden wollen

Das Thema ist trivial – Verführungen sind so häufig wie Gänseblümchen. Interessanter ist der innere Widerstand, der durch die Verführung gebrochen werden soll. Wenn du dich in den Emotionen auskennst, die dabei entstehen – dann ist das Thema gut für dich. Denk dran, dass „Verführung“ nicht bedeutet, dass ein „überlegener Mann eine naive junge Frau zu gewöhnlichem Sex“ verführt. Alle geschlechtlichen Varianten (Hetero, Bi, Gay) sind möglich und ebenso alle Praktiken. Interessant sind auch Verführungen, die nicht zufällig geschehen, sondern erwartet werden. Ein Beispiel dafür wäre, einschlägige Orte aufzusuchen, um dort „angesprochen zu werden“ oder eindeutige Dates einzugehen und vorzugeben, nicht zu wissen, worauf man sich einlässt.

10. Spielen - Lust mit offenem Ausgang

Diese Variante des erotischen Romans ist relativ selten, aber wesentlich interessanter als alle Plots, bei denen man den Ausgang schon kennt, wenn die Person ihre ersten Schritte macht. Man benötigt eine emotionale Spielerin, die den Verlauf ihrer erotischen Begegnungen davon abhängig macht, wie sie ihre jeweiligen Partner einschätzt. Besonders interessant wird das Thema, wenn sie selbst unterschiedliche Rollen in diesem Spiel einnehmen kann.

Solltest du eine dieser zehn Ideen verwenden?

Diese 10 Plot-Ideen sind sicherlich nicht vollständig. Aber sie bieten Anregungen, um selbst weiterzusuchen und die Fantasie zu beflügeln.

Alle Ideen sind auf eine Person bezogen, die vorzugsweise als Ich-Erzähler(in) auftritt. Weil die Plots alle personenbezogen sind, bist du nicht gezwungen, Ereignisse aneinanderzureihen – nur bei „Reise und Rückkehr“ sind mehrere Episoden nötig, ansonsten reicht es, das Grundschema zu verwenden:

- Die Situation oder Befindlichkeit, in der sich deine Figur befand, bevor der Wandel eintrat.
- Der Wandel und seine Folgen (ausführlich) möglichst mit mindestens einer Hürde, die das Geschehen etwas zurückwirft.
- Eine kurze Schilderung der neuen Situation oder Befindlichkeit.

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Haben deine Figuren einvernehmlichen Sex?

Offensichtliche Übereinstimmung - oder doch nicht?
Schon lange, bevor es Diskussionen über einvernehmlichen Sex gab, gab es erotische Literatur. Man sprach die Worte „einvernehmlich“ oder „nicht einvernehmlich“ niemals aus, sondern schilderte die Situation, in der beide zusammenkamen. Dabei ergaben sich aus den Lüsten, Begierden, Ängsten und Zweifeln, aber auch aus besonderen Gelegenheiten zahllose Möglichkeiten, „es“ zu tun oder „es“ bleiben zu lassen. Der Klassiker ist eher harmlos: Zwei Personen sind auf Geschäftsreise, einsam und schon länger sexlos – da ergibt sich, dass der Hotelier nur noch über ein Doppelzimmer verfügt. Und schon beginnt das Spiel damit, die Möglichkeit der Nähe zu nutzen oder sie verstreichen zu lassen.

Sind Verführungen "einvernehmlich"?

Manche Zeitgenossen behaupten, Verführungen seien kein „einvernehmlicher“ Sex. Doch die Frage ist nicht, wer den letzten Impuls gab, die Kleider abzulegen und sich dem anderen anzubieten. Die Frage ist vielmehr: Welcher innere Konflikt zwischen Gelegenheit, Begierde und Furcht musste überwunden werden? Warum war die Situation so ungewöhnlich, und wie half die Verführerin oder der Verführer nach, um die letzten Ängste zu überwinden? Und warum willigten am Ende doch beide ein?

Illegaler Sex, leicht pervers angehauchte Praktiken

Zumeist geht es dabei nicht nur um die kleine Hürde, ob sich jemand dem anderen intim nähern sollte. Meist ist noch eine weitere Hürde zu überwinden: Die Sache hat einen Geschmack der Perversion oder Illegalität, des Ehebruchs oder der Unanständigkeit. Oder wie Elisabeth Benedict schreibt:

Gefühle der Hochstimmung, Befreiung, der Widerstände oder Erleichterung … (es endlich getan zu haben) … können von Schuldgefühlen begleitet sein.


Wir können sagen: Einvernehmlich ist vom Anfang bis zum Ende einvernehmlich, in jeder einzelnen Handlung und in allen Ergebnissen inklusive der Nachwirkungen. Einvernehmlichkeit kennt keine Reue.

Ganz einvernehmlich - völlig langweilig?

Aber mal Hand aus Herz - ist das eine Idee für eine spannende und erregende erotische Geschichte?

Wahrscheinlich nicht. Schon die Realität belehrt uns: Die grundsätzliche Einwilligung bedeutet nicht, dass der Partner „Carte blanche“ für alle sexuellen Aktivitäten hat. Immer wieder ergeben sich dabei Fragen, die sich die Teilnehmer im Inneren stellen, aber nicht an den Partner - und manchmal lassen sie etwas zu, was ihnen eigentlich widerstrebt. Hinzu kommt noch, dass der berühmte „freie Wille“ unter der Wirkung der körpereigenen, drogenähnlichen Botenstoffe von der Natur manipuliert wird. Das heißt, der Bewusstseinszustand vor dem Sex ist nicht der gleiche, wie während der sexuellen Aktivitäten, und beim Abklingen der Drogenweinwirkung kann, durchaus Scham über das auftreten, was man getan hat.

Doch während wir als real existierende Liebende nicht jede Phase und jede Facette solcher Vorgänge beschreiben können, kann es eine Autorin für ihre Figur tun. Um es mal einfacher zu sagen: Der ganze Weg von „das tut eine anständige Frau nicht“ über „ich lasse mich treiben und tue es dennoch“ bis hin zu „eigentlich schäme ich mich jetzt dafür“ lässt sich detailliert beschreiben und in Bilder wandeln.

Mehr oder weniger Einvernehmlichkeit?

Natürlich kannst du dahinter zurückbleiben oder noch weiter gehen. Du kannst fragen, wann überhaupt „Konsens“ gegeben ist. Muss, wie wir jüngst lasen, jeder einzelnen Aktivität zugestimmt werden, und wie detailliert muss diese Zustimmung sein? Ist ein „Ja“ nur etwas Wert, wenn genau beschrieben wird, wer mit was wohin eindringen darf? Wie spontan können Liebende sein? Und wie wird ein „stilles Einverständnis“ erzeugt? Was, wenn einer der Partner plötzlich sein Einverständnis widerruft? Oder müssen Paare gar Scripts erarbeite, wie die Abfolge der sexuellen Aktivitäten aussehen soll? Und wie geht die Person damit um, wenn sie schweigend zustimmend, aber dennoch gegen ihren Willen gehandelt hat?

Erotische Literatur ist nicht dazu da, Leser aufzugeilen. Sie soll auch Fragen stellen und sie – wenn möglich kontrovers – beantworten.

Übrigens haben wir die „typische“ Noncom-Literatur noch nicht einmal erwähnt – es wird an der Zeit, sie einmal gründlich zu untersuchen. „Noncom (1)“ heißt: Nicht einvernehmlich. Ob wir uns aufs Glatteis wagen sollten? Besser, wir tun es nicht.

Zitat: "Erotik Schreiben", New York 2002.
(1) Erklärungen zu "Noncom" und anderen Begriffen.
Bild: Buchillustration.

Klassische erotische Frauenrollen: Die Liebhaberin oder Geliebte

Die Liebhaberin oder Geliebte als Rolle in der Literatur

Die jugendliche Liebhaberin gewinnt ihre Reize aus den natürlichen Liebeskünsten, über die sie verfügt. Sie hat sozusagen einen Wissensvorsprung, den andere nicht ahnen – es sei denn ihre Lover, die sie hingebungsvoll beglückt. Diese Person braucht erheblich mehr Profil als die „Jugendliche Naive“, damit sie interessant wird. Sie kann zum Beispiel den einen oder anderen Zwiespalt hegen, der tief in ihrer Psyche liegt, der aber ihrer Umgebung unbekannt ist. Und sie braucht ein tief greifendes Ereignis, das deiner Geschichte die Wende gibt, die nun einmal zu einer erfolgreichen Liebes- oder Erotikgeschichte gehört. Je nachdem, wie die Figur angelegt wird, kann sei aufsteigen, absteigen, oder wie auf einer Achterbahn mühsam aufsteigen und dann wieder abrupt hinabsausen. Plots dieser Art versprechen Erregung und Spannung, müssen aber sorgfältig geplant werden.


Bei der Geliebten gibt es einen „Moralinaspekt“: Wie sieht sie deine Leserin? Dabei werden unterschiedliche Aspekte wirksam, je nachdem ob „die Geliebte“ ledig oder verheiratet ist und ob sie einen ledigen oder verheirateten Mann liebt. Außerdem ist sehr wichtig, ob du sie heterosexuell oder bisexuell anlegst. Kurz: Wird deine Leserin eher wollen, dass die Geliebte obsiegt oder scheitert? Das solltest du wissen, wenn du das Geschehen (das Plot) planst. Bei der Kurzgeschichte vermeidest du solche Probleme. Du benötigst dort vor allem heftige, stark emotionale oder gar ekstatische Liebesszenen, die möglichst keine Klischees beinhalten.

Dieser Beitrag hat mehrerer Teile. Nächster Teil: Die Heldin.

Erotische Frauenrollen, die du erschaffen kannst

How do you tell evil from good?
Evil does well - good not so good!

Wie unterscheidest du Böse von Gut?
Das Böse macht sich gut – das Gute nicht so gut.


Leslie Bricusse / Frank Wildhorn



Erotische Geschichten lassen sich, wenn man andere Kriterien außer Acht lassen will, durchaus nach den Protagonistinnen und Protagonisten einordnen. In diesem Fall habe ich sie beim Theater „ausgeliehen“. Das Zitat von Leslie Bricusse / Frank Wildhorn wurde dem Musical Jekyll & Hyde entnommen.

Meine kleine Vorstellung der Frauenrollen, die man sicherlich auch differenzierter darstellen könnte, doch dann würde dieser Artikel unübersichtlich. Ich beginne mit der Naiven, auch „jugendliche Naive“ genannt.

Die Naive

Der Theaterrolle der „Jugendlichen Naiven“ entspricht am ehesten die naive, unerfahrene oder gar jungfräuliche Romanfigur, die wir heute in vielen Varianten finden. Ich sage das, weil sie nicht immer jung sein muss, und naiv nur, soweit das Geschehen jenseits der Vorstellungswelt liegt, die sie bisher kannte. Es ist durchaus denkbar, dass eine emanzipierte, selbstbewusste Frau sich in einem Zirkel wiederfindet, in dem völlig andere Gesetze gelten. Diese Frau kann also „auf jenem Territorium“, in das du sie hineinschickst, durchaus naiv, unerfahren und sogar partiell jungfräulich sein, während sie es im ganz normalen Mainstream nicht wäre. Dort hätte sie beispielsweise schon intime heterosexuelle Kontakte, würde Verführungen erkennen und die Dinge selbstbewusst zurechtrücken.

Das Motto, das ich dem Artikel vorangestellt habe, soll dir helfen, nicht einseitig zu denken: „Jungfräulich“, heißt nicht „unschuldig.“ Die Möglichkeiten, Storys anhand gängiger Plots zu entwickeln, sind nahezu unendlich groß - und sie entsprechen den Plots in Liebesromanen. Am beliebtesten ist jedoch das „Cinderella-Plot“ mit Happy End. Bei Kurzgeschichten steht die Verführung im Mittelpunkt – denke aber dran, dass du keine Klischees verwendest – die kennt deine Leserschaft zur Genüge. „Jungfrauen“ können erotisch durchtrieben sein, und „Salondamen“ wahre Samariterinnen. Ein Beispiel dafür wäre die historische „Halbjungfrau“ (Demi-Vierge).

Die nächste Frauenrolle: Die Liebhaberin oder die Geliebte.