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Erotische Themen? Suchet, und ihr werdet finden …

Jedes Buch über das Schreiben, jede Schreibschule und jeder Blogger, der Metakommunikation über „das Schreiben“ zelebriert, hat Vorschläge zu Themen. Natürlich auch zu erotischen Themen. Elizabeth Benedict (1) ordnet sie in Kategorien und und würzt sie mit Zitaten, andere werfen uns Begriffe hin wie „MILF“ oder „S/M“ , damit wir diese Knochen abnagen können. Und Ines Witka (2) hat gar 50 Vorschläge, wie man sich an Themen heranrobben kann.

Deine Haltung dein Alter, dein Leben, deine Fantasie …

Doch Themenkataloge haben ihre Tücken – was du da schreibst, muss schon deinem Alter, deine eigene Haltung zur Sexualität und deinem Einfühlungsvermögen entsprechen. Und zudem – im Grunde schreibt jeder am liebsten über das, was ihn am meisten fasziniert.

Junge Autorinnen, alte Autorinnen – und die Mitte

Das fortgeschrittene Alter hat einen großen Vorteil: Es bringt Fetzen von Erinnerungen zurück, die sich nahezu beliebig zu erotischen Romanzen oder eindringlichen Sexszenen ausbauen lassen – auch, wenn’s gar nicht so war. Die Jugend hingegen projiziert die gegenwärtige Begierde in die Zukunft und versucht, Beispiele aus dem eigenen Erleben mit dem zu kombinieren, was ein erfahrener, erwachsener Mensch fühlt. Wer „mitten im Leben“ steht, muss sich keinesfalls mit der „schnöden Realität“ begnügen. Wenn du in diesem Alter bist, solltest du ins Reich der sexuellen Abenteuer eindringen, die deine Heldinnen und Helden erleben werden, auch wenn du sie nicht selbst genießen oder erleiden kannst.

Themen nach erotischer Popularität?

Die Themen, die ich vor einigen Jahren für euch ausgesucht habe, orientierten sich an den erotischen Sehnsüchten der Menschen, und ich will dies gerne wieder versuchen. Ich orientiere mich dabei diesmal an einer wissenschaftlichen Untersuchung. Dort sollte festgestellt werden, was Menschen als „normale“ sexuelle Erregung in ihren Fantasien erlebten. Wenn man nun nur die „Abweichungen“ von dem nimmt, was Frau und Herr Mustermann üblicherweise im Bett tun, kommt man auf eine erhebliche Anzahl von Lüsten und Sünden. Und ich darf euch verraten: Sie sind fast alle äußerst spektakulär und kitzeln die erotische Fantasie von Frau und Mann. Eine weitere Quelle für ungewöhnliche, äußert erregende erotische Fantasien mit realem Hintergrund sind Schilderungen von Dominatricen, Escort-Girls und anderen Rotlichtbewohnerinnen.

Erotik aus Nicht-Erotik generieren

Wer die Fähigkeit besitzt, diagonal zu denken, kann Themen auch aus ganz anderen Bereichen schöpfen: aus Redensarten, Liedertexten, Polizeimeldungen einerseits aus aus Lebensbeichten oder gar Blogs andererseits.

Erotik aus Satzfetzen heraus schreiben

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Ich las gerade ein wundervolles Tagebuch eines 90-jährigen Mannes, der sich an seine vergangenen Liebesgeschichten so lebhaft erinnert wie er seine gegenwärtigen Amouren lebensnah beschreibt. (3)

Damals war ein Blickwechsel mit einem Mädchen schon eine Liebesgeschichte“, schreibt er über ein Ereignis im Jahr 1925 – und ich hoffe doch, dass sich wenigstens die Schreiber unter 65 an ein solches Erlebnis erinnern. Und mit 90? In seinem Tagebuch schreibt er aber auch über eine Dame, die er aktuell besuchen wird: „Müsste ich sie nur sehen, so ginge es ja. Aber ich werde mit ihr schlafen müssen.“

Es gibt viele Stellen in diesem Tagebuch-Roman, der nie einer werden sollte, die mich anrühren, und sie werden dich, gleich, welchen Alters du bist, auch faszinieren. Und nun komme ich zu dem Grund, warum ich das Buch überhaupt erwähne: weil alles Momentaufnahmen sind und sich daher leicht weitererzählen lassen.

Themen gibt es wirklich genug –sammle sie zuerst, wenn du magst

Auf diese Weise kannst du Themen über Themen sammeln, und je mehr sie dich faszinieren, umso mehr kannst du sie zu wahnsinnig lustvollen Geschichten ausbauen.

Abschreiben ist feige und doof

An dieser Stelle komme ich unweigerlich zu einem Thema, das nicht so hübsch ist: Das ständige Abschreiben von Fragmenten, die dann ein wenig umgeschrieben werden, um den Ursprung zu verschleiern. Was dann noch fehlt, ist nur noch ein wenig geistiger Alleskleber, um die Szenen etwas verändert aneinanderzureihen. Also: Ich finde es feige und doof, denn gerade in der Erotik ergeben sich ständig neue Facetten – es lohnt sich nicht, das Sauerkraut immer wieder aufzuwärmen.

Themen finden ist also kein Problem - die Umsetzung schon

Nachdem ich dies alles geschrieben habe. Fühle ich mich verpflichtet, noch etwas zu sagen: Ein erotisches Thema zu finden ist eine Sache – und diese Geschichte nun wirklich mit erotischen Inhalten zu füllen, eine andere.

Wahrscheinlich wollt ihr wissen, wie so etwas verwirklicht werden kann. Ich verspreche: Es wird hier stehen. Schon bald.

(1)Elizabeth Bendict: Erotik schreiben", deutsch Berlin 2002.
(2) Ines Witka: "Dirty Writing", Tübingen 2015.
(3) Die erotischen Abenteuer des Monsieur Mathiot, Original 2008, Paris, deutsch 2010 München.

Körperliche Züchtigung: wie war das eigentlich?

Historische öffentlich Züchtigung der schönen Mme. Lapuchin
Körperliche Züchtigung: wie war das eigentlich? Dieser Beitrag soll Sie, die Sie möglicherweise unter 50 Jahre alt sind und keine Zeiten mehr gekannt haben, in denen körperlich gezüchtigt wurde, mit den Realitäten bekannt machen, bevor Sie darüber schreiben.

In den Zeiten, als noch die Mehrzahl der Knaben und eine beachtliche Anzahl von Mädchen geschlagen wurden, sehen viele Psychologen die Ursache für spätere psychische Schäden. Und neben jenen, die angesichts der Schläge zu Spießern und Frömmlern geworden sind, stehen jene, die an ihnen verzweifelt sind – sie sind eigentlich gemeint, wenn freudsche Analytiker sich an dieses Thema heranmachen. Nur eine kleine Gruppe, so flüsterte man sich damals wie heute zu, hätten sinnliche Lüste bei Schlägen empfunden. Eine populäre Annahme geht davon aus, dass dies nur jene jungen Frauen und Männer betrifft, die recht spät (noch mit über 14) und vom anderen Geschlecht geschlagen wurden: Gouvernanten, Tanten und Stiefmüttern, aber auch Mütter und Großmüttern.

Uns Heutigen erscheint nahezu alles, was darüber zu lesen ist, reichlich absurd. Und doch ahnen wir, dass jener Rest, der die körperliche Züchtigung noch als fast Erwachsener erlebte, sich noch an die Strafen erinnert. Und von ihnen wird sich ein Teil die wundersamen „gemischten Gefühle“ zwischen abgrundtiefem Hass und sinnlichem Schmerz erinnern. Allerdings wurden damals nicht nur „Halbwüchsige“ geschlagen, sondern vor allem Bedienstete, solange dies noch rechtlich zulässig war.

Manche Schilderungen, besonders jene aus frühen englischen Quellen, haben durchaus auch jüngere Menschen begeistert, die sehr bewusst erproben wollten, wie es sich anfühlt, von einem liebenden oder jedenfalls liebevoll agierenden Menschen gezüchtigt zu werden.

Was war der Anlass?

Der Anlass war in früheren Zeiten in erster Linie eine „Ungehörigkeit“, also ein Verhalten, das von Eltern oder Erziehern nicht gebilligt wurde. Knaben jeden Alters wurden für alles gezüchtigt, was den Eltern nicht „in den Kram“ passte. Frauen im sogenannten „Backfischalter“, die erotische Fantasien hatten oder bereits „kurz vor dem moralischen Abgleiten“ waren, wurden unter Schamverletzungen gezüchtigt – dies galt als ganz normal und war teils Bestandteil der Züchtigungsprozedur. Erwachsene wurden in bürgerlichen Haushalten nur selten gezüchtigt – es sei denn, es handelte sich um Dienstmägde.

Welche Instrumente kamen zum Einsatz?

In Haushalten und Institutionen, in denen die Züchtigung ein Teil des alltäglichen Lebens war, wurden zunächst Ruten, dann die robusteren und leichter zu beschaffenden Rohrstöcke eingesetzt. Allerdings setzten nicht alle Eltern und Erzieher auf ein „spezielles Instrument“. Man weiß, dass der Teppichklopfer („Ausklopfer“) noch lange im Einsatz auf den Hintern von Knaben, Mädchen und Dienstpersonal war, weil dieser immer und überall zur Verfügung stand. Auch polierte Kleiderbügel, hölzerne Kochlöffel, Pantoffel und die Rückseite der breiten Haarbürste waren beliebt, was schon zeigt, dass diese Züchtigungen überwiegend von Frauen vorgenommen wurden. Peitschen besaßen überwiegend Adlige, und sie trafen nahezu ausschließlich das Personal, während der Hosengürtel vom bürgerlichen Hausherrn appliziert wurde – er war sozusagen der brutale Ersatz für den Rohrstock.

Wie wurde gezüchtigt?

Der Po musste präsentiert werden
Wie gezüchtigt wurde, war sehr von der Zeit, der Lebensumgebung und der Stellung der Person, aber auch von Alter und Geschlecht abhängig.
Im Hause war es üblich, jemanden „übers Knie zu legen“, und dabei wurden zumeist Handschläge verabreicht. Diese Form der Züchtigung erlaubte die größtmögliche Intimität, weil dabei ein besonders intensiver Körperkontakt bestand – allerdings waren die Schläge für den Schlagenden oft schmerzhafter als für den Geschlagenen. Aus diesem Grund wurden dabei auch allerlei kurze, leicht zu handhabende Schlegel eingesetzt. Ansonsten ging es stets um die „Präsentation“ dessen, was als „Erziehungsfläche“ galt: um den Po. Er musste meist irgendwie „herausgestreckt“ werden, in England beispielsweise dadurch, dass die jungen Frauen beim „Überbeugen“ mit den Händen ihre Fußspitzen berühren mussten. Wer einen passenden Bock oder eine hohe Sofalehne sein Eigen nannte, konnte die zu züchtigende Person veranlassen, sich über den Bock oder die Lehne zu legen. Dies erlaubt sehr lange, intensive Züchtigungen.

Wie war es mit der Nacktheit beim Züchtigen?

Traditionell auch auf den nackten Rücken
Das Thema interessiert offenbar am meisten, weil viele Menschen „Erotik“ und „Nacktheit“ gleichsetzen. Im Allgemeinen mussten sich die zu strafenden Personen so weit entkleiden, dass die Fläche, auf die geschlagen wurde, von Textilien frei war. Mancherorts war dies der Rücken, doch sehr viel häufiger wurde auf das nackte Gesäß geschlagen. Als man begann, über Schamgrenzen nachzudenken, etwa im viktorianischen Zeitalter, durfte das Gesäß aus Gründen der Schamhaftigkeit nicht mehr entblößt werden – inwieweit sich Privatpersonen daran hielten, ist zweifelhaft. Seither wurden Frauen und Mädchen bei hochgeschlagenem Rock und Männer und Knaben mit heruntergelassenen Hosen gezüchtigt. Der Po wurde dann noch durch das Hemd oder später die Unterhose verdeckt.

Aus der Zeit, in der die Unterhosen („Schlüpfer) populär wurden, stammt auch der Ausdruck „die Hosen strammziehen“. Der Grund war einfach: eine faltige Unterhose milderte die Schläge, erst auf einer einer „stramm gezogenen“ Hose entfaltet sich die ganze Wucht der Schläge.

Welche Rituale gab es?

Eckenstehen (Cornertime)
Rituale bei Züchtigung dienten überwiegend der Beschämung. Die Anwesenheit von anderen Personen (Schüler, Zöglinge, Gesinde, Verwandte) war eines dieser Mittel. Weitere Rituale bestanden in einer vorausgehenden Belehrung und der Verkündigung des Strafmaßes. Das rituelle Entkleiden (gelegentlich bis zur völligen Nacktheit) kam deutlich seltener vor, ist aber ein beliebtes Thema in der erotischen Literatur. Darauf folgten die „Unterwerfung“, also die Annahme der Strafe und das Aufsuchen der Strafposition. Gelegentlich wurde auch gefordert, dass der zu Strafende das „betreffende Instrument“ selber holte. War die Anzahl und Art der Schläge nicht bekannt, so wurde meist so lange geschlagen, bis „Tränen der Reue“ hervortaten. Überhaupt galt das Weinen ohne Hass und ohne Protest aus der Sicht der „Erzieher“ als Erfolg der Züchtigung.

War die Strafe vollzogen, wurde häufig noch eine weitere Erniedrigung angehängt: Man versagte der Person, sich anzuziehen, sondern befahl ihr, noch „in der Ecke zu stehen“ oder in einer Ecke zu knien.

Warum sind Strafen manchmal erotisch?

Diese Frage, warum Strafen erotisch sein können, wird immer wieder gestellt. Man kann Antworten darauf finden – aber diese Antworten sollten sie sic von Ihren Figuren geben lassen, während sie schreiben. Versetzen Sie sich in die Lage jeder der Beteiligten: Strafende, Bestrafte und Zuschauer. Was sehen Sie? Malen Sie sich alle Empfindungen aus, die im Umfeld entstehen könnten, und versuchen Sie, einen Teil davon in Ihren texten lebendig werden zu lassen.

Hinweis: Alle Zeichnungen Zeichnung entstammen historischen Quellen.

Argumente für weibliche Erotik-Autoren (2): Fantasien freilassen

Mal sind es Demutsfantasien ...

Noch Ende des 19. Jahrhunderts wurde angenommen, Frauen mit einem gut entwickelten sexuellen Verlangen seien „krank“ oder „schlecht erzogen“. (1) Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nahmen Mediziner und Psychologen an, die sexuelle Lust der Frauen sei wesentlich schwächer entwickelt als die der Männer. Und bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde angenommen, Frauen hätten so gut wie keine sexuellen Fantasien.

Zwar gab es immer wieder seriöse Befragungen, die in Statistiken mündete und dabei das Gegenteil bewiesen – doch sie wurden niemals ernst genommen. Bis heute gilt in manchen Kreisen: Frauen haben keine sexuellen Fantasien. Und falls doch, denn bewegten sie sich im Rahmen von ekstatischen Orgasmen während des einvernehmlichen Vaginalverkehrs.

Das alles ist ausgemachter Blödsinn. Der Mensch ist in der Lage, mithilfe seines Gehirns lustvolle Situationen zu produzieren, die ihn zugleich körperlich aufgeilen. Das ist bei Frauen nicht anders als bei Männern, denn die Gehirne sind in ihren Basisfunktionen nicht wirklich unterschiedlich, wie es einige vorlaute Autorinnen angeblicher „Sachbücher“ über das Gehirn behaupten.

Autorinnen sollten also alles tun, um zu sagen: Jawohl, Frauen haben erotische Fantasien – und eine Short Story, eine Novelle oder ein Roman sind gute Möglichkeiten, die auch auszudrücken.

... und mal Herrschaftsfantasien ...

Und was können Sie tun, um weibliche Fantasien darzustellen?

Autorinnen haben die Möglichkeit, Fantasien in inneren Dialogen oder tatsächlichen Dialogen unter Frauen unterzubringen. Ihre Heldin kann beim Betrachten des eigenen Körpers oder beim Masturbieren Fantasien entwickeln, während des Geschlechtsverkehrs mit einem Mann oder mit einer Frau, bei der zufälligen Betrachtung eines Liebespaars und in zahllosen anderen Situationen. Da ich über das Gehirn sprach: Menschen denken assoziativ, das heißt, die erotische Fantasie kann durchaus auch von einem völlig anderen Umstand ausgelöst werden als von sexuellen Versuchungen. Beispiele wären Düfte, Farben oder erotische anmutende Gegenstände. Wenn Sie Autorin sind, können Sie ihre eigenen Fantasien vollständig auf Ihre Heldin übertragen und sie dann in ihr weiterentwickeln. Alternativ können Sie auch eine fremde, beliebige Fantasie in ihre Heldin stecken und diese dort „bebrüten“. Denken Sie dabei bitte daran, dass Ihre Heldin Abenteuer bestehen kann, zu denen Sie selbst nicht bereit wären, denn die Fantasie soll, kann und darf über die Realität hinausgehen.


(1) Nach "Psychopathia Sexualis" - volkstümlich wurde das weibliche Sexualverlangen auch als "Mannstollheit" oder pseudowissenschaftlich als "Nymphomanie" bezeichnet.

Warum Sie mit ihren Worten die (erotische) Welt verändern

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte? Nein, Worte verändern die Welt!
Die meiste Menschen glauben, dass es außer der Existenz der physikalischen Welt dort draußen auch noch eine Welt gäbe, die „Wahrheiten“ über uns Menschen enthält. Sie nehmen an, die Wahrheit über unser Verhalten, unser Denken, Fühlen und Handeln könne präzis ermittelt und über Jahrhunderte gesammelt werden. Dann, so denken sie, können alles in Blei gegossen werden und bis in alle Ewigkeit existieren.

In Wahrheit – und das wird viele überraschen – gab es niemals einen schlüssigen Beweis dafür, wie Menschen denken, fühlen und handeln. Ebenso gibt es keine präzisen Aussagen darüber, was Liebe ist, und erst recht nicht darüber, wie erotische Anziehung funktioniert.

(Zitat von Richard Rorty:)

«Dort draußen kann es keine Wahrheit geben – nicht ohne den menschlichen Verstand. Das liegt daran, dass Worte dort draußen nicht unabhängig existieren, oder nicht einfach nur „dort sind“.»


Das menschliche Denken spiegelt also nicht die Realität, sondern es produziert sie. Eine ähnliche Theorie vertrat bereits der Kommunikationsforscher und Psychotherapeut Paul Watzlawick, der darüber das Werk „Wir wirklich ist die Wirklichkeit?“ schrieb.

Schriftsteller(innen), Meister(innen) des Wortes, verändern die Welt

Obgleich Schriftstellern nur sehr selten zugetraut wird, die Welt zu verändern, tun sie es mit jedem Wort. Nur wer kommuniziert, schreibt oder sich anderweitig äußert, kann die Welt gestalten. Das Problem: Dort draußen arbeitete eine riesige Propagandamaschinerie daran, Nebelkerzen in die Wahrheit zu werfen. Sowohl die Dummbacken des Boulevard-Journalismus sind mit ihren Publikationen daran beteiligt, wie auch die effektheischenden Wissenschaftler, die jeden angeblich gefundenen geistigen Furz sofort publizieren. Dadurch gerät die Wahrheit in Schräglage, wird zum Spielball von Dummbacken, Politikern, Wirtschaftsmanager, Religionsfanatikern und Wissenschaftlern.

Wir befinden uns als Schriftsteller also in der Rolle des bedauernswerten David, der gegen den übermächtigen Goliath kämpft. Was wir schreiben, sei es vor dem Hintergrund unserer Wahrheit oder als bloße Fantasie, hat allerdings enorm scharfe Pfeilspitzen: Manche unserer Worte dringen dringen sofort tief in die Psyche unserer Leserinnen und Leser ein.

Wir durchdringen mit scharfen Pfeilen die Moralfassaden

Das gilt umso mehr, als wie die Emotionen ansprechen, die mit Lust, Liebe und Leidenschaft einhergehen. Hier können wir ganze Köcher voller wirksamer Pfeile direkt in die Psyche schießen. Die selbst ernannten Moralisten wissen das sehr gut – sie versuchen deshalb, uns zu diffamierten und werfen ihrerseits Stinkbomben. Sie enthalten die Drohung mit der Hölle, beschwören den sittlichen Verfall und glauben, wir würden die Gleichheit zwischen Frau und Mann aushöhlen.

Doch wir, die Davids der Kommunikation, dürfen uns davon nicht beeinflussen lassen. Wir bilden die menschliche Psyche in einer absolut einmaligen, unnachahmlichen Weise ab, und durch uns wird die Liebe, Romantik, die erotische Fantasie und die Sexualität im Allgemeinen erst zu der wundervollen Blüte gebracht, die alle sinnlichen Menschen beflügelt.

Schreiben Sie! Sie verändern dadurch die Welt und nehmen den Piraten des des Geistes und der Moral ein klein wenig von ihrer Macht. Und auf diese Weise tragen wir dazu bei, die Wahrheit über die Sinnlichkeit und die Lust in die Welt hinauszutragen.

Das Wort schafft die Wahrheit. Kann es eine noch wertvollere Aufgabe im Leben eines Menschen geben, als danach zu handeln?

Wenn Sie mögen. lesen Sie in englischer Sprache bei "Dumb Domme" nach.

Die sinnliche Woche: „Shades of Grey“ und kein Ende?

Nun kommt er bald, der Film zum Buch. Und was empfehle ich dazu? Bitte schreiben Sie nicht noch eine „Nachahmung“ des „schlechtesten Erotik-Romans des 19. Jahrhunderts, der in unserer Zeit geschrieben wurde“ wie Werner Fuld in seiner „Geschichte des sinnlichen Schreibens“ feststellt. Sie erreichen den Erfolg sowieso nicht mehr, weil nun wirklich alles ausgelutscht ist, was darin vorkommt, inklusive des Schlags auf die Vagina. Wir hätten ein paar Alternativen für Sie, was Sie schreiben könnten.

Wenn du zur Tastatur gehst, vergiss die Peitsche (nicht)

Falls Sie sich jemals an ihren Schreibknecht setzen und mit den Tasten auch die Peitsche schwingen wollen: Lesen Sie wenigstens die drei Folgen unserer Serie „Es, muss nicht immer die Peitsche sein“. Falls Sie den ersten Teil gelesen haben, werden Sie gespannt auf Teil zwei und drei sein. Diese Woche hatten wir den Beitrag „Zu peitschen und nicht zu peitschen.“ Dieser Teil handelt des dreiteiligen Beitrags handelt von all dem, was „E.L. James“ nicht kann, was Sie aber vielleicht zustande bringen: Gefühle zu schildern, die wenigstens noch halbwegs glaubhaft bei gebildeten Leserinnen ankommen.

Erotische Züchtigung? Niemals! Oder doch?

Im dritten Teil betrachten wir dann aus einer sehr modernen Sichtweise, warum Züchtigungen erotisch sein können. Diese Frage wird oft gestellt, aber so gut wie nie beantwortet. Wir planen einen weiteren Teil mit Szenarien aus der Vergangenheit und der Jetztzeit, in der Sie etwas über die Möglichkeiten erfahren, die Szenarien aufzubauen. Leider sind wir im Moment allerdings stark beschäftigt, sodass Sie damit wohl noch etwas warten müssen.

Auch über Fetische lässt sich schreiben

In weiteren Vorschlägen zum sinnlichen Schreiben haben wir all das aufgeführt, was ein paar durchgeknallte Psychiater früher mal als „Fetische“ bezeichnet haben – meist harmlose sinnliche Liebhabereien. Natürlich gib es auch ein paar Varianten davon, die nun wirklich sinnlich-hintergründige Einblicke in die Psyche ermöglichen, und auch dafür hatten wir Vorschläge.

Die Scham der Frauen, sich als sinnlich zu offenbaren

Außerdem beschäftigen wir uns mit der Frage, warum Frauen zwar erotische Fantasien haben, sie aber nicht einmal erzählerisch umsetzen. Können sie nicht? Wollen sie nicht? Schämen sie sich vor der Pfarrersfrau oder der örtlichen Frauen-Union? Ich weiß es nicht.

Die Zensur - im Namen des Feminismus?

Zensur im Namen der Jugend war in den 1950er und 1960er Jahren populär. Damals gab es auch zahllose Zensurversuche im Namen der Ehre der Frauen. Und inzwischen? Sind wir wieder bei diesen dunklen Zeiten angekommen? Wollen wir wieder Sittenwächter und Sittenschnüffler? Nur dass es diesmal nicht die Sittenspione der Adenauerregierung sind, die Zensur ausüben wollen, sondern die Feministinnen und ihre Helfershelfer? Ich hoffe doch, dass die Freiheit des Wortes auch in Deutschland etwas zählt.

Bald kommen neue Themen - steigen Sie jetzt ein

Übrigens hat die Beschäftigung mit den „Shades of Grey“ auch bei uns ein Ende. Denn selbst, wenn der Film (was leider zu erwarten ist) ein Erfolg wird, ändert das nichts daran, dass das Vorbild eine Schnulze ist.

Noch ein letztes Wort: Es gibt kaum ein umfassenderes Füllhorn an Ideen für Autorinnen erotischer Romane als das Blog „Sinnlich Schreiben“. Selbst wenn das nach Eigenlob klingt: Versuchen Sie doch mal, dergleichen anderwärts zu finden. Falls Sie’s schaffen: Scheiben Sie uns mal die Adresse –wir veröffentlichen sie gerne.