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Vielversprechende erotische Themen (3) - besondere Dreier

Flotte Dreier - mal ganz anders ...

Weichen Sie vom üblichen „Standard“ ab

Der übliche Standard, den wir aus vielen ähnlichen erotischen Geschichten kennen, ist der „Dreier“ zwischen einem Mann und zwei Frauen. Falls Sie dennoch solch eine Geschichte schreiben: Wichtiger als die Ausführung ist die Frage, wie alles zustande kam. Ich schlage Ihnen hier ein anderes Thema vor: Ein Hetero-Paar sucht einen Mann.

Hetero-Paar sucht Mann zum Dreier

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Aus der Konstellation: „Ehepaar sucht Mann“ lassen sich ausgesprochen frivole erotische Storys entwickeln. Wie schon zuvor gesagt, ist nicht wichtig, wie sich die Sexualität zwischen den Dreien physisch entwickelt, sondern vor allem, was vorher und nachher geschieht. Hatte einer der beiden schon zuvor ein geheimes Verhältnis mit dem „Dritten“? Treffen sich zwei der Beteiligten hernach zu lustvoller Zweisamkeit? Bleibt alles eine Episode, oder haben die Handlungen weitgreifende Folgen?

Themenvarianten: Bi-Paar sucht Mann, Hetero-Paar sucht Bi-Mann zum „Ausprobieren“, Hetero-Mann sucht Hetero-Paar oder Bi-Paar, Bi-Mann sucht Paar. Mann zum „mitwirkenden Ehebruch“ (Cuckolding) gesucht.


Interessierte Frauen: bei 31 Prozent.(1)
Interessierte Männer: bei 45 Prozent. (1)

Schreib-Erfahrung:
Für Fortgeschrittene.
Form:
Kurzgeschichte, Episoden oder Novellen.
Recherche, Kenntnisse:
Recherche und minimale psychologische Kenntnisse sind sinnvoll
Erotische Wahrnehmung:
Mittel, abhängig von der Darstellung.

(1) Nach Erhebungen der „Université du Québec à Montréal an vergleichbaren Themen“

Die Psychologie des inneren Konflikts - und seine erotische Darstellung

Erotische Konflikte - streben nach Wollust und Angst davor, sie zu genießen

Ein Teil der Spannung in guten erotischen Romanen entsteht aus den Konflikten, die im Inneren der Person ablaufen, nicht in den äußeren Umständen. Gewiss kann man beide kombinieren, doch wir wissen aus kitschigen Liebesromanen, wie oft solche Situationen unnötigerweise effektheischend dramatisiert werden. Sobald etwas „Entscheidendes auf dem Spiel steht“ oder „ein unausgesprochenes Geheimnis zwischen beiden steht“ ist der dramatisierend Kitschfaktor nicht weit, der dem „Schicksalsroman“ anhaftet.

Ich rate sehr dazu, ein anderes Verhältnis zur „Spannung“ zu finden als beispielsweise in üblichen Schicksalsromanen, in der eine ziemlich willkürliche „Bedrohung von außen“ als Stilmittel verwendet wird.

Sehen Sie, wenn Sie eine „äußere Bedrohung“ durch das Schicksal in Ihre Geschichte einbauen, dann „fiebern“ die Leserinnen und Leser vielleicht mit der Heldin, bleiben aber als Person „außen vor“. Sie können sich schon deshalb nicht mit der Heldin identifizieren, weil die Geschichte zu unirdisch, zu fantastisch und vor allem zu dramatisch ist. Man sagt, wenn eine Geschichte zu sehr aufgebauscht wird, dann weicht das Innere selbst der Leserin vor der Heldin zurück. Sie distanziert sich also, obgleich sie die Spannung liebt. Kann sie aber in die Lüste der Heldin hineingleiten, weil ihr der geschilderte Konflikt Ansätzen vertraut ist, so lässt sie zu, dass sie das Geschehen tatsächlich berührt.

Erotische Konflikte: Mehr als nur Treue und Untreue

Überwiegend wird das Konfliktpaar Treue-Untreue behandelt, weil eine große Anzahl der Leserinnen verheiratet ist und nahezu jede Ehefrau schon mal in Versuchung stand, sich einem zufälligen Bekannten hinzugeben.

Spannender und hinreißender ist jedoch, den Konflikt zwischen moralischen Wertvorstellungen und dem zügellosen Ausleben der Lust zu schildern. Recht gut gelungen ist dies im Film „der Untergang des amerikanischen Imperiums“, einer bizarren Studie über Ehe und Beziehung in kanadischen Intellektuellen-Kreisen.

Ein anderer Weg, der recht häufig begangen wird, ist den Konflikt zwischen der bürgerlichen Ehe und der bizarren Welt der SM-Gruppen oder der Swinger- und Partnertauschkreise darzustellen. Nicht nur die „Shades of Grey“ sind dafür ein Beweis, sondern bereits viele vorausgegangen Bücher, de aber weniger bekannt wurden.

Erotische Konflikte psychologisch

Der Konflikt an sich ist zumeist, wenn nicht gar immer, ein Konflikt aus folgendem Dreigestirn:

- Was ich tun sollte (nach Freud das Über-Ich).
- Was ich tun will, aber noch nicht wagte (nach Freud das ICH).
- Was ich mich niemals trauen würde, wenn ich nicht dazu gebracht werde. (Nach Freund das ES).

In nahezu allen erotischen Konflikten spielt das innere „Über-Ich“ mit dem inneren ES, wobei im Sinne der Transaktions-Analyse auch Verschiebungen während des gemeinsamen Spiels entstehen. Das kann ich Ihnen etwas einfacher erläutern.

Wenn Sie selbst einmal etwas ausgesprochen „Verbotenes“ wollten, dann hörten Sie auch im frühen Erwachsenenalter noch Mutters Stimme hinter dem Ohr, die sagte „Tu’s nicht mein Kind.“ Sie haben es dann aber trotzdem getan, und manchmal war es unglaublich schön für Sie.

Psychologische Thesen langweilen, Psycho-Spiele begeistern

Der moderne Psychologe fragt an dieser Stelle: „Was könnte denn schlimmstenfalls passieren?“, und die Antwort, die normalerweise darauf gegeben wird, ist „eigentlich gar nichts“. Das ist die rationale Seite der Medaille, und sie langweilt ihre Leserschaft.

In Wahrheit aber wühlt der Konflikt in Ihnen, und erst nach und nach siegt der Mut, das Risiko dennoch anzugehen – gegen den inneren Widerstand, der als einziges Risiko im Raum stand.

Bi-Frau als Beispiel: tiefe Eruptionen nach langem Zögern

So sollte es auch bei Ihren Heldinnen sein. Im folgenden Beispiel ist sich die Heldin mehrfach unsicher, ob sie tatsächlich ein erotisches Verhältnis zu einer anderen Frau eingehen soll. Alls in ihr strebte seit Monaten danach, die Gelegenheit ergab sich mehrfach, aber ihre Erziehung sprach dagegen. Ihre Verführerin aber entdeckt, dass sich die Heldin „ihren Bürzel wie ein Mäuschen aus dem Kabarett“ bewegt, und sagt ihr auf den Kopf zu, dass ihre ablehnenden Worte nicht zu ihrem lustvollen, lasziven Verhalten passen.

Du trägst dieses Kleid, das dir kaum den Hintern bedeckt, und das jede Gelegenheit benutzt, um dein Höschen freizulegen … und du weißt selbst, dass (deine Brüste) neugierig machen, deshalb lässt du sie auch fast frei …


Obgleich die Heldin ihre Neigungen schon in mehreren Situationen andeutete, bedurfte es neben dem klassischen Trio „Verführbarkeit, Gelegenheit und Verführer(in)“ in dieser Szene noch einer Provokation seitens der Verführerin. Der Heldin wird sozusagen die geschäftsmäßige Fassade, aber auch die aufgesetzte Heterosexualität „vom Leib gerissen“.

Spannung zwischen möglichem Rückzug und Hingabe aufbauen

Das Interessante an solchen Szenen besteht darin, dass es ein Dutzend Auswege gegeben hätte, dass mehrfach ein Rückzug möglich gewesen wäre. Wenn Sie dies aber wirklich glaubwürdig schildern wollen, sollten sie das „äußere Spiel“ und das „innere Spiel“, also den Inneren der Person ablaufenden Konflikt, ausführlich schildern. Im angesprochenen Roman ziehen die entlarvenden Worte verlangende Reaktionen des Körpers der Heldin nach sich, die dann unausweichlich zu einer auch äußerlich heftigen, vulgären und emotionsgeladenen Liebesnacht führte.

Warum ich eine lesbische Szenerie gewählt habe? Erstaunlicherweise wissen sich Frauen direkter und „hautnaher“ auszudrücken, wenn sie erotische Szenen beschreiben, an denen ausschließlich oder überwiegend Frauen beteiligt sind, während es Frauen offenbar äußert schwerfällt, die männliche Sexualität ausführlich zu beschreiben. Doch davon werde ich Ihnen vielleicht demnächst etwas mehr berichten.

Zitat aus: "Fuchsia", 1981