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Der Voyeur und die Dame im Negligé

Das luftige Kleid im Frühling
Dies ist ein Essay, das auf einer Beschreibung des späten 19. Jahrhunderts beruht.

Ihr Körper, in ein leichtes Gewand gekleidet, wirkt wie eine Welle, die eine Schaumkrone trägt. Kaum haben wir eine Welle gesehen, schickt sie uns eine Zweite, wenn der dünnen Seidenstoff abermals über ihren prachtvollen Hintern streicht und die Formen plastisch hervortreten. Der dünne Stoff liegt bisweilen wie der Atem der Sinnlichkeit auf diesen schönen Konturen, gerade soll, als würden sanfte Küsse zwischen beiden ausgetauscht. Dann wieder wird der Stoff von ihrer Bewegung abgestoßen, flirtet mit ihren Schenkeln und flattert im Wind, als wolle er noch mehr von der Schönheit ihres Leibes offenbaren. Und dann und wann erkennt man die geheime Wiege der Lust, scheu und lockig behaart, gerade einen Wimpernschlags lang.

Bild: A. Vallée, "Frühlingsluft", ca. 1920